Lutherbibel 1984 (LU84)
12

Das Leben als Gottesdienst

121Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr

12,1
Kap
eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch
12,2
Eph 4,23
durch Erneuerung eures Sinnes,
12,2
Eph 5,1017
damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Die Gnadengaben im Dienst der Gemeinde

3Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand

12,3
Mt 20,26
1. Kor 4,6
mehr von sich halte, als sich’s gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder,
12,3
1. Kor 12,11
Eph 4,7
wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat.

4Denn

12,4
1. Kor 12,12
wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5so sind wir viele ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied,
12,5
1. Kor 12,27
Eph 4,425
6und
12,6
1. Kor 4,7
12,4
1. Petr 4,10
haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er.
12,7
1. Petr 4,11
8Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er.
12,8
Mt 6,3
Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit,
12,8
2. Kor 8,2
9,7
so tue er’s gern.

Das Leben der Gemeinde

9Die

12,9
1. Tim 1,5
Liebe sei ohne Falsch.
12,9
Am 5,15
Hasst das Böse, hängt dem Guten an. 10
12,10
Joh 13,4-15
Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich.
12,10
Phil 2,3
Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. 11
12,11
Offb 3,15
Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt.
12,11
Apg 18,25
Seid brennend im Geist.
12,11
Kol 3,23
Dient dem Herrn. 12Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. 13Nehmt euch der Nöte der Heiligen an.
12,13
3. Joh 5-8
Hebr 13,2
Übt Gastfreundschaft.

14Segnet, die euch verfolgen;

12,14
Mt 5,44
Apg 7,59
1. Kor 4,12
segnet, und flucht nicht. 15Freut euch mit den Fröhlichen und
12,15
Ps 35,13-14
2. Kor 11,29
weint mit den Weinenden. 16Seid
12,16
Kap
eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen.
12,16
Jes 5,21
Haltet euch nicht selbst für klug.

17

12,17
Spr 20,22
1. Thess 5,15
Vergeltet niemandem Böses mit Bösem.
12,17
2. Kor 8,21
Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. 18Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so
12,18
Mk 9,50
Hebr 12,14
habt mit allen Menschen Frieden. 19
12,19-21
3. Mose 19,18
Mt 5,38-44
Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« 20Vielmehr,
12,20
2. Kön 6,22
»wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Spr 25,21-22). 21Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

13

Die Stellung zur staatlichen Gewalt

131

13,1
Tit 3,1
Jedermann sei untertan der Obrigkeit13,1 Siehe Sach- und Worterklärungen., die Gewalt über ihn hat. Denn
13,1
Spr 8,15
Joh 19,11
es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. 2Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu. 3Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke.
13,3
1. Petr 2,13-14
Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. 4Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.
13,4
2. Chr 19,6-7

5Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen. 6Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht. 7So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.

13,7
Mt 22,21

Die Liebe als Erfüllung des Gesetzes

8Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn

13,8
Gal 5,14
1. Tim 1,5
wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 10Die Liebe
13,10
1. Kor 13,4
tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe
13,10
Mt 22,40
des Gesetzes Erfüllung.

Leben im Licht des kommenden Tages

11

13,11-12
1. Thess 5,6-8
Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist,
13,11
Eph 5,14
aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. 12Die Nacht ist vorgerückt,
13,12
1. Joh 2,8
der Tag aber nahe herbeigekommen. So
13,12
Eph 5,11
lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. 13Lasst uns ehrbar leben wie am Tage,
13,13
Lk 21,34
Eph 5,18
nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht; 14sondern
13,14
Gal 3,27
zieht an den Herrn Jesus Christus und
13,14
1. Kor 9,27
Kol 2,23
sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.

14

Von den Schwachen und Starken im Glauben

141Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen.14,1 Luther übersetzte: »und verwirrt die Gewissen nicht«.

14,1
Kap
2Der eine glaubt, er dürfe alles essen; wer aber schwach ist, der isst kein Fleisch.
14,2
1. Mose 1,29
9,3
3Wer isst, der verachte den nicht, der nicht isst; und
14,3
Kol 2,16
wer nicht isst, der richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen. 4Wer bist du, dass du einen fremden Knecht
14,4
Mt 7,1
Jak 4,11-12
richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten.

5Der eine

14,5
Gal 4,10
hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss. 6Wer auf den Tag achtet, der tut’s im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch.

7Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. 8Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

14,8
2. Kor 5,15
Gal 2,20
9Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.

10Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder?

14,10
Mt 25,31-32
Apg 17,31
2. Kor 5,10
Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11Denn es steht geschrieben (Jes 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr,
14,11
Phil 2,10-11
mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.« 12So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.
14,12
Gal 6,5
13Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern
14,13
1. Kor 10,33
richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

14Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass

14,14
Mt 15,11
Apg 10,15
Tit 1,15
nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, ist es unrein. 15Wenn aber dein Bruder wegen deiner Speise betrübt wird, so handelst du nicht mehr nach der Liebe.
14,15
1. Kor 8,11-13
Bringe nicht durch deine Speise den ins Verderben, für den Christus gestorben ist. 16Es soll doch nicht verlästert werden, was ihr Gutes habt. 17Denn
14,17
1. Kor 8,8
Hebr 13,9
das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. 18Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet.

19Darum lasst uns dem nachstreben, was

14,19
Kap
zum Frieden dient und
14,19
Kap
zur Erbauung untereinander. 20Zerstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut für den, der es mit schlechtem Gewissen isst. 21Es ist besser, du isst kein Fleisch und trinkst keinen Wein und tust nichts, woran sich dein Bruder stößt.
14,21
1. Kor 10,25-27
22Den Glauben, den du hast, behalte bei dir selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst nicht zu verurteilen braucht, wenn er sich prüft. 23Wer aber dabei zweifelt und dennoch isst, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.

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