Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
22

Jesu Leiden und Sterben und seine Auferstehung (Kapitel 22 bis 24)

Judas wird zum Verräter

Mt 26,3-5.14-16; Mk 14,1-2.10-11

221Das Fest der ungesäuerten Brote, das Passafest, stand kurz bevor. 2Die führenden Priester und die Schriftgelehrten suchten nach einer Möglichkeit, Jesus zu beseitigen, ´ohne dabei Aufsehen zu erregen`; denn sie hatten Angst vor dem Volk.

3Da ergriff der Satan Besitz von Judas, der auch Iskariot genannt wurde und einer der zwölf Jünger war. 4Judas ging zu den führenden Priestern und den Offizieren ´der Tempelwache` und machte ihnen einen Vorschlag, wie sie Jesus mit seiner Hilfe in ihre Gewalt bringen konnten22,4 W und besprach mit ihnen, wie er ihn an sie ausliefern/verraten könnte.. 5Da waren sie erfreut und beschlossen22,5 Od und kamen mit ihm überein., ihm ´zur Belohnung` Geld zu geben. 6Judas war einverstanden und suchte von da an nach einer günstigen Gelegenheit, Jesus an sie zu verraten, ohne dass das Volk etwas merkte22,6 Od ohne dass es einen Aufruhr im Volk gab. W ohne das Volk..

Vorbereitung des Passamahls

Mt 26,17-19; Mk 14,12-16

7So kam nun der ´erste` Tag des Festes der ungesäuerten Brote, der Tag, der für das Schlachten des Passalamms bestimmt war. 8Jesus schickte Petrus und Johannes in die Stadt. »Geht voraus und bereitet das Passamahl für uns vor!«, sagte er. 9»Wo sollen wir es vorbereiten?«, fragten sie. 10Er antwortete: »Wenn ihr in die Stadt kommt, werdet ihr einem Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt.22,10 Siehe die Anmerkung zu Markus 14,13. Folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, 11und sagt zu dem Hausherrn: ›Der Meister lässt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Passamahl feiern kann?‹ 12Er wird euch ein großes Zimmer im Obergeschoss zeigen, das ´mit Sitzpolstern22,12 Od mit allem Nötigen.` ausgestattet ist. Bereitet dort das Mahl vor.« 13Die beiden Jünger machten sich auf den Weg. Sie fanden alles so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passamahl vor.

Das Passamahl. Einsetzung des Abendmahls

Mt 26,26-29; Mk 14,22-25

14Als es Zeit war, mit der Feier zu beginnen, setzte sich Jesus mit den Aposteln zu Tisch. 15Er sagte: »Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu feiern, bevor ich leiden muss. 16Denn ich sage euch: Ich werde das Passamahl nicht mehr feiern, bis sich im Reich Gottes seine volle Bedeutung erfüllt22,16 W bis es sich im Reich Gottes erfüllt.

17Dann nahm er22,17 Od ließ er sich … reichen. einen22,17 Od den. Ebenso in Vers 20. Becher ´mit Wein`, dankte Gott dafür22,17 Od sprach das Dankgebet. Ebenso in Vers 19. und sagte: »Nehmt diesen Becher und trinkt alle daraus22,17 W und teilt ihn unter euch.! 18Denn ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr vom Saft der Reben trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.«

19Dann nahm er Brot22,19 Od das Brot., dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es den Jüngern mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut das, um euch an mich zu erinnern!«

20Ebenso nahm er, nachdem sie gegessen hatten, einen Becher ´mit Wein` und gab ihn den Jüngern mit den Worten: »Dieser Becher ist der neue Bund, besiegelt mit meinem Blut22,20 W der neue Bund in meinem Blut / durch mein Blut., das für euch vergossen wird.«

Der Verräter

21»Doch seht, der, der mich verrät, sitzt22,21 W seht, die Hand dessen, der mich verrät/ausliefert, ist. hier mit mir am Tisch. 22Der Menschensohn22,22 W Denn der Menschensohn. geht zwar den Weg, der ihm bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, der ihn verraten wird!« 23Da fingen die Jünger an, einander zu fragen, wer von ihnen es wohl sei, der so etwas tun werde.

Herrschen oder dienen?

