Lutherbibel 2017 (LU17)
25

Weitere Sprüche Salomos

251Auch dies sind

25,1
Kap
Sprüche Salomos; die Männer Hiskias, des Königs von Juda, haben sie gesammelt.

2Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel ist hoch und die Erde tief, und der Könige Herz ist unerforschlich.

4Man tue die Schlacken vom Silber, so gelingt dem Goldschmied das Gefäß; 5man tue den Frevler hinweg vom König, so wird

25,5
Kap
sein Thron durch Gerechtigkeit gefestigt.

6Prange nicht vor dem Könige und stelle dich nicht an den Platz der Großen; 7denn

25,7
Lk 14,7-11
es ist besser, dass man zu dir sage: Tritt hier herauf!, als dass du erniedrigt wirst vor einem Edlen, den deine Augen gesehen haben.

8Laufe nicht zu schnell vor Gericht; denn was willst du zuletzt machen, wenn dich dein Nächster beschämt?

9Trage deine Sache mit deinem Nächsten aus, aber

25,9
Kap
verrate nicht eines andern Geheimnis, 10damit von dir nicht übel spricht, wer es hört, und dann das böse Gerede über dich nicht aufhört.

11Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

25,11
Kap
12Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.

13Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquickt seines Herrn Seele.

14Wer Geschenke verspricht und hält’s nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

15Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine

25,15
Kap
linde Zunge zerbricht Knochen.

16Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus. 17Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir gram werden.

18Wer wider seinen Nächsten

25,18
2. Mose 20,16
falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.

19Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

20Wer einem missmutigen Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt an einem kalten Tag, und wie Essig auf Lauge.

21

25,21
Röm 12,20
Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, 22denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der Herr wird dir’s vergelten.

23Der Nordwind bringt Regen und heimliche Zunge saure Gesichter.

24Besser im Winkel auf dem Dache sitzen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.

25Eine

25,25
Kap
gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles Wasser für eine durstige Kehle.

26Ein Gerechter, der angesichts eines Frevlers wankt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

27Zu viel Honig essen ist nicht gut; aber wer nach schweren Dingen forscht, dem bringt’s Ehre.

28Ein Mann, der

25,28
Kap
seinen Zorn nicht zurückhalten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.

26

261Wie Schnee nicht zum Sommer und Regen zur Ernte, so reimt sich Ehre nicht zum Toren.

2Wie ein Vogel dahinfliegt und eine Schwalbe enteilt, so ist ein unverdienter Fluch: Er trifft nicht ein.

3Dem Ross eine Peitsche und dem Esel einen Zaum und

26,3
Kap
dem Toren eine Rute auf den Rücken!

4Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, dass du ihm nicht gleich wirst. 5Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, dass er sich nicht weise dünke.

6Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie einer, der sich selbst die Füße abhaut und Schaden leidet.

7Kraftlos wie die Schenkel des Lahmen, so ist die Weisheit im Munde der Toren.

8Einem Toren Ehre antun, das ist, wie wenn einer einen edlen Stein auf einen Steinhaufen wirft.

9Ein Spruch in eines Toren Mund ist wie ein Dornzweig in der Hand eines Trunkenen.

10Wie ein Schütze, der jeden verwundet, so ist, wer einen Toren oder einen Vorübergehenden dingt.

11Wie

26,11
2. Petr 2,22
ein Hund wieder frisst, was er gespien hat, so ist der Tor, der seine Torheit immer wieder treibt.

12Wenn du einen siehst, der sich

26,12
Kap
weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

13Der Faule spricht:

26,13
Kap
»Es ist ein junger Löwe auf dem Wege, ein Löwe auf den Gassen.«

14Ein

26,14
Kap
Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der Angel.

15Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, und es wird ihm sauer, dass er sie zum Munde bringe.

26,15
Kap

16Ein Fauler dünkt sich weiser als sieben, die da wissen, verständig zu antworten.

17Wer vorübergeht und sich mengt in fremden Streit, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.

18Wie ein Wahnsinniger, der mit Geschoss und Pfeilen schießt und tötet, 19so ist ein Mensch, der seinen Nächsten betrügt und spricht: »Ich habe nur gescherzt.«

20Wenn kein Holz mehr da ist, so verlischt das Feuer, und

26,20
Kap
wenn der Verleumder weg ist, so hört der Streit auf.

21Wie die Kohlen die Glut und Holz das Feuer, so

26,21
Kap
facht ein zänkischer Mann den Streit an.

22Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

26,22
Kap

23Glatte Lippen und ein böses Herz, das ist wie Tongeschirr, mit Silberschaum überzogen.

24

26,24
Mt 12,45
Der Hasser verstellt sich mit seiner Rede, aber im Herzen ist er falsch; 25wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Gräuel in seinem Herzen. 26Wer den Hass trügerisch verbirgt, dessen Bosheit wird doch vor der Gemeinde offenbar werden.

27Wer

26,27
Ps 7,16
Pred 10,8
eine Grube gräbt, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.

28Eine falsche Zunge hasst den, dem sie Arges getan hat, und glatte Lippen richten Verderben an.

27

271Rühme dich nicht des morgigen Tages; denn du weißt nicht, was der Tag bringt.

27,1
Jak 4,13-14

2Lass dich von einem andern loben und nicht von deinem Mund, von einem Fremden und nicht von deinen eignen Lippen.

3Stein ist schwer, und Sand ist Last; aber der Ärger über einen Toren ist schwerer als beide.

4Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?

5Offene

27,5
3. Mose 19,17
Zurechtweisung ist besser als Liebe, die verborgen bleibt.

6Die

27,6
Ps 141,5
Schläge des Freundes meinen es gut; aber die
27,6
Mt 26,49
Küsse des Hassers sind trügerisch.

7Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber einem Hungrigen ist alles Bittre süß.

8Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flüchtet, so ist ein Mann, der aus seiner Heimat flieht.

9Das Herz freut sich an Salbe und Räucherwerk, und süß ist der Freund, der wohlgemeinten Rat gibt.

10Deinen

27,10
Kap
Freund und deines Vaters Freund verlass nicht. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir’s übel geht. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

11Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, so kann ich antworten dem, der mich schmäht.

12Ein Kluger sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; aber die Unverständigen laufen weiter und müssen büßen.

27,12
Kap

13Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden.

14Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, so wird ihm das für einen Fluch gerechnet.

15

27,15
Kap
Ein zänkisches Weib und ein stetig tropfendes Dach, wenn’s sehr regnet, lassen sich miteinander vergleichen: 16Wer sie aufhalten will, der will den Wind aufhalten und will Öl mit der Hand fassen.

17Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern.

18Wer seinen Feigenbaum pflegt, der isst Früchte davon, und wer seinem Herrn treu dient, wird geehrt.

19Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so ein Mensch im Herzen des andern.

20Unterwelt und Abgrund werden niemals satt, und

27,20
Pred 1,8
der Menschen Augen sind auch unersättlich.

21Ein Mann bewährt sich in seinem Ruf wie das Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.

22Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.

23Auf deine Schafe hab acht und nimm dich deiner Herden an; 24denn Vorräte währen nicht ewig, und auch eine Krone währt nicht für und für. 25Ist das Gras abgeweidet und wiederum Grünes nachgewachsen und ist das Futter auf den Bergen gesammelt, 26dann kleiden dich die Lämmer, und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen; 27du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Mägde.