Zürcher Bibel (ZB)
32

Das künftige Reich der Gerechtigkeit

321Sieh, wie es der Gerechtigkeit entspricht,

wird ein König herrschen,

und wie es das Recht verlangt,

werden sie als Fürsten regieren.32,1-2 Möglich ist auch die Übersetzung: Wenn, wie es der ... entspricht, ein König herrscht, und sie, wie es das Recht verlangt, als Fürsten regieren, 2 dann wird jeder sein wie ein Schutz vor dem Wind ...

32,1
Jer 23,5

2Und jeder wird sein wie ein Schutz vor dem Wind

und wie ein Versteck vor dem Unwetter,

wie Wasserbäche in trockenem Land,

wie der Schatten eines mächtigen Felsens in lechzendem Land.

32,2
4,6

3Und die Augen der Sehenden werden nicht verklebt32,3 Die Übersetzung «werden nicht verklebt sein» beruht auf einer Umvokalisierung des Massoretischen Texts, der übersetzt «werden nicht sehen» lautet. sein,

und die Ohren der Hörenden werden aufmerksam sein.

32,3
6,10
32,3
29,18

4Und das Herz der Voreiligen wird begreifen, was rechte Erkenntnis ist,

und die Zunge der Stammler wird fliessend reden und deutlich.

32,4
29,23
32,4
35,6

5Der Tor wird nicht mehr edel genannt,

und vom Schurken wird nicht gesagt: ein Vornehmer.

32,5
5,20

6Denn der Tor redet Törichtes,

und Unheil bringt sein Herz:

Er handelt gottlos und redet Falsches über den Herrn,

die Kehle des Hungrigen lässt er leer,

und dem Durstigen verweigert er den Trank.

32,6-8
Mt 12,34
32,6
Mt 25,42

7Und der Schurke - seine Waffen sind böse,

er schmiedet Ränke,

um mit Lügenworten die Elenden zu verderben,

während der Arme redet, was recht ist.

32,7
Mi 2,1

8Der Edle aber plant Edles,

und auf Edlem wird er bestehen.

Über die sorglosen Frauen

9Ihr sorglosen Frauen,

auf, hört meine Stimme!

Vertrauensselige Töchter,

horcht auf das, was ich sage!

32,9
3,16

10Über Jahr und Tag werdet ihr zittern,

ihr Vertrauensseligen!

Denn mit der Weinlese ist es aus,

eine Ernte wird es nicht geben.

32,10
24,7

11Ihr Sorglosen, erbebt!

Zittert, ihr Vertrauensseligen!

Zieht euch aus und entblösst euch

und gürtet die Lenden!

32,11-12
Joel 1,7-8

12Klagend schlagen sie sich auf die Brust

der anmutigen Felder,

des fruchtbaren Weinstocks wegen,

13des Ackerbodens meines Volks wegen,

der aufgeht in Dornengestrüpp,

ja, all der Häuser wegen, in denen Freude herrschte,

in der frohlockenden Stadt!

32,13
5,6
32,13
22,2

14Denn verlassen liegt der Palast,

verebbt ist das Lärmen der Stadt;

als Höhle dienen Ofel32,14 Ofel war ein Stadtteil Jerusalems. und Wachturm, für immer,

eine Freude für die Wildesel,

eine Weide für die Herden,

32,14
24,10
32,14
2Chr 27,3

15bis über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe.

Dann wird die Wüste zum Baumgarten,

und der Karmel wird geachtet gleich dem Wald.32,15 Siehe die Anm. zu 29,17.

32,15
16,10
29,17
32,15
44,3
Ez 36,27
Joel 3,1

16Und das Recht wird in der Wüste wohnen,

und auf dem Karmel wird Gerechtigkeit sein.

17Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein

und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für immer.

32,17
54,14

18Und mein Volk wird an der Wohnstätte des Friedens weilen,

an sicheren Orten und sorgenfreien Ruheplätzen.

32,18
33,20
Jer 33,16
Ez 34,28

19Und beim Sturz des Waldes wird Hagel niedergehen,

und die Stadt wird in Niedrigkeit versinken.

32,19
10,33

20Wohl euch, die ihr an allen Wassern sät,

die ihr Rind und Esel freien Lauf lasst.

32,20
30,23

33

Der Herr ist Retter und König

331Wehe dir, Verwüster, der du selbst nicht verwüstet bist,

und dir, Betrüger, den man nicht betrogen hat!

Wenn du das Verwüsten beendet hast, wirst du verwüstet werden.

Wenn du aufgehört hast zu betrügen, wird man dich betrügen.

33,1
21,2
33,1
Hab 2,8
Mt 7,2

2Herr, sei uns gnädig,

auf dich hoffen wir!

