Zürcher Bibel (ZB)
9

Erinnerung an das Versprechen der Gemeinde

91Was die Hilfe für die Heiligen betrifft - euch darüber zu schreiben, erübrigt sich eigentlich.

9,1
9,12-13
8,4
2Denn ich kenne euren guten Willen, den ich vor den Makedoniern auch rühme: Die Achaia ist seit letztem Jahr gerüstet. Und euer Eifer hat die meisten angespornt. 3Ich habe aber die Brüder geschickt, damit unser Stolz auf euch in dieser Sache nicht zunichte werde, damit ihr, wie gesagt, gerüstet seid. 4Es soll nicht geschehen, dass wir - oder soll ich sagen: ihr - in solcher Zuversicht beschämt dastehen, wenn die Makedonier mit mir kommen und euch unvorbereitet finden. 5Ich hielt es deshalb für angebracht, die Brüder zu bitten, mir vorauszureisen und die von euch versprochene Gabe im Voraus bereitzustellen, damit sie bereitliege als eine Gabe des Segens und nicht des Krämergeistes.

Empfangen und Geben

6Dies aber bedenkt: Wer spärlich sät, wird auch spärlich ernten, und wer im Zeichen des Segens sät, wird auch im Zeichen des Segens ernten. 7Jeder aber gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, ohne Bedauern und ohne Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

9,7
Dtn 15,10
8Gott aber lässt euch all seine Gnade reichlich zukommen, damit ihr allezeit mit allem reich versorgt seid und darüber hinaus noch Mittel habt zu jedem guten Werk, 9wie geschrieben steht:

Er hat ausgestreut und hat den Armen gegeben,

seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.

9,9
Ps 112,9

10Der aber dem Säenden Samen gibt und Brot zur Speise, der wird auch euch das Saatgut geben in reichem Masse und die Frucht eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.

9,10
Jes 55,10

Der Sinn der Kollekte

11In allem seid ihr reich, und in allem zeigt sich ganz selbstverständlich eure Güte, die bewirkt, dass, durch unsere Vermittlung, Gott gedankt wird.

9,11
1Kor 1,5
9,11
8,2
12Denn die Ausübung dieses Dienstes gleicht nicht nur den Mangel der Heiligen aus, sie bewirkt auch, dass Gott über die Massen gedankt wird. 13Weil ihr euch in diesem Dienst bewährt, preisen sie Gott für den Gehorsam, mit dem ihr euch zum Evangelium von Christus bekennt, und für die Selbstlosigkeit, mit der ihr an ihnen und an allen Anteil nehmt. 14In ihrem Gebet für euch bezeugen sie ihre Sehnsucht nach euch angesichts der überfliessenden Gnade, die Gott euch zukommen liess. 15Dank sei Gott für seine unbeschreiblich grosse Gabe.

10

Eine Kampfansage

101Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Freundlichkeit Christi, ich, der ich, wenn ich vor euch stehe, demütig bin, wenn ich aber weg bin, euch die Stirn biete,

10,1
10,10
2und ich bitte euch: Zwingt mich nicht, wenn ich da bin, so entschieden aufzutreten, wie ich gegen einige Leute vorzugehen gedenke, die meinen, wir führten unser Leben nach dem Fleisch.
10,2
Röm 8,4
3Wir führen zwar unser Leben im Fleisch, unseren Kampf aber führen wir nicht nach dem Fleisch. 4Denn die Waffen, die wir auf unserem Feldzug mitführen, sind nicht irdisch, sondern dienen Gott dazu, Bollwerke niederzureissen. Ja, grossartige Gedankengebäude reissen wir nieder, 5alles Hochragende, das sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und alles Denken führen wir dem Gehorsam Christi zu. 6Wir sind bereit, jeden Ungehorsam zu bestrafen, wenn bloss euer Gehorsam vollkommen wird.

Umstrittene Vollmacht

7Schaut auf das, was vor Augen liegt!10,7 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «Ihr seht auf das, was vor Augen liegt? ...» Wenn jemand die Gewissheit hat, Christus anzugehören, dann möge er doch zugleich bedenken, dass, wie er, so auch wir Christus angehören. 8Ja, auch wenn ich mich darüber hinaus noch der Vollmacht rühmen wollte, die uns der Herr gegeben hat - die Vollmacht, euch aufzurichten, nicht euch zu zerstören -, so würde ich mich gleichwohl nicht schämen müssen.

