Zürcher Bibel (ZB)
1

Die Erschaffung der Welt

11Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

1,1
2Kön 19,15
2Chr 2,11
1,1
Joh 1,1

2Und die Erde war wüst und öde, und Finsternis lag auf der Urflut, und der Geist Gottes bewegte sich über dem Wasser.

1,2
Jer 4,23
1,2
Ps 104,6
2Petr 3,5
3Da sprach Gott: Es werde Licht! Und es wurde Licht.
1,3
Ps 33,9
Hebr 11,3
1,3
Jes 45,7
2Kor 4,6
4Und Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott schied das Licht von der Finsternis.
1,4
Hiob 26,10
5Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag.

6Und Gott sprach: Es werde eine Feste inmitten des Wassers, und sie scheide Wasser von Wasser. 7Und Gott machte die Feste und schied das Wasser unter der Feste vom Wasser über der Feste. Und so geschah es.

1,7
Ps 19,2
Ps 148,4
8Und Gott nannte die Feste Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.
1,8
Ps 136,5

9Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einen Ort, dass das Trockene sichtbar werde. Und so geschah es.

1,9
Hiob 38,8-11Ps 24,2
10Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war.
1,10
Joel 1,9
11Und Gott sprach: Die Erde lasse junges Grün sprossen: Kraut, das Samen trägt, und Fruchtbäume, die Früchte tragen auf der Erde nach ihrer Art, in denen ihr Same ist. Und so geschah es.
1,11
Jes 61,11
12Und die Erde brachte junges Grün hervor: Kraut, das Samen trägt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist, je nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.
1,12
Ps 104,14
13Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag.

14Und Gott sprach: Es sollen Lichter werden an der Feste des Himmels, um den Tag von der Nacht zu scheiden, und sie sollen Zeichen sein für Festzeiten, für Tage und Jahre,

1,14
Jes 40,26
1,14
Ps 104,19
15und sie sollen Lichter sein an der Feste des Himmels, um auf die Erde zu leuchten. Und so geschah es. 16Und Gott machte die zwei grossen Lichter, das grössere Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht, und auch die Sterne.
1,16
Ps 74,16
1,16
Ps 136,9
Jer 31,35
17Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, damit sie auf die Erde leuchten, 18über den Tag und die Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. 19Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag.

20Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigen Wesen, und Vögel sollen fliegen über der Erde an der Feste des Himmels.

1,20
Ps 104,25
21Und Gott schuf die grossen Seetiere und alle Lebewesen, die sich regen, von denen das Wasser wimmelt, nach ihren Arten und alle geflügelten Tiere nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war.
1,21
Ps 74,13
Ps 148,7
1,21
2,19
22Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf der Erde.
1,22
8,17
23Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag.

24Und Gott sprach: Die Erde bringe Lebewesen hervor nach ihren Arten: Vieh, Kriechtiere und Wildtiere, je nach ihren Arten. Und so geschah es. 25Und Gott machte die Wildtiere nach ihren Arten, das Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere auf dem Erdboden, nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war. 26Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich. Und sie sollen herrschen über die Fische des Meers und über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen.

1,26
11,7
1,26
9,2
Ps 8,7
27Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
1,27
2,7
1,27
5,1-2
9,6
1Kor 11,7
1,27
Mt 19,4
28Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie untertan, und herrscht über die Fische des Meers und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen.
1,28
6,1
9,17
47,27
Ex 1,7
1,28
Ps 8,7-9
29Und Gott sprach: Seht, ich gebe euch alles Kraut auf der ganzen Erde, das Samen trägt, und alle Bäume, an denen samentragende Früchte sind. Das wird eure Nahrung sein.
1,29-30
6,21
1,29
2,16
9,3
Ps 104,14
1,29
9,4
30Und allen Wildtieren und allen Vögeln des Himmels und allen Kriechtieren auf der Erde, allem, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alles grüne Kraut zur Nahrung. Und so geschah es. 31Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.
1,31
1Tim 4,4
1,31
2,3

2

21Und so wurden vollendet Himmel und Erde und ihr ganzes Heer.

