Lutherbibel 1984 (LU84)
13

Die Stellung zur staatlichen Gewalt

131

13,1
Tit 3,1
Jedermann sei untertan der Obrigkeit13,1 Siehe Sach- und Worterklärungen., die Gewalt über ihn hat. Denn
13,1
Spr 8,15
Joh 19,11
es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. 2Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu. 3Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke.
13,3
1. Petr 2,13-14
Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. 4Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.
13,4
2. Chr 19,6-7

5Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen. 6Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht. 7So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.

13,7
Mt 22,21

Die Liebe als Erfüllung des Gesetzes

8Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn

13,8
Gal 5,14
1. Tim 1,5
wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 10Die Liebe
13,10
1. Kor 13,4
tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe
13,10
Mt 22,40
des Gesetzes Erfüllung.

Leben im Licht des kommenden Tages

11

13,11-12
1. Thess 5,6-8
Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist,
13,11
Eph 5,14
aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. 12Die Nacht ist vorgerückt,
13,12
1. Joh 2,8
der Tag aber nahe herbeigekommen. So
13,12
Eph 5,11
lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. 13Lasst uns ehrbar leben wie am Tage,
13,13
Lk 21,34
Eph 5,18
nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht; 14sondern
13,14
Gal 3,27
zieht an den Herrn Jesus Christus und
13,14
1. Kor 9,27
Kol 2,23
sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.

14

Von den Schwachen und Starken im Glauben

141Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen.14,1 Luther übersetzte: »und verwirrt die Gewissen nicht«.

14,1
Kap
2Der eine glaubt, er dürfe alles essen; wer aber schwach ist, der isst kein Fleisch.
14,2
1. Mose 1,29
9,3
3Wer isst, der verachte den nicht, der nicht isst; und
14,3
Kol 2,16
wer nicht isst, der richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen. 4Wer bist du, dass du einen fremden Knecht
14,4
Mt 7,1
Jak 4,11-12
richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten.

5Der eine

14,5
Gal 4,10
hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss. 6Wer auf den Tag achtet, der tut’s im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch.

7Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. 8Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

14,8
2. Kor 5,15
Gal 2,20
9Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.

10Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder?

14,10
Mt 25,31-32
Apg 17,31
2. Kor 5,10
Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11Denn es steht geschrieben (Jes 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr,
14,11
Phil 2,10-11
mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.« 12So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.
14,12
Gal 6,5
13Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern
14,13
1. Kor 10,33
richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

14Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass

14,14
Mt 15,11
Apg 10,15
Tit 1,15
nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, ist es unrein. 15Wenn aber dein Bruder wegen deiner Speise betrübt wird, so handelst du nicht mehr nach der Liebe.
14,15
1. Kor 8,11-13
Bringe nicht durch deine Speise den ins Verderben, für den Christus gestorben ist. 16Es soll doch nicht verlästert werden, was ihr Gutes habt. 17Denn
14,17
1. Kor 8,8
Hebr 13,9
das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. 18Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet.

19Darum lasst uns dem nachstreben, was

14,19
Kap
zum Frieden dient und
14,19
Kap
zur Erbauung untereinander. 20Zerstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut für den, der es mit schlechtem Gewissen isst. 21Es ist besser, du isst kein Fleisch und trinkst keinen Wein und tust nichts, woran sich dein Bruder stößt.
14,21
1. Kor 10,25-27
22Den Glauben, den du hast, behalte bei dir selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst nicht zu verurteilen braucht, wenn er sich prüft. 23Wer aber dabei zweifelt und dennoch isst, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.

15

151Wir aber, die wir stark sind, sollen

15,1
Kap
das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. 2Jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung.
15,2
1. Kor 9,19
10,2433
3Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht (Ps 69,10): »Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.« 4Denn was zuvor geschrieben ist,
15,4
1. Kor 10,11
das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. 5Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr
15,5
Phil 2,2
einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, 6damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.

7Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. 8Denn ich sage:

15,8
Mt 15,24
Christus ist ein Diener der Juden geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen,
15,8
Apg 3,25
um die Verheißungen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind; 9die Heiden aber sollen Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht (Ps 18,50): »Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.« 10Und wiederum heißt es (5. Mose 32,43): »Freut euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!« 11Und wiederum (Ps 117,1): »Lobet den Herrn, alle Heiden, und preist ihn, alle Völker!« 12Und wiederum spricht Jesaja (Jes 11,10): »Es wird kommen der Spross aus der
15,12
Offb 5,5
Wurzel Isais und wird aufstehen, um zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.«

13Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Die Vollmacht des Apostels

14Ich weiß aber selbst sehr wohl von euch, liebe Brüder, dass auch ihr selber voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, sodass ihr euch untereinander ermahnen könnt. 15Ich habe es aber dennoch gewagt und euch manches geschrieben, um euch zu erinnern

15,15
Kap
kraft der Gnade, die mir von Gott gegeben ist, 16damit ich ein
15,16
Kap
Diener Christi Jesu unter den Heiden sei, um das Evangelium Gottes priesterlich auszurichten, damit die Heiden ein Opfer werden, das Gott wohlgefällig ist, geheiligt durch den Heiligen Geist.

17Darum kann ich mich rühmen in Christus Jesus vor Gott. 18Denn ich werde nicht wagen, von etwas zu reden,

15,18
2. Kor 3,5
das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum
15,18
Kap
Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk, 19in der Kraft von
15,19
Mk 16,17
2. Kor 12,12
Zeichen und Wundern und in der Kraft des Geistes Gottes. So habe ich von Jerusalem aus ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium von Christus voll ausgerichtet. 20Dabei habe ich meine Ehre dareingesetzt, das Evangelium zu predigen, wo Christi Name noch nicht bekannt war, damit ich nicht auf einen fremden Grund baute,
15,20
2. Kor 10,15-16
21sondern ich habe getan, wie geschrieben steht (Jes 52,15): »Denen nichts von ihm verkündigt worden ist, die sollen sehen, und die nichts gehört haben, sollen verstehen.«

Reisepläne des Apostels

22Das ist auch der Grund, warum ich so viele Male daran gehindert worden bin, zu euch zu kommen.

15,22
Kap
23Nun aber habe ich keine Aufgabe mehr in diesen Ländern, habe aber seit vielen Jahren das
15,23
Kap
Verlangen, zu euch zu kommen, 24wenn ich nach Spanien reisen werde. Denn ich hoffe, dass ich bei euch durchreisen und euch sehen kann und von euch dorthin weitergeleitet werde, doch so, dass ich mich zuvor ein wenig an euch erquicke.

25Jetzt aber fahre ich hin nach Jerusalem, um den Heiligen zu dienen.

15,25
Apg 18,21
19,21
20,22
24,17
26Denn die in Mazedonien und Achaja haben willig eine gemeinsame Gabe zusammengelegt für die Armen unter den Heiligen in Jerusalem.
15,26
1. Kor 16,1
2. Kor 8,1-4
27Sie haben’s willig getan und sind auch ihre Schuldner.
15,27
1. Kor 9,11
Gal 6,6
Denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Anteil bekommen haben, ist es recht und billig, dass sie ihnen auch mit leiblichen Gütern Dienst erweisen. 28Wenn ich das nun ausgerichtet und ihnen diesen Ertrag zuverlässig übergeben habe, will ich von euch aus nach Spanien ziehen. 29Ich weiß aber, wenn ich zu euch komme, dass ich mit dem vollen Segen Christi kommen werde.

30Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes,

15,30
2. Kor 1,11
2. Thess 3,1
dass ihr mir kämpfen helft durch eure Gebete für mich zu Gott, 31damit ich
15,31
1. Thess 2,15
errettet werde von den Ungläubigen in Judäa und mein Dienst, den ich für Jerusalem tue, den Heiligen willkommen sei, 32damit ich mit Freuden zu euch komme nach Gottes Willen und mich mit euch erquicke. 33Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.

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