Lutherbibel 2017 (LU17)
29

291Wer

29,1
Kap
gegen alle Warnung halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.

2Wenn

29,2
Kap
der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Frevler herrscht, seufzt das Volk.

3Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater;

29,3
Lk 15,1330
wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.

4Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.

5Wer seinem Nächsten schmeichelt, der breitet ein Netz aus für seine Tritte.

6Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter freut sich und hat Wonne.

7Der Gerechte erkennt die Sache der Armen; der Frevler achtet keine Vernunft.

8Die Spötter bringen eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.

9Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt der oder lacht, aber es gibt keine Ruhe.

10Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten nehmen sich seiner an.

11

29,11
Kap
Ein Tor schüttet all seinen Unmut aus, aber
29,11
Kap
ein Weiser hält an sich.

12Wenn ein Herrscher auf Lügen hört, werden alle seine Diener zu Frevlern.

13

29,13
Kap
Der Arme und sein Peiniger begegnen einander; der beiden
29,13
Hiob 33,30
Ps 13,4
das Augenlicht gab, ist der HERR.

14Ein König, der die Armen treulich richtet, dessen Thron wird für immer bestehen.

29,14
Kap

15Rute und Tadel gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.

29,15
Kap

16Wo viele Gottlose sind, da ist viel Sünde; aber

29,16
Ps 37,35-36
die Gerechten werden ihren Fall erleben.

17

29,17
Kap
Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Freude machen und deine Seele erquicken.

18Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf das Gesetz achtet!

19Ein Knecht lässt sich mit Worten nicht in Zucht halten; denn wenn er sie auch versteht, so nimmt er sie doch nicht an.

20Siehst du einen, der

29,20
Pred 5,1-2
Jak 1,19
schnell ist zu reden, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

21Wenn ein Knecht von Jugend auf verwöhnt wird, so wird er am Ende widerspenstig sein.

22Ein

29,22
Kap
zorniger Mann richtet Streit an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.

23

29,23
Mt 23,12
Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber
29,23
1. Petr 5,5
der Demütige wird Ehre empfangen.

24Wer mit Dieben teilt, hasst sein Leben;

29,24
3. Mose 5,1
den Fluch hört er und zeigt’s nicht an.

25Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verlässt, wird beschützt.

29,25
Mt 10,28

26Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Recht kommt vom HERRN.

27Ein ungerechter Mensch ist dem Gerechten ein Gräuel; und wer recht wandelt, ist dem Frevler ein Gräuel.

30

Die Sprüche Agurs

301Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes des Jake, aus

30,1
1. Mose 25,1214
Massa. Es spricht der Mann: Ich habe mich gemüht, o Gott, ich habe mich gemüht, o Gott, und muss davon lassen. 2Denn ich bin der Allertörichtste, und Menschenverstand habe ich nicht. 3Weisheit hab ich nicht gelernt, und Erkenntnis des Heiligen habe ich nicht. 4Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab? Wer hat den Wind in seine Hände gefasst? Wer hat die Wasser in ein Kleid gebunden? Wer hat alle Enden der Welt bestimmt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?
30,4
Hiob 38,28-34

5Alle

30,5
Ps 12,7
Worte Gottes sind im Feuer geläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen. 6
30,6
5. Mose 4,2
Tu nichts zu seinen Worten hinzu, dass er dich nicht zurechtweise und du als Lügner dastehst.

7Zweierlei bitte ich von dir, das wollest du mir nicht verweigern, ehe denn ich sterbe: 8Falschheit und Lüge lass ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht;

30,8
1. Tim 6,6-8
lass mich aber mein Teil Speise dahinnehmen, das du mir beschieden hast. 9Ich könnte sonst, wenn ich zu satt würde, verleugnen und sagen:
30,9
2. Mose 5,2
Wer ist der HERR? Oder wenn ich zu arm würde, könnte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen.

10Verleumde nicht den Knecht bei seinem Herrn, dass er dir nicht fluche und du es büßen musst.

11Es gibt ein Geschlecht, das seinen Vater flucht und seine Mutter nicht segnet; 12ein Geschlecht, das

30,12
Kap
sich rein dünkt und ist doch von seinem Schmutz nicht gewaschen; 13ein Geschlecht, das seine Augen hoch trägt und seine Augenlider emporhebt; 14ein Geschlecht, das Schwerter als Zähne hat und Messer als Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.

