Lutherbibel 2017 (LU17)
80

Gebet für Israel, den Weinstock Gottes

801Ein Zeugnis und Psalm Asafs, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«.

2Du Hirte Israels, höre, /

der du Josef hütest wie Schafe!

Erscheine, der du

80,2
Ps 18,11
thronst über den Cherubim, 3vor Ephraim, Benjamin und Manasse!

Erwecke deine Kraft

und komm uns zu Hilfe!

4Gott, tröste uns wieder80,4 Wörtlich: »bring uns wieder zurück«.

und lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.

5Herr, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen

beim Gebet deines Volkes?

6Du speisest sie mit Tränenbrot

und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.

7Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten,

und unsre Feinde verspotten uns.

8Gott Zebaoth, tröste uns wieder

und lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.

9Du hast einen

80,9
Jes 5,1-7
Jer 2,21
Weinstock aus Ägypten geholt,

hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt.

10Du hast vor ihm Raum gemacht /

und hast ihn lassen einwurzeln,

dass er das Land erfüllt hat.

11Berge sind mit seinem Schatten bedeckt

und mit seinen Reben die Zedern Gottes.

12Du hast

80,12
Hos 10,1
seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer

und seine Zweige bis an den Strom.

13Warum hast du denn seine Mauern zerbrochen,

dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?

14Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue,

und die Tiere des Feldes haben ihn abgeweidet.

15Gott Zebaoth, wende dich doch! /

Schau vom Himmel und sieh,

nimm dich dieses Weinstocks an!

16Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat,

80,16
Hos 11,1
den Sohn, den du dir großgezogen hast!

17Sie haben ihn

80,17
Hes 15,2-4
mit Feuer verbrannt wie Kehricht;

vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.

18Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten,

den Sohn, den du dir großgezogen hast.

19So wollen wir nicht von dir weichen.

Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

20Herr, Gott Zebaoth, tröste uns wieder;

lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.

81

Aufruf zur Treue

811Von Asaf, vorzusingen, auf der Gittit.

2Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist,

jauchzet dem Gott Jakobs!

3Stimmt an den Gesang und lasst hören die Pauken,

liebliche Zithern und Harfen!

4

81,4
3. Mose 23,24
Blaset am Neumond die Posaune,

am Vollmond, am Tag unsres Festes!

5Denn das ist eine Satzung für Israel

und eine Ordnung des Gottes Jakobs.

6Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef,

als Er auszog wider Ägyptenland.

Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte:

7»Ich habe

81,7
2. Mose 6,6
Jes 9,3
ihre Schultern von der Last befreit, und ihre Hände wurden den Tragkorb los.

8Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus

und

81,8
2. Mose 19,16
antwortete dir aus Wolke und Donner und prüfte dich am
81,8
2. Mose 17,27
4. Mose 20,13
Haderwasser. SELA.

9Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen.

Israel, du sollst mich hören!

10Kein andrer Gott sei unter dir,

und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten!

81,10
2. Mose 20,2-3

11Ich bin der Herr, dein Gott, /

der dich aus Ägyptenland geführt hat:

Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!

12Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme,

und Israel will mich nicht.

13So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens,

dass sie wandeln nach eigenem Rat.

14Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre

und Israel auf meinem Wege ginge!

15Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen

und meine Hand gegen seine Widersacher wenden!

16Und die den Herrn hassen, müssten sich vor ihm beugen,

aber Israels Zeit würde ewiglich währen,

17und ich würde es mit dem besten Weizen speisen

und mit

81,17
5. Mose 32,13
Honig aus dem Felsen sättigen.«

82

Der höchste Richter

821Ein Psalm Asafs.

Gott steht

82,1
1. Kön 22,19
in der Gottesgemeinde

und ist Richter unter den Göttern.

2»Wie lange wollt ihr

82,2
5. Mose 1,17
unrecht richten

und die Frevler vorziehen? SELA.

3Schaffet Recht dem Armen und der Waise

und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.

82,3
Jes 1,17

4Errettet den Geringen und Armen

und erlöst ihn aus der Gewalt der Frevler.«

5Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, /

sie tappen dahin im Finstern.

Es wanken alle Grundfesten der Erde.

6»Wohl habe ich gesagt:

82,6
Joh 10,34
Ihr seid Götter

und allzumal Söhne des Höchsten;

7aber ihr werdet sterben wie Menschen

und wie einer der Fürsten zugrunde gehen.«

8Gott, mache dich auf und

82,8
1. Mose 18,25
richte die Erde;

denn du bist Erbherr über alle Völker!