Lutherbibel 1984 (LU84)
2

Das untreue Gottesvolk

21Und des HERRN Wort geschah zu mir: 2Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest

2,2
Hos 2,16
13,5
in der Wüste, im Lande, da man nicht sät. 3Da war Israel
2,3
2. Mose 28,36
dem HERRN heilig, die
2,3
Am 6,1
Jak 1,18
Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon essen wollte, machte sich schuldig, und Unheil musste über ihn kommen, spricht der HERR.

4Hört des HERRN Wort, ihr vom Hause Jakob und alle Geschlechter vom Hause Israel! 5So spricht der HERR:

2,5
Mi 6,3
Was haben doch eure Väter Unrechtes an mir gefunden, dass sie von mir wichen und hingen den nichtigen Götzen an und wurden so zunichte 6und dachten niemals: Wo ist der HERR, der uns aus Ägyptenland führte und
2,6
5. Mose 8,15
leitete uns in der Wüste, im wilden, ungebahnten Lande, im dürren und finstern Lande, im Lande, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt? 7Und ich brachte euch in ein fruchtbares Land,
2,7
5. Mose 1,25
dass ihr äßet seine Früchte und Güter. Aber als ihr hineinkamt,
2,7
Ri 2,1-2
machtet ihr mein Land unrein und mein Eigentum mir zum Gräuel. 8Die Priester fragten nicht: Wo ist der HERR?, und die Hüter des Gesetzes achteten meiner nicht, und die Hirten des Volks wurden mir untreu, und die Propheten weissagten im Namen des Baal und hingen den Götzen an, die nicht helfen können. 9Darum muss ich noch weiter mit euch und mit euren Kindeskindern rechten, spricht der HERR.

10Denn geht hin zu den Inseln der Kittäer und schaut, und sendet nach Kedar und gebt genau acht und schaut, ob’s daselbst so zugeht: 11ob die Heiden ihre Götter wechseln, die doch keine Götter sind. Aber mein Volk hat

2,11
Röm 1,23
seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der nicht helfen kann! 12Entsetze dich, Himmel, darüber, erschrick und erbebe gar sehr, spricht der HERR. 13Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich,
2,13
Kap
die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.

14Ist denn Israel ein Sklave oder unfrei geboren, dass er jedermanns Raub sein darf? 15

2,15
Kap
Löwen brüllen über ihm, brüllen laut und verwüsten sein Land, und seine Städte werden verbrannt, sodass niemand darin wohnt. 16Dazu scheren die Leute von
2,16
Kap
Memfis und Tachpanhes dir den Kopf kahl. 17Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN, deinen Gott, verlässt, sooft er dich den rechten Weg leiten will. 18Was hilft’s dir, dass du nach Ägypten ziehst und willst vom Nil trinken? Und was hilft’s dir, dass du nach Assyrien ziehst und willst vom Euphrat trinken? 19Deine Bosheit ist schuld, dass du so geschlagen wirst, und dein Ungehorsam, dass du so gestraft wirst. Und du musst innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott, zu verlassen und ihn nicht zu fürchten, spricht Gott, der HERR Zebaoth.

20Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen und deine Bande zerrissen und gesagt: Ich will nicht unterworfen sein! Sondern

2,20
Jes 57,5
Hes 6,13
auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen triebst du Hurerei. 21Ich aber
2,21
Ps 80,9
hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gewächs.
2,21
Jes 5,1-4
Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock? 22Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott der HERR.

23Wie wagst du denn zu sagen: Ich bin nicht unrein, ich habe mich nicht an die Baale gehängt? Sieh doch, wie du es treibst im Tal, und bedenke, was du getan hast! Du läufst umher wie eine Kamelstute in der Brunst, 24wie eine Wildeselin in der Wüste, wenn sie vor großer Brunst lechzt und läuft, dass niemand sie aufhalten kann. Wer sie haben will, muss nicht weit laufen; er trifft sie bald in dieser Zeit. 25Schone doch deine Füße, dass sie nicht wund werden, und deine Kehle, dass sie nicht durstig werde. Aber du sprichst: Da wird nichts draus; ich muss diese Fremden lieben und ihnen nachlaufen.

