Lutherbibel 2017 (LU17)
24

241Sei nicht neidisch auf böse Menschen und wünsche nicht, bei ihnen zu sein; 2denn ihr Herz trachtet nach Gewalt, und ihre Lippen raten zum Unglück.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten, 4und

24,4
Kap
durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.

5Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann voller Kraft; 6denn

24,6
Kap
mit Überlegung soll man Krieg führen, und wo
24,6
Kap
viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

7Weisheit ist dem Toren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.

8Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den nennt man einen Erzbösewicht. 9Das Trachten des Toren ist Sünde, und der Spötter ist den Leuten ein Gräuel.

10Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

11Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken.

24,11
Ps 82,4
12Sprichst du: »Siehe, wir haben’s nicht gewusst!«, fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele achthat, weiß es und vergilt dem Menschen nach seinem Tun.

13Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß deinem Gaumen. 14So ist Weisheit gut für deine Seele; wenn du sie findest, wird dir’s am Ende wohlgehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

15Laure nicht als Frevler auf das Haus des Gerechten; zerstöre seine Ruhe nicht, 16denn

24,16
Ps 37,24
ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Frevler versinken im Unglück.

17Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück;

24,17
Hiob 31,29
18der HERR könnte es sehen und Missfallen daran haben und seinen Zorn von ihm wenden.

19Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifre dich nicht über die Frevler;

24,19
Ps 37,1
20denn der Böse hat nichts zu hoffen, und
24,20
Kap
die Leuchte der Frevler wird verlöschen.

21Mein Sohn,

24,21
1. Petr 2,17
fürchte den HERRN und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer; 22denn plötzlich wird sie das Verderben treffen und unversehens von beiden her das Unheil kommen.

23Auch dies sind Worte der Weisen:

24,23
3. Mose 19,15
Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut. 24Wer zum Schuldigen spricht: »Du hast recht«, dem fluchen die Völker, und die Leute verwünschen ihn. 25Die aber gerecht richten, denen geht es gut, und reicher Segen kommt auf sie.

26Eine

24,26
Kap
richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.

27Richte erst draußen deine Arbeit aus und bearbeite deinen Acker; danach gründe dein Haus.

28Sei nicht ein falscher Zeuge wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde. 29Sprich nicht: »Wie einer mir tut, so will ich ihm auch tun und

24,29
Kap
einem jeglichen sein Tun vergelten.«

30Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren, 31und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen. 32Als ich das sah, nahm ich’s zu Herzen, ich schaute und lernte daraus: 33

24,33
Kap
Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, dass du ruhst, 34so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.

25

Weitere Sprüche Salomos

251Auch dies sind

25,1
Kap
Sprüche Salomos; die Männer Hiskias, des Königs von Juda, haben sie gesammelt.

2Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel ist hoch und die Erde tief, und der Könige Herz ist unerforschlich.

4Man tue die Schlacken vom Silber, so gelingt dem Goldschmied das Gefäß; 5man tue den Frevler hinweg vom König, so wird

25,5
Kap
sein Thron durch Gerechtigkeit gefestigt.

6Prange nicht vor dem Könige und stelle dich nicht an den Platz der Großen; 7denn

25,7
Lk 14,7-11
es ist besser, dass man zu dir sage: Tritt hier herauf!, als dass du erniedrigt wirst vor einem Edlen, den deine Augen gesehen haben.

8Laufe nicht zu schnell vor Gericht; denn was willst du zuletzt machen, wenn dich dein Nächster beschämt?

9Trage deine Sache mit deinem Nächsten aus, aber

25,9
Kap
verrate nicht eines andern Geheimnis, 10damit von dir nicht übel spricht, wer es hört, und dann das böse Gerede über dich nicht aufhört.

11Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

25,11
Kap
12Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.

13Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquickt seines Herrn Seele.

14Wer Geschenke verspricht und hält’s nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

15Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine

25,15
Kap
linde Zunge zerbricht Knochen.

16Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus. 17Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir gram werden.

18Wer wider seinen Nächsten

25,18
2. Mose 20,16
falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.

19Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

20Wer einem missmutigen Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt an einem kalten Tag, und wie Essig auf Lauge.

21

25,21
Röm 12,20
Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, 22denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir’s vergelten.

23Der Nordwind bringt Regen und heimliche Zunge saure Gesichter.

24Besser im Winkel auf dem Dache sitzen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.

25Eine

25,25
Kap
gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles Wasser für eine durstige Kehle.

26Ein Gerechter, der angesichts eines Frevlers wankt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

27Zu viel Honig essen ist nicht gut; aber wer nach schweren Dingen forscht, dem bringt’s Ehre.

28Ein Mann, der

25,28
Kap
seinen Zorn nicht zurückhalten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.

26

261Wie Schnee nicht zum Sommer und Regen zur Ernte, so reimt sich Ehre nicht zum Toren.

2Wie ein Vogel dahinfliegt und eine Schwalbe enteilt, so ist ein unverdienter Fluch: Er trifft nicht ein.

3Dem Ross eine Peitsche und dem Esel einen Zaum und

26,3
Kap
dem Toren eine Rute auf den Rücken!

4Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, dass du ihm nicht gleich wirst. 5Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, dass er sich nicht weise dünke.

6Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie einer, der sich selbst die Füße abhaut und Schaden leidet.

7Kraftlos wie die Schenkel des Lahmen, so ist die Weisheit im Munde der Toren.

8Einem Toren Ehre antun, das ist, wie wenn einer einen edlen Stein auf einen Steinhaufen wirft.

9Ein Spruch in eines Toren Mund ist wie ein Dornzweig in der Hand eines Trunkenen.

10Wie ein Schütze, der jeden verwundet, so ist, wer einen Toren oder einen Vorübergehenden dingt.

11Wie

26,11
2. Petr 2,22
ein Hund wieder frisst, was er gespien hat, so ist der Tor, der seine Torheit immer wieder treibt.

12Wenn du einen siehst, der sich

26,12
Kap
weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

13Der Faule spricht:

26,13
Kap
»Es ist ein junger Löwe auf dem Wege, ein Löwe auf den Gassen.«

14Ein

26,14
Kap
Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der Angel.

15Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, und es wird ihm sauer, dass er sie zum Munde bringe.

26,15
Kap

16Ein Fauler dünkt sich weiser als sieben, die da wissen, verständig zu antworten.

17Wer vorübergeht und sich mengt in fremden Streit, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.

18Wie ein Wahnsinniger, der mit Geschoss und Pfeilen schießt und tötet, 19so ist ein Mensch, der seinen Nächsten betrügt und spricht: »Ich habe nur gescherzt.«

20Wenn kein Holz mehr da ist, so verlischt das Feuer, und

26,20
Kap
wenn der Verleumder weg ist, so hört der Streit auf.

21Wie die Kohlen die Glut und Holz das Feuer, so

26,21
Kap
facht ein zänkischer Mann den Streit an.

22Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

26,22
Kap

23Glatte Lippen und ein böses Herz, das ist wie Tongeschirr, mit Silberschaum überzogen.

24

26,24
Mt 12,45
Der Hasser verstellt sich mit seiner Rede, aber im Herzen ist er falsch; 25wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Gräuel in seinem Herzen. 26Wer den Hass trügerisch verbirgt, dessen Bosheit wird doch vor der Gemeinde offenbar werden.

27Wer

26,27
Ps 7,16
Pred 10,8
eine Grube gräbt, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.

28Eine falsche Zunge hasst den, dem sie Arges getan hat, und glatte Lippen richten Verderben an.

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