Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
17

Jesus betet …

171Nachdem Jesus so ´zu seinen Jüngern` gesprochen hatte, blickte er zum Himmel auf und betete17,1 W sagte.:

… für sich selbst

»Vater, die Zeit ist jetzt da. Offenbare die Herrlichkeit deines Sohnes, damit der17,1 AL(2) dein. Sohn deine Herrlichkeit offenbart. 2Du hast ihm ja Macht über die ganze Menschheit17,2 W über alles Fleisch. gegeben, damit er allen, die du ihm anvertraut hast, das ewige Leben schenkt. 3Und das ewige Leben zu haben heißt, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus. 4Ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast: Ich habe hier auf der Erde deine Herrlichkeit offenbart. 5Und nun, Vater, gib mir, wenn ich wieder bei dir bin, von neuem die Herrlichkeit, die ich schon vor der Erschaffung der Welt bei dir hatte.«

… für seine Jünger

6»Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, du hast sie mir gegeben, und sie haben sich nach deinem Wort gerichtet. 7Sie wissen jetzt, dass alles, was du mir gegeben hast, tatsächlich von dir kommt. 8Denn was du mir gesagt hast, habe ich ihnen mitgeteilt, und sie haben es angenommen und haben erkannt, dass ich wirklich von dir gekommen bin; sie sind zu der Überzeugung gelangt und glauben daran17,8 W und haben wirklich erkannt, dass ich von dir gekommen bin, und sind zum Glauben daran gekommen., dass du mich gesandt hast.

9Für sie bete ich. Ich bete nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein Eigentum. 10Alles, was mir gehört, gehört dir, und was dir gehört, gehört mir; und meine Herrlichkeit ist ihnen17,10 Od ist durch sie. offenbar geworden. 11Bald bin ich nicht mehr in der Welt, ich komme ja zu dir. Sie aber sind noch in der Welt. Vater, du heiliger Gott, der du mir deine Macht gegeben hast, die Macht deines Namens, bewahre sie durch diese Macht17,11 Od Vater, du heiliger Gott, bewahre sie durch die Erkenntnis deines Namens, den ich ihnen in deinem Auftrag offenbart habe. W Heiliger Vater, bewahre sie in deinem / durch deinen Namen, den (aL(1) die) du mir gegeben hast. Entsprechend im nächsten Vers., damit sie eins sind wie wir. 12Solange ich bei ihnen war, habe ich sie durch die Macht bewahrt, die du mir gegeben hast, die Macht deines Namens. Ich habe sie beschützt, und keiner von ihnen ist verloren gegangen – keiner außer dem, der verloren gehen musste17,12 W außer dem Sohn des Verlorengehens / des Verderbens.; doch das geschah, weil sich erfüllen sollte, was in der Schrift vorausgesagt ist17,12 Vergleiche Psalm 41,10; 109,4-8..

13Jetzt aber komme ich zu dir. Ich sage das alles, solange ich noch hier in der Welt ´bei ihnen` bin, damit meine Freude sie ganz erfüllt. 14Ich habe ihnen dein Wort weitergegeben, und nun hasst sie die Welt, weil sie nicht zu ihr gehören, so wie auch ich nicht zu ihr gehöre. 15Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt herauszunehmen; aber ich bitte dich, sie vor dem Bösen17,15 D. h. vor dem Satan. zu bewahren. 16Sie gehören nicht zur Welt, so wenig wie ich zur Welt gehöre. 17Mach sie durch die Wahrheit zu Menschen, die dir geweiht sind.17,17 W Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist die Wahrheit. 18So wie du mich in die Welt gesandt hast, habe ich auch sie in die Welt gesandt. 19Und für sie weihe ich mich dir, damit auch sie durch die Wahrheit dir geweiht sind17,19 Od damit auch sie wirklich dir geweiht sind. W Und für sie heilige ich mich, damit auch sie durch die Wahrheit / in Wahrheit geheiligt sind.

… für alle, die an ihn glauben werden

20»Ich bete aber nicht nur für sie, sondern auch für die Menschen, die auf ihr Wort hin an mich glauben werden. 21Ich bete darum, dass sie alle eins sind – sie in uns17,21 AL(1) dass sie alle eins sind – dass sie in uns eins sind., so wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. 22Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich nun auch ihnen gegeben, damit sie eins sind, so wie wir eins sind. 23Ich in ihnen und du in mir – so sollen sie zur völligen Einheit gelangen, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass sie von dir geliebt sind, wie ich von dir geliebt bin.

24Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, dort sind, wo ich bin. Sie sollen bei mir sein, damit sie meine Herrlichkeit sehen – die Herrlichkeit, die du mir gabst, weil du mich schon vor der Erschaffung der Welt geliebt hast.

25Vater, du gerechter Gott, die Welt kennt dich nicht; aber ich kenne dich17,25 W 25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht gekannt/erkannt; ich aber habe dich gekannt/erkannt., und diese hier haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26Ich habe ihnen deinen Namen offenbart und werde es auch weiterhin tun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, auch in ihnen ist, ja damit ich selbst in ihnen bin.«

18

Jesu Leiden und Sterben und seine Auferstehung (Kapitel 18 bis 20)

Die Gefangennahme Jesu

Mt 26,47-56; Mk 14,43-49; Lk 22,47-53

181Danach verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt. Sie überquerten den Kidronbach18,1 W den Winterbach Kidron. Der Kidron, ein Wadi, führt nur in der Regenzeit (im Winter) Wasser. und gingen in einen Garten, der sich auf der anderen Seite des Tals befand.

2Jesus war oft zusammen mit seinen Jüngern dort gewesen; deshalb kannte auch Judas, der Verräter18,2 W der ihn verriet/auslieferte. Ebenso in Vers 5., diesen Ort. 3Jetzt kam er dorthin, begleitet von Soldaten der römischen Besatzungstruppe18,3 W von der Kohorte (eine römische Heereseinheit; nach anderer Auffassung handelt es sich hier um eine jüdische Milizeinheit). und von den Männern der Tempelwache18,3 W und von den Dienern., die ihm die führenden Priester und die Pharisäer zur Verfügung gestellt hatten. Sie waren bewaffnet und trugen Laternen und Fackeln.

4Jesus wusste genau, was ihm bevorstand. Er ging ihnen bis vor den Eingang des Gartens entgegen18,4 W Er ging hinaus. und fragte sie: »Wen sucht ihr?« 5Judas, der Verräter, stand dabei. »Jesus von Nazaret«, antworteten sie. »Ich bin es«, erklärte Jesus. 6Als er zu ihnen sagte: »Ich bin es«, wichen sie zurück und fielen zu Boden. 7Jesus fragte sie noch einmal: »Wen sucht ihr?« – »Jesus von Nazaret«, erwiderten sie. 8»Ich habe euch doch gesagt, dass ich es bin«, sagte Jesus. »Wenn ich der bin, den ihr sucht, dann lasst die anderen hier gehen.« 9So sollte sich Jesu eigenes Wort erfüllen: »Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren gehen lassen.«18,9 Vergleiche Kapitel 6,39; 17,12.

10Simon Petrus hatte ein Schwert bei sich. Er zog es, ging damit auf den Diener des Hohenpriesters los, einen Mann namens Malchus, und schlug ihm das rechte Ohr ab. 11Da sagte Jesus zu Petrus: »Steck das Schwert weg! Soll ich den ´bitteren` Kelch, den mir der Vater gegeben hat, etwa nicht trinken?«

Jesus vor Hannas

Mt 26,57; Mk 14,53; Lk 22,54

12Die römischen Soldaten18,12 W Die Kohorte. Siehe die Anmerkung zu Vers 3. unter der Führung ihres Offiziers und die Männer der Tempelwache, die von den Juden geschickt worden waren,18,12 W und die Diener der Juden. nahmen Jesus nun fest. Sie fesselten ihn 13und brachten ihn als Erstes zu Hannas. Hannas war der Schwiegervater von Kajafas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. 14Kajafas war es gewesen, der den Juden klar gemacht hatte, dass es in ihrem Interesse sei, wenn ein Mensch für das Volk stirbt.18,14 Kapitel 11,49-52.

Petrus verleugnet Jesus

Mt 26,58.69-70; Mk 14,54.66-68; Lk 22,55-57

15Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus, ´als er abgeführt wurde`. Dieser andere Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und konnte deshalb bis in den Innenhof des hohepriesterlichen Palastes mitgehen. 16Petrus aber blieb draußen vor dem Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, wieder zurück, redete mit der Pförtnerin und nahm dann Petrus mit hinein.

