Lutherbibel 1984 (LU84)
6

Antiochus IV. Epiphanes unterliegt in Elymaïs und stirbt

(vgl. 2. Makk 9,1-29)

61Als aber König Antiochus durch die

6,1
Kap
oberen Länder zog, hörte er von einer berühmten Stadt Elymaïs in
6,1
Kap
Persien, dass dort viel Gold und Silber und großer Reichtum war 2und dass im Tempel reiche Schätze und die goldenen Kleider, Harnische und Schilde aufbewahrt wurden, die
6,2
Kap
Alexander, der Sohn Philipps, der König von Mazedonien, der zuerst über Griechenland herrschte, dorthin geschenkt hatte. 3Darum zog Antiochus vor die Stadt, um sie zu erobern und zu plündern; aber es gelang ihm nicht, weil die Einwohner der Stadt gewarnt worden waren 4und sich ihm zum Kampf entgegenstellten. Und Antiochus musste fliehen und zog mit großem Unmut wieder ab und kehrte nach Babylon um.

5Da kam ein Bote zu ihm nach Persien und meldete, dass sein Heer, das er in das Land Juda gesandt hatte, geschlagen worden wäre 6und dass

6,6
Kap
Lysias an der Spitze eines starken Heeres ausgezogen wäre, aber vor den Juden hätte fliehen müssen, und dass die Juden in seinem Lager viele Waffen und große Beute erobert hätten, mit der sie sich dann besser gerüstet hätten und mächtiger geworden wären; 7und sie hätten das
6,7
Kap
Gräuelbild der Verwüstung, das er auf den Altar in Jerusalem gesetzt hatte, zerstört und das Heiligtum wieder mit hohen Mauern umgeben wie früher, dazu auch seine Stadt Bet-Zur befestigt.
6,7
Kap
8Als Antiochus das hörte, erschrak er heftig und wurde sehr bestürzt, legte sich nieder und wurde krank vor Kummer, weil sein Vorhaben nicht gelungen war.

9Und er blieb lange dort; denn der Kummer wurde je länger umso größer und machte ihn so schwach, dass er meinte, er müsste sterben. 10Darum rief er alle seine Freunde zu sich und sagte zu ihnen: Ich kann keinen Schlaf mehr finden vor lauter Kummer und Herzeleid. 11Ich dachte bei mir selbst: In welche Trübsal und in was für Fluten von Trauer bin ich jetzt geraten, während ich doch gütig und beliebt war, solange ich regiert habe! 12Aber nun denke ich an das Böse, das ich in Jerusalem getan habe, als ich

6,12
Kap
alle goldenen und silbernen Geräte aus dem Tempel wegführte und die Bewohner Judäas ohne Grund ausrotten wollte. 13Jetzt weiß ich, woher dies Unglück über mich kommt; und darum muss ich in einem fremden Land in großer Traurigkeit sterben.

14Und er rief einen seiner Freunde,

6,14
2. Makk 9,29
13,23
Philippus, zu sich; den setzte er zum Statthalter über das ganze Königreich ein, 15übergab ihm Krone, Mantel und Ring und befahl ihm, seinen Sohn, den jungen Antiochus, zu erziehen und zum Herrscher heranzubilden. 16Danach
6,16
2. Makk 1,13-16
Dan 8,25
starb König Antiochus dort im 149. Jahr.6,16 164 v. Chr.

Judas Makkabäus belagert die Burg von Jerusalem

17Als nun Lysias hörte, dass der König tot war, machte er den Sohn des Antiochus Epiphanes,

6,17
Kap
den jungen Antiochus, den er erzogen hatte, zum König und nannte ihn
6,17
2. Makk 13,1-2
Eupator.

18Nun verwehrten die Feinde, die die

6,18
Kap
Burg besetzt hielten, dem Volk Israel den Zugang zum Heiligtum von allen Seiten; sie trachteten danach, ihm überall Schaden zu tun, und waren den Heiden eine starke Stütze. 19Darum nahm Judas sich vor, sie zu vernichten, und rief das ganze Kriegsvolk zusammen, um sie zu belagern. 20Und sie kamen zusammen und belagerten die Burg im 150. Jahr6,20 163/162 v. Chr. und stellten Geschütze und Sturmböcke auf.

