Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Die Hochzeit in Kana

21Zwei Tage später2,1 W Am dritten Tag (»inklusive« Zählweise). fand in Kana, einer Ortschaft in Galiläa, eine Hochzeit statt. Die Mutter Jesu nahm daran teil, 2und Jesus selbst und seine Jünger waren ebenfalls unter den Gästen.

3Während des Festes ging der Wein aus. Da sagte die Mutter Jesu zu ihrem Sohn: »Sie haben keinen Wein mehr!« 4Jesus erwiderte: »Ist es deine Sache, liebe Frau, mir zu sagen, was ich zu tun habe?2,4 W »Was ist mir und dir ´gemeinsam`, Frau? Meine Zeit2,4 W Stunde. ist noch nicht gekommen.« 5Da wandte sich seine Mutter zu den Dienern und sagte: »Tut, was immer er euch befiehlt!«

6In der Nähe standen sechs steinerne Wasserkrüge, wie sie die Juden für die vorgeschriebenen Waschungen benutzen2,6 W Wasserkrüge gemäß der / für die Reinigung der Juden.. Die Krüge fassten jeder zwischen achtzig und hundertzwanzig Liter2,6 W fassten zwei oder drei Metreten. Ein Metretes sind ungefähr 40 Liter.. 7Jesus befahl den Dienern: »Füllt die Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis zum Rand. 8Dann sagte er zu ihnen: »Tut etwas davon in ein Gefäß und bringt es dem, der für das Festessen verantwortlich ist.« Sie brachten dem Mann ein wenig von dem Wasser, 9und er kostete davon; es war zu Wein geworden. Er konnte sich nicht erklären, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser gebracht hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam 10und sagte zu ihm: »Jeder andere bietet seinen Gästen zuerst den besseren2,10 W den guten. Ebenso in der zweiten Vershälfte. Wein an, und wenn sie dann reichlich getrunken haben2,10 Od wenn sie dann betrunken sind., den weniger guten. Du aber hast den besseren Wein bis zum Schluss2,10 W bis jetzt. zurückbehalten!«

11Durch das, was Jesus in Kana in Galiläa tat, bewies er zum ersten Mal seine Macht. Er offenbarte mit diesem Wunder2,11 W 11 Diesen Anfang der Zeichen tat Jesus in Kana in Galiläa und offenbarte. seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

12Danach ging Jesus mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinunter. Dort blieben sie einige Tage.2,12 Od Doch sie blieben nur einige Tage dort.

Der Tempel – Haus Gottes oder Kaufhaus?

Mt 21,12-13; Mk 11,15-17; Lk 19,45-46

13Kurz bevor die Juden ihr Passafest feierten, ging Jesus nach Jerusalem hinauf. 14Im Vorhof des Tempels stieß er auf die Händler, die ihre Rinder, Schafe und Tauben zum Verkauf anboten, und auf die Geldwechsler, die ´an ihren Tischen` saßen. 15Da machte er sich aus Stricken eine Peitsche und trieb sie alle mit ihren Schafen und Rindern2,15 Od trieb alle, sowohl die Schafe als auch die Rinder. aus dem Tempelbezirk hinaus. Er schüttete das Geld der Wechsler auf den Boden und stieß ihre Tische um, 16und den Taubenverkäufern befahl er: »Schafft das alles weg! Macht aus dem Haus meines Vaters kein Kaufhaus!« 17Seine Jünger erinnerten sich dabei an die Schriftstelle: »Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren.«2,17 Psalm 69,10.

18Die führenden Männer des jüdischen Volkes2,18 W Die Juden. stellten Jesus zur Rede: »Kannst du uns mit einem Wunder beweisen, dass du das Recht hast, so zu handeln?2,18 W Was für ein Zeichen zeigst du uns ´als Rechtfertigung dafür`, dass du diese Dinge tust?« 19Jesus gab ihnen zur Antwort: »Reißt diesen Tempel ab, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen.« – 20»Wie?«, entgegneten sie. »Sechsundvierzig Jahre lang wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufbauen?« 21Doch Jesus hatte mit dem Tempel seinen eigenen Körper gemeint. 22Später, als Jesus von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger an diesen Ausspruch, und sie glaubten ´den Voraussagen` der Schrift und dem, was Jesus selbst gesagt hatte.