17Die Pförtnerin fragte Petrus: »Bist du nicht18,17 Od Bist du etwa. Ebenso in Vers 25. auch einer von den Jüngern dieses Mannes?« – »Nein«, antwortete Petrus, »das bin ich nicht.«

18Die Diener ´des hohepriesterlichen Hauses` und die Männer der Tempelwache18,18 W und die Diener (im Griechischen ein anderes Wort als am Versanfang). hatten ein Kohlenfeuer angezündet, weil es kalt war; sie standen um das Feuer herum und wärmten sich. Petrus stellte sich zu ihnen und wärmte sich ebenfalls.

Das Verhör vor dem Hohenpriester

19Inzwischen befragte der Hohepriester18,19 Es handelt sich wohl um Hannas. Hannas, Hoherpriester von 6–15 n. Chr., war von den Römern abgesetzt worden. Er behielt jedoch nach jüdischem Gesetz auf Lebenszeit den Titel eines Hohenpriesters (vergleiche Lukas 3,2; Apostelgeschichte 4,6) und übte weiterhin großen Einfluss aus. – Nach anderer Auffassung handelt es sich um Kajafas, der demnach bereits das erste Verhör Jesu im Haus des Hannas geleitet hätte. In Vers 24 würde es sich dann lediglich um eine Verlegung der Verhandlung an einen anderen Schauplatz handeln. Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. 20Jesus erklärte: »Ich habe immer frei und offen geredet und so, dass alle Welt es hören konnte. Ich habe nie im Geheimen gelehrt, sondern immer in den Synagogen und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen. 21Warum fragst du mich also? Frag die, die mich gehört haben18,21 W die gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe.; sie wissen, was ich gesagt habe.«

22Empört über diese Worte, schlug ihn einer der Gerichtsdiener, die dabeistanden18,22 W einer der Diener, der dabeistand., ins Gesicht und sagte: »Wie kannst du es wagen, dem Hohenpriester so eine Antwort zu geben?« 23Jesus entgegnete: »Wenn an dem, was ich gesagt habe, etwas Unrechtes war, dann beweise es. Wenn ich aber nichts Unrechtes gesagt habe, warum behandelst du mich so?18,23 W Wenn ich aber richtig gesprochen habe, warum schlägst du mich / warum lässt du mich schlagen? Die Antwort kann an den Gerichtsdiener oder an den Hohenpriester gerichtet sein.«

24Hannas ließ Jesus daraufhin gefesselt vor den Hohenpriester Kajafas bringen.

Petrus verleugnet Jesus noch einmal

Mt 26,71-75; Mk 14,69-72; Lk 22,58-62

25Simon Petrus stand immer noch beim Feuer und wärmte sich. Da wurde er gefragt: »Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern?« Petrus stritt es ab. »Ich bin es nicht«, sagte er. 26Einer der Diener des Hohenpriesters, ein Verwandter des Mannes, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte, sagte: »Habe ich dich nicht dort im Garten bei ihm gesehen?« 27Wieder stritt Petrus ab, ´etwas mit Jesus zu tun zu haben`. Im selben Augenblick krähte ein Hahn.

Jesus vor Pilatus

Mt 27,1-2.11-14; Mk 15,1-5; Lk 23,1-5

28Die, die Jesus verhört hatten, brachten ihn nun vom ´Haus des` Kajafas zum Prätorium, ´dem Amtssitz des römischen Gouverneurs`; es war jetzt früh am Morgen. Sie selbst betraten das Gebäude nicht, um die Reinheitsvorschriften nicht zu verletzen18,28 W um nicht verunreinigt zu werden.; sie hätten sonst nicht am Passafest teilnehmen können18,28 Od sie hätten sonst nicht das Passamahl feiern können. Nach dieser Auffassung fand das Passamahl am Abend nach der Kreuzigung statt; vergleiche die Anmerkung zu Kapitel 19,14. Die im NGÜ-Text gegebene Übersetzung schließt die Möglichkeit nicht aus, dass es sich bei dem in Kapitel 13,2 erwähnten Abendessen um das Passamahl handelte.. 29Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus. »Was für eine Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann?«, fragte er. 30Sie erwiderten: »Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn nicht zu dir gebracht.« 31Da sagte Pilatus: »Nehmt doch ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz!« Die Juden entgegneten: »Wir haben nicht das Recht, jemand hinzurichten.« 32So sollte sich das Wort erfüllen, mit dem Jesus angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde.18,32 Kapitel 12,32; vergleiche 3,14; 8,28.

