Lutherbibel 1984 (LU84)
7

Demetrius I. Soter bestimmt Bakchides zum Statthalter und Alkimus zum Hohenpriester

(vgl. 2. Makk 14,1-2)

71Im 151. Jahr7,1 162/161 v. Chr. floh Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus Rom und kam mit einem kleinen Gefolge in eine Stadt am Meer und regierte dort als König. 2Und als er in den Palast seiner Vorfahren kam, nahm das Kriegsvolk Antiochus und Lysias gefangen, um sie Demetrius zu übergeben. 3Als das aber Demetrius gemeldet wurde, befahl er, sie nicht vor seine Augen kommen zu lassen. 4

7,4-7
2. Makk 14,3-10
Darum tötete sie das Kriegsvolk.

Als nun

7,4
Kap
Demetrius auf den Thron gelangt war, 5kamen zu ihm gottlose und abtrünnige Leute aus Israel; ihr Anführer war
7,5
Kap
Alkimus; der wäre gern Hoherpriester geworden. 6Diese verklagten Judas und ihr eigenes Volk beim König und sagten: Judas und seine Brüder haben alle, die dir gehorsam sein wollten, umgebracht und uns aus unserm Lande verjagt. 7Darum sende jemand, dem du vertraust, dorthin; er soll sich ansehen, welche Zerstörung Judas über uns und das Land des Königs gebracht hat, und soll ihn und seinen ganzen Anhang bestrafen.

8Darum wählte der König aus seinen Freunden

7,8
Kap
Bakchides aus, der Statthalter über das Land jenseits des Euphrat7,8 Die Provinz des Seleuzidenreiches westlich des Euphrat; vgl. Esra 4,10. war und ein Mächtiger im Reich und dem König treu. 9Und er schickte mit ihm den abtrünnigen Alkimus, den er zum Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel zu bestrafen.

10Und sie zogen ins Land Juda mit einem großen Heer und schickten Boten zu Judas und seinen Brüdern, um über den Frieden zu verhandeln, und taten so, als wollten sie Frieden mit ihnen halten. 11Aber es war nichts als Betrug. Darum glaubte ihnen Judas nicht; denn er sah, dass sie gut gerüstet waren und ein großes Heer mit sich führten.

12Aber viele Schriftgelehrte kamen zu Alkimus und Bakchides, um zu fragen, was nun Recht sein sollte. Und die

7,12
Kap
Hasidäer waren die Ersten in Israel, 13die Frieden begehrten. 14Und sie sagten: Ein Priester aus dem Geschlecht Aaron ist mit dem Heer gekommen; er wird uns nicht hintergehen. 15Und Alkimus sagte ihnen Frieden zu und schwor einen Eid: Wir wollen euch und euren Freunden kein Leid antun. 16Und sie glaubten ihm. Er aber ließ sechzig Mann von ihnen gefangen nehmen und tötete sie alle an einem einzigen Tag, wie die Schrift sagt: 17»Das Fleisch deiner Heiligen haben sie den Tieren gegeben; sie haben Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und da war niemand, der sie begrub.«
7,17
Ps 79,2-3

18Darum kam Furcht und Schrecken über das ganze Volk und es klagte, dass Alkimus nicht nach Treu und Glauben gehandelt hätte; denn er hielt den Vertrag und seinen Eid nicht.

19Und Bakchides zog weg von Jerusalem und belagerte Bet-Sajit und ließ viele gefangen nehmen, die ihn vorher anerkannt, aber wegen seiner Untreue sich wieder von ihm abgewendet hatten; einige vom Volk ließ er töten und in eine große Grube werfen. 20Danach übergab Bakchides das Land dem Alkimus und ließ Kriegsvolk bei ihm, um ihm zu helfen; er aber zog wieder zum König.

