Lutherbibel 2017 (LU17)
36

Die Quelle des Lebens

361Von David, dem Knecht des Herrn, vorzusingen.

2Es sinnt der Sünder auf Frevel /

im Grund seines Herzens,

36,2
Röm 3,18
er kennt kein Erschrecken vor Gott.

3Er schmeichelt Gott vor dessen Augen

und findet doch seine Strafe für seinen Hass.

4Seine Worte sind falsch und erlogen,

verständig und gut handelt er nicht mehr.

5Er

36,5
Mi 2,1
trachtet auf seinem Lager nach Schaden

und steht fest auf dem bösen Weg und scheut kein Arges.

6Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

7Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes /

und dein Recht wie die große Tiefe.

Herr, du hilfst Menschen und Tieren.

8Wie köstlich ist deine Güte, Gott,

dass Menschenkinder

36,8
Ps 17,8
unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!

9Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,

und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.

10Denn bei dir ist

36,10
Jer 2,13
Joh 4,14
die Quelle des Lebens,

und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

11Breite deine Güte über die, die dich kennen,

und deine Gerechtigkeit über die Frommen.

12Lass mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen,

und die Hand der Frevler vertreibe mich nicht!

13Da sind gefallen die Übeltäter,

sind gestürzt und können nicht wieder aufstehen.

37

Das scheinbare Glück der Frevler

371Von David.

37,1
Spr 24,19
Entrüste dich nicht über die Bösen,

sei nicht neidisch auf die Übeltäter.

2Denn wie das Gras werden sie bald verdorren,

und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.

3Hoffe auf den Herrn und tue Gutes,

bleibe im Lande und nähre dich redlich.

4Habe deine Lust am Herrn;

der

37,4
Ps 20,5
wird dir geben, was dein Herz wünscht.

5Befiehl dem Herrn deine Wege

und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen

6und wird deine

37,6
Mi 7,9
Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht

und dein Recht wie den Mittag.

7Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.

Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt.

8Steh ab vom Zorn und lass den Grimm,

entrüste dich nicht, dass du nicht Unrecht tust.

9Denn die Bösen werden ausgerottet;

die aber des Herrn harren, werden das Land erben.

10Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da;

und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg.

11Aber

37,11
Mt 5,5
die Elenden werden das Land erben

und ihre Freude haben an großem Frieden.

12Der Frevler droht dem Gerechten

und knirscht mit seinen Zähnen wider ihn.

13Aber der Herr lacht seiner;

denn er sieht, dass

37,13
Hiob 18,20
sein Tag kommt.

14Die Frevler ziehen das Schwert

und spannen ihren Bogen,

dass sie fällen den Elenden und Armen

und morden die Frommen.

15Aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen,

und ihr Bogen wird zerbrechen.

16Das Wenige, das ein Gerechter hat,

ist besser als der Überfluss vieler Frevler.

37,16
Spr 15,16

17Denn die Arme der Frevler werden zerbrechen,

aber der Herr erhält die Gerechten.

18Der Herr kennt die Tage der Frommen,

und

37,18
Pred 8,12
ihr Erbe wird ewiglich bleiben.

19Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit,

und

37,19
Spr 10,3
in den Tagen des Hungers werden sie satt werden.

20Denn die Frevler werden umkommen;

und die Feinde des Herrn,

wenn sie auch sind wie prächtige Auen,

werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.

21Der Frevler muss borgen und bezahlt nicht,

aber der Gerechte ist barmherzig und gibt.

22Denn die Gesegneten des Herrn erben das Land;

aber die er verflucht, werden ausgerottet.

23Von dem Herrn kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden,

und er hat Gefallen an seinem Wege.

24Fällt er, so stürzt er doch nicht;

denn der Herr hält ihn fest an der Hand.

37,24
Spr 24,16

25Ich bin jung gewesen und alt geworden

und habe noch nie den Gerechten verlassen gesehen und seine Kinder um Brot betteln.

