Lutherbibel 1984 (LU84)
8

Israels falscher Gottesdienst

81Stoße laut in die

8,1
Jes 58,1
Posaune! Es kommt über das Haus des HERRN
8,1
5. Mose 28,49
wie ein Adler, weil sie
8,1
Kap
meinen Bund übertreten und sich gegen meine Gebote auflehnen. 2Wohl schreien sie zu mir: »Du bist mein Gott; wir, Israel, kennen dich.« 3Doch Israel verwirft das Gute; darum soll der Feind sie verfolgen.

4Sie

8,4
2. Kön 15,10142530
machen Könige, aber ohne mich; sie setzen Obere ein und ich darf es nicht wissen. Aus ihrem Silber und Gold machen sie Götzen, damit sie ja bald ausgerottet werden! 5
8,5-6
2. Mose 32,20
1. Kön 12,28
Dein Kalb, Samaria, verwerfe ich. Mein Zorn ist gegen sie entbrannt. Wie lange soll das noch andauern? Sie können doch nicht ungestraft bleiben, die Söhne Israel. 6Ein Goldschmied hat das Kalb gemacht und es kann doch kein Gott sein; darum soll das Kalb Samarias zerpulvert werden.

7Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten.

8,7
Jer 12,13
Ihre Saat soll nicht aufgehen; was dennoch aufwächst, bringt kein Mehl; und wenn es etwas bringen würde, sollen Fremde es verschlingen. 8Verschlungen wird Israel; die Heiden gehen mit ihnen um wie mit
8,8
Jer 22,28
einem Gefäß, das niemand haben will; 9denn
8,9
Kap
sie laufen nach Assur, einsam wie ein Wildesel, und Ephraim buhlt mit Geschenken. 10Auch wenn sie unter den Heiden austeilen, will ich sie doch jetzt einsammeln; sie sollen’s bald müde werden, Könige und Obere zu salben.

11Ephraim hat sich viele Altäre gemacht; aber sie sind ihm zur Sünde geworden. 12Wenn ich ihm auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. 13Wenn sie auch

8,13
Jes 1,11
viel opfern und Fleisch herbringen und essen’s, so hat doch der HERR kein Gefallen daran, sondern er will ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden heimsuchen. Sie
8,13
5. Mose 28,68
sollen wieder zurück nach Ägypten! 14Israel vergisst seinen Schöpfer und baut Paläste, und Juda macht viele feste Städte; aber ich will
8,14
Jer 17,27
Am 2,5
Feuer in seine Städte senden, das soll seine Paläste verzehren.

9

Die Freude ist dahin, die Vergeltung ist da

91Du darfst dich nicht freuen, Israel, noch rühmen wie die Völker; denn du läufst mit deiner

9,1
Kap
Hurerei deinem Gott weg; gern nimmst du Hurenlohn auf allen Tennen. 2Darum sollen Tenne und Kelter sie nicht nähren, und der Wein soll ihnen fehlen. 3Sie sollen nicht bleiben im Lande des HERRN; sondern
9,3
Kap
Ephraim muss wieder nach Ägypten und muss in Assyrien Unreines essen. 4Dort werden sie dem HERRN kein Trankopfer vom Wein bringen, und ihre Schlachtopfer werden ihm nicht wohlgefällig sein. Ihr Brot soll sein wie das Brot der Trauernden, an dem unrein werden alle, die davon essen; denn ihr Brot müssen sie für sich allein essen, doch es soll nicht in des HERRN Haus gebracht werden. 5Was wollt ihr dann in den Festzeiten und an den Feiertagen des HERRN tun?

6Siehe, sie müssen fort wegen der Verwüstung. Ägypten wird sie sammeln und Memfis sie begraben.

9,6
Kap
Nesseln werden wachsen, wo jetzt ihr kostbares Silber ist, und Dornen in ihren Hütten. 7Die Zeit der Heimsuchung ist gekommen, die Zeit der Vergeltung; dessen wird Israel innewerden.

»Ein Narr ist der Prophet und wahnsinnig der Mann des Geistes!« Ja, um deiner großen Schuld und um der großen Anfeindung willen! 8Ephraim spähte wohl aus nach meinem Gott; aber nun stellen sie dem Propheten Fallen auf allen seinen Wegen, Anfeindung selbst im Hause seines Gottes. 9Tief verdorben ist ihr Tun wie in den

9,9
Kap
Tagen von Gibea; darum wird er ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden heimsuchen.