Judas Makkabäus bekämpft Alkimus

21Und Alkimus nahm sich vor, mit aller Gewalt Hoherpriester zu werden. 22Und zu ihm stießen alle, die ihr Volk verwirrten; und sie unterwarfen sich das Land Juda mit Gewalt und unterdrückten das Volk Israel schwer. 23Als nun Judas sah, dass Alkimus und die Abtrünnigen aus Israel viel größeren Schaden im Lande anrichteten als die Heiden, 24durchzog er abermals das ganze Land Juda, bestrafte die Abtrünnigen und hinderte sie, aufs Land hinauszugehen.

25Als aber Alkimus sah, dass Judas und sein Volk wieder stark waren, und erkannte, dass er ihnen nicht widerstehen konnte, zog er wieder zum König und klagte sie vieler Verbrechen an.

Judas Makkabäus besiegt Nikanor

(vgl. 2. Makk 14,11-36; 15,1-37)

26Darum sandte der König einen hohen Fürsten,

7,26
Kap
Nikanor, der dem Volk Israel feindlich gesonnen war, und befahl ihm, das Volk Israel auszurotten. 27Und Nikanor zog mit einem großen Heer nach Jerusalem und schickte Boten zu Judas und seinen Brüdern, die so tun sollten, als ob er Frieden mit ihnen schließen wollte, und sie sollten sagen: 28Wir wollen Frieden miteinander halten, ich und ihr, und ich will mit wenigen Leuten kommen, um friedlich mit euch zu reden. 29So kam Nikanor zu Judas und sie begrüßten sich friedlich; aber die Feinde wollten Judas gefangen nehmen. 30Es wurde aber Judas berichtet, dass Nikanor zu ihm gekommen war, um ihn durch diesen Betrug gefangen zu nehmen; darum hütete er sich vor ihm und wollte nicht mehr zu ihm kommen.

31Und als Nikanor merkte, dass sein Vorhaben bekannt geworden war, zog er gegen Judas und kämpfte mit ihm bei Kafar-Salama. 32Da verlor Nikanor an die fünfhundert Mann und sein Heer musste auf die Davidsburg fliehen.

33Danach kam Nikanor auch zum Heiligtum auf den Berg Zion. Und einige von den Priestern und den Ältesten des Volks kamen heraus, um ihn friedlich zu empfangen und ihm das

7,33
Esra 6,9-10
Jer 29,7
1. Tim 2,2
Brandopfer zu zeigen, das sie für den König darbrachten. 34Aber Nikanor verspottete sie mit ihrem Gottesdienst und lästerte und entweihte ihre Opfer 35und schwor voller Zorn einen Eid: Werdet ihr mir Judas und sein Heer nicht in meine Hand übergeben, so will ich dieses Haus verbrennen, sobald ich glücklich wieder herkomme. Und er zog weg in heftigem Zorn.

36Aber die Priester gingen hinein und traten vor den Altar und den Tempel und weinten und sprachen: 37Ach Herr, weil du

7,37
1. Kön 8,29-30
dieses Haus erwählt hast, damit man dich dort anrufen und zu dir beten soll, 38so bitten wir, du wollest diesen Nikanor und sein Heer bestrafen und sie durchs Schwert umkommen lassen; denke daran, dass sie dein Heiligtum und dich gelästert haben, und verjage sie aus dem Lande.

39Und Nikanor zog von Jerusalem weg und schlug sein Lager bei Bet-Horon auf. Da kam noch ein Heer aus Syrien zu ihm, um ihm zu helfen. 40Aber Judas lagerte bei Adasa mit dreitausend Mann und betete zu Gott und sprach: 41Herr, Gott,

7,41
2. Kön 18,28-35
als dich die Boten des Königs Sanherib lästerten, schicktest du einen
7,41
2. Kön 19,35
Engel; der tötete von ihnen hundertfünfundachtzigtausend Mann. 42So schlage diese unsre Feinde heute vor unsern Augen und richte diesen Nikanor wegen seiner schweren Untat, damit die andern erkennen, dass du ihn bestraft hast, weil er dein Heiligtum gelästert hat.