Jesus kennt die Menschen

23Während des Passafestes war Jesus in Jerusalem. Viele glaubten an ihn2,23 W an seinen Namen., als sie die Wunder sahen, die er tat. 24Aber Jesus blieb ihnen gegenüber zurückhaltend2,24 W Jesus vertraute sich ihnen nicht an. – sich anvertrauen: im Griechischen dasselbe Wort wie glauben (siehe den vorangehenden Vers)., denn er kannte sie alle. 25Er wusste genau, wie es im Innersten des Menschen aussieht; niemand brauchte ihm darüber etwas zu sagen.

3

Jesus und Nikodemus: Die Notwendigkeit, von neuem geboren zu werden

31Einer der führenden Männer des jüdischen Volkes, ein Pharisäer namens Nikodemus, 2suchte Jesus einmal bei Nacht auf. »Rabbi«, sagte er zu ihm, »wir wissen, dass du ein Lehrer bist, den Gott gesandt hat. Denn niemand kann solche Wunder tun wie du, wenn Gott nicht mit ihm ist.«

3Jesus entgegnete: »Ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem3,3 Das griechische Wort für von neuem bedeutet auch von oben her. Ebenso in Vers 7. geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.« – 4»Wie kann ein Mensch, wenn er alt geworden ist, noch einmal geboren werden?«, wandte Nikodemus ein. »Er kann doch nicht in den Leib seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal auf die Welt kommen!«

5Jesus erwiderte: »Ich sage dir eins: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes hineinkommen. 6Natürliches Leben bringt natürliches Leben hervor; geistliches Leben wird aus dem Geist geboren.3,6 W 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. 7Darum sei nicht erstaunt, wenn ich dir sage: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen3,8 Der Geist weht, wo er will. Du hörst zwar seine Stimme. – Das griechische Wort pnéuma kann sowohl Hauch/Wind als auch Geist bedeuten, das Wort phoné sowohl Geräusch als auch Stimme., aber woher er kommt und wohin er geht, weißt du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.«

9»Aber wie kann das geschehen?«, fragte Nikodemus. 10»Du als Lehrer Israels weißt3,10 Od Du bist ein anerkannter / ein so bekannter Lehrer Israels und weißt. W Du bist der Lehrer Israels und weißt. das nicht?«, entgegnete Jesus. 11»Ich will dir etwas sagen: Wir reden von Dingen, die wir kennen; das, was wir bezeugen, haben wir gesehen. Wir bezeugen es, aber ihr nehmt es nicht an. 12Und da ihr mir nicht einmal glaubt, wenn ich über die irdischen Dinge zu euch rede, wie werdet ihr mir dann glauben können, wenn ich über die himmlischen Dinge zu euch rede? 13Es ist noch nie jemand in den Himmel hinaufgestiegen; der Einzige, der dort war, ist der3,13 W hinaufgestiegen außer dem., der aus dem Himmel herabgekommen ist – der Menschensohn3,13 AL(1) der Menschensohn, der im Himmel ist.. 14Und wie Mose damals in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss auch der Menschensohn erhöht werden, 15damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat3,15 Od/AL(1) der an ihn glaubt, das ewige Leben hat. Nach Auffassung mancher Ausleger endet das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus bereits hier und nicht erst mit Vers 21..

16Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt3,16 Od hat eine so große Liebe zur Welt., dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht. 17Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten. 18Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist damit schon verurteilt; denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist Gottes eigener3,18 W einziger. Sohn. 19So vollzieht sich das Gericht an den Menschen.3,19 Od Darauf gründet sich die Verurteilung. Das Licht ist in die Welt gekommen, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, weil ihr Tun böse war. 20Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht; er tritt nicht ins Licht, damit sein Tun nicht aufgedeckt wird. 21Wer sich jedoch bei dem, was er tut, nach der Wahrheit richtet, der tritt ins Licht, und es wird offenbar3,21 W damit/sodass offenbar wird., dass sein Tun in Gott gegründet3,21 W getan. ist.«

Der Auftrag Johannes’ des Täufers und der Auftrag Jesu

22Danach ging Jesus mit seinen Jüngern in das Gebiet von Judäa. Er blieb einige Zeit mit ihnen dort und taufte.

