Zürcher Bibel (ZB)
7

Vor dem Laubhüttenfest

71Und danach zog Jesus in Galiläa umher; denn in Judäa wollte er nicht umherziehen, weil die Juden ihn töten wollten.

7,1
5,18
7,19-20
8,3740
10,31-3311,53

2Das Laubhüttenfest der Juden aber war nahe. 3Da sagten seine Brüder zu ihm: Brich auf von hier, und geh hinüber nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du tust. 4Denn niemand wirkt im Verborgenen und strebt zugleich nach Öffentlichkeit. Wenn du das willst, dann offenbare dich der Welt. 5Auch seine Brüder glaubten nämlich nicht an ihn. 6Da sagt Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist immer schon da.

7,6
2,4
7Euch kann die Welt nicht hassen, mich aber hasst sie, weil ich ihr das Zeugnis ausstelle, dass ihre Werke böse sind. 8Geht ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. 9Das sagte er und blieb in Galiläa.

10Nachdem aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern heimlich. 11Die Juden nun suchten ihn auf dem Fest und sagten: Wo ist er? 12Und unter den Leuten war viel Gerede über ihn. Die einen sagten: Er ist gut. Andere sagten: Nein, er verführt das Volk. 13Doch sprach niemand offen über ihn aus Furcht vor den Juden.

7,13
9,22
19,38
20,19

Auftreten im Tempel

14Als aber das Fest schon zur Hälfte vorüber war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. 15Da staunten die Juden und sagten: Wie kann dieser die Schriften kennen, ohne unterrichtet worden zu sein? 16Da antwortete ihnen Jesus: Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.

7,16
3,34
17Wer seinen Willen tun will, wird erkennen, ob diese Lehre aus Gott ist oder ob ich von mir aus rede. 18Wer von sich aus redet, sucht die eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist glaubwürdig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
7,18
5,44

19Hat Mose euch nicht das Gesetz gegeben? Und niemand von euch tut, was das Gesetz verlangt. Was wollt ihr mich töten? 20Das Volk antwortete: Du hast einen Dämon. Wer hat denn die Absicht, dich zu töten?

7,20
8,4852
10,20
Lk 7,33
Mt 9,34
7,20
7,1
21Jesus antwortete ihnen: Ein einziges Werk habe ich getan, und ihr wundert euch alle darüber. 22Mose hat euch die Beschneidung gegeben - sie geht zwar nicht auf Mose, sondern auf die Väter zurück -, und ihr beschneidet einen Menschen am Sabbat.
7,22
Gen 17,9-13
23Wenn nun ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfangen muss, damit das Gesetz des Mose nicht gebrochen wird, wie könnt ihr da mir zürnen, wenn ich einen ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?
7,23
Lev 12,3
Mt 12,5
7,23
5,109,16
24Urteilt nicht nach dem, was vor Augen liegt, sondern sprecht ein gerechtes Urteil.

Mutmassungen über Jesus

25Da sagten einige aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie am liebsten töten möchten?

7,25
7,1
26Und dabei redet er öffentlich, und sie lassen ihn gewähren. Sollten die Mitglieder des Hohen Rates wirklich erkannt haben, dass dieser der Christus ist?
7,26
12,42
7,26
11,27
27Doch von dem da wissen wir, woher er ist; vom Christus aber, wenn er kommt, weiss niemand, woher er ist.
7,27
3,8
8,14
9,29
28Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte: Mich kennt ihr und wisst, woher ich bin. Und ich bin nicht von mir aus gekommen, vielmehr ist der glaubwürdig, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt.
7,28
8,42
7,28
8,19
29Ich kenne ihn, weil ich von ihm her komme und er mich gesandt hat.
7,29
8,55
30Da wollten sie ihn festnehmen, und doch unternahm keiner etwas gegen ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
7,30
8,20
7,30
2,4

31Aus dem Volk aber kamen viele zum Glauben an ihn, und sie sagten: Wird der Christus, wenn er kommt, etwa mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?