43Und am dreizehnten Tag des Monats Adar7,43 März 161 v. Chr. kämpften sie miteinander. Da wurde das Heer Nikanors geschlagen und Nikanor kam als Allererster in der Schlacht um. 44Und als sein Heer das sah, warfen sie die Waffen weg und flohen. 45Aber Judas jagte ihnen eine Tagereise nach von Adasa bis Geser und ließ hinter ihnen die

7,45
Kap
Kriegstrompeten blasen, 46damit das Volk aus allen Ortschaften ringsum herbeikommen und die Fliehenden von allen Seiten angreifen sollte; und sie stürzten sich auf die Feinde, sodass alle durchs Schwert fielen und niemand davonkam. 47Und Judas plünderte sie aus und nahm die Beute mit sich weg. Dem Nikanor aber ließ er den Kopf abhauen und die rechte Hand, die er zum Eid ausgestreckt hatte, als er lästerte und dem Heiligtum drohte; und
7,47
1. Sam 17,51-54
er ließ Kopf und Hand mitnehmen und in Jerusalem aufhängen.

48Da wurde das Volk sehr fröhlich, und sie feierten diesen Tag mit großer Freude 49und ordneten an, dass man jährlich diesen Tag, nämlich den

7,49
Est 9,17
dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte. 50So wurde wieder Friede im Lande Juda für kurze Zeit.

8

Judas Makkabäus schließt ein Bündnis mit den Römern

81Es hörte aber Judas von den Römern, dass sie sehr mächtig waren und fremde Völker gern in Schutz nahmen, die Hilfe bei ihnen suchten, und dass sie Treu und Glauben hielten. 2Und er hatte auch gehört, welch tapfere Taten sie bei den Galatern getan, die sie bezwungen und tributpflichtig gemacht hatten; 3auch, welche schweren Kriege sie in Spanien geführt und wie sie die Bergwerke erobert hatten, in denen man nach Gold und Silber gräbt, und dass sie viele Länder fern von Rom durch ihre Klugheit und Beharrlichkeit gewonnen hatten; 4dass sie auch viele Könige, die von weit her in ihr Land gezogen waren, besiegt und schwer geschlagen hatten, während die andern ihnen jährlich Tribut zahlen mussten; 5und dass sie den König von Kittim, Philippus, und seinen Sohn Perseus samt denen, die sich sonst noch gegen sie aufgelehnt, im Krieg überwunden und unterjocht hatten.

6

8,6-7
Kap
Auch hatte Judas von dem großen Antiochus gehört, dem König in Vorderasien, der gegen die Römer gezogen war mit hundertzwanzig Elefanten, mit Reitern und Wagen und sehr viel Kriegsvolk; aber die Römer hatten sein Heer geschlagen 7und ihn gefangen; und sie hatten ihm und seinen Erben einen großen Tribut auferlegt, den sie jährlich den Römern zahlen mussten; dazu musste er den Römern Geiseln schicken. 8Sie nahmen ihm auch Indien, Medien und Lydien, seine besten Länder, und gaben sie dem König Eumenes.

9Auch beschlossen die Griechen, in ihr Land einzufallen und sie zu vernichten. 10Als die Römer davon hörten, schickten sie einen Feldhauptmann gegen die Griechen; der schlug sie, sodass viele von ihnen fielen, führte ihre Frauen und Kinder gefangen fort, plünderte sie aus und nahm das Land ein, ließ in den Städten die Mauern niederreißen und unterwarf sie bis auf den heutigen Tag. 11Auch die andern Königreiche und die Inseln, die sich ihnen jemals widersetzt hatten, verheerten und unterwarfen sie.

12Aber mit den Freunden und Bundesgenossen hielten sie Frieden. Sie herrschten über die Könige nah und fern, und von allen, die nur ihren Namen hörten, waren sie gefürchtet. 13Wem sie nämlich helfen wollen, der wird geschützt und erhalten in seinem Königreich; wenn sie aber wollen, wird er von Land und Leuten verjagt. Auf diese Weise wurden sie sehr mächtig. 14

8,14-15
Ri 9,7-15
Aber bei alldem hat sich niemand von ihnen eine Krone aufgesetzt und sich in Purpur gekleidet, um damit zu prangen, 15sondern einen Rat hatten sie eingesetzt; der bestand aus dreihundertzwanzig Männern; die berieten sich täglich, um das Volk immer gut zu regieren. 16Und jährlich wählte man einen Mann, der in allen ihren Ländern zu gebieten hatte; dem mussten sie alle gehorsam sein. Und es herrschte weder Neid noch Zwietracht bei ihnen.