23-24Auch Johannes, der damals noch nicht im Gefängnis war, taufte noch, und zwar in Änon, einem Ort in der Nähe von Salim, wo es reichlich Wasser gab. Die Menschen kamen auch dort zu ihm und ließen sich taufen.

25Eines Tages kam es zwischen den Jüngern des Johannes und einem jüdischen Mann3,25 Od einem Mann aus Judäa. AL(1) einigen Juden. zu einer Auseinandersetzung über die Reinigungsvorschriften. 26Sie wandten sich deswegen an Johannes. »Rabbi«, sagten sie, »jener Mann, der auf der anderen Seite des Jordans bei dir war und auf den du die Menschen hingewiesen hast3,26 W und von dem du Zeugnis abgelegt hast., der tauft jetzt auch, und alle gehen zu ihm!«

27Johannes erwiderte: »Ein Mensch kann sich nicht das Geringste selber nehmen; es muss ihm vom Himmel her gegeben werden. 28Ihr selbst könnt bezeugen, dass ich sagte: Ich bin nicht der Messias3,28 Od Christus.; ich bin nur als sein Wegbereiter vor ihm hergesandt. 29Er ist der Bräutigam, ihm gehört die Braut.3,29 W Der, der die Braut hat, ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams steht dabei und hört ihm zu und freut sich, seine Stimme zu hören.3,29 Od Der Freund des Bräutigams steht da ´und wartet auf ihn`, und wenn er seine Stimme hört, ist er voller Freude. Das ist auch meine Freude; jetzt ist sie vollkommen. 30Er muss immer größer werden und ich immer geringer.3,30 Nach Auffassung mancher Ausleger endet die Rede des Johannes bereits hier und nicht erst mit Vers 36.

31Der, der von oben kommt, steht über allen. Wer von der Erde ist, gehört zur Erde und redet aus irdischer Sicht.3,31 W Der, der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde her. Der, der vom Himmel kommt, steht über allen. 32Er verkündet3,32 W bezeugt. AL(1) 31 … Der, der vom Himmel kommt, 32 verkündet. das, was er gesehen und gehört hat, aber keiner nimmt seine Botschaft an. 33Doch wer seine Botschaft angenommen hat, hat damit bestätigt, dass das, was Gott sagt, wahr ist3,33 W dass Gott wahr/wahrhaftig ist.. 34Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet Gottes eigene Worte; Gott gibt ihm den Geist in unbegrenzter Fülle3,34 W er gibt nämlich den Geist nicht abgemessen.. 35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gelegt. 36Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen; der Zorn Gottes bleibt auf ihm.«

4

Jesus und die samaritanische Frau: Das Wasser, das den Durst für immer löscht

41Die Pharisäer hörten, dass Jesus mehr Menschen zu Jüngern machte und taufte als Johannes. (2Allerdings war es nicht Jesus selbst, der taufte, sondern seine Jünger.) 3Als Jesus4,3 AL(1) der Herr. erfuhr, dass den Pharisäern berichtet wurde, ´wie groß der Zulauf zu ihm war,` verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4Dabei musste er durch Samarien reisen.

5Sein Weg führte ihn durch Sychar, eine samaritanische Ortschaft, in deren Nähe das Feld lag, das Jakob einst seinem Sohn Josef gegeben hatte, 6und wo sich auch der Jakobsbrunnen befand. Es war um die Mittagszeit4,6 W um die sechste Stunde.; müde von der Reise hatte sich Jesus an den Brunnen gesetzt. 7-8Seine Jünger waren in den Ort gegangen, um etwas zu essen zu kaufen.

