Lutherbibel 2017 (LU17)
34

Nichtigkeit von Träumen

341

34,1
Jer 23,25-32
Unverständige betrügen sich selbst mit törichten Hoffnungen, und Narren verlassen sich auf Träume. 2Wer sich auf Träume verlässt, der greift nach dem Schatten und will den
34,2
Pred 1,14
Wind haschen. 3Das eine ist wie das andere: Träume sind wie Bilder im Spiegel. 4Was unrein ist, wie kann das rein werden? Und was Lüge ist, wie kann das wahr werden? 5
34,5
Jer 14,14
Weissagungen, Zeichendeutung und Träume sind nichts, und man sieht dabei Wahnbilder wie eine Frau in Wehen; 6und wenn sie nicht
34,6
4. Mose 12,6
Hiob 33,15-18
durch Eingebung des Höchsten kommen, halte nichts davon. 7Denn Träume haben viele Menschen betrogen, und gescheitert sind, die darauf hofften. 8Das Gesetz erfüllt sich ohne Trugbilder, ebenso die Weisheit im Munde des Frommen.

Erfahrung des Weisen und Vertrauen des Frommen

9Wer viel herumgekommen ist, versteht viel, und wer viel erfahren hat, kann verständig erzählen. 10Wer nicht erfahren ist, versteht wenig; 11 wer aber weit herumgekommen ist, ist voller Klugheit. 11 Vieles habe ich gesehen auf meinen Reisen, und ich weiß mehr, als ich sagen kann. 12 Oft bin ich in Todesgefahr gekommen

34,12
2. Kor 11,23
und errettet worden um meiner Erfahrung willen.

13 Die den Herrn fürchten, werden am Leben bleiben; 15 denn ihre Hoffnung richtet sich auf den, der ihnen helfen kann. 14

34,14
Ps 27,1
112,17
Wer den Herrn fürchtet, muss vor nichts erschrecken noch verzagen; denn er ist seine Zuversicht. 15 Wohl dem, der den Herrn fürchtet! 18 Worauf verlässt er sich? Wer ist sein Halt? 16 Die
34,16
Kap
Augen des Herrn sehen auf die, die ihn lieben. Er ist ein gewaltiger Schild, eine starke Stütze,
34,16
Jes 4,5-6
ein Schutz gegen die Hitze, ein Schatten am heißen Mittag, er bewahrt vor dem Straucheln, er hilft vor dem Fall; 17 er erhebt die Seele und macht das Angesicht fröhlich,
34,17
Ps 103,3-5
gibt Gesundheit, Leben und Segen.

Unrechte und rechte Opfer

18

34,18
Spr 15,8
1. Sam 15,22
Wer von unrechtem Gut opfert, dessen Opfer ist eine Lästerung, 22 und Gaben der Frevler sind nicht wohlgefällig. 19 Die Gaben der Gottlosen gefallen dem Höchsten nicht, auch vergibt er Sünden nicht, wenn man viel opfert. 20 Wer eine Opfergabe vom Besitz der Armen darbringt, ist wie einer, der den
34,20
1. Mose 22,1-19
2. Makk 7,1-42
Sohn vor den Augen des Vaters opfert. 21 Der Arme hat nichts zum Leben als ein wenig Brot;
34,21
2. Sam 12,1-5
wer ihn darum bringt, ist ein Mörder. 22
34,22
3. Mose 19,13
Tob 4,14
Jak 5,4
Wer seinem Nächsten die Nahrung nimmt, der tötet ihn. 27 Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund.

23 Der eine baut, und der andre reißt ein: Was haben sie anderes davon als Mühe? 24 Der eine betet, und der andre flucht: Wessen Stimme wird der Herr erhören? 25 Wer

34,25
4. Mose 19,11-12
sich wäscht, wenn er einen Toten berührt hat, und berührt ihn wieder: Was hilft ihm sein Waschen? 26 So ist der Mensch, der für seine Sünden fastet und immer wieder sündigt: Wer wird sein Gebet erhören, und was hilft ihm, dass er sich erniedrigt hat?
34,26
Jes 58,3-5

35

351

35,1
1. Sam 15,22
Wer das Gesetz beachtet, opfert reichlich. 2Wer die Gebote hält, bringt ein Dankopfer. 3Wer Gott dankt, gibt ein Speisopfer,
35,3
Ps 50,1423
4und wer Barmherzigkeit übt, ein Lobopfer.
35,4
Hebr 13,16
5Vom Bösen zu lassen, gefällt dem Herrn; und
35,5
Spr 21,3
vom Unrecht zu lassen, ist ein Sühnopfer.

6Erscheine vor dem Herrn nicht

35,6
2. Mose 23,17
mit leeren Händen, 7denn das alles muss man tun
35,7
Mt 23,23
um des Gebotes willen. 8Des Gerechten Opfer lässt den Altar glänzen, und der liebliche
35,8
1. Mose 8,21
Geruch kommt vor den Höchsten. 9Des Gerechten Opfer ist angenehm und wird nicht vergessen. 10Mit fröhlichem Gesicht lobe den Herrn, und
35,10
2. Mose 23,19
gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen. 11Wenn du gibst, tu es mit heiterer Miene, und bring den Zehnten mit Freude dar. 12Gib dem Höchsten, wie er dir gegeben hat, und
35,12
2. Kor 9,7
gib mit fröhlichem Gesicht, soviel du kannst. 13Denn der Herr, der
35,13
1. Sam 26,23
vergilt, wird dir’s
35,13
Ps 79,12
siebenfach vergelten.

