Lutherbibel 1984 (LU84)
17

171Besser ein trockner Bissen mit Frieden als ein Haus voll Geschlachtetem mit Streit.

17,1
Kap

2Ein kluger Knecht wird herrschen über einen schandbaren Sohn und wird mit den Brüdern das Erbe teilen.

3Wie der Tiegel das Silber und der Ofen das Gold, so prüft der HERR die Herzen.

17,3
Ps 66,10

4Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher hört gern auf schändliche Zungen.

5Wer

17,5
Kap
den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.

6Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.

7Es steht einem Toren nicht wohl an, von hohen Dingen zu reden, viel weniger einem Edlen, dass er mit Lügen umgeht.

8Bestechung ist wie ein Zauberstein dem, der sie gibt; wohin er sich kehrt, hat er Glück.

9Wer Verfehlung zudeckt, stiftet Freundschaft; wer aber eine Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.

10Ein Scheltwort dringt tiefer bei dem Verständigen als hundert Schläge bei dem Toren.

11Ein böser Mensch trachtet stets zu widersprechen; aber ein grausamer Bote wird über ihn kommen.

12Besser einer Bärin begegnen, der die Jungen geraubt sind, als einem Toren in seiner Torheit.

13Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird das Böse nicht weichen.

14Wer Streit anfängt, gleicht dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Lass ab vom Streit, ehe er losbricht!

15Wer

17,15
Jes 5,23
den Schuldigen gerecht spricht und den Gerechten schuldig, die sind beide dem HERRN ein Gräuel.

16Was soll dem Toren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, wo er doch ohne Verstand ist?

17Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren.

17,17
Kap

18Ein Tor ist, wer in die Hand gelobt und

17,18
Kap
Bürge wird für seinen Nächsten.

19Wer Zank liebt, der liebt die Sünde; und wer seine Tür zu hoch macht, strebt nach Einsturz.

20Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und wer falscher Zunge ist, wird in Unglück fallen.

21Wer einen Toren zeugt, muss sich grämen, und eines Toren Vater hat keine Freude.

22Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein betrübtes Gemüt lässt das Gebein verdorren.

17,22
Kap

23Der Gottlose nimmt gern heimlich Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.

17,23
2. Mose 23,8

24Ein Verständiger hat die Weisheit vor Augen; aber

17,24
Kap
ein Tor wirft die Augen hin und her.

25Ein törichter Sohn ist seines Vaters Verdruss und ein Gram für die Mutter, die ihn geboren hat.

26Es ist schon nicht gut, dass man Unschuldige Strafe zahlen lässt; aber den Edlen zu schlagen geht über alles Maß.

27Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede, und ein verständiger Mann wird nicht hitzig.

17,27
Kap

28Auch

17,28
Hiob 13,5
ein Tor, wenn er schwiege, würde für weise gehalten und für verständig, wenn er den Mund hielte.

18

181Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und gegen alles, was gut ist, geht er an.

2Ein Tor hat nicht Gefallen an Einsicht, sondern will kundtun, was in seinem Herzen steckt.

3Wohin ein Frevler kommt, kommt auch Verachtung; und wo Schande ist, da ist Hohn.

4Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein sprudelnder Bach.

5Es ist nicht gut, den Schuldigen vorzuziehen, dass man des Gerechten Sache beuge im Gericht.

18,5
5. Mose 1,17

6Die Lippen des Toren bringen Zank, und sein Mund ruft nach Schlägen.

7Der Mund des Toren bringt ihn ins Verderben, und seine Lippen bringen ihn zu Fall.

8Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

18,8
Kap

9Wer

18,9
Kap
lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des Verderbers.

10Der Name des HERRN ist

18,10
Kap
eine feste Burg; der Gerechte läuft dorthin und wird beschirmt.

11

18,11
Kap
Des Reichen Habe ist ihm wie eine feste Stadt und dünkt ihn eine hohe Mauer.

12

18,12
Kap
Wenn einer zugrunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muss man demütig sein.

13Wer antwortet, ehe er hört, dem ist’s Torheit und Schande.

