Lutherbibel 1984 (LU84)
8

Das künftige Heil für das Volk Gottes

81Und es geschah des HERRN Wort: 2So spricht der HERR Zebaoth:

8,2
Kap
Ich eifere für Zion mit großem Eifer und eifere um seinetwillen in großem Zorn.

3So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und

8,3
Kap
will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine
8,3
Jes 1,2126
Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein
8,3
Ps 2,6
heiliger Berg.

4So spricht der HERR Zebaoth:

8,4
Jes 65,20
Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, 5und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.

6So spricht der HERR Zebaoth: Erscheint dies auch unmöglich in den Augen derer, die in dieser Zeit übrig geblieben sind von diesem Volk, sollte es darum auch

8,6
Lk 1,37
unmöglich erscheinen in meinen Augen?, spricht der HERR Zebaoth.

7So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will mein Volk erlösen aus dem Lande gegen Aufgang und aus dem Lande gegen Niedergang der Sonne 8und will sie heimbringen, dass sie in Jerusalem wohnen. Und

8,8
Jer 24,7
sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit.

9So spricht der HERR Zebaoth:

8,9
Jes 35,3
Stärkt eure Hände, die ihr diese Worte hört in dieser Zeit durch der Propheten Mund – an dem Tage, da der Grund gelegt wurde zum Hause des HERRN Zebaoth, auf dass der Tempel gebaut würde. 10Denn vor diesen Tagen war der Menschen Arbeit vergebens, und auch der Tiere Arbeit erbrachte nichts; und vor lauter Feinden war kein Friede für die, die aus- und einzogen, und ich ließ alle Menschen aufeinander los, einen jeden gegen seinen Nächsten.

11Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen verfahren mit denen, die übrig geblieben sind von diesem Volk, spricht der HERR Zebaoth, 12sondern sie sollen in Frieden säen. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will denen, die übrig geblieben sind von diesem Volk, das alles zum Besitz geben. 13Und es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so will ich euch erlösen, dass ihr

8,13
1. Mose 12,2
ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!

14So spricht der HERR Zebaoth: Gleichwie ich euch zu plagen gedachte, als mich eure Väter erzürnten, spricht der HERR Zebaoth, und es mich nicht gereute, 15so gedenke ich nun wiederum in diesen Tagen wohlzutun Jerusalem und dem Hause Juda. Fürchtet euch nur nicht! 16Das ist’s aber, was ihr tun sollt:

8,16
Eph 4,25
Rede einer mit dem andern Wahrheit und richtet recht, schafft Frieden in euren Toren, 17und
8,17
Kap
keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der HERR.

18Und es geschah des HERRN Zebaoth Wort zu mir: 19So spricht der HERR Zebaoth:

8,19
Kap
Die Fasten des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats sollen dem Hause Juda zur Freude und Wonne und zu fröhlichen Festzeiten werden. Doch liebt Wahrheit und Frieden!

Das künftige Heil für die Völker

20So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch viele Völker kommen und Bürger vieler Städte, 21und die Bürger einer Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen. 22So werden viele Völker, Heiden in Scharen, kommen, den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen.

23So spricht der HERR Zebaoth: Zu der Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Heiden einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir hören, dass Gott mit euch ist.

9

Läuterung der heidnischen Nachbarn Judas

91Die Last, die der HERR ankündigt, kommt über das Land Hadrach, und auf

9,1
Jes 17,1-6
Damaskus lässt sie sich nieder – denn der HERR schaut auf die Menschen und auf alle Stämme Israels –, 2dazu auf Hamat, das daran grenzt, auch auf
9,2
Jes 23,1-18
Jer 47,4
Hes 26,1–28,24
Tyrus und Sidon, die doch sehr weise sind. 3Denn Tyrus baute sich ein Bollwerk und sammelte Silber wie Sand und Gold wie Dreck auf der Gasse. 4Aber siehe, der Herr wird es erobern und wird seine Macht ins Meer stürzen, und die Stadt wird mit Feuer verbrannt werden.

5Wenn Aschkelon das sehen wird, wird es erschrecken, und

9,5
Jer 47,1-7
Gaza wird sehr angst werden, dazu Ekron, denn seine Zuversicht wird zuschanden. Es wird aus sein mit dem König von Gaza, und in Aschkelon wird man nicht mehr wohnen, 6und in Aschdod werden
9,6
5. Mose 23,3
Mischlinge wohnen.

