Lutherbibel 1984 (LU84)
14

Von den Schwachen und Starken im Glauben

141Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen.14,1 Luther übersetzte: »und verwirrt die Gewissen nicht«.

14,1
Kap
2Der eine glaubt, er dürfe alles essen; wer aber schwach ist, der isst kein Fleisch.
14,2
1. Mose 1,29
9,3
3Wer isst, der verachte den nicht, der nicht isst; und
14,3
Kol 2,16
wer nicht isst, der richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen. 4Wer bist du, dass du einen fremden Knecht
14,4
Mt 7,1
Jak 4,11-12
richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten.

5Der eine

14,5
Gal 4,10
hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss. 6Wer auf den Tag achtet, der tut’s im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch.

7Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. 8Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

14,8
2. Kor 5,15
Gal 2,20
9Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.

10Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder?

14,10
Mt 25,31-32
Apg 17,31
2. Kor 5,10
Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11Denn es steht geschrieben (Jes 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr,
14,11
Phil 2,10-11
mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.« 12So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.
14,12
Gal 6,5
13Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern
14,13
1. Kor 10,33
richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

14Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass

14,14
Mt 15,11
Apg 10,15
Tit 1,15
nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, ist es unrein. 15Wenn aber dein Bruder wegen deiner Speise betrübt wird, so handelst du nicht mehr nach der Liebe.
14,15
1. Kor 8,11-13
Bringe nicht durch deine Speise den ins Verderben, für den Christus gestorben ist. 16Es soll doch nicht verlästert werden, was ihr Gutes habt. 17Denn
14,17
1. Kor 8,8
Hebr 13,9
das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. 18Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet.

19Darum lasst uns dem nachstreben, was

14,19
Kap
zum Frieden dient und
14,19
Kap
zur Erbauung untereinander. 20Zerstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut für den, der es mit schlechtem Gewissen isst. 21Es ist besser, du isst kein Fleisch und trinkst keinen Wein und tust nichts, woran sich dein Bruder stößt.
14,21
1. Kor 10,25-27
22Den Glauben, den du hast, behalte bei dir selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst nicht zu verurteilen braucht, wenn er sich prüft. 23Wer aber dabei zweifelt und dennoch isst, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.

15

151Wir aber, die wir stark sind, sollen

15,1
Kap
das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. 2Jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung.
15,2
1. Kor 9,19
10,2433
3Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht (Ps 69,10): »Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.« 4Denn was zuvor geschrieben ist,
15,4
1. Kor 10,11
das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. 5Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr
15,5
Phil 2,2
einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, 6damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.

7Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. 8Denn ich sage:

15,8
Mt 15,24
Christus ist ein Diener der Juden geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen,
15,8
Apg 3,25
um die Verheißungen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind; 9die Heiden aber sollen Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht (Ps 18,50): »Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.« 10Und wiederum heißt es (5. Mose 32,43): »Freut euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!« 11Und wiederum (Ps 117,1): »Lobet den Herrn, alle Heiden, und preist ihn, alle Völker!« 12Und wiederum spricht Jesaja (Jes 11,10): »Es wird kommen der Spross aus der
15,12
Offb 5,5
Wurzel Isais und wird aufstehen, um zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.«

13Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Die Vollmacht des Apostels

14Ich weiß aber selbst sehr wohl von euch, liebe Brüder, dass auch ihr selber voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, sodass ihr euch untereinander ermahnen könnt. 15Ich habe es aber dennoch gewagt und euch manches geschrieben, um euch zu erinnern

15,15
Kap
kraft der Gnade, die mir von Gott gegeben ist, 16damit ich ein
15,16
Kap
Diener Christi Jesu unter den Heiden sei, um das Evangelium Gottes priesterlich auszurichten, damit die Heiden ein Opfer werden, das Gott wohlgefällig ist, geheiligt durch den Heiligen Geist.

17Darum kann ich mich rühmen in Christus Jesus vor Gott. 18Denn ich werde nicht wagen, von etwas zu reden,

15,18
2. Kor 3,5
das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum
15,18
Kap
Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk, 19in der Kraft von
15,19
Mk 16,17
2. Kor 12,12
Zeichen und Wundern und in der Kraft des Geistes Gottes. So habe ich von Jerusalem aus ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium von Christus voll ausgerichtet. 20Dabei habe ich meine Ehre dareingesetzt, das Evangelium zu predigen, wo Christi Name noch nicht bekannt war, damit ich nicht auf einen fremden Grund baute,
15,20
2. Kor 10,15-16
21sondern ich habe getan, wie geschrieben steht (Jes 52,15): »Denen nichts von ihm verkündigt worden ist, die sollen sehen, und die nichts gehört haben, sollen verstehen.«

Reisepläne des Apostels

22Das ist auch der Grund, warum ich so viele Male daran gehindert worden bin, zu euch zu kommen.

15,22
Kap
23Nun aber habe ich keine Aufgabe mehr in diesen Ländern, habe aber seit vielen Jahren das
15,23
Kap
Verlangen, zu euch zu kommen, 24wenn ich nach Spanien reisen werde. Denn ich hoffe, dass ich bei euch durchreisen und euch sehen kann und von euch dorthin weitergeleitet werde, doch so, dass ich mich zuvor ein wenig an euch erquicke.

25Jetzt aber fahre ich hin nach Jerusalem, um den Heiligen zu dienen.

