Lutherbibel 2017 (LU17)
30

Über die Kinder

301

30,1
Kap
Wer seinen Sohn lieb hat, der wird ihn stets züchtigen, dass er bis ins Alter Freude an ihm habe. 2Wer seinen Sohn so erzieht, der wird Freude an ihm haben und kann sich bei den Bekannten seiner rühmen. 3Wer seinen Sohn gut unterweist, macht seinen Feind neidisch, und vor seinen Freunden kann er sich glücklich preisen über ihn. 4Wenn der Vater stirbt, so ist’s, als wäre er nicht gestorben; denn er hat einen hinterlassen, der ihm gleicht. 5Als er lebte, sah er ihn und freute sich; als er starb, musste er nicht betrübt sein; 6denn er hat einen Sohn hinterlassen, der bei den Feinden sein Recht vertritt und den Freunden Dank erweist.
30,6
1. Kön 2,5-9

7Wer aber zu weich ist gegen seinen Sohn, der verbindet ihm die Wunden und ist bestürzt, sooft er weint. 8Ein ungezähmtes Pferd bricht störrisch aus, und ein zügelloser Sohn wird aufsässig. 9

30,9
1. Kön 1,5-6
Verzärtelst du dein Kind, dann wirst du dich wundern; spiele mit ihm, so wird es dich betrüben. 10Scherze nicht mit ihm, damit du nicht mit ihm leidest und zuletzt mit den Zähnen knirschen musst. 11Lass ihm seinen Willen nicht in der Jugend [und entschuldige seine Torheit nicht. 12Beuge ihm den Nacken in seiner Jugend]; bläue ihm den Rücken, solange er noch klein ist, damit er nicht halsstarrig und ungehorsam werde [und dir Herzeleid bereite]. 13Erzieh deinen Sohn und mühe dich um ihn, dass du durch seine Schande nicht zu Fall kommst.

Der Wert der Gesundheit

14Es ist besser, einer ist arm und dabei frisch und gesund als reich und mit Krankheit geschlagen. 15Gesund und frisch sein ist besser als alles Gold, und ein gesunder Atem ist besser als unermesslicher Reichtum.

Über die Speisen

16Kein Reichtum ist zu vergleichen mit einem gesunden Körper, und keine Freude gleicht der Freude des Herzens.

17Der

30,17
Kap
Tod ist besser als ein bitteres Leben und ewige Ruhe besser als stete Krankheit. 18Ein gutes Gericht vor einem Mund, der nicht essen kann, ist wie die Speise, die man einem Toten aufs Grab stellt. 19Was nützt einem Götzen ein Opfer? Er kann weder essen noch riechen. 20 So ist’s mit dem, der vom Herrn verstoßen wird. 20 Er sieht es zwar mit den Augen und seufzt, aber er ist
30,20
Kap
wie ein Eunuch, der eine Jungfrau in den Armen hält und seufzt. [So ergeht es auch dem, der mit Gewalt ein Urteil erzwingen will.]

Das fröhliche Herz

21

30,21
Ps 42,6
Gib deine Seele nicht der Traurigkeit hin, und betrübe dich nicht selbst mit deinen eigenen Gedanken. 22 Denn
30,22
Spr 17,22
ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben. 23 Lenke dich ab und tröste dein Herz, und
30,23
Kap
weise die Traurigkeit weit von dir. 25 Denn sie hat schon viele Leute ins Verderben geführt und dient doch zu nichts. 24 Eifer und Zorn verkürzen das Leben, und Sorge macht alt vor der Zeit. 25 Ein fröhlicher und heiterer Mensch achtet auf seine Speisen.

31

Gefahren des Reichtums

311

31,1
Lk 12,15-31
Wachen um des Reichtums willen verzehrt den Leib, und die Sorge darum hält den Schlaf fern. 2Wenn einer wach liegt und sich sorgt, kann er nicht einschlafen, und schwere Krankheit verscheucht den Schlaf.

3Der Reiche müht sich, Geld anzuhäufen, und wenn er ausruht, kann er’s auch genießen. 4Der Arme müht sich und lebt doch kärglich, und wenn er ausruht, wird er zum Bettler.

5

31,5
Kap
Wer das Geld liebt, wird nicht gerechtfertigt, und wer Gewinn sucht, geht in die Irre. 6
31,6
Kap
Viele kommen zu Fall um des Geldes willen, und ihr Verderben steht ihnen vor Augen.
31,6
1. Tim 6,9
7Die danach trachten, kommen darüber zu Fall, und die Unverständigen verfangen sich darin.

8

31,8
Mk 10,17-27
Wohl dem Reichen, der untadelig befunden wird und nicht das Geld sucht! 9Gibt es den? Ihn wollen wir loben, denn er tut große Dinge unter seinem Volk. 10Wer bewährt sich darin bis ans Ende? Der soll gelobt werden. Wer konnte das Gesetz übertreten und tat’s doch nicht, konnte Böses tun und tat’s auch nicht? 11Deshalb werden seine Güter sicher bleiben, und die Gemeinde wird seine Almosen preisen.

Maßhalten beim Essen und Trinken

12

31,12
Spr 23,1-36-8
Wenn du am Tisch eines reichen Mannes sitzt, sperr deinen Mund nicht auf 13 und sag nicht: Hier gibt es aber viel!, 13 sondern bedenke, dass ein neidisches Auge schlimm ist. 15 Denn was ist neidischer als das Auge? Darum weint es schon beim geringsten Anlass.