21Aber einige von den Belagerten entkamen. Zu ihnen stießen

6,21
Kap
Abtrünnige aus Israel; die
6,21
Kap
zogen mit ihnen zum König und sagten: 22Wie lange willst du sie ohne Strafe lassen und unsre Brüder nicht rächen? 23Wir nämlich haben beschlossen, deinem Vater untertan zu sein und seinen Befehlen zu folgen und seinen Geboten gehorsam zu sein. 24Darum wurden unsere Landsleute uns feind, und wenn sie einen von uns fanden, töteten sie ihn und verteilten unser Erbe unter sich; 25und sie streckten nicht allein gegen uns ihre Hand aus, sondern auch gegen alle Nachbarländer. 26Und jetzt belagern sie die Burg von Jerusalem, um sie zu erobern, und haben das Heiligtum und
6,26
Kap
Bet-Zur befestigt. 27Wenn du dich nicht beeilst, sie abzuwehren, werden sie stärker werden und noch mehr Schaden tun, und du wirst sie nicht mehr bezwingen können.

Antiochus V. Eupator kämpft gegen die Juden

(vgl. 2. Makk 13,9-22)

28Als der König das hörte, wurde er sehr zornig und ließ alle seine Fürsten zusammenrufen und die Hauptleute über das Fußvolk und über die Reiter 29und nahm fremde Söldner an aus andern Königreichen und von den Inseln 30und brachte zusammen hunderttausend Mann zu Fuß, zwanzigtausend Reiter und zweiunddreißig kriegsgewohnte Elefanten. 31Dies Heer zog durch Idumäa und belagerte Bet-Zur und kämpfte viele Tage lang und stellte Sturmböcke auf; aber die Juden machten einen Ausfall und verbrannten die Sturmböcke und kämpften tapfer.

32Und Judas zog von der Burg ab und lagerte mit dem Heer bei Bet-Sacharja gegenüber dem Lager des Königs. 33Da brach der König morgens früh vor Tag auf und führte das Heer zum Angriff an die Straße nach Bet-Sacharja, stellte es in Schlachtordnung auf und ließ die Trompeten blasen 34und den Elefanten roten Wein und Maulbeersaft vorhalten, um sie zum Kampf anzureizen und wild zu machen; 35und sie verteilten die Elefanten auf die Abteilungen, sodass jedem Elefanten tausend Mann zu Fuß in Harnischen und eisernen Helmen und fünfhundert Reiter zugeordnet wurden. 36Diese standen schon vorher an der Stelle, wohin der Elefant geführt wurde; und wohin er ging, da gingen sie auch hin und wichen nicht von ihm. 37Und jeder Elefant trug einen starken hölzernen Turm, der ihm kunstvoll angegürtet war; darin standen je vier Krieger, die auf ihm kämpften, und der Inder, der das Tier leitete. 38Die übrige Reiterei ordnete er auf beiden Seiten des Heeres an, um das feindliche Heer ins Wanken zu bringen und geschlossen in ihre Reihen einzudringen.

39Und als die Sonne aufging und auf die goldenen und ehernen Schilde schien, glänzte das ganze Gebirge davon und leuchtete, als wäre es lauter Feuer. 40Und ein Teil des königlichen Heeres verbreitete sich über die hohen Berge, ein anderer unten in der Ebene, und sie zogen vorsichtig und in guter Ordnung heran. 41Und wer sie hörte, der geriet in Angst vor dem Lärm der großen Menge, dem Aufmarsch der Truppen und dem Klirren der Waffen; denn es war ein sehr großes und gut gerüstetes Heer.

42Und auch Judas zog gegen sie in seiner Ordnung, und es fielen sechshundert Mann vom königlichen Heer. 43Und

6,43
Kap
Eleasar Awaran bemerkte einen Elefanten; der war größer als die andern und mit königlichem Panzer angetan; und er dachte, der König wäre darauf, 44und wollte sich opfern, um das Volk Israel zu erretten und einen ewigen Namen zu erlangen. 45Er lief mit großer Kühnheit herbei, drang durch die Feinde hindurch und tötete viele von ihnen auf beiden Seiten, sodass sie vor ihm auseinanderwichen, 46kroch unter den Elefanten und erstach ihn, sodass der Elefant auf ihn fiel und auch ihn totschlug.

47Weil aber die Juden sahen, dass das Heer des Königs mit so großer Macht angriff, wichen sie vor ihnen zurück. 48Darum zog das Heer des Königs gegen sie nach Jerusalem und schlug in Judäa am Berg Zion das Lager auf.