15,25
Apg 18,21
19,21
20,22
24,17
26Denn die in Mazedonien und Achaja haben willig eine gemeinsame Gabe zusammengelegt für die Armen unter den Heiligen in Jerusalem.
15,26
1. Kor 16,1
2. Kor 8,1-4
27Sie haben’s willig getan und sind auch ihre Schuldner.
15,27
1. Kor 9,11
Gal 6,6
Denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Anteil bekommen haben, ist es recht und billig, dass sie ihnen auch mit leiblichen Gütern Dienst erweisen. 28Wenn ich das nun ausgerichtet und ihnen diesen Ertrag zuverlässig übergeben habe, will ich von euch aus nach Spanien ziehen. 29Ich weiß aber, wenn ich zu euch komme, dass ich mit dem vollen Segen Christi kommen werde.

30Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes,

15,30
2. Kor 1,11
2. Thess 3,1
dass ihr mir kämpfen helft durch eure Gebete für mich zu Gott, 31damit ich
15,31
1. Thess 2,15
errettet werde von den Ungläubigen in Judäa und mein Dienst, den ich für Jerusalem tue, den Heiligen willkommen sei, 32damit ich mit Freuden zu euch komme nach Gottes Willen und mich mit euch erquicke. 33Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.

16

Empfehlung der Phöbe. Grüße

161Ich befehle euch unsere Schwester Phöbe an, die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä ist, 2dass ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich’s ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht; denn auch sie hat vielen beigestanden, auch mir selbst.

3Grüßt die

16,3
Apg 18,21826
Priska und den Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, 4die für mein Leben ihren Hals hingehalten haben, denen nicht allein ich danke, sondern alle Gemeinden unter den Heiden. 5Grüßt auch die Gemeinde in ihrem Hause.

Grüßt Epänetus, meinen Lieben, der aus der Provinz Asien der Erstling für Christus ist. 6Grüßt Maria, die viel Mühe und Arbeit um euch gehabt hat. 7Grüßt Andronikus und Junias16,7 Wahrscheinlich lautete der Name ursprünglich (weiblich) Junia. In der alten Kirche und noch bis ins 13. Jahrhundert wurde er als Frauenname verstanden (vgl. das Ehepaar Priska und Aquila in Vers 3)., meine Stammverwandten und Mitgefangenen, die berühmt sind unter den Aposteln und schon vor mir in Christus gewesen sind. 8Grüßt Ampliatus, meinen Lieben in dem Herrn. 9Grüßt Urbanus, unsern Mitarbeiter in Christus, und Stachys, meinen Lieben. 10Grüßt Apelles, den Bewährten in Christus. Grüßt die aus dem Haus des Aristobul. 11Grüßt Herodion, meinen Stammverwandten. Grüßt die aus dem Haus des Narzissus, die in dem Herrn sind. 12Grüßt die Tryphäna und die Tryphosa, die in dem Herrn arbeiten. Grüßt die Persis, meine Liebe, die sich viel gemüht hat im Dienst des Herrn. 13Grüßt

16,13
Mk 15,21
Rufus, den Auserwählten in dem Herrn, und seine Mutter, die auch mir eine Mutter geworden ist. 14Grüßt Asynkritus, Phlegon, Hermes, Patrobas, Hermas und die Brüder bei ihnen. 15Grüßt Philologus und Julia, Nereus und seine Schwester und Olympas und alle Heiligen bei ihnen.

16Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi.

16,16
1. Kor 16,20

Warnung vor Irrlehrern

17Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, dass ihr euch in Acht nehmt vor denen, die Zwietracht und Ärgernis anrichten entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und euch von ihnen abwendet.

16,17
Mt 7,15
2. Thess 3,6
Tit 3,10
18Denn solche dienen nicht unserm Herrn Christus, sondern
16,18
Phil 3,19
ihrem Bauch; und durch
16,18
Kol 2,4
süße Worte und prächtige Reden verführen sie die Herzen der Arglosen. 19Denn euer
16,19
Kap
Gehorsam ist bei allen bekannt geworden. Deshalb freue ich mich über euch; ich will aber, dass ihr
16,19
1. Kor 14,20
weise seid zum Guten, aber geschieden vom Bösen. 20Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!

Grüße der Mitarbeiter

21Es grüßen euch

16,21
Apg 16,1-3
19,22
Phil 2,19-22
Timotheus, mein Mitarbeiter, und Luzius,
16,21
Apg 17,6
Jason und
16,21
Apg 20,4
Sosipater, meine Stammverwandten. 22Ich, Tertius, der ich diesen Brief geschrieben habe, grüße euch in dem Herrn. 23Es grüßt euch
16,23
1. Kor 1,14
Gajus, mein und der ganzen Gemeinde Gastgeber. Es grüßt euch Erastus, der Stadtkämmerer, und Quartus, der Bruder.16,23 Der Schluss des Römerbriefes ist uneinheitlich überliefert: Der Vers 24 und die Verse 25-27 finden sich bei den Textzeugen an verschiedenen Stellen des Briefes. Vers 24 fehlt bei den ältesten Textzeugen an dieser Stelle; er lautet: »Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.«

Lobpreis Gottes

25Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das

16,25
1. Kor 2,7
Eph 1,9
3,4-9
Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war, 26nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den
16,26
Kap
Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden: 27dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.