Lutherbibel 1984 (LU84)
3

Von den Bischöfen

31

3,1-7
Apg 20,28
Tit 1,5-9
Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt3,1 Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Bischof«. begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. 2Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, 3kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, 4einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. 5Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? 6Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem Urteil des Teufels verfalle. 7Er muss aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels.

Von den Diakonen

8Desgleichen sollen die

3,8
Apg 6,3
Phil 1,1
Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen; 9sie sollen das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren.
3,9
Kap
10Und man soll sie zuvor prüfen und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen. 11Desgleichen sollen ihre Frauen ehrbar sein,
3,11
Tit 2,3
nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. 12Die Diakone sollen ein jeder der Mann einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem eigenen Haus gut vorstehen. 13Welche aber ihren Dienst gut versehen, die erwerben sich selbst ein gutes Ansehen und große Zuversicht im Glauben an Christus Jesus.

Das Geheimnis des Glaubens

14Dies schreibe ich dir und hoffe, bald zu dir zu kommen; 15wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im

3,15
Eph 2,19-22
Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit. 16Und groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens:

Er ist

3,16
Joh 1,14
offenbart im Fleisch,

gerechtfertigt

3,16
Röm 1,4
im Geist,

erschienen den Engeln,

3,16
Apg 28,28
gepredigt den Heiden,

geglaubt in der Welt,

3,16
Mk 16,19
Eph 1,20-21
aufgenommen in die Herrlichkeit.

4

Falsche Enthaltsamkeit

41Der Geist aber sagt deutlich, dass

4,1
Mt 24,24
2. Thess 2,3
2. Tim 3,1
2. Petr 3,3
1. Joh 2,18
Jud 18
in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen, 2verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben. 3Sie gebieten, nicht zu heiraten und
4,3
1. Mose 9,3
1. Kor 10,30-31
Kol 2,23
Speisen zu meiden, die Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung empfangen werden von den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. 4Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird;
4,4
1. Mose 1,31
Mt 15,11
Apg 10,15
5denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

Der Dienst des Timotheus

6Wenn du die Brüder dies lehrst, so wirst du

4,6
2. Tim 2,15
ein guter Diener Christi Jesu sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei der du immer geblieben bist. 7
4,7
Kap
Die ungeistlichen Altweiberfabeln aber weise zurück; übe dich selbst aber in der Frömmigkeit! 8Denn die leibliche Übung ist wenig nütze; aber
4,8
Kap
die Frömmigkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. 9Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert. 10Denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen. 11Dies gebiete und lehre.

12

4,12
Tit 2,15
Niemand verachte dich wegen deiner Jugend; du aber
4,12
2. Tim 2,22
sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit. 13Fahre fort mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme. 14Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist durch
4,14
Kap
Weissagung mit
4,14
Kap
Handauflegung der Ältesten. 15Dies lass deine Sorge sein, damit gehe um, damit dein Fortschreiten allen offenbar werde. 16Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst
4,16
Röm 11,14
retten und die, die dich hören.

5

Verhalten gegen Männer und Frauen in der Gemeinde

51

5,1
3. Mose 19,32
Tit 2,2
Einen Älteren fahre nicht an, sondern ermahne ihn wie einen Vater, die jüngeren Männer wie Brüder, 2die älteren Frauen wie Mütter, die jüngeren wie Schwestern, mit allem Anstand.

Von den Witwen

3Ehre die Witwen, die rechte Witwen sind. 4Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so sollen diese lernen, zuerst im eigenen Hause fromm zu leben und sich den Eltern dankbar zu erweisen; denn das ist wohlgefällig vor Gott. 5Das ist aber eine rechte Witwe, die alleinsteht, die ihre Hoffnung auf Gott setzt und

5,5
Lk 2,37
beharrlich fleht und betet Tag und Nacht. 6Eine aber, die ausschweifend lebt, ist lebendig tot. 7Dies gebiete, damit sie untadelig seien. 8Wenn aber jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Heide.
5,8
Mt 15,5-6

9Es soll keine Witwe auserwählt werden unter sechzig Jahren; sie soll eines einzigen Mannes Frau gewesen sein 10und ein Zeugnis guter Werke haben: wenn sie Kinder aufgezogen hat, wenn sie

5,10
Hebr 13,2
gastfrei gewesen ist, wenn sie
5,10
Joh 13,14
den Heiligen die Füße gewaschen hat, wenn sie den Bedrängten beigestanden hat, wenn sie allem guten Werk nachgekommen ist.

11Jüngere Witwen aber weise ab; denn wenn sie ihrer Begierde nachgeben Christus zuwider, so wollen sie heiraten 12und stehen dann unter dem Urteil, dass sie die erste Treue gebrochen haben. 13Daneben sind sie faul und lernen, von Haus zu Haus zu laufen; und nicht nur faul sind sie, sondern auch geschwätzig und vorwitzig und reden, was nicht sein soll. 14So will ich nun, dass die jüngeren Witwen heiraten,

5,14
Kap
Kinder zur Welt bringen, den Haushalt führen,
5,14
1. Kor 7,9
dem Widersacher keinen Anlass geben zu lästern. 15Denn schon haben sich einige abgewandt und folgen dem Satan. 16Wenn aber einer gläubigen Frau Witwen anbefohlen sind, so versorge sie diese, die Gemeinde aber soll nicht beschwert werden,
5,16
Apg 6,1
damit sie für die rechten Witwen sorgen kann.

Von den Vorstehern der Gemeinde

17Die

5,17
Apg 14,23
Röm 12,8
Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre. 18Denn die Schrift sagt (5. Mose 25,4):
5,18
1. Kor 9,9
»Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«; und:
5,18
Lk 10,7
»Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert«. 19Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an ohne
5,19
5. Mose 19,15
Mt 18,16
zwei oder drei Zeugen. 20Die da sündigen, die
5,20
Gal 2,14
Mt 18,15-17
weise zurecht vor allen, damit sich auch die andern fürchten. 21Ich ermahne dich inständig vor Gott und Christus Jesus und den auserwählten Engeln, dass du dich daran hältst ohne Vorurteil und niemanden begünstigst. 22
5,22
Kap
Die Hände lege niemandem zu bald auf; habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein!

23Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern nimm ein wenig Wein dazu um des Magens willen und weil du oft krank bist.

24Bei einigen Menschen sind die Sünden offenbar und gehen ihnen zum Gericht voran; bei einigen aber werden sie hernach offenbar. 25Desgleichen sind auch die guten Werke einiger Menschen zuvor offenbar, und wenn es anders ist, können sie doch nicht verborgen bleiben.