Zahlensprüche

15Der Blutegel hat zwei Töchter: »Gib her, gib her!«

Drei sind nicht zu sättigen, und vier sagen nie: »Es ist genug«: 16das Totenreich und der Frauen verschlossner Schoß, die Erde, die nicht des Wassers satt wird, und das Feuer, das nie spricht: »Es ist genug!«

17Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet, der Mutter zu gehorchen, das werden die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.

30,17
Kap

18Drei sind mir zu wundersam, und vier verstehe ich nicht: 19des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf dem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und des Mannes Weg bei der jungen Frau.

20So ist der Weg der Ehebrecherin: Sie verschlingt und wischt sich den Mund und spricht: Ich habe nichts Böses getan.

21Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und viererlei kann es nicht ertragen: 22einen Knecht, wenn er König wird; einen Toren, wenn er zu satt ist;

30,22
Pred 10,6-7
23eine
30,23
5. Mose 24,1-4
Verschmähte, wenn sie geehelicht wird, und eine Magd, wenn sie ihre Herrin beerbt.

24Vier sind die Kleinsten auf Erden und doch klüger als die Weisen: 25die Ameisen – ein schwaches Volk, dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise;

30,25
Kap
26die Klippdachse – ein schwaches Volk, dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen; 27die Heuschrecken – sie haben keinen König, dennoch ziehen sie aus in Ordnung; 28die Eidechse – man greift sie mit den Händen, und sie ist doch in der Könige Schlössern.

29Drei haben einen stattlichen Gang, und vier gehen stolz einher: 30der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt um vor niemandem; 31der stolze Hahn, der Widder und der König, wenn er einhergeht vor seinem Gefolge.

32Ob du töricht gehandelt und dich überhoben hast oder ob du recht überlegt hast: lege die Hand auf den Mund! 33Denn wenn man Milch stößt, so wird Butter daraus, und wer die Nase hart schnäuzt, zwingt Blut heraus, und wer den Zorn reizt, ruft Streit hervor.

31

Die Worte an Lemuel

311Dies sind die Worte Lemuels, des Königs von

31,1
Kap
Massa, die ihn seine Mutter lehrte.

2Was, mein Sohn, soll ich dir sagen, was, du Sohn meines Leibes, was, mein erbetener Sohn? 3Lass nicht den Frauen deine Kraft und geh nicht die Wege derer, die Könige verderben!

31,3
5. Mose 17,17
1. Kön 11,14
4Nicht den Königen, Lemuel, ziemt es,
31,4
Kap
Wein zu trinken, nicht den Königen, noch den Fürsten Bier! 5Sie könnten beim Trinken des Rechts vergessen und verdrehen die Sache aller elenden Leute. 6Gebt Bier denen, die am Umkommen sind, und Wein den betrübten Seelen, 7dass sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.

8Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

31,8
Hiob 29,12
9Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen.

Lob der tüchtigen Frau

10Wem

31,10
Kap
eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel edler als die köstlichsten Perlen. 11Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln. 12Sie tut ihm Liebes und kein Leid ihr Leben lang.

13Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gerne mit ihren Händen. 14Sie ist wie ein Kaufmannsschiff; ihre Nahrung bringt sie von ferne. 15Sie steht vor Tage auf und gibt Speise ihrem Hause und den Mägden ihr Teil.

16Sie trachtet nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg vom Ertrag ihrer Hände. 17Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und macht ihre Arme stark. 18Sie merkt, wie ihr Handel Gewinn bringt; ihr Licht verlischt des Nachts nicht. 19Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel.

20Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht ihre Hand dem Bedürftigen. 21Sie fürchtet für die Ihren nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat wollene Kleider. 22Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Kleid.

23Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.

24Sie macht einen Rock und verkauft ihn, einen Gürtel gibt sie dem Händler. 25Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages. 26Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist gütige Weisung. 27Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und isst ihr Brot nicht mit Faulheit.

28Ihre Söhne stehen auf und preisen sie, ihr Mann lobt sie: 29»Es sind wohl viele tüchtige Töchter, du aber übertriffst sie alle.«

30Lieblich und

31,30
Kap
schön sein ist nichts; eine Frau, die den HERRN fürchtet, soll man loben. 31Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke sollen sie loben in den Toren!

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