Lutherbibel 1984 (LU84)
26

261Wie Schnee zum Sommer und Regen zur Ernte, so reimt sich Ehre zum Toren.

2Wie ein Vogel dahinfliegt und eine Schwalbe enteilt, so ist ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

3Dem Ross eine Peitsche und dem Esel einen Zaum und

26,3
Kap
dem Toren eine Rute auf den Rücken!

4Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, dass du ihm nicht gleich wirst. 5Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, dass er sich nicht weise dünke.

6Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie einer, der sich selbst die Füße abhaut und Schaden leidet.

7Wie einem Gelähmten das Tanzen, so steht dem Toren an, von Weisheit zu reden.

8Einem Toren Ehre antun, das ist, wie wenn einer einen edlen Stein auf einen Steinhaufen wirft.

9Ein Spruch in eines Toren Mund ist wie ein Dornzweig in der Hand eines Trunkenen.

10Wie ein Schütze, der jeden verwundet, so ist, wer einen Toren oder einen Vorübergehenden dingt.

11Wie

26,11
2. Petr 2,22
ein Hund wieder frisst, was er gespien hat, so ist der Tor, der seine Torheit immer wieder treibt.

12Wenn du einen siehst, der sich

26,12
Kap
weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

13Der Faule spricht:

26,13
Kap
»Es ist ein Löwe auf dem Wege, ein Löwe auf den Gassen.«

14Ein

26,14
Kap
Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der Angel.

15Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, und es wird ihm sauer, dass er sie zum Munde bringe.

26,15
Kap

16Ein Fauler dünkt sich weiser als sieben, die da wissen, verständig zu antworten.

17Wer vorübergeht und sich mengt in fremden Streit, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.

18Wie ein Unsinniger, der mit Geschoss und Pfeilen schießt und tötet, 19so ist ein Mensch, der seinen Nächsten betrügt und spricht: »Ich habe nur gescherzt.«

20Wenn kein Holz mehr da ist, so verlischt das Feuer, und

26,20
Kap
wenn der Verleumder weg ist, so hört der Streit auf.

21Wie die Kohlen die Glut und Holz das Feuer, so

26,21
Kap
facht ein zänkischer Mann den Streit an.

22Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

26,22
Kap

23Glatte Lippen und ein böses Herz, das ist wie Tongeschirr, mit Silberschaum überzogen.

24

26,24-25
Mt 12,45
Der Hasser verstellt sich mit seiner Rede, aber im Herzen ist er falsch; 25wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Gräuel in seinem Herzen. 26Wer den Hass trügerisch verbirgt, dessen Bosheit wird doch vor der Gemeinde offenbar werden.

27Wer

26,27
Ps 7,16
Pred 10,8
eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.

28Eine falsche Zunge hasst den, dem sie Arges getan hat, und glatte Lippen richten Verderben an.

27

271Rühme dich nicht des morgigen Tages; denn du weißt nicht, was der Tag bringt.

27,1
Jak 4,13-14

2Lass dich von einem andern loben und nicht von deinem Mund, von einem Fremden und nicht von deinen eignen Lippen.

3Stein ist schwer, und Sand ist Last; aber der Ärger über einen Toren ist schwerer als beide.

4Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?

5Offene

27,5
3. Mose 19,17
Zurechtweisung ist besser als Liebe, die verborgen bleibt.

6Die

27,6
Ps 141,5
Schläge des Freundes meinen es gut; aber die
27,6
Mt 26,49
Küsse des Hassers sind trügerisch.

7Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber einem Hungrigen ist alles Bittre süß.

8Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flüchtet, so ist ein Mann, der aus seiner Heimat flieht.

9Das Herz freut sich an Salbe und Räucherwerk, und süß ist der Freund, der wohlgemeinten Rat gibt.

10Von deinem

27,10
Kap
Freund und deines Vaters Freund lass nicht ab. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir’s übel geht. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

11Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, so kann ich antworten dem, der mich schmäht.

