Lutherbibel 1984 (LU84)
1

11Das Hohelied Salomos.

2Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist lieblicher als Wein. 3Es riechen deine Salben köstlich; dein Name ist eine ausgeschüttete Salbe, darum lieben dich die Mädchen. 4Zieh mich dir nach, so wollen wir laufen. Der König führte mich in seine Kammern. Wir wollen uns freuen und fröhlich sein über dich; wir preisen deine Liebe mehr als den Wein. Herzlich lieben sie dich.

5Ich bin braun, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Zelte Kedars, wie die Teppiche Salomos. 6Seht mich nicht an, dass ich so braun bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt. Meiner Mutter Söhne zürnten mit mir. Sie haben mich zur Hüterin der Weinberge gesetzt; aber meinen eigenen Weinberg habe ich nicht behütet.

7Sage mir an, du, den meine Seele liebt, wo du weidest, wo du ruhst am Mittag, damit ich nicht herumlaufen muss bei den Herden deiner Gesellen.

8Weißt du es nicht, du Schönste unter den Frauen, so geh hinaus auf die Spuren der Schafe und weide deine Zicklein bei den Zelten der Hirten.

9Ich vergleiche dich, meine Freundin, einer Stute an den Wagen des Pharao. 10Deine Wangen sind lieblich mit den Kettchen und dein Hals mit den Perlenschnüren. 11Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit kleinen silbernen Kugeln.

12Als der König sich herwandte, gab meine Narde ihren Duft. 13Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten hängt. 14Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weingärten von En-Gedi.

15Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Taubenaugen.

16Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich. Unser Lager ist grün. 17Die Balken unserer Häuser sind Zedern, unsere Täfelung Zypressen.

2

21Ich bin eine Blume in Scharon und eine Lilie im Tal.

2Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen.

3Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Jünglingen. Unter seinem Schatten zu sitzen begehre ich, und seine Frucht ist meinem Gaumen süß.

4Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Zeichen über mir. 5Er erquickt mich mit Traubenkuchen und labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe. 6Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich.

7Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.

8Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft über die Berge und springt über die Hügel. 9Mein Freund gleicht einer Gazelle oder einem jungen Hirsch. Siehe, er steht hinter unsrer Wand und sieht durchs Fenster und blickt durchs Gitter. 10Mein Freund antwortet und spricht zu mir:

Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her! 11Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin. 12Die Blumen sind aufgegangen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen, und die Turteltaube lässt sich hören in unserm Lande. 13Der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, und die Reben duften mit ihren Blüten. Steh auf, meine Freundin, und komm, meine Schöne, komm her! 14Meine Taube in den Felsklüften, im Versteck der Felswand, zeige mir deine Gestalt, lass mich hören deine Stimme; denn deine Stimme ist süß, und deine Gestalt ist lieblich.

15Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten bekommen.

16Mein Freund ist mein und ich bin sein, der unter den Lilien weidet. 17Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden, wende dich her gleich einer Gazelle, mein Freund, oder gleich einem jungen Hirsch auf den Balsambergen.

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