17Und Judas wählte

8,17
2. Makk 4,11
Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohnes Jakobs, und Jason, den Sohn
8,17
Kap
Eleasars, und sandte sie nach Rom, um mit den Römern Freundschaft und ein Bündnis zu schließen, 18damit die Römer ihnen helfen sollten, dass Israel nicht von dem Königreich der Griechen unterdrückt würde. 19Die Abgesandten machten den weiten Weg nach Rom, traten vor den Rat und sagten: 20Judas Makkabäus und seine Brüder und das jüdische Volk haben uns zu euch gesandt, um Frieden und ein Bündnis mit euch zu schließen, dass wir als eure Freunde und Bundesgenossen eingeschrieben werden. 21Das hießen die Römer gut 22und sie ließen den Vertrag auf eherne Tafeln schreiben und schickten die Abschrift nach Jerusalem zur Erinnerung an den Frieden und das Bündnis, das sie geschlossen hatten.

Und sie lautete so: 23Gott gebe den Römern und den Juden Glück und Frieden zu Wasser und zu Lande und behüte sie vor Krieg und Feinden auf ewig! 24Wenn aber die Römer zuerst in Krieg verwickelt würden oder irgendeiner ihrer Bundesgenossen in ihrem ganzen Gebiet, 25so sollen die Juden den Römern treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert; 26doch brauchen die Juden den Kämpfenden nicht Nahrung, Waffen, Geld oder Schiffe zu liefern oder zu verschaffen; dies heißen die Römer gut und werden diese Abmachungen halten, ohne Ersatz zu verlangen. 27Dagegen auch, wenn die Juden zuerst in Krieg verwickelt würden, sollen ihnen die Römer treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert; 28doch brauchen ihren Hilfstruppen von den Juden nicht Nahrung, Waffen, Geld oder Schiffe geliefert zu werden; dies heißen die Römer gut und wollen diese Abmachungen ohne Betrug halten.

29Mit diesen Worten ist das Bündnis zwischen den Römern und den Juden festgelegt.

8,29
Joh 19,15
30Wenn aber später einer von beiden Teilen etwas hinzufügen oder streichen will, so sollen beide sich darüber einigen. Und was sie hinzufügen oder streichen, soll eingehalten werden.

31Weil nun

8,31
Kap
König Demetrius an den Juden Gewalttaten verübt, haben wir ihm geschrieben: Warum unterdrückst du unsre Freunde und Bundesgenossen, die Juden? 32Wenn sie weiter über dich klagen, so müssen wir sie schützen und wollen dich zu Wasser und zu Lande angreifen.

9

Judas Makkabäus fällt im Kampf gegen Bakchides

91Als Demetrius mittlerweile hörte, dass

9,1
Kap
Nikanor mit seinem Heer geschlagen und umgekommen war, sandte er
9,1
Kap
Bakchides und
9,1
Kap
Alkimus wieder nach Judäa und mit ihnen die besten Truppen, die auf dem rechten Flügel zu kämpfen pflegten. 2Sie zogen nach Gilgal und sperrten und eroberten die Zuwege in der Arbela und töteten viele. 3Darauf zogen sie nach Jerusalem im 152. Jahr, im ersten Monat,9,3 April 161 v. Chr. 4und von dort nach Berea mit zwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausend Reitern. 5Und Judas hatte sein Lager bei Elasa aufgeschlagen mit dreitausend auserlesenen Männern.