33Pilatus ging ins Prätorium zurück und ließ Jesus vorführen. »Bist du der König der Juden?«, fragte er ihn. 34Jesus erwiderte: »Bist du selbst auf diesen Gedanken gekommen, oder haben andere dir das über mich gesagt?« – 35»Bin ich etwa ein Jude?«, gab Pilatus zurück. »Dein eigenes Volk und die führenden Priester haben dich mir übergeben. Was hast du getan?« 36Jesus antwortete: »Das Reich, dessen König ich bin,18,36 W Mein Reich. ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich gekämpft, damit ich nicht den Juden in die Hände falle18,36 W den Juden übergeben/ausgeliefert werde.. Nun ist aber mein Reich nicht von dieser Erde.« 37Da sagte Pilatus zu ihm: »Dann bist du also tatsächlich ein König?« Jesus erwiderte: »Du hast Recht18,37 W Du sagst es. – ich bin ein König. Ich bin in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeuge zu sein; dazu bin ich geboren. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit steht18,37 W der aus der Wahrheit ist., hört auf meine Stimme.« – 38»Wahrheit?«, sagte Pilatus zu ihm. »Was ist Wahrheit?«

Die Verurteilung Jesu

Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Lk 23,13-22

Damit brach Pilatus das Verhör ab und ging18,38 W Als er das gesagt hatte, ging er. wieder zu den Juden hinaus. »Ich kann keine Schuld an ihm finden«, erklärte er. 39»Nun habt ihr ja nach eurem Brauch Anspruch darauf18,39 W habt ihr ja den Brauch., dass ich euch am Passafest einen Gefangenen freigebe. Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freigebe?« – 40»Nein, den nicht!«, schrien sie zurück. »Wir wollen Barabbas!« Dieser Barabbas war ein Verbrecher18,40 Od Aufrührer. W Räuber..

19

Jesus wird von den Soldaten misshandelt und verspottet

Mt 27,27-31; Mk 15,16-20; Lk 23,23-25

191Daraufhin ließ Pilatus Jesus abführen und auspeitschen. 2Nachdem die Soldaten ihn ausgepeitscht hatten, flochten sie19,2 W 2 Und die Soldaten flochten. aus Dornenzweigen eine Krone, setzten sie Jesus auf den Kopf und hängten ihm einen purpurfarbenen Mantel um. 3Dann stellten sie sich vor ihn hin, riefen: »Es lebe der König19,3 W Sei gegrüßt / Heil dir, König. der Juden!« und schlugen ihm dabei ins Gesicht.

4Anschließend wandte sich Pilatus ein weiteres Mal an die Menge19,4 W an sie (die Leute). Entsprechend im nächsten Vers.. Er ging hinaus und sagte: »Ich bringe ihn jetzt zu euch heraus. Ihr sollt wissen, dass ich keine Schuld an ihm finden kann.« 5Jesus trat heraus. Auf dem Kopf trug er die Dornenkrone, und er hatte den Purpurmantel um. Pilatus sagte zu der Menge: »Hier ist er jetzt, der Mensch!19,5 W Seht, der Mensch!« 6Aber sowie die führenden Priester und ihre Leute19,6 W und die Diener. Jesus erblickten, schrien sie: »Lass ihn kreuzigen! Lass ihn kreuzigen!« – »Nehmt ihn doch selbst und kreuzigt ihn!«, erwiderte Pilatus. »Ich jedenfalls kann keine Schuld an ihm finden.« – 7»Wir haben ein Gesetz«, hielten ihm die Juden entgegen, »und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er behauptet hat, er sei Gottes Sohn19,7 W weil er sich zu Gottes Sohn gemacht hat. Siehe 3. Mose 24,16 und vergleiche Johannes 5,18; 10,33; Matthäus 26,63-66.19,7 Siehe 3. Mose 24,16 und vergleiche Johannes 5,18; 10,33; Matthäus 26,63-66.