49Aber die Leute von Bet-Zur konnten vor Hunger nicht länger in ihrer Festung bleiben; denn es war das

6,49
2. Mose 23,10-11
siebente Jahr, in dem man die Felder im ganzen Lande brachliegen lassen musste; und sie erlangten Geleit vom König, damit sie sicher herauskommen konnten. 50Da nahm der König Bet-Zur ein und legte eine Besatzung hinein, um die Festung zu bewachen.

51Er belagerte das Heiligtum lange Zeit und stellte die verschiedensten Geschütze dagegen auf. 52Aber das Volk Israel im Heiligtum wehrte sich viele Tage und stellte auch Geschütze gegen die Feinde auf. 53Aber auch sie hatten nichts mehr zu essen, weil es das siebente Jahr war; denn die auswärtigen Juden, die vor den Heiden

6,53
Kap
nach Judäa geflüchtet waren, hatten den gesamten Vorrat aufgezehrt. 54Und es blieben sehr wenige im Heiligtum, denn der Hunger nahm überhand. Darum hatten sich die meisten zerstreuen und auf andere Städte verteilen müssen.

Antiochus V. Eupator gewährt den Juden Religionsfreiheit

(vgl. 2. Makk 13,23-24)

55Mittlerweile hörte Lysias, dass

6,55
Philippus, dem König Antiochus noch zu seinen Lebzeiten
6,55
seinen Sohn Antiochus zur Erziehung anvertraut hatte, damit er König würde, 56aus Persien und Medien zurückgekommen war mit dem Kriegsvolk, das der König dorthin geführt hatte, und dass er nach der Herrschaft trachtete. 57Darum beeilte er sich, zum König und zu den Hauptleuten zu sagen: Wir verlieren täglich viele Leute und haben kaum zu essen, und der Ort, den wir belagern, ist stark befestigt; wir haben aber daheim Nötigeres zu tun, nämlich den Frieden im Königreich zu erhalten. 58Lasst uns Frieden mit den Leuten hier und mit ihrem ganzen Volk schließen 59und gestatten, dass sie ihr Gesetz halten wie früher; denn sie grollen und kämpfen allein deswegen,
6,59
Kap
weil wir ihnen ihr Gesetz nehmen wollen.

60Diese Meinung gefiel dem König und den Fürsten gut. Und der König schickte zu den Juden, um mit ihnen Frieden zu schließen; und sie nahmen ihn an. 61Und als der König und die Fürsten ihnen einen Eid geleistet hatten, kamen sie aus ihrer Festung heraus und der König zog hinein auf den Berg Zion. 62Als er aber sah, dass der Ort so stark befestigt war, hielt er seinen Eid nicht, den er geschworen hatte, sondern befahl, die Mauer ringsum niederzureißen. 63Danach zog er eilends weg nach Antiochia. Da erfuhr er, dass sich Philippus zum Herrn der Stadt gemacht hatte. Mit dem kämpfte er und eroberte die Stadt.

7

Demetrius I. Soter bestimmt Bakchides zum Statthalter und Alkimus zum Hohenpriester

(vgl. 2. Makk 14,1-2)

71Im 151. Jahr7,1 162/161 v. Chr. floh Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus Rom und kam mit einem kleinen Gefolge in eine Stadt am Meer und regierte dort als König. 2Und als er in den Palast seiner Vorfahren kam, nahm das Kriegsvolk Antiochus und Lysias gefangen, um sie Demetrius zu übergeben. 3Als das aber Demetrius gemeldet wurde, befahl er, sie nicht vor seine Augen kommen zu lassen. 4

7,4-7
2. Makk 14,3-10
Darum tötete sie das Kriegsvolk.

Als nun

7,4
Kap
Demetrius auf den Thron gelangt war, 5kamen zu ihm gottlose und abtrünnige Leute aus Israel; ihr Anführer war
7,5
Kap
Alkimus; der wäre gern Hoherpriester geworden. 6Diese verklagten Judas und ihr eigenes Volk beim König und sagten: Judas und seine Brüder haben alle, die dir gehorsam sein wollten, umgebracht und uns aus unserm Lande verjagt. 7Darum sende jemand, dem du vertraust, dorthin; er soll sich ansehen, welche Zerstörung Judas über uns und das Land des Königs gebracht hat, und soll ihn und seinen ganzen Anhang bestrafen.

8Darum wählte der König aus seinen Freunden

7,8
Kap
Bakchides aus, der Statthalter über das Land jenseits des Euphrat7,8 Die Provinz des Seleuzidenreiches westlich des Euphrat; vgl. Esra 4,10. war und ein Mächtiger im Reich und dem König treu. 9Und er schickte mit ihm den abtrünnigen Alkimus, den er zum Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel zu bestrafen.