10,8
11,161830
10,8
13,10
12,19
9Ich möchte ja nicht den Anschein erwecken, als wollte ich euch mit meinen Briefen einschüchtern. 10Gewiss - seine Briefe, heisst es, sind gewichtig und voller Kraft, sein persönliches Auftreten aber ist schwach, und seine Rede taugt nichts.
10,10
10,1
10,10
1Kor 2,3
10,10
11,6
11Wer das sagt, soll bedenken: Was wir durch das geschriebene Wort vermögen, wenn wir fern sind, das vermögen wir durch die Tat, wenn wir da sind.
10,11
12,20
13,210

Das Mass des Rühmens

12Wir nehmen uns allerdings nicht heraus, uns zu denen zu zählen oder uns mit denen zu vergleichen, die sich selbst anpreisen;10,12-13 Andere Textüberlieferung: ..., die sich selbst anpreisen. Sie sind jedoch ganz unverständig, da sie sich nur mit sich selbst messen und mit sich selbst vergleichen. 13 Wir aber werden ... nein, wir messen uns nur mit uns und vergleichen uns nur mit uns selbst.

10,12
5,12
13Wir werden uns nicht masslos rühmen, sondern nach dem Mass des Wirkungsfeldes, das Gott uns als Mass zugewiesen hat:10,13 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «..., sondern nach dem Mass des Massstabs, den Gott uns als Mass zugewiesen hat: ...» dass wir nämlich bis zu euch gelangt sind.
10,13
10,8
14Wir überschätzen uns nicht - das täten wir, wenn wir nicht bis zu euch gelangt wären; wir sind aber auch bis zu euch vorgedrungen, mit dem Evangelium von Christus. 15Nicht masslos rühmen wir uns, nicht für die Arbeit anderer; wir haben aber die Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, bei euch dereinst im Rahmen unseres Wirkungsfeldes10,15 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «..., bei euch dereinst nach unserem Massstab ...» über die Massen dafür gepriesen zu werden,
10,15
10,13
16dass wir das Evangelium an noch ferneren Orten verkündigt haben, nicht uns zu rühmen, es im Wirkungsfeld anderer10,16 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «..., es nach einem fremden Massstab an schon ...» an schon bestellten Orten verkündigt zu haben. 17Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn.
10,17
1Kor 1,31Jer 9,23
18Nicht wer sich selbst empfiehlt, gilt als bewährt, sondern wen der Herr empfiehlt.
10,18
5,12

11

Einstimmung auf die Narrenrede

111Würdet ihr doch ein wenig Unverstand an mir ertragen! Aber das tut ihr ja.

11,1
11,1721
11,1116
2Mit göttlichem Eifer werbe ich um euch. Denn mit einem einzigen Mann habe ich euch verlobt, um euch ihm, dem Christus, als reine Jungfrau zuzuführen. 3Ich fürchte aber, eure Gedanken könnten abgelenkt werden von der ungeteilten Hinwendung zu Christus,11,3 Andere Textüberlieferung: «... von der ungeteilten Hinwendung zu Christus und der Heiligkeit in ihm, so wie ...» so wie es der Schlange gelang, Eva mit ihrer List zu betrügen.
11,3
Gen 3,13
4Denn wenn einer daherkommt und euch einen anderen Jesus verkündigt, als wir verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, als ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, als ihr angenommen habt, so nehmt ihr das ohne weiteres hin!
11,4
Gal 1,6-9

5Ich meine doch, dass ich den ‹Überaposteln› in nichts nachstehe.

11,5
12,11
6Bin ich auch in der Redekunst ein Laie, so doch nicht in der Erkenntnis; wir haben sie ja euch gegenüber allenthalben aufscheinen lassen.
11,6
10,10
1Kor 2,1-4

7Oder habe ich einen Fehler gemacht, als ich mich erniedrigte, damit ihr erhöht würdet, indem ich euch das Evangelium Gottes verkündigte, ohne Entgelt zu fordern?

11,7
1Kor 9,1218
11,7
1Thess 2,2
8Andere Gemeinden habe ich geplündert; Geld habe ich von ihnen genommen, um euch dienen zu können. 9Doch bei euch bin ich, auch wenn ich Mangel litt, niemandem zur Last gefallen. Für das, was ich zu wenig hatte, sind die Brüder, die von Makedonien kamen, aufgekommen; euch keinerlei Umstände zu machen, daran lag mir, und daran wird mir auch weiterhin liegen.
11,9
12,13
1Kor 9,12-15
10Bei der Wahrheit Christi, die in mir ist: Die Ausbreitung dieses Ruhmes wird in den Gebieten der Achaia niemand verhindern können. 11Warum verhalte ich mich so?11,11 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «Weshalb habe ich solche Rücksicht auf euch genommen? ...» Etwa weil ich euch nicht liebe? Gott weiss es.