8Als Pilatus das hörte, wurde ihm noch unheimlicher zumute. 9Er ging ins Prätorium zurück und fragte Jesus: »Woher bist du eigentlich?« Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10»Du weigerst dich, mit mir zu reden?«, sagte Pilatus. »Weißt du nicht, dass es in meiner Macht steht, dich freizulassen, aber dass ich auch die Macht habe, dich kreuzigen zu lassen?« 11Jesus erwiderte: »Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre. Deshalb trägt der, der mich dir übergeben hat, eine größere Schuld19,11 W Sünde.12Daraufhin19,12 Od Aus diesem Grund. machte Pilatus noch einmal einen Versuch, Jesus freizulassen. Doch die Juden schrien: »Wenn du den freilässt, bist du nicht mehr der Freund des Kaisers! Jeder, der sich selbst zum König macht, stellt sich gegen den Kaiser.«

13Diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Pilatus ließ19,13 W Als nun Pilatus diese Worte hörte, ließ er. Jesus auf den Platz herausführen, den man das »Steinpflaster« nannte und der auf hebräisch19,13 Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. Gabbata hieß. Dort nahm Pilatus auf dem Richterstuhl Platz. 14Es war der Rüsttag19,14 Rüsttag: ein anderer Name für den Freitag (an dem man sich für den Sabbat vorbereitete). in der Passafestzeit19,14 Od der Rüsttag, der Tag vor dem Passafest (vergleiche die Anmerkung zu Kapitel 18,28). – Rüsttag (w Zurüstung/Vorbereitung): ein anderer Name für den Freitag (an dem man sich für den Sabbat vorbereitete)., und es war inzwischen etwa zwölf Uhr mittags19,14 etwa sechs Uhr morgens. Nach dieser Auffassung folgt der Verfasser des Evangeliums an dieser Stelle der römischen Tageseinteilung und zählt die Stunden von Mitternacht an. W etwa die sechste Stunde.. Pilatus sagte zu den Juden: »Seht da, euer König!« 15Doch sie schrien: »Weg mit ihm! Weg mit ihm! Lass ihn kreuzigen!« – »Euren König soll ich kreuzigen lassen?«, fragte Pilatus. »Wir haben keinen König außer dem Kaiser!«, entgegneten die führenden Priester. 16Da gab Pilatus ihrer Forderung nach19,16 W Da übergab er ihn ihnen (zuliebe). und befahl, Jesus zu kreuzigen.

Die Kreuzigung Jesu

Mt 27,32-44; Mk 15,21-32; Lk 23,26-43

Jesus wurde abgeführt. 17Er trug sein Kreuz selbst aus der Stadt hinaus zu der so genannten Schädelstätte; auf hebräisch19,17 Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. heißt sie Golgata. 18Dort kreuzigte man ihn und mit ihm zwei andere, einen auf jeder Seite; Jesus hing in der Mitte.

19Pilatus ließ ein Schild am Kreuz anbringen, das die Aufschrift trug: »Jesus von Nazaret, König der Juden.« 20Dieses Schild wurde von vielen Juden gelesen; denn der Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde, war ganz in der Nähe der Stadt, und die Aufschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. 21Die führenden Priester des jüdischen Volkes erhoben Einspruch. »Es darf nicht heißen: ›König der Juden‹«, sagten sie zu Pilatus. »Schreibe: ›Dieser Mann hat behauptet: Ich bin der König der Juden.‹« 22Pilatus erwiderte: »Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.«

23Die Soldaten, die Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und teilten sie unter sich auf; sie waren zu viert. Beim Untergewand stellten sie fest, dass es von oben bis unten durchgehend gewebt war19,23 W Das Untergewand aber war von oben an durchgehend gewebt., ohne jede Naht. 24»Das zerschneiden wir nicht«, sagten sie zueinander. »Wir lassen das Los entscheiden, wer es bekommt.« So sollte sich erfüllen, was in der Schrift vorausgesagt war:

»Sie haben meine Kleider unter sich verteilt;

um mein Gewand haben sie das Los geworfen.«19,24 Psalm 22,19.

Genau das taten die Soldaten.

25Bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und ihre Schwester sowie Maria, die Frau von Klopas, und Maria aus Magdala. 26Als Jesus seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er besonders geliebt hatte, sagte er zu seiner Mutter: »Liebe Frau, das ist jetzt dein Sohn!« 27Dann wandte er sich zu dem Jünger und sagte: »Sieh, das ist jetzt deine Mutter!« Da nahm der Jünger die Mutter Jesu zu sich und sorgte von da an für sie.19,27 W Von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich nach Hause.