6Als aber sein Kriegsvolk sah, dass die Feinde so zahlreich waren, erschraken sie sehr und viele liefen vom Heer weg, sodass nicht mehr als achthundert Mann bei Judas blieben. 7Als Judas sah, dass sein Heer nicht beieinanderblieb und es doch zum Kampf kommen musste, wurde ihm angst und bange; denn er hatte keine Zeit, sein Kriegsvolk wieder zusammenzubringen. 8In dieser Angst sagte er zu den Übriggebliebenen: Auf, lasst uns versuchen, ob wir die Feinde angreifen und schlagen können! 9Aber sie wollten nicht, wehrten ab und sagten: Es ist nicht möglich, dass wir etwas erreichen; lasst uns diesmal unser Leben retten; dann wollen wir später zurückkehren und mit unsern Brüdern gegen die Feinde ziehen und sie angreifen; jetzt sind wir viel zu wenige. 10Aber Judas sagte: Das sei ferne, dass wir vor ihnen fliehen! Ist unsre Zeit gekommen, so wollen wir ritterlich sterben für unsre Brüder und unsrer Ehre keine Schande machen.

11Und die Feinde zogen aus dem Lager und stellten sich in Schlachtordnung auf. In der ersten Reihe waren die Schleuderer und Bogenschützen, und die besten Krieger standen alle vorn an der Spitze; die Reiterei war in zwei Abteilungen geteilt, auf jedem Flügel eine. 12Der Feldhauptmann Bakchides war beim rechten Flügel. Und die Schlachtreihe rückte von beiden Seiten mit Kriegsgeschrei und Trompeten vor. 13Da ließ auch Judas die Trompeten blasen und zog gegen sie, und die Schlacht dauerte vom Morgen bis zum Abend und die Erde erbebte von dem großen Getümmel.

14Als nun Judas sah, dass auf dem rechten Flügel Bakchides selbst samt der größten Heeresmacht war, da griff er dort an, er und die andern alle, die ihr Leben wagten, 15und sie schlugen das Heer auf der rechten Seite in die Flucht und jagten ihnen nach bis an den Berg bei Aschdod. 16Als aber die auf dem linken Flügel sahen, dass der rechte Flügel geschlagen war, eilten sie ihrerseits Judas und seinen Leuten nach. 17Da musste sich Judas gegen sie wenden und es kam zu einer blutigen Schlacht, sodass viele von beiden Heeren verwundet wurden und umkamen, 18bis auch Judas zuletzt umkam. Da flohen die Übrigen.

19Und Jonatan und Simon nahmen den Leichnam ihres Bruders Judas und

9,19
Kap
begruben ihn im Grab seiner Väter in Modeïn. 20Und das ganze Volk Israel weinte und klagte um Judas sehr und trauerte um ihn lange Zeit und sprach: 21Ach, dass der Held umgekommen ist, der Israel geschützt und errettet hat!
9,21
2. Sam 1,19-27
22Dies ist die Geschichte von Judas. Er hat aber sonst noch viele große Taten getan, die nicht alle beschrieben werden können, weil es zu viele sind.

Jonatan übernimmt die Nachfolge seines Bruders

23Nach dem Tode des Judas wurden die

9,23
Kap
gottlosen und abtrünnigen Leute wieder mächtig im ganzen Land Israel. 24Und zu dieser Zeit herrschte sehr großer Hunger im Lande, sodass sich das Volk dem Bakchides unterwarf. 25Da wählte Bakchides gottlose Männer aus, die machte er zu Amtleuten. 26Und er ließ überall die Anhänger und Freunde des Judas suchen und sich vorführen, um sich an ihnen zu rächen und seinen Mutwillen an ihnen auszulassen. 27Und in Israel war so viel Jammer, wie nicht gewesen ist, seitdem man
9,27
Kap
keine Propheten mehr gehabt hatte.