12Was ich tue, das werde ich auch künftig tun, um denen keinen Anlass zur Kritik zu geben, die einen Anlass suchen. Worauf sie stolz sind, das soll sich bei ihnen finden lassen, so wie bei uns. 13Denn Leute dieses Schlages sind falsche Apostel, hinterhältige Gesellen, die sich als Apostel Christi tarnen.

11,13
11,5Gal 2,4
Mt 7,15
14Doch das ist kein Wunder, tarnt sich ja der Satan selbst als Engel des Lichts. 15Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich tarnen, als wären sie Diener der Gerechtigkeit; ihr Ende wird ihren Taten entsprechen.
11,15
Röm 2,6

Das Eigenlob des Apostels

16Ich sage es noch einmal: Niemand soll mich für einen Narren halten! Wenn aber doch, dann nehmt mich an wie einen Narren, damit auch ich mich ein wenig rühmen kann.

11,16
11,19
12,611
11,1
11,16
11,30
17Was ich jetzt sage, das sage ich nicht im Sinne des Herrn, sondern in der Rolle des Narren rede ich, bei diesem Unterfangen, da es ums Rühmen geht.11,17 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «... rede ich - das Rühmen soll jetzt verwirklicht werden!» 18Weil so viele sich im Sinne der Welt rühmen, werde auch ich mich rühmen.
11,18
Gal 6,13
11,18
Phil 3,4
19Ihr lasst euch ja die Narren gern gefallen, ihr klugen Leute.
11,19
11,16
20Ihr nehmt es hin, wenn jemand euch knechtet, euch auffrisst, euch ausnützt, sich über euch erhebt, euch ins Gesicht schlägt. 21Ja, zu meiner Schande sei’s gesagt: Dazu waren wir zu schwach.

Worauf sich einer beruft - ich rede als Narr -, darauf kann auch ich mich berufen.

11,21
10,1011,1
22Hebräer sind sie? Ich auch. Israeliten sind sie? Ich auch. Nachkommen Abrahams sind sie? Ich auch.
11,22
Phil 3,5
11,22
Röm 11,1
23Diener Christi sind sie? Bar jeglicher Vernunft sage ich: Ich bin’s weit mehr! Mehr Mühsal, mehr Gefangenschaft, unzählige Schläge, oft in Todesgefahr!
11,23-27
1Kor 4,11-13
11,23
6,4
11,23
11,1
11,23
11,5
24Von den Juden erhielt ich fünfmal die ‹Vierzig-weniger-einen›.11,24 Der Ausdruck ‹Vierzig-weniger-einen› bezeichnet die im synagogalen Recht vorgesehene Geisselung mit 39 Schlägen.
11,24
Dtn 25,3
25Dreimal bekam ich die Prügelstrafe, einmal wurde ich gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf offener See.
11,25
Apg 16,22
11,25
Apg 14,19
26Oft war ich auf Reisen, oft war ich Gefahren ausgesetzt durch Flüsse, durch Wegelagerer, durch Volksgenossen und Fremde; in der Stadt, in der Einöde, auf dem Meer, durch falsche Brüder. 27Es gab Mühsal und Plage, ich ertrug viele durchwachte Nächte, Hunger und Durst, häufiges Fasten, Kälte und Blösse.

28Und abgesehen davon: der tägliche Andrang zu mir, die Sorge um alle Gemeinden. 29Wer ist schwach, und ich bin es nicht auch? Wer kommt zu Fall, und ich bin nicht in heller Aufregung?

30Wenn schon gerühmt werden muss, dann werde ich mich all dessen rühmen, was aus meiner Schwachheit kommt.

11,30
11,1618
12,5-69
31Gott, der Vater des Herrn Jesus, er weiss - gelobt sei er in Ewigkeit -, dass ich nicht lüge. 32In Damaskus liess der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaskener bewachen, um meiner habhaft zu werden;
11,32-33
Apg 9,23-25
33doch ich wurde durch ein Fenster in einem Korb über die Mauer hinabgelassen und entkam so seinen Händen.

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