2,1
Neh 9,6
2Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte.
2,2
Hebr 4,4
3Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte Gott von all seinem Werk, das er durch sein Tun geschaffen hatte.
2,3
1,31
Ex 20,11

4aDies ist die Geschichte der Entstehung von Himmel und Erde, als sie geschaffen wurden.

2,4
1,1

Der Mensch im Garten Eden

4bZur Zeit, als der Herr, Gott, Erde und Himmel machte 5und es noch kein Gesträuch des Feldes gab auf der Erde und noch kein Feldkraut wuchs, weil der Herr, Gott, noch nicht hatte regnen lassen auf die Erde und noch kein Mensch da war, um den Erdboden zu bebauen, 6als noch ein Wasserschwall hervorbrach aus der Erde und den ganzen Erdboden tränkte, -

2,6
7,11
2,6
Ps 135,7
7da bildete der Herr, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies Lebensatem in seine Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.2,7 Im Hebräischen klingen die Worte für Mensch (‹adam›) und für Erdboden (‹adama›) sehr ähnlich.
2,7
1,27
2,7
3,19
2,7
7,22
Ez 37,5
2,7
1Kor 15,45

8Dann pflanzte der Herr, Gott, einen Garten in Eden im Osten, und dort hinein setzte er den Menschen, den er gebildet hatte.

2,8
13,10
2,8
3,23
Ez 28,13Joel 2,3
9Und der Herr, Gott, liess aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
2,9
3,22
Offb 2,7
2,9
3,5
10Und in Eden entspringt ein Strom, um den Garten zu bewässern, und von da aus teilt er sich in vier Arme. 11Der eine heisst Pischon. Das ist jener, der das ganze Land Chawila umfliesst, wo es Gold gibt, 12und das Gold jenes Landes ist kostbar. Dort gibt es Bdellionharz und Karneolstein.
2,12
Ex 25,7
13Und der zweite Fluss heisst Gichon. Das ist jener, der das ganze Land Kusch umfliesst.
2,13
10,6-8
14Und der dritte Fluss heisst Chiddekel. Das ist jener, der östlich von Assur fliesst. Und der vierte Fluss, das ist der Eufrat.
2,14
Dan 10,4
2,14
15,18

15Und der Herr, Gott, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaute und bewahrte.

2,15
4,2
16Und der Herr, Gott, gebot dem Menschen und sprach: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen.
2,16
1,29
17Vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aber, von dem darfst du nicht essen, denn sobald du davon isst, musst du sterben.
2,17
3,3
Röm 5,12

18Und der Herr, Gott, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, ihm gemäss.

2,18
Koh 4,9
19Da bildete der Herr, Gott, aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde, und ganz wie der Mensch als lebendiges Wesen sie nennen würde, so sollten sie heissen. 20Und der Mensch gab allem Vieh und den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen. Für den Menschen aber fand er keine Hilfe, die ihm gemäss war. 21Da liess der Herr, Gott, einen Tiefschlaf auf den Menschen fallen, und dieser schlief ein. Und er nahm eine von seinen Rippen heraus und schloss die Stelle mit Fleisch. 22Und der Herr, Gott, machte aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
2,22
1Tim 2,13
23Da sprach der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese soll Frau heissen, denn vom Mann ist sie genommen.2,23 Im hebräischen Text liegt ein Wortspiel vor: Die Worte für Frau (‹ischscha›) und für Mann (‹isch›) klingen sehr ähnlich.
2,23
29,14
2,23
1Kor 11,8
24Darum verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und hängt an seiner Frau, und sie werden ein Fleisch.
2,24
1Kor 6,16
2,24
Mt 19,5
Eph 5,31
25Und die beiden, der Mensch und seine Frau, waren nackt, und sie schämten sich nicht voreinander.
2,25
3,7

3

Der Sündenfall

31Die Schlange aber war listiger als alle Tiere des Feldes, die der Herr, Gott, gemacht hatte, und sie sprach zur Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen3,1 Möglich ist auch die Übersetzung: «...: Ihr dürft nicht von allen Bäumen des Gartens essen!»?