26Wie ein Dieb zuschanden wird, wenn man ihn ergreift, so wird das Haus Israel zuschanden werden samt seinen Königen, Fürsten, Priestern und Propheten, 27die zum Holz sagen: »Du bist mein Vater«, und zum Stein: »Du hast mich geboren.« Denn

2,27
Kap
sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: »Auf und hilf uns!« 28
2,28
5. Mose 32,37-38
Ri 10,14
Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen; lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not! Denn
2,28
Kap
so viel Städte, so viel Götter hast du, Juda.

29Wie könnt ihr rechten mit mir? Ihr seid alle von mir abgefallen, spricht der HERR. 30Alle

2,30
Jes 1,5
meine Schläge sind vergeblich an euren Söhnen, sie lassen sich doch nicht erziehen;
2,30
Mt 5,12
22,6
23,37
Mk 12,5
euer Schwert frisst eure Propheten wie ein wütender Löwe.

31Du böses Geschlecht, merke auf des HERRN Wort! Bin ich denn für Israel eine Wüste oder ödes Land? Warum spricht denn mein Volk: »Wir sind freie Herren und brauchen dir nicht mehr nachzulaufen«? 32Vergisst wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren Schleier? Mein Volk aber vergisst mich seit endlos langer Zeit. 33Wie fein findest du Wege, dir Liebhaber zu suchen! Darum hast du dich auch gewöhnt, auf bösen Wegen zu wandeln. 34Auch findet man an deinen Kleidern

2,34
Kap
das Blut von Armen und Unschuldigen, die du nicht beim Einbruch ertappt hast, sondern die alledem widerstanden. 35Und doch sprichst du: Ich bin unschuldig;
2,35
Jes 43,25-26
er hat ja doch seinen Zorn von mir gewandt. Siehe, ich will dich richten, weil du sprichst: Ich habe nicht gesündigt. 36Was läufst du denn so leichtfertig bald dahin, bald dorthin! Auch
2,36
2. Kön 23,33-35
Jes 30,3
an Ägypten wirst du zuschanden werden, wie du an Assyrien zuschanden geworden bist. 37Denn du musst auch von dort wegziehen und deine Hände über dem Kopf zusammenlegen; denn der HERR hat sie verworfen, auf die du deine Hoffnung setztest, und es wird dir nicht mit ihnen gelingen.

3

31Und er sprach:

3,1
5. Mose 24,1-4
Wenn sich ein Mann von seiner Frau scheidet und sie geht von ihm und gehört einem andern, darf er sie auch wieder annehmen? Ist’s nicht so, dass das Land unrein würde? Du aber hast mit vielen gehurt und solltest wieder zu mir kommen?, spricht der HERR. 2Hebe deine Augen auf zu den Höhen und sieh, wo du allenthalben dich preisgegeben hast! An den Wegen sitzt du und lauerst auf sie wie ein Araber in der Wüste und machst das Land unrein mit deiner
3,2
Hos 4,13
Hurerei und Bosheit. 3Darum muss auch der Frühregen ausbleiben, und kein Spätregen kommt. Aber du hast eine Hurenstirn, du willst dich nicht mehr schämen 4und schreist jetzt zu mir:
3,4
Kap
»Lieber Vater, du Vertrauter meiner Jugend! 5Willst du denn ewiglich zürnen und nicht vom Grimm lassen?« Siehe, so redest du und tust Böses und lässt dir nicht wehren.

Schuldspruch und Verheißung über Israel und Juda

6Und der HERR sprach zu mir zur Zeit des Königs Josia: Hast du gesehen, was Israel, die Abtrünnige, tat? Sie ging hin

3,6
Kap
auf alle hohen Berge und unter alle grünen Bäume und trieb dort Hurerei. 7
3,7-9
2. Kön 17,18-19
Hes 23,2-11
Und ich dachte, nachdem sie das alles getan, würde sie zu mir zurückkehren. Aber sie kehrte nicht zurück. Und obwohl ihre Schwester Juda, die Treulose, gesehen hat, 8wie ich Israel, die Abtrünnige, wegen ihres Ehebruchs gestraft und sie entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben habe, scheut sich dennoch ihre Schwester, das treulose Juda, nicht, sondern geht hin und treibt auch Hurerei. 9Und ihre leichtfertige Hurerei hat das Land unrein gemacht; denn sie treibt Ehebruch mit Stein und Holz. 10Und auch in diesem allen bekehrt sich das treulose Juda, ihre Schwester, nicht zu mir von ganzem Herzen, sondern nur mit Heuchelei, spricht der HERR.