Mt 20,24-28; Mk 10,41-45

24Unter den Jüngern kam es auch zu einem Streit über die Frage, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe. 25Da sagte Jesus zu ihnen: »Die Könige führen sich als Herren über ihre Völker auf, und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. 26Bei euch soll es nicht so sein. Im Gegenteil: Der Größte unter euch soll sich auf eine Stufe stellen mit dem Geringsten, und wer in führender Stellung ist, soll sein wie der, der dient. 27Wer ist denn höhergestellt22,27 W größer. – der, der am Tisch sitzt, oder der, der ihn bedient? Der, der am Tisch sitzt, nicht wahr? Ich aber bin unter euch als der, der dient! 28Und ihr – ihr habt in allem, was ich durchgemacht habe,22,28 W in meinen Prüfungen. treu bei mir ausgehalten. 29Darum gebe ich euch Anteil an der Herrschaft, die22,29 Od an dem Reich, das. mein Vater mir übertragen hat. 30Ihr sollt in meinem Reich an meinem Tisch essen und trinken22,30 Od 29 Darum gebe ich euch, weil mein Vater mir die Herrschaft übertragen hat, das Recht, 30 in meinem Reich an meinem Tisch zu essen und zu trinken., und ihr werdet auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.«

Jesus kündigt an, dass Petrus ihn verleugnen wird

Mt 26,31-35; Mk 14,29-31; Joh 13,38

31»Simon, Simon, der Satan hat sich erbeten, euch schütteln zu dürfen wie den Weizen im Sieb. 32Ich aber habe für dich gebetet, dass du deinen Glauben nicht verlierst. Wenn du dann umgekehrt ´und zurechtgekommen` bist, stärke ´den Glauben` deiner Brüder22,32 Od Geschwister.

33Da sagte Petrus zu ihm: »Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.« 34Doch Jesus erwiderte: »Ich sage dir, Petrus: Noch bevor heute ´Nacht` der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, mich nicht zu kennen.«

Anweisungen für die Stunde der letzten Herausforderung

35Dann fragte Jesus die Jünger: »Als ich euch ohne Geldbeutel, ohne Vorratstasche und ohne Sandalen22,35 ohne ein zweites Paar Sandalen. aussandte, hat euch da etwas gefehlt?« – »Nein, gar nichts«, antworteten sie. 36Jesus fuhr fort: »Von jetzt an gilt Folgendes: Wer einen Geldbeutel oder eine Vorratstasche besitzt, soll sie mit sich nehmen, und wer nichts als seinen Mantel besitzt, soll diesen verkaufen22,36 Od und wer kein Schwert besitzt, soll seinen Mantel verkaufen. W und wer nicht/nichts besitzt, soll seinen Mantel verkaufen. und sich dafür ein Schwert kaufen. 37Denn in der Schrift heißt es: ›Er wurde zu den Gottlosen gerechnet22,37 Od zu den Verbrechern gerechnet. Jesaja 53,12.22,37 Jesaja 53,12., und ich sage euch: Dieses Wort muss sich an mir erfüllen. In der Tat, mein Weg ist bald vollendet.22,37 Od In der Tat: Was in der Schrift über mich steht, geht jetzt in Erfüllung / kommt jetzt zum Abschluss. W In der Tat: Das, was mich betrifft, hat ein Ende / eine Vollendung.« 38Die Jünger sagten: »Herr, hier sind zwei Schwerter.« Doch Jesus erwiderte: »Genug davon!22,38 Das genügt!«

Die letzte Nacht am Ölberg

Mt 26,36-46; Mk 14,32-42

39Dann verließ Jesus die Stadt und ging wie gewohnt zum Ölberg; seine Jünger begleiteten ihn. 40Als er dort22,40 Od an dem ´vorgesehenen` Ort. angekommen war, sagte er zu ihnen: »Betet darum, dass22,40 Od Betet, damit. ihr nicht in Versuchung geratet!« 41Hierauf trennte er sich von ihnen. Etwa einen Steinwurf weit entfernt kniete er nieder und betete: 42»Vater, wenn du willst, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen. Aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern deiner.« 43Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. 44Der Kampf22,44 Od Seine Angst. wurde so heftig, und Jesus betete mit solcher Anspannung, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.22,44 AL(1) ohne die Verse 43 und 44. 45Als er vom Gebet aufstand und zu den Jüngern zurückkam, waren sie vor Kummer eingeschlafen. 46»Wie könnt ihr nur schlafen?«, sagte er zu ihnen. »Steht auf und betet, damit22,46 Od betet darum, dass. ihr nicht in Versuchung geratet!«

