Lutherbibel 1984 (LU84)
4

Die verheißene Gottesruhe

41So lasst uns nun mit Furcht darauf achten, dass keiner von euch etwa zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, dass wir zu seiner Ruhe kommen. 2Denn es ist auch uns verkündigt wie jenen. Aber das Wort der Predigt half jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten. 3Denn wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe, wie er gesprochen hat (Ps 95,11):

4,3
Kap
»Ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.« Nun waren ja die Werke von Anbeginn der Welt fertig; 4denn so hat er an einer andern Stelle gesprochen vom siebenten Tag (1. Mose 2,2): »Und Gott ruhte am siebenten Tag von allen seinen Werken.« 5Doch an dieser Stelle wiederum: »Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.«

6Da es nun bestehen bleibt, dass einige zu dieser Ruhe kommen sollen, und die, denen es zuerst verkündigt ist, nicht dahin gekommen sind wegen des Ungehorsams, 7bestimmt er abermals einen Tag, ein

4,7
Kap
»Heute«, und spricht nach so langer Zeit durch David, wie eben gesagt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.« 8Denn
4,8
5. Mose 31,7
Jos 22,4
wenn Josua sie zur Ruhe geführt hätte, würde Gott nicht danach von einem andern Tag geredet haben. 9Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. 10Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist,
4,10
Offb 14,13
der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. 11So lasst uns nun bemüht sein,
4,11
Kap
zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall komme durch den gleichen Ungehorsam.

12Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und

4,12
Offb 2,12
schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
4,12
Jer 23,29
13Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Christus der wahre Hohepriester

14Weil wir denn einen großen

4,14
Kap
Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so
4,14
Kap
lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. 15Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der
4,15
Kap
versucht worden ist in allem wie wir,
4,15
Joh 8,46
doch ohne Sünde. 16Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
4,16
Röm 3,25
5,2

5

51Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. 2Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. 3Darum muss er wie für das Volk, so

5,3
3. Mose 9,7
auch für sich selbst opfern für die Sünden. 4Und niemand nimmt sich selbst die hohepriesterliche Würde, sondern
5,4
2. Mose 28,1
er wird von Gott berufen wie auch Aaron. 5So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Ps 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6Wie er auch an anderer Stelle spricht (Ps 110,4):
5,6
Kap
»Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.«

7Und

5,7
Mt 26,39-46
er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt,
5,8
Phil 2,8
Gehorsam gelernt. 9Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden, 10genannt von Gott ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
5,10
Kap

Das Festhalten an der Verheißung

11Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer, weil ihr so harthörig geworden seid. 12Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch

5,12
1. Kor 3,1-3
1. Petr 2,2
Milch gebe und nicht feste Speise. 13Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn
5,13
Eph 4,14
er ist ein kleines Kind. 14Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.

6

61Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken, mit dem Glauben an Gott, 2mit der Lehre vom Taufen, vom Händeauflegen, von der Auferstehung der Toten und vom ewigen Gericht. 3Das wollen wir tun, wenn Gott es zulässt.

4

6,4-6
Kap
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am Heiligen Geist und geschmeckt haben 5das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt 6und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. 7Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott. 8Wenn sie aber Dornen und Disteln trägt, bringt sie keinen Nutzen und ist dem Fluch nahe, sodass man sie zuletzt abbrennt.

9Obwohl wir aber so reden, ihr Lieben, sind wir doch überzeugt, dass es besser mit euch steht und ihr gerettet werdet. 10Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er

6,10
Kap
vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient. 11Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise,
6,11
Kap
die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, 12damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben.

13Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Größeren schwören konnte, 14und sprach (1. Mose 22,16-17): »Wahrlich, ich will dich segnen und mehren.« 15Und so wartete Abraham in Geduld und erlangte die Verheißung. 16Die Menschen schwören ja bei einem Größeren, als sie selbst sind; und

6,16
2. Mose 22,10
der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende. 17Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung noch kräftiger beweisen wollte, dass sein Ratschluss nicht wankt, sich noch mit einem Eid verbürgt. 18So sollten wir durch zwei Zusagen, die nicht wanken – denn es ist unmöglich, dass Gott lügt –, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung. 19Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere
6,19
3. Mose 16,212
hinter dem Vorhang. 20Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein
6,20
Kap
Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.