Lutherbibel 1984 (LU84)
139

Gott der Allwissende und Allgegenwärtige

1391

139,1-2
Ps 7,10
Jer 17,10
Ein Psalm Davids, vorzusingen.

HERR, du erforschest mich

und kennest mich.

2Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;

du verstehst meine Gedanken von ferne.

3Ich gehe oder liege, so bist du um mich

und siehst alle meine Wege.

4Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,

das du, HERR, nicht schon wüsstest.

5Von allen Seiten umgibst du mich

und hältst deine Hand über mir.

6Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,

ich kann sie nicht begreifen.

7Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,

und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

8Führe ich gen Himmel, so bist du da;

bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

139,8
Am 9,2

9Nähme ich Flügel der Morgenröte

und

139,9
Jona 1,3
bliebe am äußersten Meer,

10so würde auch dort deine Hand mich führen

und deine Rechte mich halten.

11

139,11-12
Hiob 34,22
Spräche ich: Finsternis möge mich decken

und Nacht statt Licht um mich sein –,

12so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,

und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

13Denn du hast meine Nieren bereitet

und hast mich gebildet im Mutterleibe.

14Ich danke dir dafür,

dass ich wunderbar gemacht bin;

wunderbar sind deine Werke;

das erkennt meine Seele.

15Es war dir mein Gebein nicht verborgen, /

als ich im Verborgenen gemacht wurde,

als ich gebildet wurde unten in der Erde.

16Deine Augen sahen mich,

als ich noch nicht bereitet war,

und

139,16
Ps 31,16
alle Tage waren in dein Buch geschrieben,

die noch werden sollten und von denen keiner da war.

17Aber

139,17
Ps 40,6
wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!

Wie ist ihre Summe so groß!

18Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand:

139,18
Ps 63,7
Am Ende bin ich noch immer bei dir.

19Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten!

Dass doch die Blutgierigen von mir wichen!

20Denn sie reden von dir lästerlich,

und deine Feinde erheben sich mit frechem Mut.

21Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen,

und verabscheuen, die sich gegen dich erheben?

22Ich hasse sie mit ganzem Ernst;

sie sind mir zu Feinden geworden.

23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;

prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.

24Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin,

und leite mich auf ewigem Wege.

140

Bitte um Rettung vor boshaften Feinden

1401Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2Errette mich, HERR, von den bösen Menschen;

behüte mich vor den Gewalttätigen,

3die Böses planen in ihrem Herzen

und täglich Streit erregen.

4Sie haben scharfe Zungen wie Schlangen,

140,4
Röm 3,13
Otterngift ist unter ihren Lippen. SELA.

5Bewahre mich, HERR, vor der Hand der Gottlosen;

behüte mich vor den Gewalttätigen,

die mich zu Fall bringen wollen.

6Die Hoffärtigen legen mir Schlingen /

und breiten Stricke aus zum Netz

und stellen mir Fallen auf den Weg. SELA.

7Ich aber sage zum HERRN:

140,7
Ps 22,11
Du bist mein Gott;

HERR, vernimm die Stimme meines Flehens!

8HERR, meine starke Hilfe,

du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streits.

9HERR, gib dem Gottlosen nicht, was er begehrt!

Was er sinnt, lass nicht gelingen, sie könnten sich sonst überheben. SELA.

10Das Unglück, über das meine Feinde beraten,

komme über sie selber.

11Er möge feurige Kohlen über sie schütten;

er möge sie stürzen in Gruben, dass sie nicht mehr aufstehen.

12Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden;

ein frecher, böser Mensch wird verjagt und gestürzt werden.

13Denn ich weiß, dass der HERR des Elenden Sache führen

und den Armen Recht schaffen wird.

14Ja, die Gerechten werden deinen Namen preisen,

und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben.

141

Bitte um Bewahrung

1411Ein Psalm Davids.

HERR, ich rufe zu dir, eile zu mir;

vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.

2Mein Gebet möge vor dir gelten als ein

141,2
2. Mose 30,7
Räucheropfer,

das Aufheben meiner Hände als ein

141,2
2. Mose 29,39
Abendopfer.

3HERR, behüte meinen Mund

und bewahre meine Lippen!

141,3
Ps 39,2
Jak 3,5-6

4Neige mein Herz nicht zum Bösen, /

gottlos zu leben mit den Übeltätern;

ich mag nicht essen von ihren leckeren Speisen.

5Der Gerechte schlage mich freundlich und

141,5
3. Mose 19,17
Spr 27,5-6
weise mich zurecht;

das wird mir wohltun wie Balsam auf dem Haupte.

Mein Haupt wird sich dagegen nicht wehren.

Doch ich bete stets, dass jene mir nicht Schaden tun.

6Ihre Anführer sollen hinabgestürzt werden vom Felsen;

dann wird man merken, wie richtig meine Worte gewesen sind.

7Ihre Gebeine werden zerstreut bis zur Pforte des Todes,

wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt.

8Ja, auf dich, HERR, sehen meine Augen;

ich traue auf dich, gib mich nicht in den Tod dahin.

9Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben,

und vor der Falle der Übeltäter.

10Die Gottlosen sollen miteinander in ihr eigenes Netz fallen;

mich aber lass entrinnen.

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