14

35,14
Mal 1,8
2. Chr 19,7
Bring nichts dar, um Gott zu bestechen; denn er wird’s nicht annehmen. 15Verlass dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und
35,15
Jak 2,1
vor ihm gilt kein Ansehen der Person.

Das Gebet und Gottes Gericht

16

35,16
5. Mose 10,17-18
Lk 18,7
Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhört das Gebet des Unterdrückten. 17
35,17
2. Mose 22,21-22
Er verachtet das Flehen der Waisen nicht noch die
35,17
Lk 18,3
Witwe, wenn sie ihre Klage erhebt. 18Laufen ihr nicht die Tränen die Wangen hinunter, 19und richtet sich ihr Schreien nicht gegen den, der die Tränen fließen lässt? 20Wer Gott dient, den nimmt er mit Wohlgefallen an, und
35,20
Spr 15,29
sein Gebet reicht bis in die Wolken. 21Das Gebet eines Demütigen dringt durch die Wolken, doch bis es dort ist, bleibt er ohne Trost, und er lässt nicht nach, bis der Höchste sich seiner annimmt 22und den Gerechten ihr Recht zuspricht und Gericht hält. Der Herr wird nicht säumen noch Langmut zeigen, bis er den Unbarmherzigen die Lenden zerschmettert. 23Auch an den Heiden wird er Vergeltung üben, bis er die Menge der Frevler vernichtet und die Zepter der Ungerechten zerbricht, 24bis er
35,24
Jer 17,10
dem Menschen nach seinen Taten vergilt und die Werke der Menschen nach ihren Plänen, 25bis er seinem Volk Recht schafft und es erfreut mit seiner Barmherzigkeit. 26Sein Erbarmen erquickt in der Zeit der Not wie Regenwolken in der Zeit der Dürre.

36

Bitte um Hilfe gegen die Feinde

361Herr, Gott des Alls, erbarme dich unser, 2und

36,2
2. Mose 23,27
Ps 9,21
wirf deinen Schrecken auf alle Völker! 3Erhebe deine Hand gegen die fremden Völker, dass sie deine Macht sehen. 4Wie du dich an uns vor ihnen heilig erwiesen hast, so
36,4
Hes 28,22
zeige dich vor uns mächtig an ihnen; 5sie sollen dich erkennen, so wie wir erkannt haben, dass es
36,5
5. Mose 4,35
Jdt 9,14
keinen andern Gott gibt als dich, Herr.

6Tu neue Zeichen und neue Wunder. 7Verherrliche deine Hand und deinen rechten Arm. 8Errege Grimm und schütte Zorn aus.

36,8
Ps 79,6
9Wirf den Widersacher nieder und vertilge den Feind; 10
36,10
5. Mose 32,35
eile und denke an deinen
36,10
5. Mose 32,40-41
Eid, dass man deine Wundertaten preise. 11Im Zorn des Feuers soll verschlungen werden, wer sich zu sicher fühlt; und die deinem Volk Leid antun, sollen zugrunde gehen. 12Zerschmettre die Häupter der feindlichen Fürsten, die sagen: Außer uns gibt es niemand!
36,12
Hab 1,11

13Versammle alle Stämme Jakobs und gib ihnen ihr Erbe wie am Anfang.

36,13
5. Mose 30,3
14Erbarme dich über dein Volk, Herr, das deinen
36,14
Jes 43,1
Namen trägt, und über Israel, das du als
36,14
2. Mose 4,22
Erstgeborenen eingesetzt hast. 15Erbarme dich über die Stadt deines Heiligtums, über Jerusalem, den Ort, an dem du
36,15
Hebr 3,11
Ruhe findest. 16Erfülle Zion mit deinen Ruhmestaten und den Tempel mit deiner Herrlichkeit. 17Gib denen ein Zeugnis von dir, die von Anfang an deine Geschöpfe gewesen sind; und erneure die
36,17
Röm 15,8
Verheißungen, die in deinem Namen verkündigt sind. 18Lohne es denen, die auf dich warten, und deine
36,18
2. Petr 1,19
Propheten sollen sich als glaubwürdig erweisen. 19 Erhöre, Herr, das Gebet deiner Diener, 19da du Wohlgefallen an deinem Volk hast, damit alle, die auf Erden wohnen, erkennen, dass du der Herr bist, der Gott der Ewigkeiten.

Die richtige Wahl

20Der Bauch isst alles; doch die eine Speise ist besser als die andre. 21Wie die Zunge das Wildbret schmeckt, so erkennt ein verständiges Herz die falschen Worte. 22Ein tückischer Mensch kann Schmerz bereiten; aber ein erfahrener weiß es ihm zu vergelten.

23Eine Frau muss jeden zum Manne nehmen; doch

36,23
1. Mose 29,16-18
eine Braut ist besser als die andere. 24Eine schöne Frau sieht man gerne und hat nichts lieber; 25wenn sie dazu barmherzig und milde redet, so ist ihr Mann nicht zu vergleichen mit anderen Männern.
36,25
Kap

26Wer eine Frau erwirbt, erwirbt noch mehr: eine

36,26
1. Mose 2,18
Hilfe, die ihm entspricht, und eine
36,26
Spr 31,10-11
Stütze, bei der er Ruhe findet. 27Wo kein Zaun ist, wird Hab und Gut geraubt; und wo keine Frau ist, wird der Mann umherirren und seufzen.
36,27
Kap
28Denn wer wird einem Straßenräuber trauen, der von einer Stadt zur andern zieht? Genauso wenig traut man einem Mann, der kein Heim hat und bleiben muss, wo er am Abend hinkommt.
36,28
Kap