10Und sie zogen ins Land Juda mit einem großen Heer und schickten Boten zu Judas und seinen Brüdern, um über den Frieden zu verhandeln, und taten so, als wollten sie Frieden mit ihnen halten. 11Aber es war nichts als Betrug. Darum glaubte ihnen Judas nicht; denn er sah, dass sie gut gerüstet waren und ein großes Heer mit sich führten.

12Aber viele Schriftgelehrte kamen zu Alkimus und Bakchides, um zu fragen, was nun Recht sein sollte. Und die

7,12
Kap
Hasidäer waren die Ersten in Israel, 13die Frieden begehrten. 14Und sie sagten: Ein Priester aus dem Geschlecht Aaron ist mit dem Heer gekommen; er wird uns nicht hintergehen. 15Und Alkimus sagte ihnen Frieden zu und schwor einen Eid: Wir wollen euch und euren Freunden kein Leid antun. 16Und sie glaubten ihm. Er aber ließ sechzig Mann von ihnen gefangen nehmen und tötete sie alle an einem einzigen Tag, wie die Schrift sagt: 17»Das Fleisch deiner Heiligen haben sie den Tieren gegeben; sie haben Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und da war niemand, der sie begrub.«
7,17
Ps 79,2-3

18Darum kam Furcht und Schrecken über das ganze Volk und es klagte, dass Alkimus nicht nach Treu und Glauben gehandelt hätte; denn er hielt den Vertrag und seinen Eid nicht.

19Und Bakchides zog weg von Jerusalem und belagerte Bet-Sajit und ließ viele gefangen nehmen, die ihn vorher anerkannt, aber wegen seiner Untreue sich wieder von ihm abgewendet hatten; einige vom Volk ließ er töten und in eine große Grube werfen. 20Danach übergab Bakchides das Land dem Alkimus und ließ Kriegsvolk bei ihm, um ihm zu helfen; er aber zog wieder zum König.

Judas Makkabäus bekämpft Alkimus

21Und Alkimus nahm sich vor, mit aller Gewalt Hoherpriester zu werden. 22Und zu ihm stießen alle, die ihr Volk verwirrten; und sie unterwarfen sich das Land Juda mit Gewalt und unterdrückten das Volk Israel schwer. 23Als nun Judas sah, dass Alkimus und die Abtrünnigen aus Israel viel größeren Schaden im Lande anrichteten als die Heiden, 24durchzog er abermals das ganze Land Juda, bestrafte die Abtrünnigen und hinderte sie, aufs Land hinauszugehen.

25Als aber Alkimus sah, dass Judas und sein Volk wieder stark waren, und erkannte, dass er ihnen nicht widerstehen konnte, zog er wieder zum König und klagte sie vieler Verbrechen an.

Judas Makkabäus besiegt Nikanor

(vgl. 2. Makk 14,11-36; 15,1-37)

26Darum sandte der König einen hohen Fürsten,

7,26
Kap
Nikanor, der dem Volk Israel feindlich gesonnen war, und befahl ihm, das Volk Israel auszurotten. 27Und Nikanor zog mit einem großen Heer nach Jerusalem und schickte Boten zu Judas und seinen Brüdern, die so tun sollten, als ob er Frieden mit ihnen schließen wollte, und sie sollten sagen: 28Wir wollen Frieden miteinander halten, ich und ihr, und ich will mit wenigen Leuten kommen, um friedlich mit euch zu reden. 29So kam Nikanor zu Judas und sie begrüßten sich friedlich; aber die Feinde wollten Judas gefangen nehmen. 30Es wurde aber Judas berichtet, dass Nikanor zu ihm gekommen war, um ihn durch diesen Betrug gefangen zu nehmen; darum hütete er sich vor ihm und wollte nicht mehr zu ihm kommen.

31Und als Nikanor merkte, dass sein Vorhaben bekannt geworden war, zog er gegen Judas und kämpfte mit ihm bei Kafar-Salama. 32Da verlor Nikanor an die fünfhundert Mann und sein Heer musste auf die Davidsburg fliehen.