26Er ist allezeit barmherzig und leiht gerne,

und

37,26
1. Mose 12,2-3
seine Nachkommen werden zum Segen sein.

27Lass ab vom Bösen und tue Gutes,

so bleibst du wohnen immerdar.

28Denn der Herr hat das Recht lieb

und verlässt seine Heiligen nicht.

Ewiglich werden sie bewahrt,

aber das Geschlecht der Frevler wird ausgerottet.

29Die Gerechten werden das Land ererben

und darin wohnen allezeit.

37,29
Jes 60,21

30Der Mund des Gerechten spricht Weisheit,

und seine Zunge redet das Recht.

31Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen;

seine Tritte gleiten nicht.

32Der Frevler lauert dem Gerechten auf

und sucht ihn zu töten.

33Aber der Herr lässt ihn nicht in seiner Hand

und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.

34Harre auf den Herrn und halte dich auf seinem Weg, /

so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbest;

du wirst es sehen, dass die Frevler ausgerottet werden.

35

37,35
1. Sam 25,2-38
Hes 31,3-14
Ich sah einen Frevler, der pochte auf Gewalt

und machte sich breit und grünte wie eine Zeder.

36Da man vorüberging, siehe, da war er dahin.

Ich fragte nach ihm; doch ward er nirgends gefunden.

37Bleibe fromm und halte dich recht;

denn einem solchen wird es zuletzt wohlgehen.

38Die Übertreter aber werden allesamt vertilgt,

und die Frevler werden zuletzt ausgerottet.

39Aber der Herr hilft den Gerechten,

er ist ihre Stärke in der Not.

40Und

37,40
Lk 18,7-8
der Herr wird ihnen beistehen und sie erretten;

er wird sie von den Frevlern erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.

38

In schwerer Heimsuchung (Der dritte Bußpsalm)

381Ein Psalm Davids, zum Gedenkopfer.

2Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn

und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

3Denn

38,3
Hiob 6,4
deine Pfeile stecken in mir,

und deine Hand drückt mich.

4Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe wegen deines Drohens

und ist nichts Heiles an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde.

5Denn

38,5
Klgl 1,14
meine Sünden gehen über mein Haupt;

wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.

6Meine Wunden stinken und eitern

wegen meiner Torheit.

7Ich gehe krumm und sehr gebückt;

den ganzen Tag gehe ich traurig einher.

8Denn meine Lenden sind ganz verdorrt;

es ist nichts Gesundes an meinem Leibe.

9Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen;

ich schreie vor Unruhe meines Herzens.

10Herr, du kennst all mein Begehren,

und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

11Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen,

und das Licht meiner Augen ist dahin.

12Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage,

und meine Nächsten halten sich fern.

38,12
Ps 69,9
88,9
Hiob 19,13-19

13Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; /

und die mein Unglück suchen, bereden, wie sie schaden wollen;

sie sinnen Arges den ganzen Tag.

14Ich bin wie taub und höre nicht,

und

38,14
Ps 39,3
wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

15Ich muss sein wie einer, der nicht hört

und keine Widerrede in seinem Munde hat.

16Aber ich harre, Herr, auf dich;

du, Herr, mein Gott, wirst antworten.

17Denn ich denke: Dass sie sich ja nicht über mich freuen!

Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich.

18Denn ich bin dem Fallen nahe,

und mein Schmerz ist immer vor mir.

19Denn ich

38,19
Ps 32,5
bekenne meine Missetat

und sorge mich wegen meiner Sünde.

20Aber meine Feinde leben und sind mächtig;

die mich ohne Grund hassen, derer sind viele.

21Die mir Gutes mit Bösem vergelten, feinden mich an,

weil ich mich an das Gute halte.

22Verlass mich nicht, Herr,

mein Gott, sei nicht ferne von mir!

23Eile, mir beizustehen,

Herr, meine Hilfe!