Lutherbibel 1984 (LU84)
5

Nehemia beseitigt die Beschwerden der Armen

51Und es erhob sich ein großes Geschrei der Leute aus dem Volk und ihrer Frauen gegen ihre jüdischen Brüder. 2Die einen sprachen: Unsere Söhne und Töchter müssen wir verpfänden, um Getreide zu kaufen, damit wir essen und leben können. 3Die andern sprachen: Unsere Äcker, Weinberge und Häuser müssen wir versetzen, damit wir Getreide kaufen können in dieser Hungerzeit. 4Und wieder andere sprachen: Wir haben auf unsere Äcker und Weinberge Geld aufnehmen müssen, um dem König Steuern zahlen zu können. 5Nun sind wir doch wie unsere Brüder, von gleichem Fleisch und Blut, und unsere Kinder sind wie ihre Kinder; und siehe, wir müssen unsere Söhne und Töchter als Sklaven dienen lassen, und schon sind einige unserer Töchter erniedrigt worden und wir können nichts dagegen tun, und unsere Äcker und Weinberge gehören andern.

5,5
3. Mose 25,39
2. Kön 4,1
Jes 50,1
Am 2,6
Mt 18,25

6Als ich aber ihr Schreien und diese Worte hörte, wurde ich sehr zornig. 7Und ich hielt Rat mit mir selbst und schalt die Vornehmen und die Ratsherren und sprach zu ihnen: Wollt ihr einer gegen den andern

5,7
2. Mose 22,24
Wucher treiben? Und ich brachte eine große Versammlung gegen sie zusammen 8und sprach zu ihnen: Wir haben unsere jüdischen Brüder losgekauft,
5,8
3. Mose 25,47-49
die den Heiden verkauft waren, soweit es uns möglich war; wollt ihr nun eure Brüder verkaufen, damit wir sie wieder zurückkaufen müssen? Da schwiegen sie und fanden nichts zu antworten.

9Und ich sprach: Es ist nicht gut, was ihr tut. Solltet ihr nicht in der Furcht Gottes wandeln um des Hohnes der Heiden willen, die ja unsere Feinde sind? 10Ich und meine Brüder und meine Leute haben unsern Brüdern auch Geld geliehen und Getreide;

5,10
5. Mose 15,1-11
wir wollen ihnen doch diese Schuld erlassen! 11Gebt ihnen noch heute ihre Äcker, Weinberge, Ölgärten und Häuser zurück und erlasst ihnen die Schuld an Geld, Getreide, Wein und Öl, die ihr von ihnen zu fordern habt. 12Da sprachen sie: Wir wollen es zurückgeben und wollen nichts von ihnen fordern und wollen tun, wie du gesagt hast. Und ich rief die Priester und nahm einen Eid von ihnen, dass sie so tun sollten. 13Auch schüttelte ich mein Gewand aus und sprach: So schüttle Gott einen jeden aus seinem Hause und aus seinem Besitz, der dies Wort nicht hält: so sei er ausgeschüttelt und leer! Und die ganze Gemeinde sprach »Amen« und lobte den HERRN. Und das Volk tat so.

Nehemias Uneigennützigkeit

14Und von der Zeit an, als mir befohlen wurde, ihr Statthalter zu sein im Lande Juda, nämlich vom zwanzigsten Jahr an bis in das zweiunddreißigste Jahr des Königs Artahsasta, das sind zwölf Jahre, verzichtete ich für mich und meine Brüder auf meine Einkünfte als Statthalter. 15Denn die früheren Statthalter, die vor mir gewesen waren, hatten das Volk belastet und hatten für Brot und Wein täglich vierzig Silberstücke von ihnen genommen; auch ihre Leute waren gewalttätig mit dem Volk umgegangen. Ich aber tat nicht so um der Furcht Gottes willen. 16Auch arbeitete ich an der Mauer und kaufte keinen Acker und alle meine Leute mussten sich dort zur Arbeit versammeln. 17Dazu waren von den Juden, nämlich den Ratsherren, hundertfünfzig an meinem Tisch und auch die, die zu uns kamen aus den Völkern, die um uns her wohnten. 18Und dafür brauchte man täglich einen Stier und sechs auserlesene Schafe und Geflügel und jeweils für zehn Tage eine bestimmte Menge Wein. Dennoch forderte ich nicht die Einkünfte eines Statthalters; denn der Dienst lag schon schwer genug auf dem Volk.

