Lutherbibel 2017 (LU17)
86

Gebet in Bedrängnis

861Ein Gebet Davids.

HERR, neige deine Ohren und erhöre mich;

denn ich bin elend und arm.

2Bewahre meine Seele, denn ich bin dir treu.

Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich.

3Herr, sei mir gnädig;

denn ich rufe täglich zu dir.

4Erfreue die Seele deines Knechts;

denn nach dir, Herr, verlangt mich.

5Denn du, Herr, bist gut und gnädig,

von großer Güte allen, die dich anrufen.

6Vernimm, HERR, mein Gebet

und merke auf die Stimme meines Flehens!

7

86,7
Ps 50,15
In der Not rufe ich dich an;

du wollest mich erhören!

8Herr,

86,8
Ps 135,5
2. Mose 15,11
es ist dir keiner gleich unter den Göttern,

und niemand kann tun, was du tust.

9Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen

und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren,

10dass du so groß bist und Wunder tust

und du allein Gott bist.

11

86,11
Joh 14,6
Weise mir, HERR, deinen Weg,

dass ich wandle in deiner Wahrheit;

erhalte mein Herz bei dem einen,

dass ich deinen Namen fürchte.

12Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen

und ehre deinen Namen ewiglich.

13Denn deine Güte ist groß über mir,

du hast mein Leben errettet aus der Tiefe des Todes.

14Gott, es erheben sich die Stolzen gegen mich, /

und eine Rotte von Gewalttätern trachtet mir nach dem Leben

und haben dich nicht vor Augen.

15Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig,

geduldig und von großer Güte und Treue.

86,15
Ps 103,8
2. Mose 34,6

16Wende dich zu mir und sei mir gnädig;

stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!

17Tu ein Zeichen an mir,

dass mir’s wohlgehe,

dass es sehen, die mich hassen, und sich schämen,

weil du mir beistehst, HERR, und mich tröstest.

87

Zion, die Mutter der Völker

871Ein Psalmlied der Korachiter.

Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.

2Der HERR liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen Jakobs.

3Herrliche Dinge sagt man von dir,

du Stadt Gottes. SELA.

4»Ich zähle Ägypten und Babel

zu denen, die mich kennen,

auch die Philister und Tyrer samt den Kuschitern:

Die sind dort geboren.«

87,4
Jes 19,24-25

5Man wird von Zion sagen: /

»Ein jeder ist dort geboren«;

und er selbst, der Höchste, erhält es.

6Der HERR spricht, wenn er aufschreibt die Völker:

»Die sind dort geboren.« SELA.

7Und sie singen beim Reigen:

87,7
Ps 36,10
Alle meine Quellen sind in dir!

88

Gebet in Verlassenheit und Todesnähe

881Ein Psalmlied der Korachiter, vorzusingen, zum Reigentanz im Wechsel, eine Unterweisung

88,1
1. Chr 6,18
Hemans, des Esrachiters.

2HERR, Gott, mein Heiland,

ich schreie Tag und Nacht vor dir.

3Lass mein Gebet vor dich kommen,

neige deine Ohren zu meinem Schreien.

4Denn meine Seele ist übervoll an Leiden,

und mein Leben ist nahe dem Totenreich.

5Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren,

ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat.

6Ich liege unter den Toten verlassen,

wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen,

derer du nicht mehr gedenkst

und die von deiner Hand geschieden sind.

7Du hast mich hinunter in die Grube gelegt,

in die Finsternis und in die Tiefe.

8Dein Grimm drückt mich nieder,

du bedrängst mich mit allen deinen Fluten. SELA.

9

88,9
Ps 38,12
Meine Freunde hast du mir entfremdet,

du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht.

Ich liege gefangen und kann nicht heraus,

10mein Auge vergeht vor Elend.

HERR, ich rufe zu dir täglich;

ich breite meine Hände aus zu dir.

11

88,11
Ps 6,6
Jes 38,18
Wirst du an den Toten Wunder tun,

oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? SELA.

12Wird man im Grabe erzählen deine Güte

und deine Treue bei den Toten?

13Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt

oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?

14Aber ich schreie zu dir, HERR,

und mein Gebet kommt frühe vor dich:

15Warum verstößt du, HERR, meine Seele

und verbirgst dein Antlitz vor mir?

16Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf;

ich erleide deine Schrecken, dass ich fast verzage.

17Dein Grimm geht über mich,

deine Schrecken vernichten mich.

18Sie umgeben mich täglich wie Fluten

und umringen mich allzumal.

19Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet,

und mein Vertrauter ist die Finsternis.

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