11Und der HERR sprach zu mir: Das abtrünnige Israel steht gerechter da als das treulose Juda. 12Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurück, du abtrünniges Israel, spricht der HERR, so will ich nicht zornig auf euch blicken. Denn

3,12
2. Mose 34,6
ich bin gnädig, spricht der HERR, und will nicht ewiglich zürnen. 13Allein erkenne deine Schuld, dass du wider den HERRN, deinen Gott, gesündigt hast und bist hin und her gelaufen zu den fremden Göttern unter allen grünen Bäumen, und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht der HERR.

14Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen,

3,14
Jes 6,13
einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch bringen nach Zion. 15Und ich will euch
3,15
Kap
Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit. 16
3,16-17
4. Mose 10,33-36
2. Kön 25,8-9
Hebr 4,14-16
Und es soll geschehen, wenn ihr zahlreich geworden seid und euch ausgebreitet habt im Lande, so soll man, spricht der HERR, in jenen Tagen nicht mehr reden von der Bundeslade des HERRN, ihrer nicht mehr gedenken oder nach ihr fragen und sie nicht mehr vermissen; auch wird sie nicht wieder gemacht werden. 17Sondern zu jener Zeit wird man Jerusalem nennen
3,17
2. Mose 17,16
»Des HERRN Thron« und
3,17
Jes 2,2-4
Mi 4,2
es werden sich dahin sammeln alle Heiden um des Namens des HERRN willen zu Jerusalem, und sie werden nicht mehr wandeln nach ihrem verstockten und bösen Herzen. 18In jenen Tagen wird das Haus Juda zum Haus Israel gehen, und
3,18
Jes 11,11-13
sie werden miteinander heimkommen von Norden her in das Land, das ich euren Vätern zum Erbe gegeben habe.

19Und ich dachte: Wie will ich dich halten,

3,19
5. Mose 7,6
32,6
als wärst du mein Sohn, und dir das liebe Land geben,
3,19
5. Mose 8,7
den allerschönsten Besitz unter den Völkern! Und ich dachte, du würdest mich dann
3,19
»Lieber Vater« nennen und nicht von mir weichen. 20Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie eine Frau wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hält, spricht der HERR.

Israels Umkehr

21Man hört ein klägliches Heulen und Weinen der Israeliten

3,21
auf den Höhen, weil sie übel getan und den HERRN, ihren Gott, vergessen haben. 22Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam.

Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott. 23Wahrlich, es ist ja nichts als Betrug mit den Hügeln und mit dem Lärm auf den Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am HERRN, unserm Gott. 24Der schändliche Baal hat gefressen, was unsere Väter erworben hatten, von unsrer Jugend an, ihre Schafe und Rinder, Söhne und Töchter. 25So müssen wir uns betten in unsere Schande, und unsre Schmach soll uns bedecken. Denn

3,25
Kap
wir haben gesündigt wider den HERRN, unsern Gott, wir und unsere Väter, von unsrer Jugend an bis auf den heutigen Tag, und haben nicht gehorcht der Stimme des HERRN, unseres Gottes.

4

41Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der HERR, so kehre dich zu mir! Und wenn du deine gräulichen Götzen von meinem Angesicht wegtust, so brauchst du nicht mehr umherzuschweifen, 2und wenn du ohne Heuchelei recht und heilig

4,2
5. Mose 10,20
Jes 65,16
schwörst: »So wahr der HERR lebt«, dann werden die Heiden in ihm gesegnet werden und sich seiner rühmen. 3Denn so spricht der HERR zu denen in Juda und zu Jerusalem:
4,3
Hos 10,12
Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen! 4
4,4
Kap
Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Juda und ihr Leute von Jerusalem, auf dass nicht
4,4
Kap
um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, sodass niemand löschen kann.

