Lutherbibel 2017 (LU17)
17

Unter dem Schatten deiner Flügel

171Ein Gebet Davids.

HERR, höre die gerechte Sache,

merke auf mein Schreien,

vernimm mein Gebet

von Lippen ohne Falsch.

2

17,2
Ps 43,1
Sprich du in meiner Sache;

deine Augen sehen, was recht ist.

3Du

17,3
Ps 139,1
prüfst mein Herz und suchst mich heim bei Nacht;

du läuterst mich und findest nichts.

Ich habe mir vorgenommen,

dass mein Mund sich nicht vergehe.

4Im Treiben der Menschen bewahre ich mich /

durch das Wort deiner Lippen

vor Wegen der Gewalt.

5Erhalte meinen Gang auf deinen Pfaden,

dass meine Tritte nicht gleiten.

6Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören;

neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede!

7Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer,

die Zuflucht suchen vor denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben.

8Behüte mich

17,8
5. Mose 32,10
wie einen Augapfel im Auge,

beschirme mich

17,8
Ps 61,5
63,8
2. Mose 37,7-9
unter dem Schatten deiner Flügel

9vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun,

vor meinen Feinden, die mich ringsum bedrängen.

10Ihr Herz haben sie verschlossen,

mit ihrem Munde reden sie stolz.

11Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns;

ihre Augen richten sie darauf, dass sie uns zu Boden stürzen,

12gleichwie ein Löwe, der nach Raub giert,

wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt.

13

17,13
4. Mose 10,35
HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn!

Errette mein Leben vor dem Frevler mit deinem Schwert,

14vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand,

vor den Leuten dieser Welt,

die ihr Teil haben schon im Leben,

denen du den Bauch füllst mit deinen Gütern,

dass noch ihre Söhne die Fülle haben

und ihren Kindern ein Übriges lassen.

15Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit,

ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.

18

Dank des Königs für Rettung und Sieg

(vgl. 2. Sam 22,1-51)

181Von David, dem Knecht des HERRN, der zum HERRN die Worte dieses Liedes redete, als ihn der HERR errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls; vorzusingen. 2Und er sprach:

Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke!

3HERR, mein

18,3
5. Mose 32,18
Fels, meine Burg, mein Erretter;

mein Gott, mein Hort, auf den ich traue,

mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz!

4Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten,

so werde ich vor meinen Feinden errettet.

5

18,5
Ps 116,3
Es umfingen mich des Todes Bande,

und die Fluten des Verderbens erschreckten mich.

6Des Totenreichs Bande umfingen mich,

und des Todes Stricke überwältigten mich.

7Als mir angst war, rief ich den HERRN an

und schrie zu meinem Gott.

Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel,

und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.

8Die Erde bebte und wankte,

und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war.

9

18,9
2. Mose 19,18
Rauch stieg auf von seiner Nase /

und verzehrend Feuer aus seinem Munde;

Flammen sprühten von ihm aus.

10

18,10
Ps 144,5-7
Er neigte den Himmel und fuhr herab,

und Dunkel war unter seinen Füßen.

11Und er fuhr auf dem

18,11
Ps 99,1
Cherub und flog daher,

er schwebte auf den Fittichen des Windes.

12Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt,

dunkle Wasser, dichte Wolken.

13Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin

mit Hagel und Blitzen.

14Der HERR donnerte im Himmel,

und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen.

15Er schoss seine Pfeile und zerstreute die Feinde,

sandte Blitze in Menge und erschreckte sie.

16Da sah man die Tiefen der Wasser,

und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt

vor deinem Schelten, HERR,

vor dem Odem und Schnauben deines Zorns.

17Er streckte seine Hand aus von der Höhe und fasste mich

und zog mich aus großen Wassern.

18Er errettete mich von meinen starken Feinden,

von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren;

19sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks;

aber der HERR ward meine Zuversicht.

20Er führte mich hinaus ins Weite,

er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

21Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit,

er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände.

22Denn ich halte die Wege des HERRN

und bin nicht gottlos wider meinen Gott.

23Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen,

und seine Gebote werfe ich nicht von mir,

24sondern ich bin ohne Tadel vor ihm

und hüte mich vor Schuld.

25Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit,

nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

26Gegen die Heiligen bist du heilig,

und gegen die Treuen bist du treu,

27gegen die Reinen bist du rein,

und gegen die Verkehrten bist du verkehrt.

28Denn

18,28
Hiob 22,29
du hilfst dem elenden Volk,

aber stolze Augen erniedrigst du.

29Ja, du machst hell meine Leuchte,

der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht.

30Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen

und mit meinem Gott über Mauern springen.

31Gottes Weg ist vollkommen, /

das Wort des HERRN ist durchläutert.

Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

32Denn wo ist ein Gott außer dem HERRN

oder ein Fels außer unserm Gott?

33Gott rüstet mich mit Kraft

und macht meinen Weg ohne Tadel.

34Er macht meine Füße gleich den Hirschen

und stellt mich auf meine Höhen.

35Er lehrt meine Hände streiten

und meinen Arm den ehernen Bogen spannen.

36Du gibst mir den Schild deines Heils, /

und deine Rechte stärkt mich,

und deine Huld macht mich groß.18,36 Luther übersetzte: »Und wenn du mich demütigst, machst du mich groß.«

37Du gibst meinen Schritten weiten Raum,

dass meine Knöchel nicht wanken.

38Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen

und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe.

39Ich will sie zerschmettern; sie sollen sich nicht mehr erheben;

sie müssen unter meine Füße fallen.

40Du rüstest mich mit Stärke zum Streit;

du wirfst unter mich, die sich gegen mich erheben.

41Du treibst meine Feinde in die Flucht,

dass ich vernichte, die mich hassen.

42Sie rufen – aber da ist kein Helfer –

zum HERRN, aber er antwortet ihnen nicht.

18,42
Spr 1,28

43Ich will sie zerstoßen zu Staub vor dem Winde,

ich werfe sie weg wie Unrat auf die Gassen.

44Du hilfst mir aus dem Streit des Volkes /

und machst mich zum Haupt über die Völker;

ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir.

45Es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren;

Söhne der Fremde müssen mir schmeicheln.

46Die Söhne der Fremde verschmachten

und kommen mit Zittern aus ihren Burgen.

47Der HERR lebt! Gelobt sei mein Fels!

Der Gott meines Heils sei hoch erhoben,

48der Gott, der mir Vergeltung schafft

und zwingt die Völker unter mich,

49der mich errettet von meinen Feinden. /

Du erhöhst mich über die, die sich gegen mich erheben;

du hilfst mir vor dem Gewalttäter.

50Darum will ich dir danken, HERR, unter den Völkern

und deinem Namen lobsingen,

18,50
Röm 15,9

51der seinem Könige großes Heil erweist /

und wohltut seinem Gesalbten,

18,51
2. Sam 7,12-16
David, und seinem Samen ewiglich.

19

Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung und in seinem Gesetz

191Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,

und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.

19,2
Röm 1,19-20

3Ein Tag sagt’s dem andern,

und eine Nacht tut’s kund der andern,

4ohne Sprache und ohne Worte;

unhörbar ist ihre Stimme.

5Ihr Schall geht aus in alle Lande

und ihr Reden bis an die Enden der Welt.

19,5
Röm 10,18

Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; /

6sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer

und freut sich wie ein Held, zu laufen die Bahn.

7Sie geht auf an einem Ende des Himmels /

und läuft um bis wieder an sein Ende,

und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.

8Das Gesetz des HERRN ist vollkommen

und erquickt die Seele.

Das Zeugnis des HERRN ist gewiss

und macht die Unverständigen weise.

9Die Befehle des HERRN sind richtig

und erfreuen das Herz.

Die Gebote des HERRN sind lauter

und erleuchten die Augen.

10Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich.

Die Rechte des HERRN sind wahrhaftig, allesamt gerecht.

11Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold,

sie sind süßer als Honig und Honigseim.

12Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen;

und wer sie hält, der hat großen Lohn.

13Wer kann merken, wie oft er fehlet?

19,13
Hiob 42,3-6
Verzeihe mir die verborgenen Sünden!

14Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen,

dass sie nicht über mich herrschen;

so werde ich ohne Tadel sein

und unschuldig bleiben von großer Missetat.

15Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes /

und das Gespräch meines Herzens vor dir,

HERR, mein Fels und mein Erlöser.