Lutherbibel 1984 (LU84)
1

11Dies sind die Sprüche

1,1
1. Kön 5,9-12
Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel, 2um zu lernen Weisheit und Zucht und zu verstehen verständige Rede, 3dass man annehme Zucht, die da klug macht, Gerechtigkeit, Recht und Redlichkeit; 4dass die Unverständigen klug werden und die Jünglinge vernünftig und besonnen. 5Wer weise ist, der höre zu und wachse an Weisheit, und wer verständig ist, der lasse sich raten, 6dass er verstehe Sprüche und Gleichnisse, die Worte der Weisen und ihre Rätsel. 7Die
1,7
Kap
Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht.

Warnung vor Verführern

8Mein Sohn, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter;

1,8
Kap
9denn das ist ein schöner Schmuck für dein Haupt und eine Kette an deinem Halse. 10Mein Sohn, wenn
1,10
Kap
dich die bösen Buben locken, so folge nicht. 11Wenn sie sagen: »Geh mit uns! Wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen nachstellen ohne Grund; 12wir wollen sie verschlingen wie das Totenreich die Lebendigen, und die Frommen sollen sein wie die, welche hinunter in die Grube fahren; 13wir wollen kostbares Gut finden, wir wollen unsre Häuser mit Raub füllen; 14wage es mit uns! Einen Beutel nur soll es für uns alle geben«: 15mein Sohn, wandle den Weg nicht mit ihnen, halte deinen Fuß fern von ihrem Pfad; 16denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen. 17Man spannt das Netz vor den Augen der Vögel, doch lassen sie sich nicht warnen; 18so lauern jene auf ihr eigenes Blut und trachten sich selbst nach dem Leben. 19So geht es allen, die nach unrechtem Gewinn trachten; er nimmt ihnen das Leben.

Die Bußpredigt der Weisheit

20

1,20-21
Kap
Die Weisheit ruft laut auf der Straße und lässt ihre Stimme hören auf den Plätzen. 21Sie ruft im lautesten Getümmel, am Eingang der Tore, sie redet ihre Worte in der Stadt: 22Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und ihr Spötter Lust zu Spötterei haben und ihr Toren die Erkenntnis hassen? 23Kehrt euch zu meiner Zurechtweisung! Siehe, ich will über euch strömen lassen meinen Geist und euch meine Worte kundtun.

24Wenn ich aber rufe und ihr euch weigert, wenn ich

1,24
Jes 65,212
meine Hand ausstrecke und niemand darauf achtet, 25wenn ihr fahren lasst all meinen Rat und meine Zurechtweisung nicht wollt: 26dann will ich auch lachen bei eurem Unglück und euer spotten, wenn da kommt, was ihr fürchtet;
1,26
5. Mose 28,63
27wenn über euch kommt wie ein Sturm, was ihr fürchtet, und euer Unglück wie ein Wetter; wenn über euch Angst und Not kommt. 28Dann werden sie nach mir rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen und nicht finden.
1,28
Jes 59,2
Mi 3,4
29Weil sie die Erkenntnis hassten und die Furcht des HERRN nicht erwählten, 30meinen Rat nicht wollten und all meine Zurechtweisung verschmähten, 31darum sollen sie
1,31
Jes 3,10-11
essen von den Früchten ihres Wandels und satt werden an ihren Ratschlägen. 32Denn den Unverständigen bringt ihre Abkehr den Tod, und die Toren bringt ihre Sorglosigkeit um; 33wer aber mir gehorcht, wird sicher wohnen und ohne Sorge sein und kein Unglück fürchten.

2

Die Weisheit bewahrt vor dem Verderben

21Mein Sohn, wenn du meine Rede annimmst und meine Gebote behältst, 2sodass dein Ohr auf Weisheit achthat, und du dein Herz der Einsicht zuneigst, 3

2,3-6
Jak 1,5
ja, wenn du nach Vernunft rufst und deine Stimme nach Einsicht erhebst, 4wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen: 5dann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und die Erkenntnis Gottes finden. 6Denn
2,6
Dan 2,20-23
der HERR gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht. 7Er lässt es den Aufrichtigen gelingen und
2,7
Ps 7,11
beschirmt die Frommen. 8Er behütet, die recht tun, und bewahrt den Weg seiner Frommen. 9Dann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit und jeden guten Weg.

10Denn

2,10
1. Kor 1,30
Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein, 11Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten, – 12dass du nicht gerätst auf den Weg der Bösen noch unter Leute, die Falsches reden, 13die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege, 14die sich freuen, Böses zu tun, und sind fröhlich über böse Ränke, 15die krumme Wege gehen und auf Abwege kommen, – 16dass du nicht gerätst an die Frau eines andern, an eine Fremde, die glatte Worte gibt 17und verlässt den Gefährten ihrer Jugend und vergisst den Bund ihres Gottes; 18denn ihr Haus neigt sich zum Tode und ihre Wege zum Ort der Toten; 19alle, die zu ihr eingehen, kommen nicht wieder und erreichen den Weg des Lebens nicht, – 20dass du wandelst auf dem Wege der Guten und bleibst auf der Bahn der Gerechten; 21denn die Gerechten werden im Lande wohnen und die Frommen darin bleiben,
2,21
Ps 37,9
Mt 5,5
22aber die
2,22
Ps 37,10
Gottlosen werden aus dem Land ausgerottet und die Treulosen daraus vertilgt.

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