33Danach kam Nikanor auch zum Heiligtum auf den Berg Zion. Und einige von den Priestern und den Ältesten des Volks kamen heraus, um ihn friedlich zu empfangen und ihm das

7,33
Esra 6,9-10
Jer 29,7
1. Tim 2,2
Brandopfer zu zeigen, das sie für den König darbrachten. 34Aber Nikanor verspottete sie mit ihrem Gottesdienst und lästerte und entweihte ihre Opfer 35und schwor voller Zorn einen Eid: Werdet ihr mir Judas und sein Heer nicht in meine Hand übergeben, so will ich dieses Haus verbrennen, sobald ich glücklich wieder herkomme. Und er zog weg in heftigem Zorn.

36Aber die Priester gingen hinein und traten vor den Altar und den Tempel und weinten und sprachen: 37Ach Herr, weil du

7,37
1. Kön 8,29-30
dieses Haus erwählt hast, damit man dich dort anrufen und zu dir beten soll, 38so bitten wir, du wollest diesen Nikanor und sein Heer bestrafen und sie durchs Schwert umkommen lassen; denke daran, dass sie dein Heiligtum und dich gelästert haben, und verjage sie aus dem Lande.

39Und Nikanor zog von Jerusalem weg und schlug sein Lager bei Bet-Horon auf. Da kam noch ein Heer aus Syrien zu ihm, um ihm zu helfen. 40Aber Judas lagerte bei Adasa mit dreitausend Mann und betete zu Gott und sprach: 41Herr, Gott,

7,41
2. Kön 18,28-35
als dich die Boten des Königs Sanherib lästerten, schicktest du einen
7,41
2. Kön 19,35
Engel; der tötete von ihnen hundertfünfundachtzigtausend Mann. 42So schlage diese unsre Feinde heute vor unsern Augen und richte diesen Nikanor wegen seiner schweren Untat, damit die andern erkennen, dass du ihn bestraft hast, weil er dein Heiligtum gelästert hat.

43Und am dreizehnten Tag des Monats Adar7,43 März 161 v. Chr. kämpften sie miteinander. Da wurde das Heer Nikanors geschlagen und Nikanor kam als Allererster in der Schlacht um. 44Und als sein Heer das sah, warfen sie die Waffen weg und flohen. 45Aber Judas jagte ihnen eine Tagereise nach von Adasa bis Geser und ließ hinter ihnen die

7,45
Kap
Kriegstrompeten blasen, 46damit das Volk aus allen Ortschaften ringsum herbeikommen und die Fliehenden von allen Seiten angreifen sollte; und sie stürzten sich auf die Feinde, sodass alle durchs Schwert fielen und niemand davonkam. 47Und Judas plünderte sie aus und nahm die Beute mit sich weg. Dem Nikanor aber ließ er den Kopf abhauen und die rechte Hand, die er zum Eid ausgestreckt hatte, als er lästerte und dem Heiligtum drohte; und
7,47
1. Sam 17,51-54
er ließ Kopf und Hand mitnehmen und in Jerusalem aufhängen.

48Da wurde das Volk sehr fröhlich, und sie feierten diesen Tag mit großer Freude 49und ordneten an, dass man jährlich diesen Tag, nämlich den

7,49
Est 9,17
dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte. 50So wurde wieder Friede im Lande Juda für kurze Zeit.

8

Judas Makkabäus schließt ein Bündnis mit den Römern

81Es hörte aber Judas von den Römern, dass sie sehr mächtig waren und fremde Völker gern in Schutz nahmen, die Hilfe bei ihnen suchten, und dass sie Treu und Glauben hielten. 2Und er hatte auch gehört, welch tapfere Taten sie bei den Galatern getan, die sie bezwungen und tributpflichtig gemacht hatten; 3auch, welche schweren Kriege sie in Spanien geführt und wie sie die Bergwerke erobert hatten, in denen man nach Gold und Silber gräbt, und dass sie viele Länder fern von Rom durch ihre Klugheit und Beharrlichkeit gewonnen hatten; 4dass sie auch viele Könige, die von weit her in ihr Land gezogen waren, besiegt und schwer geschlagen hatten, während die andern ihnen jährlich Tribut zahlen mussten; 5und dass sie den König von Kittim, Philippus, und seinen Sohn Perseus samt denen, die sich sonst noch gegen sie aufgelehnt, im Krieg überwunden und unterjocht hatten.