19Gedenke, mein Gott, zu meinem Besten an alles, was ich für dies Volk getan habe!

5,19
Kap

6

Nehemia begegnet den Nachstellungen seiner Feinde

61Und als Sanballat, Tobija und Geschem, der Araber, und unsere andern Feinde erfuhren, dass ich die Mauer gebaut hätte und keine Lücke mehr darin sei, wiewohl ich die Türen zu der Zeit noch nicht in die Tore gehängt hatte, 2sandten Sanballat und Geschem zu mir und ließen mir sagen: Komm und lass uns in Kefirim im Tal Ono zusammenkommen! Sie gedachten mir aber Böses anzutun. 3Ich aber sandte Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: Ich hab ein großes Werk auszurichten, ich kann nicht hinabkommen; es könnte das Werk liegen bleiben, wenn ich die Hand abtäte und zu euch hinabkäme. 4Sie sandten aber viermal zu mir in dieser Weise und ich antwortete ihnen in der gleichen Weise.

5Da sandte Sanballat zum fünften Mal seinen Diener zu mir mit einem offenen Brief in seiner Hand. 6Darin war geschrieben: Unter den Leuten geht das Gerücht und

6,6
Kap
Geschem hat’s gesagt, dass du und die Juden abfallen wollen, dass du darum auch
6,6
Esra 4,12
die Mauer baust, und du wollest ihr König werden; 7und du habest dir Propheten bestellt, die in Jerusalem von dir ausrufen und sagen sollen: Er ist der König in Juda! Nun, das wird vor den König kommen. So komm nun und lass uns miteinander Rat halten!

8Ich aber sandte zu ihm und ließ ihm sagen: Es ist nichts von dem geschehen, was du da sagst; du hast es dir in deinem Herzen ausgedacht. 9Denn sie alle wollten uns furchtsam machen und dachten: Sie sollen die Hand abtun vom Werk, damit es nicht fertig werde. Da stärkte ich umso mehr meine Hände.

10Und ich kam ins Haus Schemajas, des Sohnes Delajas, des Sohnes Mehetabels, der gerade behindert war, und er sprach: Lass uns zusammenkommen im Hause Gottes, im Innern des Tempels, und die Türen des Tempels zuschließen; denn sie werden kommen, dich zu töten, in der Nacht werden sie kommen, damit sie dich töten. 11Ich aber sprach: Sollte ein Mann wie ich fliehen? Sollte ein Mann wie ich in den Tempel gehen, um am Leben zu bleiben? Ich will nicht hineingehen. 12Denn ich merkte, dass nicht Gott ihn gesandt hatte. Denn er sagte die Weissagung über mich, weil Tobija und Sanballat ihm Geld gegeben hatten, 13damit ich mich fürchten und so handeln und mich verfehlen sollte, dass ein böses Gerücht aufkäme, damit sie mich verhöhnen könnten.

14Gedenke, mein Gott, des Tobija und Sanballat nach diesem ihrem Tun, auch der Prophetin Noadja und der andern Propheten, die mich abschrecken wollten.