28Darum kamen alle Anhänger des Judas zusammen und sagten zu Jonatan: 29Nach dem Tod deines Bruders Judas haben wir niemand mehr, der ihm gleich ist und uns schützen kann gegen unsre Feinde und Bakchides und die, die unserm Volk feindlich gesonnen sind. 30Darum wählen wir dich heute an seiner statt zum Fürsten und Feldherrn, damit du diesen Krieg für uns führst. 31So wurde Jonatan ihr Fürst und regierte anstelle seines Bruders.

32Als das Bakchides erfuhr, ließ er ihn suchen, um ihn umzubringen. 33Als aber Jonatan und sein Bruder Simon und alle, die bei ihnen waren, das merkten, flohen sie in die

9,33
2. Chr 20,20
Wüste Tekoa und schlugen ein Lager auf am Wasser des Brunnens Asfar. 34Das hörte Bakchides und zog am
9,34
Kap
Sabbat mit seinem ganzen Heer über den Jordan.

Jonatan rächt den Tod seines Bruders Johannes

35Nun hatte Jonatan seinen Bruder Johannes, der Feldhauptmann war, zu seinen Freunden, den

9,35
Kap
Nabatäern, gesandt, um sie zu bitten, dass sie ihr ganzes Hab und Gut bei ihnen aufbewahren dürften. 36Aber die Männer von Jambri zogen aus Medeba und überfielen den Johannes, nahmen ihn gefangen und raubten alles, was er mit sich führte, und zogen damit ab.

37Danach wurde Jonatan und seinem Bruder Simon hinterbracht, dass die Leute von Jambri eine große Hochzeit feiern und die Braut mit großer Pracht aus Nadabat abholen würden; denn sie war die Tochter eines Fürsten aus Kanaan. 38Nun dachten Jonatan und Simon daran, dass diese ihren Bruder Johannes getötet hatten; darum zogen sie hinauf und versteckten sich hinter dem Berg und lauerten den Leuten von Jambri auf. 39Und sie blickten auf, und siehe, da kam mit Geschrei ein großer Zug daher, und der Bräutigam zog ihnen entgegen mit seinen Freunden und mit viel Volk und Gütern, mit Pauken und Pfeifen und mit vielen Waffen. 40Da machten Jonatan und Simon aus dem Gebirge heraus einen Ausfall und griffen sie an und erschlugen viele, sodass die Übriggebliebenen ins Gebirge fliehen mussten, und raubten all ihr Hab und Gut. 41Da wurde aus der Hochzeit Herzeleid und aus dem Pfeifen Heulen. 42So rächten sie den Mord an ihrem Bruder und kehrten wieder um und zogen an das Ufer des Jordan.

Bakchides kämpft mit Jonatan am Jordan

43Als Bakchides das hörte, kam auch er an den Jordan mit einem großen Heer am Sabbat. 44Da sagte Jonatan zu seinem Volk: Auf, rüstet euch zur Schlacht! Denn heute ist es nicht wie gestern und vorgestern. 45Denn die Feinde sind da und wir müssen uns wehren, weil wir doch nicht entkommen können. Denn wir haben Feinde vor uns und hinter uns, und auf der einen Seite wie auf der andern sind das Wasser des Jordans und Sumpf und Wald. 46Darum sollt ihr zum Himmel schreien, damit ihr von den Feinden errettet werdet.

9,46
Kap

47Und sie griffen an und Jonatan streckte seine Hand aus und schlug nach Bakchides; aber Bakchides wich vor ihm zurück. 48Da sprangen Jonatan und sein Kriegsvolk in den Jordan und kamen über das Wasser; aber die Leute des Bakchides waren nicht so kühn, dass sie durchs Wasser gegangen wären. 49An diesem Tage sind aus dem Heer des Bakchides tausend Mann umgekommen.

50Darum zog Bakchides wieder ab und kam nach Jerusalem und fing an, die Städte in Judäa zu befestigen. Er ließ hohe Mauern mit Toren und Riegeln um Jericho, Emmaus, Bet-Horon, Bethel, Timna, Piraton, Tefon bauen 51und legte als Besatzung Kriegsvolk hinein, das Israel niederhalten sollte. 52Ebenso

9,52
Kap
ließ er Bet-Zur, Geser und die Burg von Jerusalem befestigen und legte auch Kriegsvolk hinein und versorgte sie mit Nahrung. 53Und er nahm die Kinder der vornehmsten Männer des Landes als Geiseln und behielt sie auf der Burg von Jerusalem.