Die Gefangennahme Jesu

Mt 26,47-56; Mk 14,43-50; Joh 18,3.10-12

47Noch während Jesus redete, tauchte plötzlich eine Schar Männer auf, an ihrer Spitze Judas22,47 W der, der Judas hieß., einer der Zwölf. Er ging auf Jesus zu, um ihn mit einem Kuss zu begrüßen22,47 W um ihn zu küssen. Übliche Form der ehrerbietigen Begrüßung eines Rabbis durch seine Schüler..22,47 Übliche Form der ehrerbietigen Begrüßung eines Rabbis durch seine Schüler. 48Jesus aber sagte zu ihm: »Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?«

49Als die, die bei Jesus waren, begriffen, in welcher Absicht die Männer gekommen waren22,49 W sahen, was geschehen würde., fragten sie: »Herr, sollen wir zum Schwert greifen?« 50Und einer von ihnen ging auch gleich auf den Diener des Hohenpriesters los und schlug ihm das rechte Ohr ab. 51Aber Jesus rief: »Halt! Hört auf!«22,51 »Lasst sie gewähren!« Und er berührte das Ohr des Mannes und heilte ihn.

52Dann wandte er sich zu den führenden Priestern, den Offizieren der Tempelwache und den Ältesten, die gegen ihn angerückt waren, und sagte: »Mit Schwertern und Knüppeln seid ihr ausgezogen, als wäre ich ein Verbrecher22,52 Od Aufrührer. W Räuber.. 53Dabei war ich doch Tag für Tag bei euch im Tempel, und ihr habt nichts gegen mich unternommen. Aber jetzt ist eure Stunde gekommen, jetzt übt die Finsternis ihre Macht aus.«

Petrus verleugnet Jesus

Mt 26,57-58.69-75; Mk 14,53-54.66-72; Joh 18,12-18.25-27

54Die Männer packten Jesus, führten ihn ab und brachten ihn in den Palast22,54 W in das Haus. des Hohenpriesters. Petrus folgte ihnen in einiger Entfernung. 55In der Mitte des Innenhofes hatte man ein Feuer angezündet; Petrus setzte sich zu den Leuten, die dort beieinander saßen. 56Eine Dienerin sah ihn im Schein des Feuers dasitzen, musterte ihn aufmerksam und meinte dann: »Der hier war auch mit ihm zusammen!« 57Aber Petrus stritt es ab: »Ich22,57 W Frau, ich. kenne diesen Mann nicht!«

58Es ging nicht lange, da wurde jemand anders auf ihn aufmerksam und sagte: »Du bist auch einer von denen!« Petrus widersprach: »Das stimmt nicht!22,58 W Mensch, ich bin es nicht!«

59Etwa eine Stunde später erklärte wieder jemand anders mit Bestimmtheit: »Natürlich war der auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer!« 60Aber Petrus entgegnete: »Ich22,60 W Mensch, ich. weiß nicht, wovon du sprichst.«

Im gleichen Augenblick – noch während er das sagte – krähte ein Hahn. 61Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Petrus erinnerte sich daran, wie der Herr zu ihm gesagt hatte: »Bevor der Hahn heute ´Nacht` kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.« 62Und er ging hinaus und weinte in bitterer Verzweiflung22,62 W und weinte bitterlich..

Jesus wird verspottet und geschlagen

Mt 26,67-68; Mk 14,65

63Die Männer, die Jesus bewachten, trieben ihren Spott mit ihm und schlugen ihn. 64Sie verhüllten sein Gesicht und sagten zu ihm: »Du bist doch ein Prophet! Sag uns22,64 W »Prophezei.: Wer hat dich geschlagen?« 65Und noch viele andere Schmähungen musste er über sich ergehen lassen.

