Lutherbibel 1984 (LU84)
27

271Rühme dich nicht des morgigen Tages; denn du weißt nicht, was der Tag bringt.

27,1
Jak 4,13-14

2Lass dich von einem andern loben und nicht von deinem Mund, von einem Fremden und nicht von deinen eignen Lippen.

3Stein ist schwer, und Sand ist Last; aber der Ärger über einen Toren ist schwerer als beide.

4Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?

5Offene

27,5
3. Mose 19,17
Zurechtweisung ist besser als Liebe, die verborgen bleibt.

6Die

27,6
Ps 141,5
Schläge des Freundes meinen es gut; aber die
27,6
Mt 26,49
Küsse des Hassers sind trügerisch.

7Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber einem Hungrigen ist alles Bittre süß.

8Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flüchtet, so ist ein Mann, der aus seiner Heimat flieht.

9Das Herz freut sich an Salbe und Räucherwerk, und süß ist der Freund, der wohlgemeinten Rat gibt.

10Von deinem

27,10
Kap
Freund und deines Vaters Freund lass nicht ab. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir’s übel geht. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

11Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, so kann ich antworten dem, der mich schmäht.

12Ein Kluger sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; aber die Unverständigen laufen weiter und leiden Schaden.

13Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden.

14Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, so wird ihm das für einen Fluch gerechnet.

15

27,15-16
Kap
Eine zänkische Frau und ein triefendes Dach, wenn’s sehr regnet, lassen sich miteinander vergleichen: 16wer sie aufhalten will, der will den Wind aufhalten und will Öl mit der Hand fassen.

17Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern.

18Wer seinen Feigenbaum pflegt, der isst Früchte davon, und wer seinem Herrn treu dient, wird geehrt.

19Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so ein Mensch im Herzen des andern.

20Unterwelt und Abgrund werden niemals satt, und

27,20
Pred 1,8
der Menschen Augen sind auch unersättlich.

21Ein Mann bewährt sich in seinem Ruf wie das Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.

22Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.

23Auf deine Schafe hab acht und nimm dich deiner Herden an; 24denn Vorräte währen nicht ewig, und auch eine Krone währt nicht für und für. 25Ist das Gras abgeweidet und wiederum Grünes nachgewachsen und ist das Futter auf den Bergen gesammelt, 26dann kleiden dich die Lämmer, und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen; 27du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Mägde.

28

281

28,1
Jes 57,21
Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe.

2Um des Landes Sünde willen wechseln häufig seine Herren; aber durch einen verständigen und vernünftigen Mann gewinnt das Recht Bestand.

3Ein gottloser Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Platzregen, der die Frucht verdirbt.

4Wer die Weisung verlässt, rühmt den Gottlosen; wer sie aber bewahrt, der bekämpft ihn.

5Böse Leute verstehen nichts vom Recht; die aber nach dem HERRN fragen, verstehen alles.

6Besser ein Armer, der in seiner Unsträflichkeit wandelt, als ein Reicher, der auf verkehrten Wegen geht.

28,6
Kap

7Wer die Lehre bewahrt, ist ein verständiger Sohn; wer aber der Schlemmer Geselle ist, macht seinem Vater Schande.

8Wer sein Gut mehrt mit Zinsen und Aufschlag, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.

28,8
Kap

9Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören,

28,9
Kap
dessen Gebet ist ein Gräuel.

10Wer die Frommen verführt auf einen bösen Weg, wird selbst in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.

11Ein Reicher meint weise zu sein, aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.

12Wenn die Gerechten Oberhand haben, so ist herrliche Zeit;

28,12
Kap
wenn aber die Gottlosen hochkommen, verbergen sich die Leute.

13Wer seine Sünde leugnet, dem wird’s nicht gelingen;

28,13
Ps 32,3-5
1. Joh 1,8-9
wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

14Wohl dem, der Gott allewege fürchtet! Wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.

15Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, ist wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär.

16Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber unrechten Gewinn hasst, wird lange leben.

17Wer schuldig ist am Blut eines Menschen, der wird flüchtig sein bis zum Grabe, und niemand helfe ihm!

28,17
1. Mose 4,14

18Wer ohne Tadel einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrte Wege geht, wird in eine Grube fallen.

19Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, wird Armut genug haben.

20Ein treuer Mann wird von vielen gesegnet;

28,20
Kap
wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht ohne Schuld bleiben.

21Die

28,21
Kap
Person ansehen ist nicht gut; aber mancher vergeht sich schon um ein Stück Brot.

22Wer habgierig ist,

28,22
Kap
jagt nach Reichtum und weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird.

23Wer einen Menschen zurechtweist, wird zuletzt Dank haben, mehr als der da freundlich tut.

24Wer

28,24
Mt 15,5
seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.

25Ein Habgieriger erweckt Zank; wer sich aber auf den HERRN verlässt, wird gelabt.

26Wer

28,26
Kap
sich auf seinen Verstand verlässt, ist ein Tor; wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.

27Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird von vielen verflucht.

28Wenn die Gottlosen hochkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.

29

291Wer

29,1
Kap
gegen alle Warnung halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.

2Wenn

29,2
Kap
der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.

3Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater;

29,3
Lk 15,1330
wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.

4Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.

5Wer seinem Nächsten schmeichelt, der spannt ihm ein Netz über den Weg.

6Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter geht seinen Weg und ist fröhlich.

7Der Gerechte weiß um die Sache der Armen; der Gottlose aber weiß gar nichts.

8Die Spötter bringen leichtfertig eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.

9Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt der oder lacht, aber es gibt keine Ruhe.

10Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten nehmen sich seiner an.

11

29,11
Kap
Ein Tor schüttet all seinen Unmut aus, aber
29,11
Kap
ein Weiser beschwichtigt ihn zuletzt.

12Ein Herrscher, der auf Lügen hört, hat nur gottlose Diener.

13

29,13
Kap
Der Arme und sein Peiniger begegnen einander; der beiden
29,13
Hiob 33,30
Ps 13,4
das Augenlicht gab, ist der HERR.

14Ein König, der die Armen treulich richtet, dessen Thron wird für immer bestehen.

29,14
Kap

15Rute und Tadel gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.

29,15
Kap

16Wo viele Gottlose sind, da ist viel Sünde; aber

29,16
Ps 37,35-36
die Gerechten werden ihren Fall erleben.

17

29,17
Kap
Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Freude machen und deine Seele erquicken.

18Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet!

19Ein Knecht lässt sich mit Worten nicht in Zucht halten; denn wenn er sie auch versteht, so nimmt er sie doch nicht an.

20Siehst du einen, der

29,20
Pred 5,1-2
Jak 1,19
schnell ist zu reden, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

21Wenn ein Knecht von Jugend auf verwöhnt wird, so wird er am Ende widerspenstig sein.

22Ein

29,22
Kap
zorniger Mann richtet Streit an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.

23

29,23
Mt 23,12
Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber
29,23
1. Petr 5,5
der Demütige wird Ehre empfangen.

24Wer mit Dieben gemeinsame Sache macht, hasst sein Leben;

29,24
3. Mose 5,1
den Fluch hört er aussprechen und zeigt’s nicht an.

25Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verlässt, wird beschützt.

29,25
Mt 10,28

26Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Recht kommt vom HERRN.

27Ein ungerechter Mensch ist dem Gerechten ein Gräuel; und wer recht wandelt, ist dem Gottlosen ein Gräuel.