6,14
Kap

Vollendung des Mauerbaus

15Und die Mauer wurde am fünfundzwanzigsten Tage des Monats Elul in zweiundfünfzig Tagen fertig. 16Und als alle unsere Feinde das hörten, fürchteten sich alle Völker, die um uns her wohnten, und der Mut entfiel ihnen; denn sie merkten, dass dies Werk von Gott war. 17Auch sandten viele Vornehme aus Juda in jenen Tagen Briefe an Tobija und von Tobija kamen Briefe zu ihnen. 18Es gab nämlich viele in Juda, die sich ihm verschworen hatten; denn er war ein Schwiegersohn Schechanjas, des Sohnes Arachs, und sein Sohn Johanan hatte zur Frau die Tochter Meschullams, des Sohnes Berechjas. 19Und sie sagten vor mir Gutes von ihm und trugen ihm meine Worte zu. Da sandte Tobija Briefe, um mich abzuschrecken.

7

Sicherung der Stadt

71Als wir nun die Mauer gebaut hatten, hängte ich die Türen ein, und es wurden die Torhüter, Sänger und Leviten eingesetzt. 2Und ich setzte über Jerusalem meinen Bruder Hanani und den Burgvogt Hananja, der ein treuer Mann war und gottesfürchtig vor vielen andern. 3Und ich sprach zu ihnen: Man soll die Tore Jerusalems nicht auftun, ehe die Sonne heiß scheint; und während sie noch am Himmel steht, soll man die Tore schließen und verriegeln. Und man soll Wachen aufstellen aus den Bürgern Jerusalems, die einen bei ihrer Wachmannschaft, die andern ihrem Hause gegenüber.

Verzeichnis der aus Babel Zurückgekehrten

(vgl. Esra 2,1-67)

4Die Stadt aber war weit und groß, aber wenig Volk darinnen und Häuser waren noch nicht wieder gebaut. 5Und mein Gott gab mir ins Herz, dass ich die Vornehmen und die Ratsherren und das Volk versammelte, um sie aufzuzeichnen nach Geschlechtern. Und ich fand das Geschlechtsregister derer, die zuerst heimgekehrt waren, und fand darin geschrieben:

6Dies sind die Leute der Landschaft Juda, die aus der Gefangenschaft heraufgezogen sind, die Nebukadnezar, der König von Babel, weggeführt hatte und die wieder nach Jerusalem und nach Juda zurückkehrten, ein jeder in seine Stadt, 7und die gekommen sind mit Serubbabel, Jeschua, Nehemja, Asarja, Raamja, Nahamani, Mordochai, Bilschan, Misperet, Bigwai, Rehum und Baana.

Dies ist die Zahl der Männer vom Volk Israel: 8die Söhne Parosch 2172; 9die Söhne Schefatja 372; 10die Söhne Arach 652; 11die Söhne Pahat-Moab, nämlich die Söhne Jeschua und die Söhne Joab, 2818; 12die Söhne Elam 1254; 13die Söhne Sattu 845; 14die Söhne Sakkai 760; 15die Söhne Binnui 648; 16die Söhne Bebai 628; 17die Söhne Asgad 2322; 18die Söhne Adonikam 667; 19die Söhne Bigwai 2067; 20die Söhne Adin 655; 21die Söhne Ater, nämlich die Söhne Hiskija, 98; 22die Söhne Haschum 328; 23die Söhne Bezai 324; 24die Söhne Harif 112; 25die Männer von Gibeon 95; 26die Männer von Bethlehem und Netofa 188; 27die Männer von Anatot 128; 28die Männer von Bet-Asmawet 42; 29die Männer von Kirjat-Jearim, Kefira und Beerot 743; 30die Männer von Rama und Geba 621; 31die Männer von Michmas 122; 32die Männer von Bethel und Ai 123; 33die Söhne des andern Nebo 52; 34die Söhne des andern Elam 1254; 35die Söhne Harim 320; 36die Männer von Jericho 345; 37die Männer von Lod, Hadid und Ono 721; 38die Söhne Senaa 3930.

39Die Priester: die Söhne Jedaja, nämlich das Haus Jeschua, 973; 40die Söhne Immer 1052; 41die Söhne Paschhur 1247; 42die Söhne Harim 1017.