Der Feind aus dem Norden wird das Land verheeren

5Verkündet in Juda und schreit laut in Jerusalem und sprecht: »Blast die Posaune im Lande!« Ruft mit voller Stimme und sprecht: »Sammelt euch und lasst uns in die festen Städte ziehen!« 6Richtet in Zion ein Fluchtzeichen auf; flieht und säumet nicht! Denn ich bringe

4,6
Kap
von Norden Unheil herzu und großen Jammer. 7Es steigt herauf der
4,7
Kap
Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der Völker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner Stätte, dein Land zu verwüsten und deine Städte zu verbrennen, sodass niemand darin wohnt. 8Darum
4,8
Kap
zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn des HERRN will sich nicht von uns wenden.

9Zu der Zeit, spricht der HERR, wird dem König und den Fürsten der Mut entfallen, die Priester werden bestürzt und die Propheten erschrocken sein. 10Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, du hast dies Volk und Jerusalem sehr getäuscht, als du sagtest: »Es wird

4,10
Kap
Friede bei euch sein«, wo doch das Schwert uns ans Leben geht!

11Zu der Zeit wird man diesem Volk und Jerusalem sagen: »Es kommt ein heißer Wind von den kahlen Höhen aus der Wüste, geraden Weges zu der Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.« 12Ja, ein Wind kommt auf mein Geheiß, der ihnen zu stark sein wird; da will ich dann mit ihnen rechten. 13Siehe, er fährt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind verloren! 14So

4,14
Kap
wasche nun, Jerusalem, dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?

15Horch! Es kommt ein Geschrei von Dan her und eine böse Botschaft vom Gebirge Ephraim. 16Sagt an den Völkern, verkündet in Jerusalem: Belagerer kommen aus fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die Städte Judas. 17Sie werden sich

4,17
Kap
um Jerusalem her lagern wie die Wächter auf dem Felde; denn es hat mich erzürnt, spricht der HERR. 18Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von deiner Bosheit, dass es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz dringt.

19Wie ist mir so weh! Mein Herz pocht mir im Leibe und ich habe keine Ruhe; denn ich höre der Posaune Hall, den Lärm der Feldschlacht; 20Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird verheert, plötzlich sind meine Hütten und meine Zelte zerstört. 21Wie lange soll ich noch das Fluchtzeichen sehen und der Posaune Hall hören? 22Aber mein Volk ist toll und glaubt mir nicht. Töricht sind sie und achten’s nicht;

4,22
Jes 27,11
weise sind sie genug, Übles zu tun, aber recht tun wollen sie nicht lernen.

23Ich schaute das Land an, siehe,

4,23
1. Mose 1,2
es war wüst und öde, und den Himmel und er war finster. 24Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten und alle Hügel wankten. 25Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel waren weggeflogen. 26Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine Wüste, und alle seine Städte waren zerstört vor dem HERRN und vor seinem grimmigen Zorn. 27Denn so spricht der HERR: Das ganze Land soll wüst werden, aber
4,27
Kap
ich will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen. 28Darum wird das Land betrübt und der Himmel droben traurig sein; denn ich hab’s geredet, ich hab’s beschlossen und es soll mich nicht gereuen, ich will auch nicht davon ablassen.

29Aus allen Städten werden sie vor dem Geschrei der Reiter und Schützen fliehen und in die dichten Wälder laufen und in die Felsen kriechen. Alle Städte werden verlassen stehen, sodass niemand darin wohnt. 30Was willst du dann tun, du Überwältigte? Wenn du dich schon mit Purpur kleiden und mit goldenen Kleinoden schmücken und dein Angesicht schminken würdest, so schmückst du dich doch vergeblich. Die dir jetzt den Hof machen, werden dich verachten, sie werden dir nach dem Leben trachten. 31Denn ich höre ein Geschrei wie von einer Gebärenden, Angstrufe wie von einer, die in den ersten Kindsnöten ist, ein Geschrei der Tochter Zion, die da keucht und die Hände ausbreitet: Ach, weh mir! Ich muss vergehen vor den Würgern.