14 Greif nicht nach dem, worauf ein anderer blickt, 17 damit du nicht mit ihm in der Schüssel zusammenstößt. 15 Schließe von dir darauf,

31,15
Mt 7,12
was dein Nächster gern oder ungern hat, und bedenke alles, was du tust. 16 Iss wie ein Mensch, was dir vorgesetzt wird, und friss nicht, damit man dich nicht verachte. 17 Zeige deine Erziehung und höre als Erster auf; sei nicht unersättlich, dass du keinen Anstoß erregst. 18 Wenn du mit vielen am Tisch sitzt, greif nicht zuerst zu.

19 Ein wohlerzogener Mensch ist mit wenig zufrieden und muss in seinem Bett nicht stöhnen. 20

31,20
Kap
Wer Maß hält beim Essen, schläft gut; am Morgen steht er auf und fühlt sich wohl. 24 Aber wer zu viel isst, schläft unruhig und krümmt sich vor Schmerzen. 21 Wenn du genötigt worden bist, zu viel zu essen, steh auf und erbrich dich, dann wirst du Ruhe haben. 22 Mein Kind, gehorche mir und missachte mich nicht, so wirst du zuletzt meine Worte verstehen. 27 Was du auch tust, tue es richtig, und du wirst nicht krank werden.

23 Wer sich bei Tisch gut benimmt, den loben die Leute; sein Ruhm steht fest. 24 Wer mit Brot geizt, wird in der Stadt gescholten, und zu Recht hat er einen schlechten Ruf.

25 Sei kein

31,25
Jes 5,22
Held beim Wein, denn schon viele hat er ins Verderben gestürzt. 26 Die Esse prüft die Härte des Eisens, wenn man es eintaucht; ebenso prüft der Wein die Herzen, wenn die Mutwilligen in Streit geraten. 27 Der Wein erquickt die Menschen,
31,27
1. Tim 5,23
wenn man ihn mäßig trinkt. 33 Was ist das Leben ohne Wein? 34 Denn er ist von Anbeginn
31,27
Ri 9,13
Ps 104,15
Spr 31,6-7
zur Freude geschaffen. 28 Der Wein, zu rechter Zeit und in rechtem Maße getrunken, erfreut Herz und Seele. 29
31,29
1. Mose 9,20-21
Zu viel Wein bei
31,29
Spr 23,29-35
Ärger und Streit macht die Seele bitter. 30 Trunkenheit macht einen Narren ganz maßlos, 38 bis er hinfällt und sich verletzt.
31,30
Spr 20,1
31 Beschäme deinen Nächsten nicht beim Wein und verspotte ihn nicht, wenn er lustig wird! 40 Beschimpfe und dränge ihn nicht, wenn er dir etwas zurückzahlen muss!

32

Bescheidenheit beim Gastmahl

321

32,1
Mt 23,611
Du sollst ein Gastmahl leiten? Erhebe dich nicht über die andern, sondern stelle dich ihnen gleich. Sorge erst für sie, dann setze dich. 2Und wenn du alles getan hast, was notwendig war, dann setz dich zu ihnen, 3 damit sie dich loben und du einen Kranz erhältst, weil du alles so wohl geordnet hast.

3 Der du zu den Älteren zählst, ergreif das Wort, rede mit Bedacht, denn es steht dir zu; 5 aber hindere die Spielleute nicht. 4 Wenn man ihnen lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir deine Weisheit für andere Zeiten. 5 Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert Musik das Festmahl. 6 Wie ein Smaragd auf schönem Gold, 9 so wirken Lieder bei gutem Wein.

7

32,7
Kap
Du aber, junger Mann, rede nur, wenn du musst, aber ein zweites Mal höchstens, 11 wenn man dich fragt. 8Mach es kurz und sage mit wenigen Worten viel; 12 verhalte dich wie einer, der Bescheid weiß, aber doch schweigt. 9 Bei Vornehmen spiel dich nicht auf, und wo Alte sind, schwatz nicht viel. 10 Vor dem Donner leuchtet der Blitz; und dem Bescheidenen geht große Gunst voraus.

11 Steh beizeiten vom Tisch auf und sei nicht der Letzte; 16 sondern geh eilends heim und halte dich nicht auf. 12Dort sei unbeschwert und gehe deinen Gedanken nach, aber versündige dich nicht in übermütiger Rede, 13 sondern danke für all dies deinem Schöpfer, der dich

32,13
5. Mose 8,10
mit seinen Gütern gesättigt hat.

Vertrauen auf das Gesetz

14

32,14
Kap
Wer den Herrn fürchtet, der nimmt Erziehung an, und die sich früh darum bemühen, werden Gunst erfahren. 15
32,15
Spr 2,3-5
Wer nach dem Gesetz fragt, der wird von ihm erfüllt; wer aber nur so tut, der wird daran zu Fall kommen. 16 Wer den Herrn fürchtet, der findet das Recht, und
32,16
1. Kön 3,16-28
gerechte Taten leuchten auf wie das Licht. 17 Ein Sünder lässt sich nicht zurechtweisen und findet Gründe, wie er sie gerade braucht. 18 Ein vernünftiger Mann verachtet guten Rat nicht, 23 doch ein überheblicher schreckt vor nichts zurück. 19 Tu nichts ohne
32,19
Tob 4,18
Rat, so gereut’s dich nicht nach der Tat.

20 Geh nicht den Weg, auf dem du fallen oder dich an Steinen stoßen könntest. 21 Traue keinem Weg, der nicht bekannt ist; 22ja,

32,22
2. Sam 15,1-6
hüte dich auch vor deinen eignen Kindern. 23 Bei allem, was du tust,
32,23
1. Tim 4,16
traue deiner Seele; denn auch so hält man die Gebote. 24 Wer dem Gesetz vertraut, achtet die Gebote; und
32,24
Ps 23,1
wer dem Herrn vertraut, dem wird nichts fehlen.

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