43Die Leviten: die Söhne Jeschua, nämlich Kadmiël, Binnui und Hodawja, 74.

44Die Sänger: die Söhne Asaf 148.

45Die Torhüter: die Söhne Schallum, die Söhne Ater, die Söhne Talmon, die Söhne Akkub, die Söhne Hatita, die Söhne Schobai, insgesamt 138.

46Die Tempelsklaven: die Söhne Ziha, die Söhne Hasufa, die Söhne Tabbaot, 47die Söhne Keros, die Söhne Sia, die Söhne Padon, 48die Söhne Lebana, die Söhne Hagaba, die Söhne Salmai, 49die Söhne Hanan, die Söhne Giddel, die Söhne Gahar, 50die Söhne Reaja, die Söhne Rezin, die Söhne Nekoda, 51die Söhne Gasam, die Söhne Usa, die Söhne Paseach, 52die Söhne Besai, die Söhne der Mëuniter, die Söhne der Nefusiter, 53die Söhne Bakbuk, die Söhne Hakufa, die Söhne Harhur, 54die Söhne Bazlut, die Söhne Mehida, die Söhne Harscha, 55die Söhne Barkos, die Söhne Sisera, die Söhne Temach, 56die Söhne Neziach, die Söhne Hatifa.

57Die Nachkommen der Sklaven Salomos: die Söhne Sotai, die Söhne Soferet, die Söhne Peruda, 58die Söhne Jaala, die Söhne Darkon, die Söhne Giddel, 59die Söhne Schefatja, die Söhne Hattil, die Söhne Pocheret-Zebajim, die Söhne Amon. 60Alle Tempelsklaven und Nachkommen der Sklaven Salomos waren 392.

61Und dies sind die Leute, die auch mit heraufzogen von Tel-Melach, Tel-Harscha, Kerub-Addon und Immer, aber nicht angeben konnten, ob ihre Sippe und deren Nachkommen aus Israel stammten: 62die Söhne Delaja, die Söhne Tobija und die Söhne Nekoda 642.

63Und von den Priestern: die Söhne Habaja, die Söhne Hakkoz, die Söhne Barsillai, deren Urahn eine von den Töchtern des Gileaditers Barsillai zur Frau genommen hatte und nach dessen Namen genannt wurde.

64Diese suchten ihr Geschlechtsregister und als sie es nicht fanden, wurden sie für das Priestertum als untauglich erklärt. 65Und der Statthalter gebot ihnen, sie sollten nicht essen vom

7,65
4. Mose 18,9
Hochheiligen, bis ein Priester für die
7,65
2. Mose 28,30
1. Sam 14,41
heiligen Lose »Licht und Recht« aufstände.

66Die ganze Gemeinde zählte insgesamt 42360, 67ausgenommen ihre Sklaven und Sklavinnen; die waren 7337, dazu 245 Sänger und Sängerinnen. 68Und sie hatten 736 Rosse, 245 Maultiere, 7,68 Abweichende Verszählung statt 7,68b-72: 7,69-73.435 Kamele, 6720 Esel.

Freiwillige Beiträge zum Tempelbau

(vgl. Esra 2,68-69)

69Und einige Häupter der Sippen gaben für das Werk. Der Statthalter gab zum Schatz 1000 Gulden, 50 Becken, 530 Priesterkleider. 70Und einige Häupter der Sippen gaben zum Schatz für das Werk 20000 Gulden, 2200 Pfund Silber. 71Und das übrige Volk gab 20000 Gulden und 2000 Pfund Silber und 67 Priesterkleider. 72Und die Priester und die Leviten, die Torhüter, die Sänger und einige andere Leute und die Tempelsklaven und ganz Israel ließen sich in ihren Städten nieder.

Vorlesung des Gesetzes durch Esra

Als nun der siebente Monat herangekommen war und die Israeliten in ihren Städten waren,

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