Lutherbibel 2017 (LU17)
4

Väterliche Mahnung

41Hört, meine Söhne, die Mahnung eures Vaters; merkt auf, dass ihr lernt und klug werdet! 2Denn ich gebe euch eine gute Lehre; verlasst meine Weisung nicht. 3Ein Sohn war ich bei meinem Vater, zart und einzig vor meiner Mutter, 4da lehrte er mich und sprach: Lass dein Herz meine Worte aufnehmen;

4,4
3. Mose 18,5
halte meine Gebote, so wirst du leben. 5Erwirb Weisheit, erwirb Einsicht; vergiss sie nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes; 6verlass sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe sie, so wird sie dich behüten. 7Denn der Weisheit Anfang ist: Erwirb Weisheit und erwirb Einsicht mit allem, was du hast. 8Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen und wird dich zu Ehren bringen, wenn du sie herzest. 9Sie wird dein Haupt schön schmücken und wird dich zieren mit einer prächtigen Krone.

10Höre, mein Sohn, und nimm an meine Rede, so

4,10
Kap
werden deine Jahre viel werden. 11Ich will dich den Weg der Weisheit führen; ich will dich auf rechter Bahn leiten, 12dass, wenn du gehst, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, du nicht strauchelst. 13Halte fest an der Zucht, lass nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben. 14Komm nicht auf den Pfad der Gottlosen und tritt nicht auf den Weg der Bösen.
4,14
Ps 1,1
15Lass ihn liegen und geh nicht darauf; weiche von ihm und geh vorüber. 16Denn sie schlafen nicht, wenn sie nicht Übel getan, und
4,16
Ps 36,5
Mi 2,1
sie ruhen nicht, ehe sie nicht jemanden zu Fall gebracht haben. 17Sie nähren sich vom Brot des Frevels und trinken vom Wein der Gewalttat. – 18Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. 19
4,19
Kap
Der Gottlosen Weg aber ist wie das Dunkel; sie wissen nicht, wodurch sie zu Fall kommen werden.

20Mein Sohn, merke auf meine Rede und neige dein Ohr zu meinen Worten. 21Lass sie dir nicht aus den Augen kommen; behalte sie in deinem Herzen, 22denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und

4,22
Kap
heilsam ihrem ganzen Leibe. 23Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben. 24Tu von dir die Falschheit des Mundes und sei kein Lästermaul. 25Lass
4,25
Kap
deine Augen stracks vor sich sehen und deinen Blick geradeaus gerichtet sein. 26Lass deinen Fuß auf ebener Bahn gehen, und
4,26
Hebr 12,13
alle deine Wege seien gewiss. 27
4,27
Jos 1,7
Weiche weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen.

5

Warnung vor der Verführerin

51Mein Sohn, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Einsicht, 2dass du behaltest guten Rat und dein Mund wisse Erkenntnis zu bewahren! 3

5,3
Kap
Denn die Lippen der fremden Frau sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glatter als Öl, 4hernach aber ist sie bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert. 5Ihre Füße laufen zum Tode hinab; ihre Schritte führen ins Totenreich, 6so bahnt sie nicht den Weg des Lebens; haltlos sind ihre Tritte, sie erkennt es nicht.

7So gehorcht mir nun, meine Söhne, und weicht nicht von der Rede meines Mundes. 8Lass deine Wege ferne von ihr sein und nahe nicht zur Tür ihres Hauses, 9dass du nicht andern gebest deine Kraft und deine Jahre einem Unbarmherzigen; 10dass sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und, was du mühsam erworben, nicht komme in eines andern Haus, 11und müssest hernach seufzen, wenn dir Leib und Leben vergehen, 12und sprechen: »Ach, wie konnte ich die Zucht hassen, und wie konnte mein Herz die Warnung verschmähen, 13dass ich nicht gehorchte der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht kehrte zu denen, die mich lehrten! 14Ich wäre fast ganz ins Unglück gekommen inmitten der Versammlung und Gemeinde.«

5,14
5. Mose 22,28-29

15Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was quillt aus deinem Brunnen. 16Deine Quellen sollen herausfließen auf die Straße und Wasserbäche auf die Gassen! 17Habe du sie allein und kein Fremder mit dir. 18Dein Brunnen sei gesegnet, und

5,18
Pred 9,9
freue dich der Frau deiner Jugend. 19Sie ist lieblich wie eine Gazelle und holdselig wie ein Reh. Lass dich von ihrer Anmut allezeit sättigen und ergötze dich allewege an ihrer Liebe.