7,31
2,23
32Die Pharisäer hörten, was im Volk über ihn gemunkelt wurde. Und die Hohen Priester und die Pharisäer schickten Gerichtsdiener aus, um ihn festzunehmen. 33Da sprach Jesus: Noch eine kurze Zeit bin ich bei euch; dann gehe ich fort zu dem, der mich gesandt hat.
7,33
14,19
16,16
34Ihr werdet mich suchen und mich nicht finden; und wo ich bin, da könnt ihr nicht hinkommen.
7,34
8,21
13,3336
35Da sagten die Juden zueinander: Wo will der hingehen, dass wir ihn nicht finden können? Will er etwa in die griechische Diaspora gehen und die Griechen lehren? 36Was bedeutet das Wort, das er da gesagt hat: Ihr werdet mich suchen und mich nicht finden; und wo ich bin, da könnt ihr nicht hinkommen?
7,36
8,22
16,17-18

Streit im Hohen Rat um Jesus

37Am letzten, dem grossen Tag des Festes aber stand Jesus da und rief: Wenn jemand Durst hat, komme er zu mir und trinke!7,37 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «... Wenn jemand Durst hat, komme er zu mir, und es trinke, 38 wer an mich glaubt! Wie die Schrift sagt: Aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fliessen.» 38Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fliessen.

7,38
4,10
39Damit meinte er den Geist, den jene empfangen sollten, die an ihn glaubten. Denn der Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
7,39
14,16!-17.
7,39
12,23

40Da sagten einige aus dem Volk, die diese Worte gehört hatten: Das ist wirklich der Prophet.

7,40
1,21
41Andere sagten: Das ist der Christus. Wieder andere sagten: Soll denn der Christus aus Galiläa kommen?
7,41
11,27
7,41
1,46
42Sagt nicht die Schrift, dass der Christus aus dem Geschlecht Davids und aus Betlehem kommt, dem Dorf, wo David war?
7,42
Mi 5,1
Mt 2,4-6
22,42
43So kam es seinetwegen zu einer Spaltung im Volk. 44Einige von ihnen aber wollten ihn festnehmen, doch legte keiner Hand an ihn.

45Die Gerichtsdiener kamen nun zu den Hohen Priestern und Pharisäern zurück, und diese sagten zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? 46Die Diener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so geredet. 47Da antworteten ihnen die Pharisäer: Habt etwa auch ihr euch verführen lassen? 48Ist etwa einer vom Hohen Rat zum Glauben an ihn gekommen oder einer von den Pharisäern? 49Aber dieses Volk, das nichts weiss vom Gesetz - verflucht sei es!

7,49
Dtn 27,26
50Nikodemus - der früher einmal zu Jesus gekommen war -, einer der Ihren, sagte zu ihnen: 51Verurteilt denn unser Gesetz einen Menschen, ohne dass man ihn vorher angehört hätte und wüsste, was er getan hat?
7,51
Dtn 1,16-17
52Sie entgegneten ihm: Bist vielleicht auch du aus Galiläa? Forsche nach und du wirst sehen: Aus Galiläa ersteht kein Prophet.

Jesus und die Ehebrecherin

53Und sie gingen, jeder in sein Haus.7,53 Die wichtigsten Handschriften enthalten Joh 7,53-8,11 nicht. Die entsprechenden Verse gehören nicht zum ursprünglichen Text des Evangeliums nach Johannes.

8

81Jesus aber ging auf den Ölberg. 2Am frühen Morgen war er wieder im Tempel, und das ganze Volk kam zu ihm. Und er setzte sich und lehrte sie. 3Da bringen die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden ist, stellen sie in die Mitte 4und sagen zu ihm: Meister, diese Frau ist beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt worden. 5Im Gesetz aber hat Mose uns vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Du nun, was sagst du dazu?

8,5
Dtn 22,22-24
6Dies sagten sie, um ihn auf die Probe zu stellen, damit sie einen Grund hätten, ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7Als sie immer wieder fragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie!
8,7
Röm 3,9-10
8Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. 9Sie aber hörten es und entfernten sich, einer nach dem anderen, die Ältesten voran, und er blieb allein zurück mit der Frau, die in der Mitte stand. 10Jesus aber richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat keiner dich verurteilt? 11Sie sagte: Keiner, Herr. Da sprach Jesus: Auch ich verurteile dich nicht. Geh, und sündige von jetzt an nicht mehr!
8,11
3,17

Das Licht der Welt

12Ein andermal sagte Jesus zu ihnen: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern das Licht des Lebens haben.

