Lutherbibel 1984 (LU84)
31

Nicht Ägypten, sondern der HERR rettet Jerusalem

311

31,1
Kap
Weh denen, die hinabziehen nach Ägypten um Hilfe und
31,1
Ps 20,8
sich verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viele sind, und auf Gespanne, weil sie sehr stark sind! Aber sie halten sich nicht zum Heiligen Israels und fragen nichts nach dem HERRN. 2Aber auch er ist weise und
31,2
Am 3,6
bringt Unheil herbei und
31,2
4. Mose 23,19
nimmt seine Worte nicht zurück, sondern wird sich aufmachen wider das Haus der Bösen und wider die Hilfe der Übeltäter. 3Denn Ägypten ist Mensch und nicht Gott, und seine Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und der HERR wird seine Hand ausstrecken, sodass der Helfer strauchelt und der, dem geholfen wird, fällt und alle miteinander umkommen.

Das Gericht über Assyrien. Zions Errettung

4So hat der HERR zu mir gesprochen: Gleich wie ein Löwe und ein junger Löwe brüllt über seinem Raub, wenn man wider ihn aufruft die Menge der Hirten – er erschrickt vor ihrem Geschrei nicht und es ist ihm auch nicht angst vor ihrer Menge –, so wird der HERR Zebaoth herniederfahren auf den Berg Zion und auf seinen Hügel, um zu kämpfen. 5Und der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen,

31,5
Mt 23,37
wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird schützen, erretten, schonen und befreien.

6Kehrt um, ihr Israeliten, zu dem, von welchem ihr so sehr abgewichen seid!

31,6
Jer 7,3-5
7Denn zu der Zeit wird ein jeder seine
31,7
Kap
silbernen und goldenen Götzen verwerfen, die eure Hände gemacht hatten euch zur Sünde.

8Und

31,8
Kap
Assur soll fallen, nicht durch Mannes-Schwert, und soll verzehrt werden, nicht durch Menschen-Schwert. Und es wird vor dem Schwert fliehen, und seine junge Mannschaft wird Frondienste leisten müssen. 9Und sein
31,9
5. Mose 32,31
Fels wird vor Furcht weichen, und seine Fürsten werden das Banner verlassen, spricht der HERR, der zu Zion ein Feuer und zu Jerusalem einen Glutofen hat.

32

Das künftige Reich der Gerechtigkeit

321Siehe,

32,1
Kap
es wird ein König regieren, Gerechtigkeit aufzurichten, und Fürsten werden herrschen, das Recht zu handhaben, 2dass ein jeder von ihnen sein wird wie eine Zuflucht vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Platzregen, wie Wasserbäche am dürren Ort, wie der Schatten eines großen Felsens im trockenen Lande. 3Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr blind sein, und die Ohren der Hörenden werden aufmerken. 4Und die Unvorsichtigen werden Klugheit lernen, und
32,4
Kap
die Zunge der Stammelnden wird fließend und klar reden. 5Es wird nicht mehr
32,5
Spr 28,16
ein Narr Fürst heißen noch ein Betrüger edel genannt werden. 6Denn ein Narr redet Narrheit, und sein Herz geht mit Unheil um, dass er Ruchloses anrichte und rede über den HERRN lauter Trug; dadurch lässt er hungrig die hungrigen Seelen und wehrt den Durstigen das Trinken. 7Und des Betrügers Waffen sind böse, er sinnt auf Tücke, um die Elenden zu verderben mit falschen Worten, auch wenn der Arme sein Recht vertritt. 8Aber der Edle hat edle Gedanken und beharrt bei Edlem.

Die wahre Sicherheit durch den Geist aus der Höhe

9Wohlan,

32,9
Kap
ihr stolzen Frauen, hört meine Stimme! Ihr Töchter, die ihr so sicher seid, nehmt zu Ohren meine Rede! 10Über Jahr und Tag, da werdet ihr Sicheren zittern; denn es wird keine Weinlese sein, auch keine Obsternte kommen. 11Erschreckt, ihr stolzen Frauen, zittert, ihr Sicheren! Zieht euch aus, entblößt euch und umgürtet eure Lenden! 12Man wird klagen um die Äcker, ja, um die lieblichen Äcker, um die fruchtbaren Weinstöcke, 13um den Acker meines Volks, auf dem Dornen und Hecken wachsen, um alle Häuser voll Freude in der fröhlichen Stadt. 14Denn die Paläste werden verlassen sein, und die Stadt, die voll Getümmel war, wird einsam sein, dass Burg und Turm für immer zu Höhlen werden, dem Wild zur Freude, den Herden zur Weide, 15so lange, bis über uns ausgegossen wird
32,15
Kap
der Geist aus der Höhe. Dann wird
32,15
Kap
die Wüste zum fruchtbaren Lande und das fruchtbare Land wie Wald geachtet werden. 16Und das Recht wird in der Wüste wohnen und Gerechtigkeit im fruchtbaren Lande. 17Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird ewige Stille und Sicherheit sein, 18dass mein Volk in friedlichen Auen wohnen wird,
32,18
Jer 33,16
in sicheren Wohnungen und in stolzer Ruhe. 19Aber der Wald wird niederbrechen, und die Stadt wird versinken in Niedrigkeit. 20Wohl euch, die ihr säen könnt an allen Wassern und könnt die Rinder und Esel frei gehen lassen.