Jesus vor dem Hohen Rat

Mt 26,57.63-65; Mk 14,53.61-62

66Als es Tag wurde, versammelten sich die Ältestenschaft des ´jüdischen` Volkes sowie die führenden Priester und die Schriftgelehrten22,66 Od versammelte sich die Ältestenschaft des ´jüdischen` Volkes, sowohl die führenden Priester als auch die Schriftgelehrten. zu einer Sitzung des Hohen Rates und ließen Jesus vorführen. 67»Bist du der Messias22,67 Od Christus., dann sag es uns!«, forderten sie ihn auf. Er entgegnete: »Wenn ich es euch sage, glaubt ihr es mir ja doch nicht, 68und wenn ich euch frage, antwortet ihr nicht. 69Aber von jetzt an wird der Menschensohn an der rechten Seite des allmächtigen Gottes sitzen22,69 W an der rechten Seite der Macht Gottes sitzen. Nach Psalm 110,1..22,69 Nach Psalm 110,1.« 70Da riefen sie alle: »Dann bist du also der Sohn Gottes?« Er erwiderte: »Ihr sagt selbst, dass ich es bin.22,70 Od Ihr sagt es selbst – ich bin es.« 71Darauf erklärten sie: »Wozu brauchen wir noch Zeugenaussagen? Wir haben es ja selbst gehört, und dazu noch aus seinem eigenen Mund.«

23

Jesus vor Pilatus

Mt 27,2.11-14; Mk 15,2-5; Joh 18,28-38

231Der gesamte Hohe Rat erhob sich. Sie führten Jesus zu Pilatus 2und trugen diesem ihre Anklage vor. »Wir haben festgestellt«, sagten sie, »dass dieser Mann unser Volk aufwiegelt23,2 Od irreführt.; er hält die Leute davon ab, dem Kaiser Steuern zu zahlen, und behauptet, er sei der Messias23,2 Od Christus. und König.« 3Pilatus fragte Jesus: »Bist du der König der Juden?« – »Du selbst sprichst es aus«, erwiderte Jesus. 4Darauf sagte Pilatus zu den führenden Priestern und der Volksmenge: »Ich kann keine Schuld an diesem Menschen finden.« 5Aber sie beharrten auf ihren Anschuldigungen und erklärten: »Mit seiner Lehre, die er im ganzen jüdischen Land23,5 Od in ganz Judäa. verbreitet, hetzt er das Volk auf. Angefangen hat er damit in Galiläa, und jetzt ist er bis hierher gekommen.«

Jesus vor Herodes

6Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. 7Man bestätigte ihm, dass Jesus aus dem Herrschaftsbereich des Herodes kam. Da ließ er ihn zu Herodes führen, der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war.

8Herodes war hoch erfreut, Jesus endlich zu Gesicht zu bekommen. Er hatte sich seit langer Zeit gewünscht, ihn einmal zu sehen, nachdem er schon viel von ihm gehört hatte. Nun hoffte er, Jesus würde in seiner Gegenwart ein Wunder tun. 9Er stellte ihm viele Fragen, aber Jesus gab ihm nicht eine einzige Antwort. 10Die führenden Priester und die Schriftgelehrten standen dabei und brachten schwere Beschuldigungen gegen ihn vor. 11Auch Herodes und seine Soldaten hatten für Jesus nur Verachtung übrig. Sie trieben ihren Spott mit ihm und hängten ihm ein Prachtgewand um, und so schickte Herodes ihn zu Pilatus zurück. 12Herodes und Pilatus, die bis dahin miteinander verfeindet gewesen waren, wurden an diesem Tag Freunde.

Die Verurteilung Jesu

Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Joh 18,39–19,16

13Pilatus rief die führenden Priester, die anderen führenden Männer und das Volk zusammen 14und erklärte: »Ihr habt diesen Mann vor mich gebracht, weil er angeblich das Volk aufwiegelt. Nun, ich habe ihn in eurem Beisein verhört und habe ihn in keinem der Anklagepunkte, die ihr gegen ihn erhebt, für schuldig befunden. 15Im Übrigen ist auch Herodes zu keinem anderen Schluss gekommen, sonst hätte er ihn nicht zu uns zurückgeschickt23,15 AL(2) gekommen; ich habe euch ja zu ihm geschickt.. Ihr seht also: Der Mann hat nichts getan, womit er den Tod verdient hätte. 16Darum werde ich ihn auspeitschen lassen und dann freigeben.«23,16 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 17 an: Es bestand die Regelung, dass Pilatus ihnen zu jedem Passafest einen Gefangenen freigab. 18Doch da schrien sie alle im Chor: »Weg mit ihm! Gib uns Barabbas frei!« 19Barabbas saß im Gefängnis, weil er an einem Aufruhr in der Stadt beteiligt gewesen war und einen Mord begangen hatte.

