Lutherbibel 2017 (LU17)
42

Zweites Buch

Psalm 42–72

Sehnsucht nach Gott

421Eine Unterweisung der

42,1
1. Chr 6,1622
2. Chr 20,19
Korachiter, vorzusingen.

2Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,

so schreit meine Seele, Gott, zu dir.

3

42,3
Ps 63,2
84,3
143,6
Meine Seele dürstet nach Gott,

nach dem lebendigen Gott.

Wann werde ich dahin kommen,

dass ich Gottes Angesicht schaue?

4Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,

weil man täglich zu mir sagt:

42,4
Ps 79,10
Wo ist nun dein Gott?

5Daran will ich denken

und ausschütten mein Herz bei mir selbst:

42,5
Ps 27,4
wie ich einherzog in großer Schar,

mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes

mit Frohlocken und Danken

in der Schar derer, die da feiern.

6Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er mir hilft mit seinem Angesicht.

42,6
Ps 116,7

7Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, /

darum gedenke ich an dich

im Lande am Jordan und Hermon, vom Berge Misar.

8Deine Fluten rauschen daher, /

und eine Tiefe ruft die andere;

alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

9Am Tage sendet der HERR seine Güte,

und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.

10Ich sage zu Gott, meinem

42,10
5. Mose 32,4
Fels:

Warum hast du mich vergessen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich drängt?

11Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, /

wenn mich meine Feinde schmähen

und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?

12Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

43

431Schaffe mir Recht, Gott, /

und führe meine Sache wider das treulose Volk

und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

2Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich drängt?

3Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

4dass ich hineingehe zum Altar Gottes, /

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

5Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

44

Hat Gott sein Volk verstoßen?

441Eine Unterweisung der Korachiter, vorzusingen.

2Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört, /

44,2
5. Mose 6,20-25
unsre Väter haben’s uns erzählt,

was du getan hast zu ihren Zeiten, vor alters.

3Du hast mit deiner Hand die Völker vertrieben,

sie aber hast du eingesetzt;

du hast die Nationen zerschlagen,

sie aber hast du ausgebreitet.

4Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert,

und ihr Arm half ihnen nicht,

sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts;

denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.

5Du bist es, mein König und mein Gott,

der du Jakob Hilfe verheißest.

6Durch dich wollen wir unsre Feinde niederstoßen,

in deinem Namen zertreten, die sich gegen uns erheben.

7Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen,

und mein Schwert kann mir nicht helfen;

8sondern du hilfst uns von unsern Feinden

und machst zuschanden, die uns hassen.

9Täglich

44,9
Jer 9,22-23
rühmen wir uns Gottes

und preisen deinen Namen ewiglich. SELA.

10Doch nun verstößt du uns /

und lässt uns zuschanden werden

und ziehst nicht aus mit unserm Heer.

11Du lässt uns fliehen vor unserm Feind,

dass uns berauben, die uns hassen.

12Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe

und zerstreust uns unter die Heiden.

13Du verkaufst dein Volk um ein Nichts

und hast keinen Gewinn davon.

14Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn,

zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

44,14
Ps 79,4
1. Kön 9,7

15Du machst uns zum Sprichwort unter den Völkern,

lässt die Nationen das Haupt über uns schütteln.

16Täglich ist meine Schmach mir vor Augen,

und mein Antlitz ist voller Scham,

17weil ich sie höhnen und lästern höre

und die Feinde und Rachgierigen sehen muss.

18Dies alles ist über uns gekommen;

und wir haben doch dich nicht vergessen noch an deinem Bund untreu gehandelt.

19Unser Herz ist nicht abgefallen

noch unser Schritt gewichen von deinem Weg,

20dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale

und bedeckst uns mit Finsternis.

21Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten

und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott:

22würde das Gott nicht erforschen?

Er kennt ja unsres Herzens Grund.

23Um deinetwillen

44,23
1. Kor 15,31
werden wir täglich getötet

und sind geachtet wie Schlachtschafe.

44,23
Röm 8,36

24Wach auf, Herr! Warum schläfst du?

Werde wach und verstoß uns nicht für immer!

25Warum verbirgst du dein Antlitz,

vergissest unser Elend und unsre Drangsal?

26Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube,

unser Leib klebt am Boden.

27Mache dich auf, hilf uns

und erlöse uns um deiner Güte willen!

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