Israels Undank gegen Gottes Wohltaten

10Ich

9,10
5. Mose 32,10
fand Israel wie Trauben in der Wüste und sah eure Väter wie die ersten Feigen am Feigenbaum; aber hernach gingen sie zum
9,10
4. Mose 25,3
Baal-Peor und gelobten sich dem schändlichen Abgott und wurden so zum Gräuel wie ihre Liebhaber. 11Darum muss die Herrlichkeit Ephraims wie ein Vogel wegfliegen, dass sie weder gebären noch tragen noch schwanger werden sollen. 12Und wenn sie ihre Kinder auch großzögen, will ich sie doch kinderlos machen, sodass kein Mensch mehr da ist. Ja, weh ihnen, wenn ich von ihnen gewichen bin!

13Als ich Ephraim sah, war es

9,13
Hes 27,3
herrlich gepflanzt wie Tyrus; aber nun muss es seine Kinder herausgeben dem Totschläger. 14HERR, gib ihnen – was willst du ihnen geben? Gib ihnen unfruchtbare Leiber und versiegende Brüste! 15All ihre Bosheit geschieht zu Gilgal; dort werde ich ihnen feind. So will ich sie um ihres bösen Tuns willen aus meinem Hause stoßen und ihnen keine Liebe mehr erweisen; denn alle ihre Oberen sind abtrünnig.

16Ephraim ist geschlagen, seine Wurzel ist verdorrt, sodass sie keine Frucht mehr bringen können. Auch wenn sie gebären würden, will ich doch die ersehnte Frucht ihres Leibes töten. 17Mein Gott wird sie verwerfen, weil sie ihn nicht hören wollen, und sie sollen unter den Heiden umherirren.

10

Das Gericht über Königtum und Götzendienst

101Israel ist ein

10,1
Jer 2,21
üppig rankender Weinstock, der seine Frucht trägt. Aber je mehr Früchte er hatte, desto mehr Altäre machten sie; wo das Land am besten war, da richteten sie die schönsten
10,1
3. Mose 26,1
Steinmale auf. 2Ihr Herz ist falsch; nun wird sie ihre Schuld treffen. Ihre Altäre sollen zerbrochen und ihre Steinmale zerstört werden. 3Schon müssen sie sagen: Wir haben keinen König, denn wir fürchteten den HERRN nicht. Was kann uns der König nun helfen? 4Sie reden und schwören falsch und schließen Bündnisse, und ihr Recht grünt wie giftiges Kraut auf allen Furchen im Felde.

5Die Einwohner von Samaria sorgen sich um das Kalb zu

10,5
Kap
Bet-Awen. Sein Volk trauert darum, und seine Götzenpfaffen zittern um seine Herrlichkeit; denn sie wird von ihnen weggeführt. 6Ja, das Kalb wird nach Assyrien gebracht
10,6
Kap
zum Geschenk für den König Jareb. So muss Ephraim zuschanden werden und Israel beschämt sein trotz seiner Klugheit. 7Denn der König von Samaria ist dahin wie Schaum auf dem Wasser. 8Die Höhen zu Awen sind verwüstet, auf denen sich Israel versündigte;
10,8
Kap
Disteln und Dornen wachsen auf ihren Altären. Und sie werden sagen:
10,8
Lk 23,30
Offb 6,16
Ihr Berge, bedeckt uns!, und: Ihr Hügel, fallt über uns!

9Israel, du hast seit den

10,9
Kap
Tagen von Gibea gesündigt; dort standen sie gegen mich auf. Sollte darum nicht in Gibea der Krieg über sie kommen wegen der bösen Leute? 10Ich werde sie züchtigen nach meinem Willen; Völker sollen gegen sie versammelt werden, wenn ich sie strafen werde wegen ihrer zwiefachen Sünde. 11Ephraim war eine junge Kuh, daran gewöhnt, gern zu dreschen. Aber ich habe ihm ein Joch auf seinen schönen Nacken gelegt; ich will Ephraim einspannen; Juda soll pflügen und Jakob eggen.

12Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!

10,12
Jer 4,3
Pflüget ein Neues,
10,12
Jes 55,6
solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

13Ihr aber

10,13
Hiob 4,8
pflügt Böses und erntet Übeltat und esst Lügenfrüchte. Weil du dich nun verlässt auf deinen Weg und auf die Menge deiner Helden, 14darum soll sich ein Getümmel erheben in deinem Volk, dass alle deine Festungen zerstört werden, gleichwie Schalman zerstörte Bet-Arbeel damals im Krieg, als die Mutter zerschmettert wurde samt den Kindern. 15So soll’s euch zu Bethel auch ergehen um eurer großen Bosheit willen; schon früh am Morgen wird der König von Israel untergehen.