8,12
1,59
3,19
9,5
12,3546
Jes 9,1
1Joh 1,5
13Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du legst ja über dich selbst Zeugnis ab. Dein Zeugnis ist nicht glaubwürdig. 14Jesus entgegnete ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis glaubwürdig, denn ich weiss, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme noch wohin ich gehe.
8,14
7,27
15Ihr urteilt nach dem Fleisch, ich urteile über niemanden.
8,15
3,17
16Und wenn ich urteile, ist mein Urteil gültig, denn nicht ich allein spreche das Urteil, sondern ich und der mich gesandt hat, der Vater. 17Und in eurem Gesetz steht geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen gültig ist:
8,17
Dtn 19,15
18Ich bin es, der Zeugnis ablegt über mich, und der Vater, der mich gesandt hat, legt Zeugnis ab über mich.
8,18
5,32
19Da sagten sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Weder mich noch meinen Vater kennt ihr. Würdet ihr mich kennen, würdet ihr auch meinen Vater kennen.
8,19
7,28
15,21
16,3
20Diese Worte sprach er beim Opferstock, als er im Tempel lehrte. Und niemand nahm ihn fest, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
8,20
7,30
8,20
2,4

Herkunft und Bestimmung Jesu

21Nun sagte er wieder zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen.

8,21
7,34
22Da sagten die Juden: Will er sich etwa selber töten, dass er sagt: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen?
8,22
7,36
23Und er sagte zu ihnen: Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.
8,23
3,31
8,23
17,14
18,36
24Nun habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet. Denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.
8,24
16,9
25Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Jesus sagte zu ihnen: Was rede ich überhaupt noch mit euch? 26Ich hätte viel zu reden und zu richten über euch. Aber der mich gesandt hat, ist glaubwürdig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zur Welt.
8,26
3,34
27Sie erkannten nicht, dass er vom Vater zu ihnen sprach. 28Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und dass ich von mir aus nichts tue, sondern so rede, wie mich der Vater gelehrt hat.
8,28
3,14
29Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er hat mich nicht allein gelassen, denn ich tue allezeit, was ihm gefällt. 30Als er so redete, kamen viele zum Glauben an ihn.

Jesus und Abraham

31Da sagte Jesus zu den Juden, die ihm Vertrauen geschenkt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, 32und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. 33Sie antworteten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und nie jemandes Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? 34Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Jeder, der tut, was die Sünde will, ist ein Sklave der Sünde.

8,34
Röm 6,16
35Der Sklave aber bleibt nicht auf ewig im Haus, der Sohn bleibt auf ewig. 36Wenn also der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.
8,36
Gal 5,1

37Ich weiss, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort keinen Platz bei euch findet. 38Ich spreche von dem, was ich beim Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr vom Vater gehört habt.

8,38
3,1134
39Sie entgegneten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagt zu ihnen: Wärt ihr Abrahams Kinder, würdet ihr die Werke Abrahams tun. 40Nun aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan.
8,40
7,1
41Ihr tut die Werke eures eigentlichen Vaters. Da sagten sie zu ihm: Wir sind nicht aus Unzucht hervorgegangen; wir haben einen einzigen Vater, Gott. 42Jesus sagt zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, würdet ihr mich lieben. Denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Nicht von mir aus bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.
8,42
7,28
16,2730
17,8
43Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt.
8,43
12,39-40
44Ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt tun, was er begehrt.8,44 Die Aussage, dass die Gesprächspartner Jesu den Teufel zum Vater haben, ist eine der polemischsten Stellen des gesamten Neuen Testaments. Sie ist im Sinne des Evangeliums nach Johannes theologisch nur verständlich, wenn sie auf der Linie der in 12,31 und 16,11 folgenden Aussagen gelesen wird. Jener war ein Mörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er lügt, redet er aus dem Eigenen, denn ein Lügner ist er und der Vater der Lüge. 45Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46Wer von euch überführt mich der Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 47Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes; ihr hört nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.
8,47
10,27

48Die Juden entgegneten ihm: Sagen wir nicht zu Recht, dass du ein Samaritaner bist und einen Dämon hast?

8,48
7,20
49Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr nehmt mir die Ehre. 50Ich aber suche nicht meine Ehre; doch es ist einer, der sie sucht und der richtet. 51Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort bewahrt, wird in Ewigkeit den Tod nicht schauen. 52Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt haben wir erkannt, dass du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben, und auch die Propheten, und du sagst: Wer mein Wort bewahrt, wird den Tod in Ewigkeit nicht schmecken. 53Bist du etwa grösser als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Zu wem machst du dich?
8,53
4,12
54Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst verherrlichte, wäre meine Herrlichkeit nichts. Mein Vater ist es, der mich verherrlicht, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.
8,54
5,44
55Und ihr habt ihn nicht erkannt. Doch ich kenne ihn. Und wenn ich sagte: Ich kenne ihn nicht, wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.
8,55
1,18
7,29
17,25
Mt 11,27
56Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte. Und er sah ihn und freute sich. 57Da sagten die Juden zu ihm: Du bist keine fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? 58Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, war ich. 59Da hoben sie Steine auf, um sie nach ihm zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verliess den Tempel.