3,1
Offb 12,9
2Und die Frau sprach zur Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen. 3Nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: Ihr dürft nicht davon essen, und ihr dürft sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt.
3,3
2,17
4Da sprach die Schlange zur Frau: Mitnichten werdet ihr sterben.
3,4
Joh 8,44
3,4
2Kor 11,3
5Sondern Gott weiss, dass euch die Augen aufgehen werden und dass ihr wie Gott sein und Gut und Böse erkennen werdet, sobald ihr davon esst.
3,5
Jes 14,14
Ez 28,2
3,5
2,9
6Da sah die Frau, dass es gut wäre, von dem Baum zu essen, und dass er eine Lust für die Augen war und dass der Baum begehrenswert war, weil er wissend machte, und sie nahm von seiner Frucht und ass. Und sie gab auch ihrem Mann, der mit ihr war, und er ass.
3,6
Jos 7,21
3,6
1Tim 2,14
7Da gingen den beiden die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Und sie flochten Feigenblätter und machten sich Schurze.
3,7
2,25

8Und sie hörten die Schritte des Herrn, Gottes, wie er beim Abendwind im Garten wandelte. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Herrn, Gott, unter den Bäumen des Gartens.

3,8
Hiob 31,33
3,8
Jer 23,24
9Aber der Herr, Gott, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?
3,9
4,9
10Da sprach er: Ich habe deine Schritte im Garten gehört. Da fürchtete ich mich, weil ich nackt bin, und verbarg mich. 11Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? 12Und der Mensch sprach: Die Frau, die du mir zugesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben. Da habe ich gegessen. 13Da sprach der Herr, Gott, zur Frau: Was hast du da getan! Und die Frau sprach: Die Schlange hat mich getäuscht. Da habe ich gegessen.
3,13
4,10
1Sam 13,11
Joel 1,10
14Da sprach der Herr, Gott, zur Schlange: Weil du das getan hast:

Verflucht bist du vor allem Vieh

und vor allen Tieren des Feldes.

Auf deinem Bauch wirst du kriechen,

und Staub wirst du fressen dein Leben lang.

3,14
Jes 65,25
Mi 7,17

15Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau,

zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs:

Er wird dir den Kopf zertreten,

und du wirst ihm nach der Ferse schnappen.

3,15
Offb 12,17

16Zur Frau sprach er:

Ich mache dir viel Beschwerden und lasse deine Schwangerschaften zahlreich sein,

mit Schmerzen wirst du Kinder gebären.

Nach deinem Mann wirst du verlangen,

und er wird über dich herrschen.

3,16
35,16
1Chr 4,9
3,16
1Tim 2,12

17Und zum Menschen sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten hatte: Du sollst nicht davon essen!:

Verflucht ist der Erdboden um deinetwillen,

mit Mühsal wirst du dich von ihm nähren dein Leben lang.

3,17
5,29
3,17
Hiob 5,7

18Dornen und Disteln wird er dir tragen,

und das Kraut des Feldes wirst du essen.

3,18
Hiob 31,40
Jes 7,23-24

19Im Schweiss deines Angesichts

wirst du dein Brot essen,

bis du zum Erdboden zurückkehrst,

denn von ihm bist du genommen.

Denn Staub bist du,

und zum Staub kehrst du zurück.

3,19
3,23
2,7
Koh 3,20
Ps 90,3
3,19
5,5

20Und der Mensch nannte seine Frau Eva, denn sie wurde die Mutter allen Lebens.3,20 Die hebräische Namensform für Eva lautet ‹Chawwa›, worin man im hebräischen Text wohl einen Anklang an ‹leben› hörte. 21Und der Herr, Gott, machte dem Menschen und seiner Frau Röcke aus Fell und legte sie ihnen um.

22Und der Herr, Gott, sprach: Sieh, der Mensch ist geworden wie unsereiner, dass er Gut und Böse erkennt. Dass er nun aber nicht seine Hand ausstrecke und auch noch vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe!

3,22
2,9
23So schickte ihn der Herr, Gott, aus dem Garten Eden fort, dass er den Erdboden bebaue, von dem er genommen war.
3,23
4,2
3,23
3,19
24Und er vertrieb den Menschen und liess östlich vom Garten Eden die Kerubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwerts, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.