Da kam eine samaritanische Frau zum Brunnen, um Wasser zu holen. Jesus bat sie: »Gib mir zu trinken!« 9Überrascht fragte die Frau: »Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten? Du bist doch ein Jude, und ich bin eine Samaritanerin!« (Die Juden meiden nämlich jeden Umgang mit den Samaritanern.4,9 Die Juden verwenden nämlich keine Gefäße, die die Samaritaner gebraucht haben.) 10Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ›Gib mir zu trinken‹, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir Quellwasser gegeben, lebendiges Wasser4,10 W und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

11»Herr«, wandte die Frau ein, »du hast doch nichts, womit du Wasser schöpfen kannst, und der Brunnen ist tief. Woher willst du denn dieses lebendige Wasser nehmen? 12Bist du etwa mehr als unser Stammvater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben und selbst von seinem Wasser getrunken hat – er und seine Söhne und seine Herden?« 13Jesus gab ihr zur Antwort: »Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen. 14Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben4,14 W zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben sprudelt..« – 15»Herr, bitte gib mir von diesem Wasser!«, sagte die Frau. »Dann werde ich nie mehr Durst haben und muss nicht mehr hierher kommen, um Wasser zu holen.«

16»Geh und rufe deinen Mann!«, entgegnete Jesus. »Komm mit ihm hierher!« – 17»Ich habe keinen Mann«, sagte die Frau. »Das stimmt«, erwiderte Jesus. »Du hast keinen Mann. 18Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.«

19»Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist«, sagte die Frau. 20»Unsere Vorfahren haben Gott auf diesem Berg hier4,20 Der Berg Garizim, vergleiche 5. Mose 11,29; 27,12; Josua 8,33 und siehe die Sacherklärungen unter »Samarien«. angebetet. Ihr Juden dagegen sagt, der richtige Ort, um Gott anzubeten, sei Jerusalem4,20 W sei in Jerusalem.21Jesus erwiderte: »Glaube mir, Frau, es kommt eine Zeit, wo ihr4,21 ihr: die Samaritaner; nach anderer Auffassung: die Menschen. den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet. 22Ihr ´Samaritaner` betet an, ohne zu wissen, was ihr anbetet. Wir jedoch wissen, was wir anbeten, denn die Rettung ´der Welt` kommt von den Juden. 23Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben4,23 Od anbeten werden in ihrem Geist und in ganzer Wahrhaftigkeit. W anbeten werden in Geist und Wahrheit.. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten. 24Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten wollen, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.«

25»Ich weiß, dass der Messias4,25 W dass Messias. Möglicherweise gebrauchte die Frau den Titel Messias wie einen Eigennamen. kommen wird«, entgegnete die Frau. (»Messias« ist das ´hebräische` Wort für »Christus«.)4,25 Od dass der Messias kommen wird, der Christus, wie man ihn nennt«, entgegnete die Frau. – Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. »Wenn er kommt, wird er uns alle diese Dinge erklären4,25 W verkünden.26Da sagte Jesus zu ihr: »Du sprichst mit ihm; ich bin es.«

27In diesem Augenblick kamen seine Jünger zurück. Sie waren erstaunt, Jesus im Gespräch mit einer Frau anzutreffen, doch keiner wagte ihn zu fragen, was er von ihr wollte oder worüber4,27 Od warum. er mit ihr redete.

28Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, ging in den Ort zurück und sagte zu den Leuten: 29»Kommt mit, ich habe einen Fremden getroffen4,29 W Kommt, seht einen Menschen., der mir alles auf den Kopf zugesagt hat, was ich getan habe! Ob er wohl der Messias4,29 Od Christus. ist?« 30Da machten sich die Leute aus dem Ort auf den Weg zu Jesus.