20Pilatus, der Jesus freilassen wollte, versuchte noch einmal, sich bei der Menge Gehör zu verschaffen. 21Sie aber schrien nur umso lauter: »Lass ihn kreuzigen! Lass ihn kreuzigen!«

22Pilatus machte noch einen dritten Versuch. »Was für ein Verbrechen hat er denn begangen?«, fragte er sie. »Ich habe nichts an ihm gefunden, wofür er den Tod verdient hätte. Darum werde ich ihn auspeitschen lassen und dann freigeben.« 23Doch sie gaben nicht nach. Mit aller Macht forderten sie23,23 W Doch sie bedrängten ihn mit lauten Stimmen und forderten., Jesus solle gekreuzigt werden.

Schließlich beugte sich Pilatus dem Druck der schreienden Menge 24und entschied23,24 W Schließlich gewannen ihre Stimmen die Oberhand, 24 und Pilatus entschied., dass sie ihren Willen haben sollten. 25Den, der wegen Aufruhr und Mord im Gefängnis saß, gab er frei, wie sie es gefordert hatten; Jesus aber opferte23,25 W übergab. er ihrem Willen.

Auf dem Weg zur Kreuzigung

Mt 27,32; Mk 15,21; Joh 19,17

26Als die Soldaten23,26 die Soldaten W sie. Ebenso in den Versen 33 und 34. Jesus ´aus der Stadt` hinausführten, kam gerade ein Mann vom Feld; er hieß Simon und stammte aus Zyrene. Sie hielten ihn an und luden ihm das Kreuz23,26 Od den Querbalken des Kreuzes. auf, und er musste es hinter Jesus hertragen.

27Eine große Menschenmenge folgte Jesus, darunter viele Frauen, die laut klagten23,27 W die sich ´an die Brust` schlugen. und um ihn weinten. 28Aber Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: »Ihr Frauen23,28 W Töchter. von Jerusalem, weint nicht über mich! Weint über euch selbst und über eure Kinder! 29Denn es kommt eine Zeit, da wird man sagen: ›Glücklich die Frauen, die unfruchtbar sind und nie ein Kind zur Welt gebracht und gestillt haben23,29 W die unfruchtbar sind, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht genährt haben.!‹ 30Dann wird man zu den Bergen sagen: ›Fallt auf uns herab!‹ und zu den Hügeln: ›Begrabt uns!‹23,30 Hosea 10,8. 31Denn wenn man schon mit dem grünen Holz so umgeht, was wird dann erst mit dem dürren geschehen?23,31 Denn wenn man schon so handelt, während der Baum grün ist, was wird dann erst geschehen, wenn er dürr ist?«

Die Kreuzigung Jesu

Mt 27,33-44; Mk 15,22-32; Joh 19,18-27

32Zusammen mit Jesus wurden auch zwei andere Männer zur Hinrichtung geführt, zwei Verbrecher.

33Als sie an die Stelle kamen, die ›Schädel‹ genannt wird, kreuzigten die Soldaten ihn und die beiden Verbrecher, den einen rechts und den anderen links von ihm.

34Jesus aber sagte: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.«23,34 AL(1) ohne diesen ersten Teil von Vers 34.

Die Soldaten warfen das Los um seine Kleider und verteilten sie unter sich.23,34 Vergleiche Psalm 22,19.

35Das Volk stand dabei und sah zu. Und die führenden Männer sagten verächtlich: »Anderen hat er geholfen; soll er sich doch jetzt selbst helfen23,35 Od Andere hat er gerettet; soll er sich doch jetzt selbst retten. Entsprechend in den Versen 37 und 39., wenn er der von Gott gesandte Messias ist, der Auserwählte23,35 W wenn er der Messias/Christus Gottes ist, der Auserwählte. Nach anderer Auffassung: wenn er der Messias/Christus ist, der Auserwählte Gottes.36Auch die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm; sie traten zu ihm hin, boten ihm Weinessig an 37und sagten: »Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!«