20Mein Sohn, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere? 21Denn eines jeden Wege liegen offen vor dem HERRN, und er hat acht auf aller Menschen Gänge. 22Den Frevler werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden. 23Er wird sterben, weil er Zucht nicht wollte, und um seiner großen Torheit willen taumelt er.

6

Warnung vor Bürgschaften, vor Faulheit und Falschheit

61

6,1
Kap
Mein Sohn, hast du gebürgt für deinen Nächsten und hast du Handschlag gegeben für einen andern, 2so bist du gebunden durch die Rede deines Mundes und gefangen in den Reden deines Mundes. 3Deshalb tu doch dies, mein Sohn, und rette dich; denn du bist in deines Nächsten Hand: Geh hin, dränge und bestürme deinen Nächsten! 4Lass deine Augen nicht schlafen noch deine Augenlider schlummern. 5Errette dich wie ein Reh aus der Schlinge und wie ein Vogel aus der Hand des Fängers.

6Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise!

6,6
Kap
7Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, 8so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte. 9Wie lange liegst du, Fauler! Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? 10
6,10
Kap
Ja, schlafe noch ein wenig, schlummre ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, dass du schläfst, 11so wird dich die Armut übereilen wie ein Räuber und der Mangel wie ein gewappneter Mann.

12Ein heilloser Mensch, ein nichtswürdiger Mann, wer einhergeht mit

6,12
Kap
trügerischem Munde, 13wer
6,13
Kap
winkt mit den Augen, gibt Zeichen mit den Füßen, zeigt mit den Fingern, 14trachtet nach Bösem und Verkehrtem in seinem Herzen und richtet allezeit Streit an. 15Darum wird plötzlich sein Verderben über ihn kommen, und er wird schnell zerschmettert werden, und keine Hilfe ist da.

16Diese sechs Dinge hasst der HERR, diese sieben sind ihm ein Gräuel: 17stolze Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen, 18ein Herz, das arge Ränke schmiedet, eilige Füße, die zum Bösen laufen, 19ein falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und wer Streit zwischen Brüdern anrichtet.

Warnung vor Ehebruch

20Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters und lass nicht fahren die Weisung deiner Mutter.

6,20
Kap
21Binde sie dir aufs Herz allezeit und hänge sie um deinen Hals, 22dass sie dich geleiten, wenn du gehst; dass sie dich bewachen, wenn du dich legst;
6,22
Ps 119,172
dass sie zu dir sprechen, wenn du aufwachst. 23Denn das Gebot ist eine Leuchte und die Weisung ein Licht, und die Vermahnung ist der Weg des Lebens, 24auf dass du bewahrt werdest vor der bösen Frau, vor der glatten Zunge der Fremden.
6,24
Kap
25Lass dich nach ihrer Schönheit nicht gelüsten in deinem Herzen, und lass dich nicht fangen durch ihre Augenlider. 26Denn eine Hure bringt einen nur ums Brot, aber eines andern Ehefrau um das kostbare Leben.

27Kann auch jemand ein Feuer unterm Gewand tragen, ohne dass seine Kleider brennen? 28Oder könnte jemand auf Kohlen gehen, ohne dass seine Füße verbrannt würden? 29So geht es dem, der zu seines Nächsten Frau geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.

6,29
Kap
30Es ist für einen Dieb nicht so schmachvoll, wenn er stiehlt, um seine Gier zu stillen, weil ihn hungert; 31wenn er ergriffen wird,
6,31
2. Mose 21,37
ersetzt er’s siebenfach und gibt her alles Gut seines Hauses. 32Aber wer mit einer Frau die Ehe bricht, dem fehlt der Verstand. Wer sein Leben ins Verderben bringen will, der tut das. 33Schläge und Schande treffen ihn, und seine Schmach ist nicht zu tilgen. 34Denn Eifersucht erweckt den Grimm des Mannes, und er schont nicht am Tage der Rache 35und achtet kein Sühnegeld und nimmt nichts an, wenn du auch viel schenken wolltest.

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