33

Die Rettung Zions vor dem Verwüster

331Weh dir, du Verwüster, der du selbst nicht verwüstet bist, und du Räuber, der du selbst nicht beraubt bist!

33,1
Mt 7,2
Wenn du das Verwüsten vollendet hast, so wirst du auch verwüstet werden; wenn du des Raubens ein Ende gemacht hast, so wird man dich auch berauben.

2HERR, sei uns gnädig, denn auf dich harren wir! Sei unser Arm alle Morgen, dazu unser Heil zur Zeit der Trübsal! 3Es fliehen die Völker vor dem gewaltigen Tosen, und die Heiden werden zerstreut, wenn du dich erhebst. 4Da wird man Beute wegraffen, wie die Heuschrecken wegraffen, und wie die Käfer herbeistürzen, so stürzt man sich darauf. 5Der HERR ist erhaben, denn er wohnt in der Höhe. Er hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. 6Und du wirst sichere Zeiten haben: Reichtum an Heil, Weisheit und Klugheit; die Furcht des HERRN wird Zions Schatz sein.

7Siehe, die Leute von

33,7
Kap
Ariel schreien draußen, die Boten des Friedens weinen bitterlich. 8Die Wege sind verödet, es geht niemand mehr auf der Straße. Man hält nicht Treu und Glauben, man verwirft die Zeugen und achtet der Leute nicht. 9Das Land sieht traurig und jämmerlich aus, der Libanon ist zuschanden geworden und verdorrt. Scharon ist wie eine Steppe, und Baschan und Karmel stehen kahl.

10Nun aber will ich mich aufmachen, spricht der HERR; nun will ich mich erheben, nun will ich aufstehen. 11Mit Stroh geht ihr schwanger, Stoppeln gebärt ihr; euer Zorn ist ein Feuer, das euch selbst verzehren wird. 12Und die Völker werden zu Kalk verbrannt werden; wie abgehauene Dornen werden sie im Feuer verzehrt.

13So hört nun ihr, die ihr ferne seid, was ich getan habe, und die ihr nahe seid, erkennt meine Stärke!

14In Zion sind die Sünder erschrocken, Zittern hat die Heuchler befallen und sie sprechen: »Wer ist unter uns, der

33,14
Kap
bei verzehrendem Feuer wohnen kann? Wer ist unter uns, der bei ewiger Glut wohnen kann?« 15
33,15-16
Ps 15,1-5
24,3-4
Wer in Gerechtigkeit wandelt und redet, was recht ist; wer schändlichen Gewinn hasst und seine Hände bewahrt, dass er nicht Geschenke nehme; wer seine Ohren zustopft, dass er nichts von Blutschuld höre, und seine Augen zuhält, dass er nichts Arges sehe: 16der wird in der Höhe wohnen, und Felsen werden seine Feste und Schutz sein. Sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser hat er gewiss.

17Deine Augen werden den König sehen in seiner Schönheit; du wirst ein weites Land sehen. 18Dein Herz wird an den Schrecken zurückdenken und sagen: »Wo sind nun die Schreiber? Wo sind die Vögte? Wo sind, die die Türme zählten?« 19Du wirst das freche Volk nicht mehr sehen,

33,19
Kap
das Volk von dunkler Sprache, die man nicht verstehen kann, und von stammelnder Zunge, die unverständlich bleibt.

20Schaue auf Zion, die Stadt unsrer Feiern! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine sichere Wohnung, ein Zelt, das nicht mehr abgebrochen wird. Seine Pflöcke sollen nie mehr herausgezogen und keines seiner Seile zerrissen werden. 21Denn der HERR wird dort bei uns mächtig sein, und weite Wassergräben wird es geben, auf denen kein Schiff mehr fahren, kein stolzes Schiff mehr dahinziehen kann. 22Denn der HERR ist unser Richter, der HERR ist unser Meister, der HERR ist unser König; der hilft uns!23Seine Taue hängen lose, sie halten den Mastbaum nicht fest, und die Segel spannen sich nicht. Dann wird viel Beute ausgeteilt werden, und auch die Lahmen werden plündern. 24Und kein Bewohner wird sagen:

33,24
Sach 12,8
»Ich bin schwach«; denn das Volk, das darin wohnt, wird Vergebung der Sünde haben.