14Wer ein mutiges Herz hat, weiß sich auch im Leiden zu halten; wenn aber der Mut daniederliegt, wer kann’s tragen?

15Ein verständiges Herz erwirbt Einsicht, und das Ohr der Weisen sucht Erkenntnis.

16Das

18,16
1. Mose 43,11
Geschenk des Menschen schafft ihm Raum und bringt ihn zu den großen Herren.

17Ein jeder hat zuerst in seiner Sache recht; kommt aber der andere zu Wort, so findet sich’s.

18Das Los schlichtet den Streit und lässt Mächtige nicht aneinandergeraten.

19Ein gekränkter Bruder ist abweisender als eine feste Stadt, und Streitigkeiten sind hart wie der Riegel einer Burg.

20Einem Mann

18,20
Kap
wird vergolten, was sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt mit dem, was seine Lippen ihm einbringen.

21

18,21
Kap
Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.

22Wer

18,22
Kap
eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt vom HERRN.

23Ein Armer redet mit Flehen, aber ein Reicher antwortet hart.

24Es gibt Allernächste, die bringen ins Verderben, und es gibt Freunde, die hangen fester an als ein Bruder.

18,24
Kap

19

191Ein Armer, der in Unschuld wandelt, ist besser als einer, der Verkehrtes spricht und dabei reich ist.

19,1
Kap

2Wo man nicht mit Vernunft handelt, da ist auch Eifer nichts nütze; und wer hastig läuft, der tritt fehl.

3Des Menschen Torheit führt ihn in die Irre, und doch tobt sein Herz wider den HERRN.

19,3
Klgl 3,39

4

19,4
Kap
Reichtum macht viel Freunde; aber der Arme wird von seinem Freunde verlassen.

5Ein

19,5
Kap
falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird nicht entrinnen.

6Viele schmeicheln dem Vornehmen; und wer Geschenke gibt, hat alle zu Freunden.

7Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern!

Wer viel spricht, der tut Frevel; und wer Worten nachjagt, der wird nicht entrinnen.19,7 Vervollständigt aus der griechischen Übersetzung.

8Wer Klugheit erwirbt, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.

9Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.

10Dem Toren steht nicht an, gute Tage zu haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.

11Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist seine Ehre, dass er Verfehlung übersehen kann.

19,11
Kap

12Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; aber seine Gnade ist wie Tau auf dem Grase.

19,12
Kap

13Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und

19,13
Kap
eine zänkische Frau wie ein ständig triefendes Dach.

14Haus und Habe vererben die Eltern; aber

19,14
Kap
eine verständige Ehefrau kommt vom HERRN.

15Faulheit macht schläfrig, und ein Lässiger wird Hunger leiden.

16Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben;

19,16
Kap
wer aber auf seinen Weg nicht achtet, wird sterben.

17Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.

19,17
Kap

18Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist, aber

19,18
5. Mose 21,18-21
lass dich nicht hinreißen, ihn zu töten.

19Großer Grimm muss Strafe leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.

20Höre auf Rat und nimm Zucht an, dass du hernach weise seist.

21In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber zustande kommt der Ratschluss des HERRN.

19,21
Kap

22Ein gütiger Mensch ist der Liebe wert, und ein Armer ist besser als ein Lügner.

23Die Furcht des HERRN führt zum Leben; man wird satt werden und sicher schlafen, von keinem Übel heimgesucht.

24Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel und bringt sie nicht wieder zum Munde.

19,24
Kap

25Schlägt man den Spötter, so werden Unverständige vernünftig; weist man den Verständigen zurecht, so gewinnt er an Einsicht.

19,25
Kap

26Wer den Vater misshandelt und die Mutter verjagt, der ist ein schandbarer und verfluchter Sohn.

27Lässt du ab, mein Sohn, auf Ermahnung zu hören, so irrst du ab von vernünftiger Lehre.

19,27
Jak 1,22

28Ein nichtswürdiger Zeuge spottet des Rechts, und den Gottlosen mundet das Unrecht.

29Den Spöttern sind Strafen bereitet und

19,29
Kap
Schläge für den Rücken der Toren.