Lutherbibel 1984 (LU84)
5

Drohung gegen die Führer Israels

51So hört nun dies, ihr Priester, und merke auf, du Haus Israel, und nimm zu Ohren, du Haus des Königs! Denn euch ist das Recht anvertraut! Ihr aber seid eine Schlinge für Mizpa geworden und ein ausgespanntes Netz auf dem Tabor 2und eine tiefe Grube zu Schittim; darum muss ich sie allesamt strafen.

3Ich kenne Ephraim gut, und Israel ist vor mir nicht verborgen;

5,3
Kap
Ephraim ist nun eine Hure und Israel unrein. 4Ihre bösen Taten lassen es nicht zu, dass sie umkehren zu ihrem Gott; denn sie haben einen
5,4
Kap
Geist der Hurerei in ihrem Herzen, und den HERRN kennen sie nicht. 5Wider Israel zeugt seine Hoffart; darum sollen Israel und Ephraim fallen um ihrer Schuld willen; auch Juda soll mit ihnen fallen. 6Alsdann werden sie kommen mit ihren Schafen und Rindern, den HERRN zu suchen, aber ihn nicht finden; denn er hat sich von ihnen gewandt.
5,6
Jes 1,11-15
7Sie sind dem HERRN untreu und zeugen fremde Kinder; darum wird sie auch der
5,7
Kap
Neumond fressen samt ihrem Erbteil.

Der Bruderkrieg zwischen Ephraim und Juda und Israels flüchtige Buße

8

5,8–6,6
2. Kön 15,37
Jes 7,1-9
Blast die Posaune zu Gibea, ja, trompetet zu Rama, ja, ruft laut zu
5,8
Kap
Bet-Awen: Man ist hinter dir her, Benjamin! 9Denn Ephraim soll zur Wüste werden zur Zeit, wenn ich sie strafen werde. Davor habe ich die Stämme Israels treulich gewarnt. 10Die Oberen von Juda sind denen gleich, die
5,10
5. Mose 19,14
die Grenze verrücken; darum will ich meinen Zorn über sie ausschütten wie Wasser. 11Ephraim leidet Gewalt, zertreten ist das Recht; denn es gefiel ihm, dem Nichtigen nachzulaufen.

12Ich bin für Ephraim wie eine Motte und für das Haus Juda wie eine Made. 13Als aber Ephraim seine Krankheit und Juda seine Wunde fühlte,

5,13
Kap
zog Ephraim hin nach Assur und schickte zum König Jareb. Aber der kann euch nicht helfen noch eure Wunde heilen. 14Denn ich bin für Ephraim
5,14
Kap
wie ein Löwe und für das Haus Juda wie ein junger Löwe. Ich, ich
5,14
Kap
zerreiße sie und gehe davon; ich schleppe sie weg und niemand kann sie retten.

15Ich will wieder an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen;

5,15
Jes 26,16
wenn’s ihnen übel ergeht, so werden sie mich suchen:

6

61»Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns

6,1
Kap
zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. 2Er
6,2
5. Mose 32,39
macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. 3Lasst uns darauf achthaben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.«

4Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Denn

6,4
Kap
eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht. 5Darum schlage ich drein durch die Propheten und
6,5
Jer 23,29
töte sie durch die Worte meines Mundes, dass mein Recht wie das Licht hervorkomme. 6Denn
6,6
1. Sam 15,22
Spr 21,3
Mt 9,13
12,7
ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.

Gegen Israels Könige und ihre Bündnisse

7Sie haben den Bund übertreten bei Adam6,7 d. i. der Name einer Stadt (vgl. Jos 3,16).; dort wurden sie mir untreu. 8Gilead ist eine Stadt voller Übeltäter, befleckt von Blutschuld. 9Und die Rotten der Priester sind wie die Räuber, die da lauern auf die Leute; sie morden auf dem Wege, der nach Sichem geht, ja, Schandtaten vollbringen sie. 10Ich sehe im Hause Israel, wovor mir graut; denn da

6,10
Kap
treibt Ephraim Hurerei, und Israel macht sich unrein. 11Auch Juda wird noch eine Ernte vor sich haben.

7

71Wenn ich

7,1
Joel 4,1
meines Volkes Geschick wenden und Israel heilen will, so zeigt sich erst die Sünde Ephraims und die Bosheit Samarias, wie sie Lug und Trug treiben und die Diebe einsteigen und die Räuber auf der Straße plündern. 2Dennoch wollen sie nicht einsehen, dass ich alle ihre Bosheit merke. Ich sehe aber ihr böses Tun wohl, das sie allenthalben treiben. 3Sie erfreuen den König mit ihrer Bosheit und Obere mit ihren Lügen; 4sie sind allesamt Ehebrecher, glühend wie ein Backofen, den der Bäcker heizt, wenn er den Teig ausgeknetet hat und ihn durchsäuern und aufgehen lässt. 5»Heute ist unseres Königs Fest!« Da werden die Oberen toll vom Wein und er zieht die Spötter zu sich. 6Denn ihr Herz ist in heißer Glut wie ein Backofen, wenn sie Böses ersinnen. Ihr Grimm schläft die ganze Nacht, aber am Morgen brennt er lichterloh. 7Allesamt sind sie erhitzt wie ein Backofen, sodass sie ihre Richter fressen; ja, alle ihre Könige fallen, und es ist keiner unter ihnen, der mich anruft.

8Ephraim mengt sich unter die Völker; Ephraim ist wie ein Kuchen, den niemand umwendet. 9Fremde fressen seine Kraft, doch er will es nicht merken; seine Haare sind schon grau geworden, doch er will es nicht merken. 10Wider Israel zeugt seine Hoffart, dennoch bekehren sie sich nicht zum HERRN, ihrem Gott, fragen auch trotz alledem nicht nach ihm. 11Denn Ephraim ist wie eine törichte Taube, die sich leicht locken lässt. Jetzt rufen sie Ägypten an, dann

7,11
Kap
laufen sie nach Assur. 12Aber indem sie hin und her laufen, will ich mein Netz über sie werfen und sie herunterholen wie Vögel unter dem Himmel; ich will sie strafen, wie es ihrer Gemeinde verkündet ist.

13Weh ihnen, dass sie von mir weichen! Sie sollen vertilgt werden; denn sie sind abtrünnig geworden von mir.

7,13
Ps 81,14-15
Ich wollte sie wohl erlösen; aber sie reden Lügen wider mich. 14Auch rufen sie mich nicht von Herzen an, sondern machen ein Geheul auf ihren Lagern. Sie ritzen sich wund um Korn und Wein, aber mir sind sie ungehorsam. 15Ich lehre sie Zucht und stärke ihren Arm; aber sie sinnen Böses gegen mich. 16Sie bekehren sich, aber nicht recht, sondern
7,16
Ps 78,57
sind wie ein schlaffer Bogen. Darum werden ihre Oberen durchs Schwert fallen wegen der Frechheit ihrer Zungen. Das soll ihnen in Ägyptenland zum Spott werden.