Lutherbibel 2017 (LU17)
7

Am bloßen Fasten hat Gott kein Gefallen

71Und es geschah im vierten Jahr des Königs Darius, da geschah des HERRN Wort zu Sacharja am vierten Tag des neunten Monats, im Kislew. 2Und man sandte Bethel-Sarezer und Regem-Melech und seine Leute, um den HERRN anzuflehen 3und die Priester am Hause des HERRN Zebaoth und die Propheten zu befragen: Muss ich immer noch im

7,3
Kap
fünften Monat weinen und enthaltsam sein, wie ich es nun so viele Jahre getan habe? 4Und des HERRN Zebaoth Wort geschah zu mir: 5Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich:
7,5
Jes 58,5
Als ihr fastetet und Leid trugt im fünften und siebenten Monat diese
7,5
Kap
siebzig Jahre lang, habt ihr da wirklich für mich gefastet? 6Und wenn ihr esst und trinkt, esst und trinkt ihr da nicht für euch selbst?

Gottes Gericht über die Unbarmherzigkeit

7Ist’s nicht das, was der HERR durch die früheren Propheten predigen ließ, als Jerusalem bewohnt war und sicher samt seinen Städten ringsum und Leute im Südland und im Hügelland wohnten. 8Und des HERRN Wort geschah zu Sacharja: 9So sprach der HERR Zebaoth:

7,9
Kap
Richtet recht, und
7,9
Mi 6,8
ein jeder erweise seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit, 10und
7,10
2. Mose 22,20-21
bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen, und denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

11Sie aber weigerten sich aufzumerken und kehrten mir störrisch den Rücken zu und verstopften ihre Ohren, dass sie nicht hörten, 12und machten ihre Herzen

7,12
Jes 48,4
hart wie Diamant, damit sie nicht hörten das Gesetz und die Worte, die der HERR Zebaoth durch seinen Geist sandte
7,12
Kap
durch die früheren Propheten. Daher ist so großer Zorn vom HERRN Zebaoth gekommen. 13Und es ist so ergangen: Gleichwie gepredigt wurde und sie nicht hörten, so wollte ich auch nicht hören, als sie riefen, spricht der HERR Zebaoth. 14Darum habe ich sie zerstreut unter alle Völker, die sie nicht kannten, und das Land blieb verwüstet hinter ihnen liegen, sodass niemand mehr darin hin und her zog; so haben sie das liebliche Land zur Wüste gemacht.

8

Das künftige Heil für das Volk Gottes

81Und es geschah das Wort des HERRN Zebaoth: 2So spricht der HERR Zebaoth:

8,2
Kap
Ich eiferte um Zion mit großem Eifer, und mit großem Zorn eiferte ich um seinetwillen.

3So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und

8,3
Kap
will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem
8,3
Jes 1,2126
»Stadt der Treue« heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth
8,3
Ps 2,6
»heiliger Berg«.

4So spricht der HERR Zebaoth:

8,4
Jes 65,20
Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, 5und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.

6So spricht der HERR Zebaoth: Selbst wenn das dem

8,6
Jes 46,3
Jer 31,7
Rest dieses Volkes in dieser Zeit unmöglich scheint, sollte es darum auch mir
8,6
Lk 1,37
unmöglich scheinen?, spricht der HERR Zebaoth.

7So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will mein Volk retten aus dem Lande gegen Aufgang und aus dem Lande gegen Niedergang der Sonne 8und will sie heimbringen, dass sie in Jerusalem wohnen. Und

8,8
2. Mose 6,7
3. Mose 26,12
Jer 24,7
sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit.

9

8,9
Hag 2,15-19
So spricht der HERR Zebaoth:
8,9
Jes 35,3
Stärkt eure Hände, die ihr diese Worte hört in dieser Zeit durch der Propheten Mund – an dem Tage, da der Grund gelegt wurde zum Hause des HERRN Zebaoth, auf dass der Tempel gebaut würde. 10Denn vor diesen Tagen war der Menschen Arbeit vergebens, und auch der Tiere Arbeit erbrachte nichts; und für den, der aus- und einzog, gab es keinen Frieden vor dem Feind, und ich ließ alle Menschen aufeinander los, einen jeden gegen seinen Nächsten.

11Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen verfahren mit dem Rest dieses Volkes, spricht der HERR Zebaoth, 12denn das wird eine Saat des Friedens sein:

8,12
Kap
Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will dem Rest dieses Volkes das alles zum Besitz geben. 13Und es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Völkern, so will ich euch retten, dass ihr
8,13
1. Mose 12,2
ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!

