Lutherbibel 2017 (LU17)
48

Gottes Stadt

481Ein Psalmlied der Korachiter.

2Groß ist der HERR und hoch zu rühmen

in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.

48,2
Ps 46,5-6

3Schön ragt empor sein Gipfel,

daran sich freut die ganze Welt,

der Berg Zion fern im Norden,

48,3
Klgl 2,15
Mt 5,35
die Stadt des großen Königs.

4Gott ist in ihren Palästen,

er ist bekannt als Schutz.

5Denn siehe, Könige waren versammelt

und miteinander herangezogen.

48,5
2. Kön 18,17-18

6Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen;

sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt.

7Zittern hat sie daselbst gepackt,

Angst wie eine Gebärende.

8Du zerbrichst die großen Schiffe

durch den Sturm vom Osten.

9Wie wir’s gehört haben, so sehen wir’s

an der Stadt des HERRN Zebaoth,

an der Stadt unsres Gottes:

Gott erhält sie ewiglich. SELA.

10Gott, wir gedenken deiner Güte

in deinem Tempel.

11Gott,

48,11
Mal 1,11
wie dein Name, so ist auch dein Ruhm

bis an der Welt Enden.

Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.

12Es freue sich der Berg Zion,

und die Töchter Juda seien fröhlich

um deiner Rechte willen.

13Ziehet um den Zion herum und umschreitet ihn,

zählt seine Türme;

14habt gut acht auf seine Mauern, /

durchwandert seine Paläste,

dass ihr den Nachkommen davon erzählt:

15

48,15
Jes 25,9
Dieser ist Gott, unser Gott für immer und ewig.

Er ist’s, der uns führet.

49

Des Menschen Pracht vergeht

491Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen, nach der Weise »Jugend«.

2Höret zu, alle Völker;

merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,

3einfache Leute und Herren,

Reich und Arm, miteinander!

4Mein Mund soll Weisheit reden,

und was mein Herz sagt, soll verständig sein.

5Ich will einem Spruch mein Ohr neigen

und mein Rätsel kundtun beim Klang der Harfe.

6Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen,

wenn mich die Missetat meiner Widersacher umgibt,

7die sich verlassen auf Hab und Gut

und pochen auf ihren großen Reichtum?

8

49,8
Mi 6,6-8
Mt 16,26
Kann doch keiner einen andern auslösen

oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben

9– denn es kostet zu viel, ihr Leben auszulösen;

er muss davon abstehen ewiglich –,

10dass er immer weiterlebe

und die Grube nicht sehe.

11Denn man wird sehen:

49,11
Pred 2,16
Auch die Weisen sterben, /

so wie die Toren und Narren umkommen;

49,11
Pred 6,2
sie müssen ihr Gut andern lassen.

12Gräber sind ihre Häuser immerdar, ihre Wohnungen für und für,

wenn sie auch ihre Namen ausrufen über Länder.

13Der Mensch kann nicht bleiben in seiner Pracht,

sondern

49,13
Pred 3,19
muss davon wie das Vieh.

14Dies ist der Weg derer, die so voll Torheit sind,

und das Ende aller, denen ihr Reden so wohl gefällt. SELA.

15Sie liegen im Totenreich wie Schafe, der Tod weidet sie,

aber die Frommen werden am Morgen über sie herrschen;

ihre Gestalt wird vom Totenreich verschlungen;

sie hat keinen Bestand.

16Aber

49,16
Hos 13,14
Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt;

denn

49,16
Ps 73,24
er nimmt mich auf. SELA.

17Fürchte dich nicht, wenn einer reich wird,

wenn die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.

49,17
Hiob 21,7-15

18Denn

49,18
Pred 5,14
1. Tim 6,7
er wird nichts bei seinem Sterben mitnehmen,

und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.

19Er

49,19
Lk 12,16-21
16,19-31
freut sich wohl dieses guten Lebens,

und man preist dich, wenn es dir gut geht.

20Aber doch fahren sie ihren Vätern nach

und sehen das Licht nimmermehr.

21Der Mensch kann nicht bleiben in seiner Pracht,

sondern muss davon wie das Vieh.

50

Der rechte Gottesdienst

501Ein Psalm

50,1
1. Chr 25,1
Asafs.

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu

vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

2Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.

50,2
Jes 62,1

3Unser Gott kommt und schweiget nicht.

Fressendes Feuer geht vor ihm her

und um ihn her ein gewaltiges Wetter.

4Er

50,4
5. Mose 32,1
Jes 1,2
ruft Himmel und Erde zu,

dass er sein Volk richten wolle:

5»Versammelt mir meine Heiligen,

die

50,5
2. Mose 24,4-11
den Bund mit mir schlossen beim Opfer.«

6Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden;

denn Gott selbst ist Richter. SELA.

7»Höre, mein Volk, lass mich reden; /

Israel, ich will wider dich zeugen:

50,7
2. Mose 20,2
Ich, Gott, bin dein Gott.

8

50,8
Ps 40,7
1. Sam 15,22
Jes 1,11
Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an –

sind doch deine Brandopfer immer vor mir.

9Ich will von deinem Hause Stiere nicht nehmen

noch Böcke aus deinen Ställen.

10Denn alles Wild im Walde ist mein

und die Tiere auf den Bergen zu Tausenden.

11Ich kenne alle Vögel auf den Bergen;

und was sich regt auf dem Felde, ist mein.

12Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen;

denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist.

13Meinst du, dass ich Fleisch von Stieren essen wolle

oder Blut von Böcken trinken?

14Opfere Gott Dank

und erfülle dem Höchsten deine Gelübde,

50,14
Jona 2,10

15und

50,15
Ps 91,15
rufe mich an in der Not,

so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.«

16

50,16
Röm 2,21-23
Aber zum Frevler spricht Gott: /

»Was redest du von meinen Geboten

und nimmst meinen Bund in deinen Mund,

17da du doch Zucht hassest

und wirfst meine Worte hinter dich?

18Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm

und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.

19Deinen Mund lässest du Böses reden,

und deine Zunge treibt Falschheit.

20

50,20
1. Mose 42,21
Du sitzest und redest wider deinen Bruder;

deiner Mutter Sohn verleumdest du.

21Das tust du und ich schweige;

da meinst du, ich sei so wie du.

Aber ich will dich zurechtweisen

und es dir vor Augen stellen.

22Begreift es doch, die ihr Gott vergesset,

dass ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da!

23Wer Dank opfert, der preiset mich,

und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.«

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