Zürcher Bibel (ZB)
5

51Einen älteren Mann sollst du nicht anfahren, sondern ihn ermahnen wie einen Vater, jüngeren Männern aber begegne wie Brüdern, 2älteren Frauen wie Müttern, jüngeren wie Schwestern, in aller Lauterkeit.

Der Stand der Witwen

3Unterstütze die Witwen, die alleinstehend sind.5,3 Der griechische Text ist äusserst knapp formuliert: «Unterstütze die Witwen, die wirklich Witwen sind.» Die Übersetzung richtet sich, wie in V. 16, nach dem aus dem gesamten Abschnitt zu erschliessenden Sachverhalt. 4Wenn eine Witwe aber Kinder oder Enkel hat, sollen diese zuerst lernen, für das eigene Haus gewissenhaft zu sorgen und der älteren Generation Empfangenes zu vergelten. So nämlich gefällt es Gott. 5Die Witwe aber, die ganz allein dasteht und niemanden mehr hat, die hat ihre ganze Hoffnung auf Gott gesetzt und verharrt Tag und Nacht in Fürbitte und Gebet.

5,5
Lk 2,37
6Die aber, die es sich gut gehen lässt, ist lebendig tot. 7Das schärfe ihnen ein, damit sie unbescholten seien. 8Wer aber nicht für die Seinen, ja nicht einmal für die eigenen Hausgenossen zu sorgen weiss, der hat den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.

9Das Witwenamt sollst du nur einer Frau übertragen, die über sechzig Jahre alt ist, nur mit einem Mann verheiratet war 10und sich durch gute Werke ausgezeichnet hat, sei es, dass sie Kinder aufgezogen, die Gastfreundschaft gepflegt, den Heiligen die Füsse gewaschen und sich um die Bedrängten gekümmert hat oder ganz allgemein guten Werken nachgegangen ist.

5,10
2,10
5,10
Lk 7,44
Joh 13,14-15
11Jüngere Witwen aber weise ab! Wenn nämlich ihre Sinneslust sie Christus abspenstig macht, wollen sie heiraten 12und ziehen sich so das Urteil zu, die erste Treue gebrochen zu haben. 13Zugleich gewöhnen sie sich daran, müssig von Haus zu Haus zu ziehen - und nicht nur müssig sind sie, nein, auch geschwätzig und vorlaut und reden lauter unnützes Zeug.

14Darum will ich, dass die jüngeren heiraten, Kinder gebären, ihren Haushalt führen und dem Widersacher keinen Anlass zu übler Nachrede geben.

5,14
1Kor 7,8-939-40
15Denn schon manche haben sich abgewandt und folgen nun dem Satan. 16Wenn eine gläubige Frau Witwen in ihrer Familie hat, dann soll sie sich um sie kümmern; die Gemeinde soll nicht belastet werden, damit sie sich um die alleinstehenden Witwen kümmern kann.

Anweisungen für die Ältesten

17Die Ältesten, die ihr Amt gut versehen, seien doppelter Anerkennung wert,5,17 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «..., seien doppelter Entlöhnung wert, ...» besonders die, die in Verkündigung und Lehre ihr Bestes geben. 18Denn die Schrift sagt: Dem Ochsen, der da drischt, sollst du das Maul nicht zubinden, und: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.

5,18
Dtn 25,4
1Kor 9,9
5,18
Lk 10,7
19Nimm keine Klage gegen einen Ältesten entgegen, es sei denn, sie stütze sich auf zwei oder drei Zeugen.
5,19
Dtn 19,15
2Kor 13,1
Mt 18,16
20Hat aber einer einen Fehler gemacht, dann weise ihn vor allen zurecht, damit auch die anderen sich fürchten.

21Ich beschwöre dich bei Gott und Christus Jesus und den auserwählten Engeln: Halte dich an all das, ohne Vorurteil und ohne jemanden zu begünstigen.

5,21
6,13
2Tim 4,1
22Leg niemandem vorschnell die Hände auf! Lass dich nicht in anderer Leute Verfehlungen hineinziehen; achte darauf, lauter zu bleiben.
5,22
4,14

23Trink nicht mehr bloss Wasser, sondern nimm ein wenig Wein zu dir wegen des Magens und wegen deiner häufigen Krankheiten.

24Die Verfehlungen mancher Menschen sind ganz offenkundig; sie gehen ihnen voraus ins Gericht, anderen aber folgen sie auch nach. 25So sind auch die guten Werke offenkundig, und auch die, mit denen es sich anders verhält, können nicht verborgen bleiben.

