Lutherbibel 1984 (LU84)
3

Die Herrlichkeit des Dienstes im neuen Bund

31Fangen wir denn abermals an,

3,1
Kap
uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir, wie gewisse Leute, Empfehlungsbriefe an euch oder von euch? 2Ihr seid unser Brief, in unser Herz geschrieben, erkannt und gelesen von allen Menschen!
3,2
1. Kor 9,2
3Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf
3,3
2. Mose 24,12
steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen.

4Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott. 5Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern

3,5
Kap
dass wir tüchtig sind, ist von Gott, 6der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des
3,6
Jer 31,31
1. Kor 11,25
neuen Bundes, nicht des
3,6
Röm 7,6
Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der
3,6
Joh 6,63
Geist macht lebendig.

7

3,7-13
2. Mose 34,29-35
Wenn aber schon das Amt, das den Tod bringt und das mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, sodass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte, 8wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Herrlichkeit haben?
3,8
Gal 3,25
9Denn wenn das Amt, das zur Verdammnis führt, Herrlichkeit hatte, wie viel mehr hat das Amt, das
3,9
Röm 1,17
3,21
zur Gerechtigkeit führt, überschwängliche Herrlichkeit. 10Ja, jene Herrlichkeit ist nicht für Herrlichkeit zu achten gegenüber dieser überschwänglichen Herrlichkeit. 11Denn wenn das Herrlichkeit hatte, was aufhört, wie viel mehr wird das Herrlichkeit haben, was bleibt.

12Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll großer Zuversicht 13und tun nicht wie Mose, der eine Decke vor sein Angesicht hängte, damit die Israeliten nicht sehen konnten das Ende der Herrlichkeit, die aufhört. 14Aber

3,14
Apg 28,27
Röm 11,25
ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem Alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird. 15Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. 16Wenn Israel aber
3,16
Röm 11,2326
sich bekehrt zu dem Herrn, so
3,16
2. Mose 34,34
wird die Decke abgetan.

17Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 18Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die

3,18
Kap
Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.

4

Das Licht des Evangeliums im Amt des Apostels

41Darum, weil wir dieses

4,1
Kap
Amt haben nach der
4,1
1. Kor 7,25
Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist, werden wir nicht müde, 2sondern wir meiden schändliche Heimlichkeit und
4,2
Kap
gehen nicht mit List um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott. 3Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt,
4,3
1. Kor 1,18
die verloren werden, 4den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist
4,4
Hebr 1,3
das Ebenbild Gottes.

5Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist,

4,5
Kap
wir aber eure Knechte um Jesu willen. 6Denn
4,6
1. Mose 1,3
Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen
4,6
Kap
hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Leidensgemeinschaft mit Christus

7

4,7-10
Kap
Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10Wir
4,10
1. Kor 15,31
Gal 6,17
tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 11Denn wir, die wir leben,
4,11
Röm 8,36
werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen,
4,11
Phil 3,21
damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.

12So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. 13Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht (Ps 116,10): »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; 14denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch.

4,14
1. Kor 6,14
15Denn
4,15
Kap
es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes.

16Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch

4,16
Eph 3,16
der innere von Tag zu Tag erneuert. 17Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit,
4,17
Röm 8,17-18
1. Petr 1,6
18uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern
4,18
Hebr 11,1
auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

5

Sehnsucht nach der himmlischen Heimat

51Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese

5,1
2. Petr 1,14
Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. 2Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, 3weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden. 4Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern
5,4
1. Kor 15,51-53
überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. 5Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns
5,5
Kap
als Unterpfand den Geist gegeben hat.

6So sind wir denn allezeit getrost und wissen: solange wir im Leibe wohnen,

5,6
Hebr 11,13
weilen wir fern von dem Herrn; 7denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.
5,7
Röm 8,24
1. Petr 1,8
8Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.
5,8
Phil 1,23
9Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen. 10Denn
5,10
Apg 17,31
Röm 2,16
14,10
wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit
5,10
Joh 5,29
Eph 6,8
jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.

Botschafter der Versöhnung

11Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen; aber vor Gott sind wir offenbar. Ich hoffe aber, dass wir auch vor eurem Gewissen offenbar sind. 12Damit

5,12
Kap
empfehlen wir uns nicht abermals bei euch, sondern geben euch Anlass, euch unser zu rühmen, damit ihr antworten könnt denen, die sich des Äußeren rühmen und nicht des Herzens. 13Denn wenn wir außer uns waren, so war es für Gott; sind wir aber besonnen, so sind wir’s für euch. 14Denn die Liebe Christi drängt uns, zumal wir überzeugt sind, dass, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. 15Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort
5,15
Röm 14,7-8
nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.

16Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. 17Darum:

5,17
Röm 8,10
Gal 2,20
6,15
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe,
5,17
Offb 21,5
Neues ist geworden. 18Aber das alles von Gott, der uns
5,18
Röm 5,10
mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. 19Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
5,19
Röm 3,24-25
Kol 1,19-20

20So sind wir nun

5,20
Lk 10,16
Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21Denn er hat den, der
5,21
Joh 8,46
von keiner Sünde wusste,
5,21
Jes 53,4-6
Gal 3,13
für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die
5,21
Röm 1,17
1. Kor 1,30
Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.