Alkimus stirbt

54Im 153. Jahr, im zweiten Monat,9,54 Mai 160 v. Chr. befahl Alkimus, auch die Mauer des inneren Vorhofs am Tempel, die

9,54
Esra 6,14
Hag 1,18
Sach 4,8-9
die heiligen Propheten hatten bauen lassen, einzureißen. 55Und als man damit begonnen hatte, bestrafte Gott den Alkimus, sodass die angefangene Arbeit wieder abgebrochen und sein Mund gestopft wurde; denn der Schlag rührte ihn, sodass er nicht mehr reden oder sein Haus bestellen konnte. 56Und Alkimus
9,56
2. Makk 9,9
starb mit großen Schmerzen.

Bakchides schließt Frieden mit Jonatan

57Als aber Bakchides sah, dass Alkimus gestorben war, zog er wieder weg zum König. Da herrschte Friede und Ruhe im Lande zwei Jahre lang.

58Aber die Abtrünnigen im Lande hielten Rat und sagten: Jonatan und seine Anhänger leben jetzt in Frieden. Lasst uns Bakchides wieder rufen, der könnte sie jetzt in einer einzigen Nacht alle gefangen nehmen. 59So zogen sie zu Bakchides und sagten ihm ihren Plan.

60Da machte sich Bakchides mit einem großen Heer auf und schickte heimlich Schreiben an alle seine Anhänger im Lande Juda, dass sie Jonatan und alle, die bei ihm waren, gefangen nehmen sollten. Aber ihr Plan wurde Jonatan hinterbracht; darum erreichten sie nichts, 61sondern Jonatan nahm fünfzig Männer vom Volk des Landes, die die Anführer der

9,61
Kap
Abtrünnigen waren, gefangen und ließ sie töten.

62Darauf zogen sich Jonatan und Simon mit ihrem Kriegsvolk zurück in einen zerstörten Ort in der Wüste, Bet-Basi; den baute er wieder auf und befestigte ihn. 63Als nun Bakchides das erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot auch seine Leute in Judäa auf. 64Dann zog er vor Bet-Basi, belagerte es lange und stellte Sturmböcke davor auf.

65Aber Jonatan übergab seinem Bruder Simon den Befehl über die Stadt und zog mit einer kleinen Schar ins offene Land 66und schlug Odomera und dessen Brüder und die Söhne Fasiron an ihrem Wohnplatz. Weil ihm aber das geglückt war, liefen ihm noch mehr Leute zu, sodass er stärker wurde.

67Mittlerweile machte Simon mit seinen Leuten einen Ausfall aus der Stadt und verbrannte die Sturmböcke 68und schlug Bakchides in die Flucht.

Bakchides aber war sehr erbittert, weil sein Plan und sein Feldzug vergeblich gewesen waren, 69und er wurde sehr zornig auf die Abtrünnigen unter den Juden, die ihm geraten hatten, wieder in ihr Land zu kommen, und ließ viele von ihnen töten und beschloss, wieder in sein Land zu ziehen.

70Als Jonatan das erfuhr, schickte er Boten zu ihm, um den Frieden mit ihm herzustellen und die Herausgabe der Gefangenen zu erreichen. 71Hierin willigte Bakchides gern ein und tat, was Jonatan begehrte, und schwor ihm einen Eid, ihm sein Leben lang kein Leid mehr anzutun. 72Und er gab ihm die

9,72
Kap
Gefangenen wieder heraus, die er aus Juda weggeführt hatte, und kehrte um und zog in sein Land und kam nicht wieder in das Land Juda.

73So wurde wieder

9,73
Friede in Israel. Und Jonatan wohnte in Michmas und regierte dort über das Volk und vernichtete die Abtrünnigen in Israel.