Sei ihr Arm an jedem Morgen,

ja, unsere Hilfe in der Zeit der Not!

33,2
8,17

3Vor dem Getöse flüchten Völker,

wenn du dich erhebst, zerstreuen sich Nationen.

33,3
17,13

4Und eure Beute wird eingesammelt,

wie die Heuschrecke einsammelt,

wie der Überfall der Heuschreckenschwärme

fällt man darüber her.

5Erhaben ist der Herr,

er wohnt in der Höhe,

mit Recht und Gerechtigkeit

hat er Zion gefüllt.

33,5
Ps 97,9

6Dann wirst du sichere Zeiten haben.

Ein Vorrat an Hilfe sind Weisheit und Erkenntnis,

die Furcht des Herrn, sie ist sein Schatz.

33,6
11,9

7Sieh, draussen schreien verzweifelt die Helden33,7 Die Übersetzung «Helden» beruht auf mehreren alten Handschriften. Beim schwierigen Wort im Massoretischen Text handelt es sich möglicherweise um eine Bezeichnung für die Bewohner von Ariel/Jerusalem.,

bitterlich weinen die Friedensboten.

33,7
29,2
33,7
22,4

8Verödet sind die Strassen,

niemand zieht mehr des Wegs.

Man hat den Bund gebrochen,

die Städte hat man verworfen,

den Menschen achtet man nicht.

33,8
Ri 5,6

9Man trauert, das Land ist ausgetrocknet,

beschämt ist der Libanon, verwelkt.

Wie die Araba ist die Ebene von Scharon geworden,

und der Baschan und der Karmel werfen ihr Laub ab.

33,9
24,4
33,9
65,10
33,9
Am 1,2
Nah 1,4

10Nun werde ich aufstehen, spricht der Herr,

nun mich aufrichten,

nun mich erheben.

33,10
Ps 12,6
76,10
82,8
94,2

11Mit dürrem Gras geht ihr schwanger,

Stoppeln werdet ihr gebären,

euer Schnauben ist ein Feuer, das euch verzehren wird.

33,11
59,4
Hiob 15,35
Ps 7,15

12Und Völker werden verbrannt zu Kalk,

abgehauene Dornen, die man im Feuer verbrennt.

33,12
9,17

13Ihr in der Ferne, hört, was ich getan habe,

und ihr in der Nähe, erkennt meine Kraft!

33,13
52,10

14In Zion sind die Sünder erschrocken,

Zittern hat die Gottlosen ergriffen:

Wer von uns könnte sich aufhalten bei dem verzehrenden Feuer?

Wer von uns könnte sich aufhalten bei den ewigen Gluten?

33,14
30,33

15Wer gerecht lebt

und aufrichtig redet,

wer erpressten Gewinn verwirft,

wer mit seinen Händen abwehrt und keine Bestechung annimmt,

wer sein Ohr verstopft, damit er nichts hört von Blutschuld,

und wer seine Augen verschliesst, damit er nichts Böses sieht,

33,15
Ps 15,2
24,3-5
33,15
Ex 23,8
Ps 15,5

16der wird auf Höhen wohnen.

Schutzburgen in den Felsen sind seine Zuflucht,

sein Brot wird ihm gereicht,

sein Wasser versiegt nicht.

33,16
Dtn 33,29
Ps 62,8

17Deine Augen werden den König in seiner Schönheit schauen,

ein weites Land werden sie sehen.

33,17
26,15

18Dein Herz wird an den Schrecken denken:

Wo ist, der zählte? Wo der, der wog?

Wo ist, der die Türme zählte?

19Das freche Volk wirst du nicht sehen,

das Volk mit einer Sprache, so unverständlich, dass man sie nicht hören kann,

mit stammelnder Zunge, nicht zu verstehen.

33,19
28,11

20Schau auf Zion,

die Stadt unserer Feste,

deine Augen werden Jerusalem sehen, die sorgenfreie Wohnstatt,

das Zelt, das man nicht abbricht,

nie werden seine Pflöcke herausgerissen,

und keiner seiner Stricke wird zerrissen.

33,20
Ps 48,14
128,5
33,20
32,18

21Dort ist ein Mächtiger für uns da, der Herr!

Es ist ein Ort mit Flüssen, breiten Strömen,

kein Ruderschiff fährt darauf,

und kein protzendes Schiff zieht dahin.

22Der Herr ist unser Richter,

der Herr führt uns,

der Herr ist unser König,

er hilft uns!

33,22
Ps 50,6
33,22
24,23

23Schlaff sind deine Taue,

das Gestell ihres Mastbaums können sie nicht halten,

die Flagge haben sie nicht entrollt.

Dann wird viel Raubgut aufgeteilt,

Lahme haben Beute erbeutet.