6

Anweisungen für die Sklaven

61Wer immer als Sklave unter einem Joch ist, soll dem eigenen Herrn die Ehre geben, die ihm gebührt, damit der Name Gottes und die Lehre nicht gelästert werden.

6,1
Tit 2,9-10
2Die aber gläubige Herren haben, sollen es ihnen gegenüber nicht an Respekt fehlen lassen, weil sie Brüder sind, sondern ihnen umso williger dienen, weil sie Gläubige und Geliebte sind, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Gutes zu tun.

Dies sollst du lehren und ihnen ans Herz legen!

6,2
Phlm 16

Warnung vor den Irrlehrern

3Wer aber andere Lehren verbreitet und sich nicht an die gesunden Worte unseres Herrn Jesus Christus hält und an die Lehre, die der Frömmigkeit entspricht,

6,3-5
1,3-7
6,3
1,10
2Tim 1,13
6,3
4,8
4ist ein Narr. Nichts hat er verstanden, sondern krank ist er vor lauter Streitereien und Wortgefechten, bei denen nichts anderes herauskommt als Neid, Streit, Lästerungen, üble Verdächtigungen
6,4
1,4
5- ein fortwährendes Gezänk verwirrter Menschen, die sich um die Wahrheit gebracht haben, weil sie meinen, die Frömmigkeit sei ein einträgliches Geschäft.
6,5
4,8
6,5
Tit 1,11

6Es ist ja in der Tat die Frömmigkeit eine Quelle grossen Reichtums - wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist.

6,6
4,8

7Denn nichts haben wir in die Welt mitgebracht,

so können wir auch nichts aus ihr mitnehmen.

6,7
Ps 49,18

8Haben wir aber Nahrung und Kleidung,

so soll uns das genügen.

6,8
Hebr 13,5

9Die aber reich werden wollen, geraten in Versuchung und in die Schlingen vieler törichter und schädlicher Begierden, die die Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. 10Denn die Wurzel aller Übel ist die Liebe zum Geld; von ihr getrieben, sind schon manche vom Glauben abgekommen und haben sich selbst viel Leid zugefügt.

Jagen nach der Frömmigkeit

11Du aber, Mann Gottes, fliehe davor!

Jage der Gerechtigkeit nach, der Frömmigkeit, dem Glauben,

der Liebe, der Geduld, der Sanftmut.

6,11
2Tim 2,22
6,11
4,8

12Kämpfe den guten Kampf des Glaubens!

Ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen bist,

der du dich zum guten Bekenntnis bekannt hast

vor vielen Zeugen.

6,12
2Tim 4,7

13Ich fordere dich auf, im Angesicht Gottes, der alles lebendig macht, und Christi Jesu, der das gute Bekenntnis abgelegt hat vor Pontius Pilatus:

6,13
5,21
6,13
Mk 15,1-5
14Bewahre das Gebot unbefleckt und untadelig, bis unser Herr Jesus Christus erscheint,
6,14
2Thess 2,8
2Tim 4,18
Tit 2,13
15zur rechten Zeit, da ihn erscheinen lässt

der selige und alleinige Herrscher,

der König der Könige

und Herr der Herren,

6,15
2,6
6,15
1,11
6,15
Offb 17,14

16der allein Unsterblichkeit hat,

der im unzugänglichen Licht wohnt,

den kein Mensch je gesehen hat noch zu sehen vermag.

Ihm sei Ehre und ewige Macht, Amen.

6,16
Ps 104,2
6,16
Ex 33,20

Mahnung an die Reichen

17Den Reichen in der gegenwärtigen Welt aber gebiete, nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den flüchtigen Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles in reichem Masse zukommen und es uns geniessen lässt.

6,17
Ps 62,11
18Sie sollen Gutes tun, reich werden an guten Werken, freigebig sein und ihren Sinn auf das Gemeinwohl richten.
6,18-19
Mt 6,19-20
Lk 16,9
19So verschaffen sie sich eine gute Grundlage für die Zukunft, die dazu dient, das wahre Leben zu gewinnen.

Briefschluss

20Lieber Timotheus, bewahre, was dir anvertraut ist, und wende dich ab vom heillosen und leeren Gerede, von den Behauptungen der sogenannten Erkenntnis,

6,20
1,18
6,20
2Tim 1,14
6,20
1,6
2Tim 2,16
21zu der sich manche bekennen; in Fragen des Glaubens sind sie vom rechten Weg abgekommen.

Die Gnade sei mit euch.

6,21
1,6
2Tim 2,18
6,21
Kol 4,18