12Ein Kluger sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; aber die Unverständigen laufen weiter und leiden Schaden.

13Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden.

14Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, so wird ihm das für einen Fluch gerechnet.

15

27,15-16
Kap
Eine zänkische Frau und ein triefendes Dach, wenn’s sehr regnet, lassen sich miteinander vergleichen: 16wer sie aufhalten will, der will den Wind aufhalten und will Öl mit der Hand fassen.

17Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern.

18Wer seinen Feigenbaum pflegt, der isst Früchte davon, und wer seinem Herrn treu dient, wird geehrt.

19Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so ein Mensch im Herzen des andern.

20Unterwelt und Abgrund werden niemals satt, und

27,20
Pred 1,8
der Menschen Augen sind auch unersättlich.

21Ein Mann bewährt sich in seinem Ruf wie das Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.

22Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.

23Auf deine Schafe hab acht und nimm dich deiner Herden an; 24denn Vorräte währen nicht ewig, und auch eine Krone währt nicht für und für. 25Ist das Gras abgeweidet und wiederum Grünes nachgewachsen und ist das Futter auf den Bergen gesammelt, 26dann kleiden dich die Lämmer, und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen; 27du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Mägde.

28

281

28,1
Jes 57,21
Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe.

2Um des Landes Sünde willen wechseln häufig seine Herren; aber durch einen verständigen und vernünftigen Mann gewinnt das Recht Bestand.

3Ein gottloser Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Platzregen, der die Frucht verdirbt.

4Wer die Weisung verlässt, rühmt den Gottlosen; wer sie aber bewahrt, der bekämpft ihn.

5Böse Leute verstehen nichts vom Recht; die aber nach dem HERRN fragen, verstehen alles.

6Besser ein Armer, der in seiner Unsträflichkeit wandelt, als ein Reicher, der auf verkehrten Wegen geht.

28,6
Kap

7Wer die Lehre bewahrt, ist ein verständiger Sohn; wer aber der Schlemmer Geselle ist, macht seinem Vater Schande.

8Wer sein Gut mehrt mit Zinsen und Aufschlag, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.

28,8
Kap

9Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören,

28,9
Kap
dessen Gebet ist ein Gräuel.

10Wer die Frommen verführt auf einen bösen Weg, wird selbst in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.

11Ein Reicher meint weise zu sein, aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.

12Wenn die Gerechten Oberhand haben, so ist herrliche Zeit;

28,12
Kap
wenn aber die Gottlosen hochkommen, verbergen sich die Leute.

13Wer seine Sünde leugnet, dem wird’s nicht gelingen;

28,13
Ps 32,3-5
1. Joh 1,8-9
wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

14Wohl dem, der Gott allewege fürchtet! Wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.

15Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, ist wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär.

16Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber unrechten Gewinn hasst, wird lange leben.

17Wer schuldig ist am Blut eines Menschen, der wird flüchtig sein bis zum Grabe, und niemand helfe ihm!

28,17
1. Mose 4,14

18Wer ohne Tadel einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrte Wege geht, wird in eine Grube fallen.

19Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, wird Armut genug haben.

20Ein treuer Mann wird von vielen gesegnet;

28,20
Kap
wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht ohne Schuld bleiben.

21Die

28,21
Kap
Person ansehen ist nicht gut; aber mancher vergeht sich schon um ein Stück Brot.

22Wer habgierig ist,

28,22
Kap
jagt nach Reichtum und weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird.

23Wer einen Menschen zurechtweist, wird zuletzt Dank haben, mehr als der da freundlich tut.

24Wer

28,24
Mt 15,5
seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.

25Ein Habgieriger erweckt Zank; wer sich aber auf den HERRN verlässt, wird gelabt.

26Wer

28,26
Kap
sich auf seinen Verstand verlässt, ist ein Tor; wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.

27Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird von vielen verflucht.

28Wenn die Gottlosen hochkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.