9

Heilung eines Blindgeborenen

91Und im Vorübergehen sah er einen Menschen, der blind geboren war. 2Und seine Jünger fragten ihn: Rabbi, wer hat gesündigt, er oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?

9,2
Ex 34,6-7
Ez 18,2
Lk 13,1-5
3Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden. 4Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
9,4
11,9
12,35
5Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
9,5
8,12

6Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und machte einen Brei aus dem Speichel und strich ihm den Brei auf die Augen 7und sagte zu ihm: Geh, wasche dich im Teich Schiloach! Schiloach heisst ‹der Gesandte›. Da ging er und wusch sich und kam sehend zurück.

8Die Nachbarn nun und die Leute, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der, der dasass und bettelte? 9Die einen sagten: Er ist es. Die anderen sagten: Nein, er sieht ihm bloss ähnlich. Er selbst sagte: Ich bin es. 10Da sagten sie zu ihm: Wie also sind deine Augen aufgetan worden? 11Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heisst, machte einen Brei und strich ihn mir auf die Augen und sagte zu mir: Geh zum Teich Schiloach und wasche dich. Da ging ich hin, wusch mich und konnte sehen. 12Und sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagt: Ich weiss es nicht.

13Sie führen ihn, den ehemals Blinden, zu den Pharisäern. 14Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen auftat. 15Die Pharisäer nun fragten ihn ebenfalls, wie er sehend geworden sei. Er sagte zu ihnen: Er bestrich meine Augen mit einem Brei, und ich wusch mich, und ich sehe. 16Da sagten einige von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es gab eine Spaltung unter ihnen.

9,16
7,23
9,16
3,2
17Da sagen sie wieder zu dem Blinden: Und du, was sagst du dazu, dass er dir die Augen aufgetan hat? Er sagte: Er ist ein Prophet.
9,17
4,19

18Die Juden nun wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern gesprochen hätten - die Eltern dessen, der sehend geworden war. 19Und sie fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wieso sieht er denn jetzt? 20Da entgegneten seine Eltern: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. 21Wieso er aber jetzt sieht, wissen wir nicht, und wer ihm die Augen aufgetan hat - wir wissen es nicht. Fragt doch ihn, er ist alt genug. Er kann selber über sich Auskunft geben. 22Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten. Denn die Juden waren schon übereingekommen, dass aus der Synagoge ausgeschlossen werde, wer ihn als Christus bekenne.

9,22
7,13
9,22
12,42
16,2
9,22
11,27
23Darum sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn.

24Da riefen sie den Menschen, der blind gewesen war, ein zweites Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. 25Jener antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiss ich nicht. Ich weiss bloss eines: Ich war blind, und jetzt sehe ich. 26Da sagten sie zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen aufgetan? 27Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht zugehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden? 28Und sie beschimpften ihn und sagten: Du bist einer seiner Jünger, wir aber sind Jünger des Mose. 29Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat. Von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist.

9,29
7,27
30Der Mensch entgegnete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat mir doch die Augen aufgetan. 31Wir wissen, dass Gott keine Sünder erhört; wer aber gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er.
9,31
11,22
9,31
Ps 66,18
32Von Ewigkeit her hat man nicht vernommen, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen aufgetan hat. 33Wäre dieser nicht von Gott, könnte er nichts tun.
9,33
3,2
34Sie entgegneten ihm: In Sünden bist du geboren, ganz und gar, und du willst uns lehren? Und sie stiessen ihn aus.
9,34
9,2

35Jesus hörte, dass sie ihn ausgestossen hatten; und als er ihn traf, sprach er: Glaubst du an den Menschensohn? 36Jener entgegnete: Sag mir, wer es ist, Herr, damit ich an ihn glauben kann! 37Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn gesehen. Der mit dir redet, der ist es.

9,37
4,26
38Er sagte: Ich glaube, Herr. Und er warf sich vor ihm nieder.

39Und Jesus sprach: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, dass die, die nicht sehen, sehend und die Sehenden blind werden.

9,39
12,40
Mk 4,12
40Das hörten einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sie sagten zu ihm: Sind etwa auch wir blind? 41Jesus sagte zu ihnen: Wärt ihr blind, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.