38Über seinem Kopf war eine Aufschrift angebracht; sie lautete23,38 AL(2) sie war in Griechisch, Lateinisch und Hebräisch abgefasst und lautete. Vergleiche Johannes 19,20.: »Dies ist der König der Juden.«

39Einer der beiden Verbrecher, die ´mit ihm` am Kreuz hingen, höhnte: »Du bist doch der Messias23,39 Od Christus., oder nicht? Dann hilf dir selbst, und hilf auch uns!« 40Aber der andere wies ihn zurecht. »Fürchtest du Gott auch jetzt noch nicht23,40 Od Fürchtest auch du Gott nicht., wo du doch ebenso schlimm bestraft worden bist wie dieser Mann und wie ich?«, sagte er zu ihm. 41»Dabei werden wir zu Recht bestraft; wir bekommen den Lohn für das, was wir getan haben. Er aber hat nichts Unrechtes getan.« 42Dann sagte er: »Jesus, denk an mich, wenn du deine Herrschaft als König antrittst23,42 W wenn du in deine Königsherrschaft / in dein Reich kommst. AL(1) wenn du in deiner Königsherrschaft kommst.43Jesus antwortete ihm: »Ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.«

Der Tod Jesu

Mt 27,45-56; Mk 15,33-41; Joh 19,28-30

44Inzwischen war es Mittag geworden.23,44 W Es war nun schon um die sechste Stunde. Eine Finsternis brach über das ganze Land herein, die bis drei Uhr nachmittags23,44 W bis zur neunten Stunde. andauerte; 45die Sonne hatte aufgehört zu scheinen. Dann riss der Vorhang im Tempel mitten entzwei. 46Jesus rief laut: »Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist!«23,46 Nach Psalm 31,6. Mit diesen Worten starb er.

47Der Hauptmann, ´der die Aufsicht hatte und` vor dessen Augen das alles geschah, gab Gott die Ehre23,47 Od pries Gott.. »Dieser Mann war wirklich ein Gerechter23,47 Od war wirklich unschuldig.«, sagte er. 48Die Menschen, die in Scharen zu dem Schauspiel der Kreuzigung herbeigeströmt waren und das ganze Geschehen miterlebt hatten, schlugen sich an die Brust und kehrten betroffen ´in die Stadt` zurück.

49Alle die, die mit Jesus bekannt gewesen waren, hatten in einiger Entfernung gestanden, unter ihnen auch die Frauen, die ihm seit den Anfängen in Galiläa gefolgt waren; sie hatten alles mit angesehen.

Das Begräbnis Jesu

Mt 27,57-61; Mk 15,42-47; Joh 19,38-42

50Unter den Mitgliedern des Hohen Rates war ein Mann von edler und gerechter Gesinnung23,50 Od und gottesfürchtiger Gesinnung. W war ein guter und gerechter Mann., 51der den Beschlüssen und dem Vorgehen der übrigen Ratsmitglieder nicht zugestimmt hatte. Er stammte aus Arimatäa, einer Stadt in Judäa23,51 Od einer jüdischen Stadt., und wartete auf das Kommen des Reiches Gottes. 52Josef – so hieß dieser Mann – ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. 53Nachdem er den Toten vom Kreuz abgenommen hatte, wickelte er ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Grab, das in den Felsen gehauen war und in dem noch nie jemand bestattet worden war. 54Das geschah noch am Rüsttag23,54 Rüsttag: ein anderer Name für den Freitag (an dem man sich für den Sabbat vorbereitete)., unmittelbar vor Beginn des Sabbats.23,54 W 54 Und es war der Tag der Zurüstung/Vorbereitung, und der Sabbat leuchtete auf. – Rüsttag: ein anderer Name für den Freitag (an dem man sich für den Sabbat vorbereitete).

55Die Frauen, die Jesus seit ´den Anfängen in` Galiläa begleitet hatten, waren Josef gefolgt. Sie sahen das Grab und schauten zu, wie der Leichnam hineingelegt wurde. 56Dann kehrten sie ´in die Stadt` zurück und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu.

Am Sabbat hielten die Frauen die im Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein.