33,23
Ps 68,13
33,23
24,23

24Und kein Einwohner wird sagen: Ich leide.

Dem Volk, das darin wohnt, ist die Schuld vergeben.

33,24
Joel 4,10
Sach 12,8
33,24
44,22

34

Edom wird der Vernichtung geweiht

341Kommt her, ihr Nationen, und hört,

und ihr Völker, gebt acht!

Es höre die Erde und was sie erfüllt,

der Erdkreis und alles, was auf ihm wächst.

34,1
Ps 49,2

2Denn der Herr ist zornig über alle Nationen

und wütend über ihr ganzes Heer;

er hat sie der Vernichtung geweiht,

hat sie zur Schlachtung freigegeben.

34,2
63,6
Jer 25,15
Zef 3,8
34,2
66,16
Jer 25,31

3Dann werden ihre Erschlagenen hingeworfen,

und ihre Leichen - ihr Gestank wird aufsteigen,

und die Berge werden aufgeweicht sein von ihrem Blut.

34,3
14,19
Ez 32,5-6
Nah 3,3
Joel 2,20

4Und das ganze Heer des Himmels verfault,

und wie eine Schriftrolle rollt sich der Himmel zusammen,

und sein ganzes Heer verwelkt,

wie das Blatt am Weinstock verwelkt

und wie welkes Laub am Feigenbaum.

34,4
Hebr 1,12
Offb 6,14

5Denn trunken ist im Himmel mein Schwert,

sieh, auf Edom fährt es nieder,

auf das Volk, das ich der Vernichtung geweiht habe, zum Gericht;

34,5-17
Jer 49,7-22
34,5-6
Dtn 32,42
Jer 46,10
Zef 1,7

6ein Schwert des Herrn, blutverschmiert, triefend vom Fett,

vom Blut der Lämmer und der Böcke,

vom Nierenfett der Widder,

denn ein Schlachtopfer veranstaltet der Herr in Bozra,

ein grosses Schlachtfest im Land Edom.

34,6
63,1

7Und mit ihnen werden Wildstiere fallen

und junge Bullen gemeinsam mit starken Stieren,

und mit Blut wird ihr Land getränkt,

und mit Fett wird ihre Erde gedüngt.

34,7
Jer 50,27
34,7
Ez 39,18

8Denn es ist ein Tag der Rache des Herrn,

ein Jahr der Vergeltung für den Streit um Zion.

34,8
35,4
47,3
61,2
63,4

9Und seine34,9 Mit ‹seine Flusstäler› sind die Flusstäler Edoms gemeint. Flusstäler verwandeln sich in Pech

und seine Erde in Schwefel,

und sein Land wird zu brennendem Pech.

34,9
Gen 19,24

10Nacht und Tag wird es nicht erlöschen,

sein Rauch steigt auf für immer,

von Generation zu Generation wird es in Trümmern liegen,

nie mehr wird man es durchstreifen.

34,10
Offb 14,11
19,3
34,10
Jer 49,18
50,40

11Und Eule und Igel nehmen es in Besitz,

und Ibis und Rabe hausen darin,

und die Messschnur der Verödung spannt er darüber aus

und das Senkblei der Leere.

34,11
14,23

12Seine Edlen: Dort ruft man kein Königtum aus,

und alle seine Fürsten sind am Ende.

13Und in seinen Palästen werden Dornen aufspriessen,

Unkraut und Dornensträucher in seinen befestigten Städten,

und es wird eine Wohnstatt für Schakale sein,

eine Wiese für junge Strausse.

34,13
5,6

14Und Wüstentiere werden auf Wildhunde treffen,

und Bocksgeister begegnen einander,

nur Lilit34,14 Lilit ist eine nichtisraelitische Dämonin. kann dort noch verweilen

und eine Stätte der Ruhe finden für sich.

34,14
Zef 2,14
34,14
13,22
34,14
2Kön 21,13

15Dort baut die Schlange34,15 Statt «Schlange» ist möglicherweise «Wüstenhuhn» zu übersetzen. ihr Nest und legt Eier

und brütet sie in ihrem Schatten aus,

dort können nur Raubvögel sich noch versammeln

und sich ihr Stelldichein geben.

16Forscht nach im Buch des Herrn und lest:

Nichts von dem bleibt aus,

eines muss das andere nicht suchen,

denn sein Mund hat es geboten,

und sein Geist, er hat all das angesammelt.

17Und er hat das Los für sie geworfen,

und mit der Messschnur hat seine Hand es ihnen zugeteilt,

sie werden es besitzen für immer,

von Generation zu Generation werden sie darin wohnen.

34,17
60,21
Joel 4,20
Ez 37,25

Diese Webseite benutzt Cookies für ein verbessertes Nutzungserlebnis. Mehr Informationen[X]