Und ich will die Pracht der Philister ausrotten. 7Und ich will

9,7
1. Mose 9,4
das Blut von ihrem Munde wegnehmen und das, was mir ein Gräuel ist, von ihren Zähnen, dass auch sie unserm Gott übrig bleiben und wie ein Stamm in Juda werden und die Bewohner Ekrons wie die
9,7
Jos 15,63
2. Sam 24,18
Jebusiter. 8Und
9,8
Kap
ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern, sodass keiner dort hin und her ziehe und nicht mehr der Treiber über sie komme; denn ich sehe nun darauf mit meinen Augen.

Verheißung des messianischen Friedensreiches

9Du,

9,9
Zef 3,14
Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe,
9,9
Mt 21,5
dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10Denn
9,10
Mi 5,9
ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

11Auch lasse ich

9,11
2. Mose 24,8
um des Blutes deines Bundes willen deine Gefangenen frei aus der Grube, in der kein Wasser ist; 12so
9,12
Kap
kehrt heim zur festen Stadt, die ihr auf Hoffnung gefangen liegt. Denn heute verkündige ich, dass ich dir
9,12
Jes 61,7
zweifach erstatten will.

13Denn ich habe mir Juda zum Bogen gespannt und Ephraim darauf gelegt und will deine Söhne, Zion, aufbieten gegen deine Söhne, Griechenland, und will dich zum Schwert eines Riesen machen. 14Und der HERR wird über ihnen erscheinen, und seine Pfeile werden ausfahren wie der Blitz, und Gott der HERR wird die Posaune blasen und wird einherfahren in den Stürmen vom Südland. 15Der HERR Zebaoth wird sie schützen, und die Schleudersteine werden fressen und niederwerfen und Blut trinken wie Wein und voll davon werden wie die Becken und wie die Ecken des Altars. 16Und der HERR, ihr Gott, wird ihnen zu der Zeit helfen, der Herde seines Volks; denn wie edle Steine werden sie in seinem Lande glänzen. 17Denn wie groß ist seine Güte und wie groß ist seine Huld! Korn und Wein lässt er sprossen, Jünglinge und Jungfrauen.

10

Der rechte Helfer

101Bittet den HERRN, dass es regne zur Zeit des Spätregens, so wird der HERR, der die Wolken macht, euch auch Regen genug geben für jedes Gewächs auf dem Felde. 2Denn die Götzen reden Lüge, und die Wahrsager schauen Trug und erzählen nichtige Träume, und ihr Trösten ist nichts. Darum geht das Volk in die Irre wie eine Herde und

10,2
Mt 9,36
ist verschmachtet, weil kein Hirte da ist.

Gott rüstet sein Volk zum Kampf und führt es heim

3Mein Zorn ist entbrannt über

10,3
Kap
die Hirten, und ich will die Böcke heimsuchen; denn der HERR Zebaoth wird seine Herde heimsuchen, nämlich das Haus Juda, und wird sie zurichten wie ein Ross, das geschmückt ist zum Kampf. 4Die Ecksteine, Pflöcke, Kriegsbogen,10,4 Bezeichnungen für die Großen des Volkes.
10,4
Jer 30,21
alle Mächtigen sollen aus ihr hervorgehen. 5Und sie sollen sein wie Riesen, die im Kampf den Feind niedertreten in den Dreck auf der Gasse, und sie sollen kämpfen, denn der HERR wird mit ihnen sein, dass die Reiter zuschanden werden.

6Und ich will das Haus Juda stärken und das Haus Josef erretten und will sie wieder einsetzen; denn ich erbarme mich ihrer. Und sie sollen sein, wie sie waren, als ich sie nicht verstoßen hatte; denn ich, der HERR, bin ihr Gott und will sie erhören. 7Und Ephraim soll sein wie ein Riese, und ihr Herz soll fröhlich werden wie vom Wein; ihre Söhne sollen’s sehen und sich freuen, ihr Herz soll fröhlich sein über den HERRN.

8Ich will sie locken und sie sammeln, denn ich will sie erlösen, und sie sollen sich mehren, wie sie sich vormals gemehrt haben. 9Ich

10,9
Jes 66,19
säte sie unter die Völker, dass sie
10,9
Jer 51,50
meiner gedächten in fernen Landen und leben sollten mit ihren Kindern und wieder heimkehren. 10Denn ich will sie zurückbringen aus Ägyptenland und sie sammeln aus Assyrien und will sie ins Land Gilead und zum Libanon bringen, dass man nicht Raum genug für sie finden wird. 11Und wenn sie in Angst
10,11
2. Mose 14,16
Jes 11,15
durchs Meer gehen, so wird er die Wellen im Meer schlagen, dass alle Tiefen des Wassers vertrocknen werden. Da soll dann zu Boden sinken die Pracht Assyriens, und das Zepter Ägyptens soll weichen. 12Ich will sie stärken in dem HERRN, dass sie wandeln sollen in seinem Namen, spricht der HERR.