Lutherbibel 1984 (LU84)
18

Gottes Botschaft an das Land Kusch

181Weh dem Lande voll schwirrender Flügel,

18,1
Zef 3,10
jenseits der Ströme von Kusch, 2das Boten über das Meer sendet und in leichten Schiffen auf den Wassern fährt! Geht hin, ihr schnellen Boten, zum Volk, das hochgewachsen und glatt ist, zum Volk, das schrecklicher ist als sonst irgendeins, zum Volk, das befiehlt und zertritt, dessen Land Wasserströme durchschneiden. 3Alle, die ihr auf Erden wohnt und in den Ländern lebt – wenn man das Banner auf den Bergen aufrichtet, so sehet! Wenn man die Posaune bläst, so höret! 4Denn so spricht der HERR zu mir: Ich will schauen von meiner Stätte und will still warten wie drückende Hitze am hohen Mittag und wie Taugewölk in der Hitze der Ernte. 5Denn vor der Ernte, wenn die Blüte vorüber ist und die Traube noch reift, wird er die Ranken mit Winzermessern abschneiden und die Reben wegnehmen und abhauen, 6dass man’s miteinander liegen lässt für die Geier auf den Bergen und die Tiere im Lande, dass im Sommer die Geier darauf sitzen und im Winter allerlei Tiere im Lande darauf liegen.

7Zu der Zeit wird das hochgewachsene und glatte Volk, das schrecklicher ist als sonst irgendeins, das befiehlt und zertritt, dessen Land Wasserströme durchschneiden,

18,7
Ps 68,3032
Apg 8,27
Geschenke bringen dem HERRN Zebaoth an den Ort, da der Name des HERRN Zebaoth wohnt, zum Berge Zion.

19

Gegen Ägypten

(vgl. Jer 46,2-28; Hes 29,1–32,32)

191Dies ist die Last für Ägypten: Siehe, der HERR wird auf einer schnellen Wolke fahren und über Ägypten kommen. Da werden die Götzen Ägyptens vor ihm beben, und den Ägyptern wird das Herz feige werden in ihrem Leibe. 2Und ich will die Ägypter gegeneinanderhetzen, dass ein Bruder wider den andern, ein Freund wider den andern, eine Stadt wider die andre, ein Reich wider das andre kämpfen wird. 3Und der Mut soll den Ägyptern in ihrem Herzen vergehen, und ich will ihre Anschläge zunichtemachen. Da werden sie dann fragen ihre Götzen und Beschwörer, ihre Geister und Zeichendeuter. 4Aber ich will die Ägypter übergeben in die Hand eines grausamen Herrn, und ein harter König soll über sie herrschen, spricht der Herrscher, der HERR Zebaoth.

5Und das Wasser im Nil wird vertrocknen und der Strom wird versiegen und verschwinden. 6Und die Wasser werden stinkend werden, und die Flüsse Ägyptens werden seicht und trocken werden, dass Rohr und Schilf verwelken. 7Und das Gras an den Wassern wird vergehen, und alle Saat am Wasser wird verdorren und zunichtewerden. 8Und die Fischer werden trauern, und alle, die Angeln ins Wasser werfen, werden klagen; und alle, die Netze auswerfen in den Strom, werden betrübt sein. 9Es werden zuschanden, die da Flachs kämmen und verarbeiten, und die da weben, werden erbleichen. 10Die Weber werden geschlagen sein, und alle, die um Lohn arbeiten, sind bekümmert.

11Die Fürsten von Zoan sind Toren, die weisen Räte des Pharao sind mit ihrem Rat zu Narren geworden. Wie könnt ihr zum Pharao sagen: »Ich bin ein Sohn von Weisen und komme von Königen der Vorzeit her«? 12Wo sind denn nun deine Weisen, dass sie dir’s verkündigen und anzeigen, was der HERR Zebaoth über Ägypten beschlossen hat? 13Die Fürsten von Zoan sind zu Toren geworden, die Fürsten von Memfis sind betrogen; die Häupter seiner Geschlechter verführen Ägypten. 14Denn der HERR hat einen Taumelgeist über sie ausgegossen, dass sie Ägypten taumeln machen in all seinem Tun, wie ein Trunkenbold taumelt, wenn er speit. 15Und Ägypten wird nichts gelingen, was Kopf oder Schwanz, Ast oder Stumpf ausrichten wollen.

Gottes Plan über Ägypten

16Zu der Zeit werden die Ägypter sein wie Weiber und sich fürchten und erschrecken, wenn der HERR Zebaoth die Hand über sie schwingen wird. 17Und die Ägypter werden sich fürchten vor dem Lande Juda; wenn sie daran denken, werden sie erschrecken wegen des Rates des HERRN Zebaoth, den er über sie beschlossen hat.

18Zu der Zeit werden fünf Städte in Ägyptenland die Sprache Kanaans sprechen und

19,18
Kap
bei dem HERRN Zebaoth schwören. Eine wird heißen Ir-Heres.

19Zu der Zeit wird für den HERRN ein Altar mitten in Ägyptenland sein und ein

19,19
3. Mose 26,1
Steinmal für den HERRN an seiner Grenze; 20das wird ein Zeichen und Zeugnis sein für den HERRN Zebaoth in Ägyptenland. Wenn sie zum HERRN schreien vor den Bedrängern, so wird er ihnen einen Retter senden; der wird ihre Sache führen und sie erretten. 21Denn
19,21
Kap
der HERR wird den Ägyptern bekannt werden, und die Ägypter werden den HERRN erkennen zu der Zeit und werden ihm dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden dem HERRN Gelübde tun und sie halten. 22Und der HERR wird die Ägypter schlagen und heilen; und sie werden sich bekehren zum HERRN, und er wird sich erbitten lassen und sie heilen.

23Zu der Zeit wird eine Straße sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen und die Ägypter samt den Assyrern Gott dienen. 24

19,24-25
5. Mose 4,20
Röm 15,10
Zu der Zeit wird Israel der Dritte sein mit den Ägyptern und Assyrern, ein Segen mitten auf Erden; 25denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!

20

Weissagung des Sieges der Assyrer über Ägypten und Kusch

201Im Jahr, da

20,1
2. Kön 18,17
der Tartan nach Aschdod kam, als ihn gesandt hatte Sargon, der König von Assyrien, und er gegen Aschdod kämpfte und es eroberte, – 2zu der Zeit redete der HERR durch Jesaja, den Sohn des Amoz, und sprach: Geh hin und tu den härenen Schurz von deinen Lenden und zieh die Schuhe von deinen Füßen. Und er tat so und ging nackt und barfuß.

3Da sprach der HERR: Gleichwie mein Knecht Jesaja nackt und barfuß geht drei Jahre lang als Zeichen und Weissagung über Ägypten und Kusch, 4so wird der König von Assyrien wegtreiben die Gefangenen Ägyptens und die Verbannten von Kusch, jung und alt, nackt und barfuß, in schmählicher Blöße, zur Schande Ägyptens. 5Und sie werden erschrecken in Juda und zuschanden werden wegen der Kuschiter, auf die sie sich verließen, und wegen der Ägypter, deren sie sich rühmten. 6Und die Bewohner dieser Küste werden sagen zu der Zeit: Ist das unsere Zuversicht, zu der wir um Hilfe geflohen sind, dass wir errettet würden vor dem König von Assyrien? Wie könnten wir selber entrinnen?