24

Jesus ist auferstanden

Mt 28,1-8; Mk 16,1-8; Joh 20,1-13

241Doch am ersten Tag der neuen Woche24,1 D. h. am Sonntag. nahmen sie in aller Frühe die Salben, die sie zubereitet hatten, und gingen damit zum Grab. 2Da sahen sie, dass der Stein, mit dem man den Eingang des Grabes verschlossen hatte, weggewälzt war. 3Sie gingen in die Grabkammer hinein, aber der Leichnam von Jesus, dem Herrn, war nirgends zu sehen. 4Während sie noch ratlos dastanden, traten plötzlich zwei Männer in hell leuchtenden Gewändern zu ihnen. 5Die Frauen erschraken und wagten nicht aufzublicken24,5 Od und verneigten sich tief. W und neigten ihr Gesicht zur Erde.. Doch die beiden Männer sagten zu ihnen: »Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? 6Er ist nicht hier; er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: 7›Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen gegeben werden; er muss gekreuzigt werden und wird drei Tage danach24,7 W wird am dritten Tag. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 9,22. auferstehen.‹« 8Da erinnerten sich die Frauen an jene Worte Jesu.

9Sie kehrten vom Grab ´in die Stadt` zurück und berichteten das alles den elf Aposteln und allen anderen Jüngern. 10Bei den Frauen handelte es sich um Maria aus Magdala, um Johanna und um Maria, die Mutter des Jakobus. Zusammen mit einigen anderen Frauen, die bei ihnen gewesen waren, erzählten sie den Aposteln, was sie erlebt hatten. 11Aber diese hielten das alles für leeres Gerede und glaubten ihnen nicht. 12Petrus allerdings sprang auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, sah aber nur die Leinenbinden daliegen. Voller Verwunderung24,12 W Voller Verwunderung über das Geschehene. ging er wieder fort24,12 Od ging er nach Hause..

Auf dem Weg nach Emmaus

13Am selben Tag gingen zwei von den Jüngern nach Emmaus, einem Dorf, das zwei Stunden24,13 W sechzig Stadien (etwa 11 km). von Jerusalem entfernt liegt. 14Unterwegs sprachen sie miteinander über alles, was ´in den zurückliegenden Tagen` geschehen war; 15und während sie so miteinander redeten und sich Gedanken machten, trat Jesus selbst zu ihnen und schloss sich ihnen an. 16Doch es war, als würden ihnen die Augen zugehalten: Sie erkannten ihn nicht.24,16 W Doch ihre Augen wurden gehalten, sodass/damit sie ihn nicht erkannten.

17»Worüber redet ihr denn miteinander auf eurem Weg?«, fragte er sie. Da blieben sie traurig stehen, 18und einer von ihnen – er hieß Kleopas – meinte: »Bist du der Einzige, der sich zur Zeit in Jerusalem aufhält und nichts von dem weiß, was dort in diesen Tagen geschehen ist?« – 19»Was ist denn geschehen?«, fragte Jesus. Sie erwiderten: »Es geht um Jesus von Nazaret, der sich durch sein Wirken und sein Wort vor Gott und vor dem ganzen Volk als mächtiger Prophet erwiesen hatte. 20Ihn haben unsere führenden Priester und die anderen führenden Männer zum Tod verurteilen und kreuzigen lassen. 21Und wir hatten gehofft, er sei es, der Israel erlösen werde! Heute ist außerdem schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. 22Doch nicht genug damit: Einige Frauen aus unserem Kreis haben uns auch noch in Aufregung versetzt. Sie waren heute früh am Grab 23und fanden seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, Engel seien ihnen erschienen und hätten ihnen gesagt, dass er lebt. 24Daraufhin gingen einige von uns zum Grab und fanden alles so, wie es die Frauen berichtet hatten. Aber ihn selbst sahen sie nicht.«

25Da sagte Jesus zu ihnen: »Ihr unverständigen Leute! Wie schwer fällt es euch24,25 W Euer Herz ist zu träge., all das zu glauben, was die Propheten gesagt haben! 26Musste denn der Messias24,26 Od Christus. nicht das alles erleiden, um zu seiner Herrlichkeit zu gelangen?« 27Dann ging er mit ihnen die ganze Schrift durch und erklärte ihnen alles, was sich auf ihn bezog – zuerst bei Mose und dann bei sämtlichen Propheten24,27 Od ausgehend von Mose und von sämtlichen Propheten..