Der Tod Jesu

Mt 27,45-56; Mk 15,33-41; Lk 23,44-49

28Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war. Und weil sich das, was in der Schrift vorausgesagt war19,28 Psalm 69,22., bis ins Letzte erfüllen sollte, sagte er: »Ich habe Durst!« 29Da tauchten die Soldaten19,29 W Da tauchten sie. einen Schwamm in ein Gefäß mit Weinessig, das dort stand, steckten ihn auf einen Ysopstängel und hielten ihn Jesus an den Mund. 30Nachdem er ein wenig von dem Essig genommen hatte, sagte er: »Es ist vollbracht.« Dann neigte er den Kopf und starb19,30 W und gab den Geist auf..

»Der, den sie durchbohrt haben«

31Es war Rüsttag19,31 Siehe die Anmerkung zu Vers 14., ´der Tag vor dem Sabbat,` und die führenden Männer des jüdischen Volkes wollten nicht, dass die Gekreuzigten19,31 W und die Juden wollten nicht, dass die Körper. den Sabbat über am Kreuz hängen blieben19,31 Siehe 5. Mose 21,22.23., umso mehr als dieser Sabbat ein besonders hoher Feiertag war19,31 W als der Tag jenes Sabbats groß war.. Deshalb baten sie Pilatus, dass man den Männern, ´die am Kreuz hingen,` die Beine brach und sie, ´sobald der Tod eingetreten war,` herunterholte. 32Die Soldaten gingen zunächst zu dem einen von den beiden, die mit Jesus gekreuzigt worden waren, und brachen ihm die Beine. Dasselbe taten sie mit dem anderen. 33Als sie jedoch zu Jesus kamen und feststellten, dass er bereits tot war, brachen sie ihm die Beine nicht. 34Einer von den Soldaten allerdings stach mit der Lanze in seine Seite, worauf sofort Blut und Wasser aus der Wunde traten.

35Das bezeugt der, der es mit eigenen Augen gesehen hat, und sein Bericht ist wahr; er19,35 W jener (nach Auffassung einiger: Jesus). weiß, dass er die Wahrheit sagt. Und er bezeugt es, damit auch ihr glaubt. 36Diese Dinge sind geschehen, weil sich erfüllen sollte, was in der Schrift vorausgesagt ist: »Es wird ihm kein Knochen gebrochen werden.«19,36 2. Mose 12,46; 4. Mose 9,12; Psalm 34,21. 37Und an einer anderen Stelle der Schrift heißt es: »Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.«19,37 Sacharja 12,10.

Das Begräbnis Jesu

Mt 27,57-61; Mk 15,42-47; Lk 23,50-56a

38Nun ging Josef, ein Mann aus Arimatäa, zu Pilatus und bat ihn19,38 W Danach aber bat Josef aus Arimatäa Pilatus., den Leichnam Jesu vom Kreuz abnehmen zu dürfen. Josef war ein Jünger Jesu – allerdings nur heimlich, weil er sich vor den ´führenden` Juden fürchtete. Als er von Pilatus die Erlaubnis erhalten hatte, ging er ´zum Hinrichtungsplatz` und nahm den Leichnam Jesu ab. 39Auch Nikodemus, der Jesus am Anfang einmal bei Nacht aufgesucht hatte, war gekommen. Er brachte etwa hundert Pfund19,39 W etwa hundert Litrai (ungefähr 33 kg). einer Mischung19,39 AL(1) Er brachte eine Rolle / ein Paket von etwa hundert Pfund. von Myrrhe und Aloe mit. 40Die beiden Männer nahmen den Leichnam Jesu und wickelten ihn unter Beigabe der wohlriechenden Öle in Leinenbinden, wie es der jüdischen Begräbnissitte entspricht.

41Dort, wo Jesus gekreuzigt worden war, befand sich ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in das noch niemand gelegt worden war. 42In dieses Grab legten sie Jesus, weil es ganz in der Nähe war und er dort noch vor dem Ende des Rüsttags19,42 W des Rüsttags der Juden. bestattet werden konnte.

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