31Währenddessen drängten ihn die Jünger: »Rabbi, iss doch etwas!« 32Aber Jesus sagte: »Ich lebe von einer Nahrung, von der ihr nichts wisst.« 33Verwundert fragten sich die Jünger untereinander: »Hat ihm denn jemand etwas zu essen gebracht?« 34Jesus erwiderte: »Meine Nahrung ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat. 35Sagt ihr nicht: ›Es dauert noch vier Monate, dann beginnt die Ernte‹?4,35 Od Ihr sagt doch: ›Zwischen Saat und Ernte liegen vier Monate.‹ Nun, ich sage euch: Blickt euch einmal um und seht euch die Felder an. Sie sind reif4,35 W weiß. für die Ernte! 36Ja, die Ernte wird jetzt schon eingebracht, und der, der erntet4,36 Od 35 … Sie sind jetzt schon reif für die Ernte! 36 Der, der erntet., erhält seinen Lohn; er sammelt Frucht für das ewige Leben. So freuen sich beide zugleich – der, der sät, und der, der erntet. 37Das Sprichwort sagt: ›Einer sät, und ein anderer erntet.‹ Das trifft hier zu. 38Ich habe euch zum Ernten auf ein Feld geschickt, auf dem4,38 W Ich habe euch zum Ernten dessen geschickt, wofür. ihr vorher nicht gearbeitet habt. Andere haben darauf gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.«

39Viele Samaritaner aus jenem Ort glaubten jetzt an Jesus. Die Frau hatte ihnen bezeugt: »Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe«, und auf ihr Wort hin glaubten sie. 40Die Leute aus dem Ort4,40 W Die Samaritaner., die zu Jesus hinausgegangen waren, baten ihn, bei ihnen zu bleiben. Er blieb zwei Tage dort, 41und auf sein Wort hin glaubten noch viel mehr Menschen an ihn. 42»Wir glauben jetzt nicht mehr nur aufgrund von dem, was du uns erzählt hast«, erklärten sie der Frau. »Wir haben ihn jetzt mit eigenen Ohren gehört und wissen, dass er wirklich der Retter der Welt ist.«

Jesus heilt den Sohn eines königlichen Beamten

43Nach diesen zwei Tagen in Sychar ging Jesus weiter nach Galiläa. 44Er selbst hatte ausdrücklich erklärt: »Ein Prophet gilt in seiner Heimat nichts.« 45Doch als er nun nach Galiläa kam, wurde er von den Leuten4,45 W von den Galiläern. freundlich aufgenommen. Denn sie waren auch beim Fest in Jerusalem gewesen und hatten alles miterlebt, was er dort getan hatte.

46Jesus kam auch wieder nach Kana, jenem Ort in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Dort suchte ihn ein Beamter des Königs auf, der in Kafarnaum lebte und einen Sohn hatte, der an einer schweren Krankheit litt. 47Er hatte gehört, dass Jesus von Judäa nach Galiläa zurückgekehrt war, und bat ihn jetzt, nach Kafarnaum herabzukommen und seinen Sohn zu heilen, der im Sterben lag. 48»Wenn ihr nicht Wunder und außergewöhnliche Dinge4,48 W nicht Zeichen und Wunder. seht, glaubt ihr nicht!«, hielt Jesus ihm entgegen. 49Aber der Beamte des Königs flehte ihn an: »Herr, bitte komm, bevor mein Kind stirbt!« 50Da sagte Jesus zu ihm: »Geh nach Hause, dein Sohn lebt ´und ist gesund`!« Der Mann glaubte dem, was Jesus zu ihm sagte; auf sein Wort hin machte er sich auf den Weg hinunter nach Kafarnaum. 51Er war noch nicht dort angelangt, da kamen ihm seine Diener mit der Nachricht entgegen, dass sein Sohn lebte ´und gesund war`. 52Er fragte sie, seit wann es ihm besser gehe. »Gestern Mittag um ein Uhr4,52 W Gestern in der siebten Stunde. hatte er mit einem Mal kein Fieber mehr«, antworteten sie. 53Da wusste der Vater, dass es genau zu dem Zeitpunkt geschehen war, an dem Jesus zu ihm gesagt hatte: »Dein Sohn lebt ´und ist gesund`!« Und er glaubte an Jesus, er und alle aus seinem Haus.

54Dieses Wunder tat Jesus, nachdem er von Judäa zurückgekehrt war, und er bewies dadurch in Galiläa ein zweites Mal seine Macht.4,54 W 54 Das tat Jesus wieder als zweites Zeichen, als er von Judäa nach Galiläa gekommen war.