28So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wollte er weitergehen. 29Aber die beiden Jünger hielten ihn zurück. »Bleib doch bei uns!«, baten sie. »Es ist schon fast Abend, der Tag geht zu Ende.« Da begleitete er sie hinein und blieb bei ihnen.

30Als er dann mit ihnen am Tisch saß, nahm er das Brot, dankte Gott dafür24,30 Od sprach das Dankgebet., brach es in Stücke und gab es ihnen. 31Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Doch im selben Augenblick verschwand er; sie sahen ihn nicht mehr. 32»War uns nicht zumute, als würde ein Feuer in unserem Herzen brennen24,32 W Brannte nicht unser Herz in uns., während er unterwegs mit uns sprach und uns das Verständnis für die Schrift öffnete?«, sagten sie zueinander.

33Unverzüglich brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie alle versammelt, die Elf und die, die sich zu ihnen hielten. 34Man empfing sie mit den Worten: »Der Herr ist tatsächlich auferstanden! Er ist Simon erschienen!« 35Da berichteten die beiden, was sie unterwegs erlebt und wie sie den Herrn erkannt hatten, als er das Brot in Stücke brach.

Der Auferstandene erscheint der ganzen Jüngergemeinschaft

Mt 28,16-20; Mk 16,14-18; Joh 20,19-29

36Während sie noch am Erzählen waren24,36 Od noch über das alles sprachen., stand mit einem Mal Jesus selbst in ihrer Mitte und grüßte sie mit den Worten: »Friede sei mit euch!« 37Doch sie waren starr vor Schreck, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. 38»Warum seid ihr so erschrocken?«, sagte Jesus. »Und wie kommt es, dass solche Zweifel in euren Herzen aufsteigen? 39Schaut euch meine Hände und meine Füße an: Ich bin es wirklich! Berührt mich und überzeugt euch selbst! Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Knochen, wie ihr sie an mir seht.« 40Und er zeigte ihnen seine Hände und seine Füße. 41Da sie es vor Freude immer noch nicht glauben konnten und vor Staunen kein Wort herausbrachten24,41 W und da sie staunten., fragte er sie: »Habt ihr etwas zu essen hier?« 42Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch24,42 AL(2) ein Stück gebratenen Fisch und ein Stück von einer Honigwabe., 43und er nahm es und aß es vor ihren Augen.

44Dann sagte er zu ihnen: »Nun ist in Erfüllung gegangen, wovon ich sprach24,44 W Das sind meine Worte, die ich zu euch sprach., als ich noch bei euch war; ich sagte: ›Alles, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben ist, muss sich erfüllen.‹« 45Und er öffnete ihnen das Verständnis für die Schrift, sodass sie sie verstehen konnten, 46und sagte zu ihnen: »So steht es doch in der Schrift: Der Messias24,46 Od Christus. muss leiden und sterben, und drei Tage danach24,46 W und am dritten Tag. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 9,22. wird er von den Toten auferstehen. 47Und in seinem Namen sollen alle Völker zur Umkehr aufgerufen werden, damit sie Vergebung ihrer Sünden empfangen24,47 W soll allen Völkern Umkehr zur (aL(1) Umkehr und) Vergebung der Sünden verkündet werden.. In Jerusalem soll damit begonnen werden. 48Ihr seid Zeugen für das alles.24,48 In Jerusalem beginnend, 48 sollt ihr Zeugen für das alles sein. 49Ich aber werde die Kraft aus der Höhe auf euch herabsenden, wie mein Vater es versprochen hat. Bleibt hier in der Stadt, bis ihr damit ausgerüstet werdet.24,49 W 49 Und seht, ich werde die Verheißung meines Vaters auf euch herabschicken. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr mit Kraft aus der Höhe bekleidet werdet.«

Die Himmelfahrt Jesu

Mk 16,19

50Jesus führte die Jünger aus der Stadt hinaus bis in die Nähe von Betanien. Dort erhob er die Hände, um sie zu segnen. 51Und während er sie segnete, wurde er von ihnen weggenommen24,51 W entfernte er sich von ihnen. und zum Himmel emporgehoben. 52Die Jünger warfen sich nieder und beteten ihn an. Dann kehrten sie nach Jerusalem zurück, von großer Freude erfüllt. 53Und sie waren von da an ständig im Tempel und priesen Gott.