14So spricht der HERR Zebaoth: Gleichwie ich euch zu plagen gedachte, als mich eure Väter erzürnten, spricht der HERR Zebaoth, und es mich nicht gereute, 15so gedenke ich nun wiederum in diesen Tagen, wohlzutun Jerusalem und dem Hause Juda. Fürchtet euch nur nicht! 16Das ist’s aber, was ihr tun sollt:

8,16
Eph 4,25
Rede einer mit dem andern Wahrheit und richtet
8,16
Kap
wahrhaftig und recht, schafft Frieden in euren Toren; 17
8,17
Kap
keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der HERR.

18Und es geschah des HERRN Zebaoth Wort zu mir: 19So spricht der HERR Zebaoth:

8,19
Kap
Das Fasten des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats soll dem Hause Juda zur Freude und Wonne und zu fröhlichen Festzeiten werden. Liebt Wahrheit und Frieden!

Das künftige Heil für die Völker

20So spricht der HERR Zebaoth: Es werden noch

8,20
Kap
Völker kommen und Bürger vieler Städte, 21und die Bürger der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. 22So werden viele Völker und mächtige Nationen kommen,
8,22
Kap
den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen.

23So spricht der HERR Zebaoth: Zu jener Zeit werden zehn Männer aus allen Sprachen der Völker einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.

9

Läuterung der Nachbarn Judas

91Dies ist die Last9,1 Siehe Sach- und Worterklärungen., die der HERR ankündigt im Lande Hadrach, und auf

9,1
Jes 17,1-6
Damaskus lässt sie sich nieder – ja, der HERR schaut auf die Menschen und auf alle Stämme Israels –, 2dazu auf Hamat, das daran grenzt, auch auf
9,2
Jes 23,1-18
Hes 26,1–28,24
Tyrus und Sidon, die doch sehr weise sind. 3Denn Tyrus baute sich eine Festung und sammelte Silber wie Sand und Gold wie Dreck auf der Gasse. 4Siehe, der Herr wird Tyrus erobern und wird seine Seemacht schlagen, und
9,4
Am 1,9-10
es wird mit Feuer verbrannt werden.

5Wenn Aschkelon das sehen wird, wird es sich fürchten, und

9,5
Jer 47,1-7
Am 1,6-8
Gaza wird sehr angst werden, dazu Ekron, denn seine Zuversicht wurde zuschanden. Es wird aus sein mit dem König von Gaza, und in Aschkelon wird man nicht mehr wohnen, 6und in Aschdod werden
9,6
5. Mose 23,3
Mischlinge wohnen.

Und ich will den Hochmut der Philister ausrotten. 7Und ich will

9,7
1. Mose 9,4
das Blut aus ihrem Munde wegnehmen und ihre Gräuel zwischen ihren Zähnen, dass auch sie unserm Gott übrig bleiben und wie ein Verwandter für Juda werden und Ekron wie die
9,7
Jos 15,63
2. Sam 5,6
Jebusiter. 8Und
9,8
Kap
ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern, sodass keiner dort hin und her ziehe und nicht mehr der Treiber über sie komme. Denn ich habe es nun angesehen mit meinen Augen.

Der Friedenskönig

9Du,

9,9
Kap
Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe,
9,9
Mt 21,5
dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer9,9 Andere Übersetzung: »einer, der Hilfe erfahren hat«., arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10Denn
9,10
Mi 5,9
ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

11Auch lasse ich

9,11
2. Mose 24,8
um des Blutes deines Bundes willen deine Gefangenen frei aus der Grube, in der kein Wasser ist. 12
9,12
Kap
Kehrt heim zur festen Stadt, die ihr auf Hoffnung gefangen liegt. Denn heute verkündige ich, dass ich dir
9,12
Jes 61,7
zweifach erstatten will.

13Denn ich habe mir Juda zum Bogen gespannt und Ephraim darauf gelegt und will deine Söhne, Zion, aufbieten gegen deine Söhne, Griechenland, und will dich zum Schwert eines Helden machen. 14Und der HERR wird über ihnen erscheinen, und sein Pfeil wird ausfahren wie der Blitz, und Gott der HERR wird die Posaune blasen und wird einherfahren in den Stürmen vom Südland. 15Der HERR Zebaoth wird sie schützen, dass sie essen und Schleudersteine unter sich treten, dass sie trinken und lärmen wie vom Wein und voll werden wie die Opferschale und wie die Ecken des Altars. 16Und der HERR, ihr Gott, wird ihnen zu der Zeit helfen, der Herde seines Volks; denn wie

9,16
Jes 54,12
edle Steine werden sie in seinem Lande glänzen. 17Ja, wie gut es ist und wie schön! Korn lässt Jünglinge und Wein lässt Jungfrauen blühen.