6

8,6-7
Kap
Auch hatte Judas von dem großen Antiochus gehört, dem König in Vorderasien, der gegen die Römer gezogen war mit hundertzwanzig Elefanten, mit Reitern und Wagen und sehr viel Kriegsvolk; aber die Römer hatten sein Heer geschlagen 7und ihn gefangen; und sie hatten ihm und seinen Erben einen großen Tribut auferlegt, den sie jährlich den Römern zahlen mussten; dazu musste er den Römern Geiseln schicken. 8Sie nahmen ihm auch Indien, Medien und Lydien, seine besten Länder, und gaben sie dem König Eumenes.

9Auch beschlossen die Griechen, in ihr Land einzufallen und sie zu vernichten. 10Als die Römer davon hörten, schickten sie einen Feldhauptmann gegen die Griechen; der schlug sie, sodass viele von ihnen fielen, führte ihre Frauen und Kinder gefangen fort, plünderte sie aus und nahm das Land ein, ließ in den Städten die Mauern niederreißen und unterwarf sie bis auf den heutigen Tag. 11Auch die andern Königreiche und die Inseln, die sich ihnen jemals widersetzt hatten, verheerten und unterwarfen sie.

12Aber mit den Freunden und Bundesgenossen hielten sie Frieden. Sie herrschten über die Könige nah und fern, und von allen, die nur ihren Namen hörten, waren sie gefürchtet. 13Wem sie nämlich helfen wollen, der wird geschützt und erhalten in seinem Königreich; wenn sie aber wollen, wird er von Land und Leuten verjagt. Auf diese Weise wurden sie sehr mächtig. 14

8,14-15
Ri 9,7-15
Aber bei alldem hat sich niemand von ihnen eine Krone aufgesetzt und sich in Purpur gekleidet, um damit zu prangen, 15sondern einen Rat hatten sie eingesetzt; der bestand aus dreihundertzwanzig Männern; die berieten sich täglich, um das Volk immer gut zu regieren. 16Und jährlich wählte man einen Mann, der in allen ihren Ländern zu gebieten hatte; dem mussten sie alle gehorsam sein. Und es herrschte weder Neid noch Zwietracht bei ihnen.

17Und Judas wählte

8,17
2. Makk 4,11
Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohnes Jakobs, und Jason, den Sohn
8,17
Kap
Eleasars, und sandte sie nach Rom, um mit den Römern Freundschaft und ein Bündnis zu schließen, 18damit die Römer ihnen helfen sollten, dass Israel nicht von dem Königreich der Griechen unterdrückt würde. 19Die Abgesandten machten den weiten Weg nach Rom, traten vor den Rat und sagten: 20Judas Makkabäus und seine Brüder und das jüdische Volk haben uns zu euch gesandt, um Frieden und ein Bündnis mit euch zu schließen, dass wir als eure Freunde und Bundesgenossen eingeschrieben werden. 21Das hießen die Römer gut 22und sie ließen den Vertrag auf eherne Tafeln schreiben und schickten die Abschrift nach Jerusalem zur Erinnerung an den Frieden und das Bündnis, das sie geschlossen hatten.

Und sie lautete so: 23Gott gebe den Römern und den Juden Glück und Frieden zu Wasser und zu Lande und behüte sie vor Krieg und Feinden auf ewig! 24Wenn aber die Römer zuerst in Krieg verwickelt würden oder irgendeiner ihrer Bundesgenossen in ihrem ganzen Gebiet, 25so sollen die Juden den Römern treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert; 26doch brauchen die Juden den Kämpfenden nicht Nahrung, Waffen, Geld oder Schiffe zu liefern oder zu verschaffen; dies heißen die Römer gut und werden diese Abmachungen halten, ohne Ersatz zu verlangen. 27Dagegen auch, wenn die Juden zuerst in Krieg verwickelt würden, sollen ihnen die Römer treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert; 28doch brauchen ihren Hilfstruppen von den Juden nicht Nahrung, Waffen, Geld oder Schiffe geliefert zu werden; dies heißen die Römer gut und wollen diese Abmachungen ohne Betrug halten.

29Mit diesen Worten ist das Bündnis zwischen den Römern und den Juden festgelegt.

8,29
Joh 19,15
30Wenn aber später einer von beiden Teilen etwas hinzufügen oder streichen will, so sollen beide sich darüber einigen. Und was sie hinzufügen oder streichen, soll eingehalten werden.

31Weil nun

8,31
Kap
König Demetrius an den Juden Gewalttaten verübt, haben wir ihm geschrieben: Warum unterdrückst du unsre Freunde und Bundesgenossen, die Juden? 32Wenn sie weiter über dich klagen, so müssen wir sie schützen und wollen dich zu Wasser und zu Lande angreifen.