Lutherbibel 2017 (LU17)
23

231Wenn du zu Tische sitzt mit einem hohen Herrn, so achte nur auf das, was du vor dir hast, 2und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist; 3wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist trügerisches Brot.

4Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine Klugheit!

23,4
Kap
5Du richtest deine Augen auf Reichtum, und er ist nicht mehr da; denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

6Iss nicht das Brot eines Missgünstigen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts; 7denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu dir: Iss und trink!, und sein Herz ist doch nicht mit dir. 8Den Bissen, den du gegessen hast, musst du ausspeien, und deine freundlichen Worte sind vergeudet.

9Rede nicht vor des Unverständigen Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.

10

23,10
Kap
Verrücke nicht uralte Grenzen und vergreife dich nicht an dem Acker der Waisen, 11denn ihr Helfer ist mächtig; der wird ihre Sache gegen dich führen.

12Wende dein Herz hin zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

13

23,13
Kap
Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er nicht sterben; 14du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode.

15Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz, 16und meine Seele23,16 Wörtlich: »Nieren«; siehe Sach- und Worterklärungen zu »Nieren«. ist froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.

17Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht des HERRN; 18denn das Ende kommt noch und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.

19Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz auf den rechten Weg. 20Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern; 21denn die

23,21
Kap
Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.

22Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

23Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, die Weisheit, die Zucht und die Einsicht.

24

23,24
Kap
Der Vater eines Gerechten freut sich, und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich über ihn. 25Lass deinen Vater und deine Mutter sich freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

26Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen. 27

23,27
Kap
Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau ist ein enger Brunnen. 28Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die Treulosen unter den Menschen.

29

23,29
Kap
Wer hat Weh? Wer hat Leid? Wer hat Zank? Wer hat Klagen? Wer hat Wunden ohne Grund? Wer hat trübe Augen? 30Die bis in die Nacht beim Wein sitzen und kommen, gemischten Wein zu kosten. 31Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein, 32aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. 33Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden, 34und du wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben im Mastkorb. 35»Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich’s wieder so treiben.«

24

241Sei nicht neidisch auf böse Menschen und wünsche nicht, bei ihnen zu sein; 2denn ihr Herz trachtet nach Gewalt, und ihre Lippen raten zum Unglück.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten, 4und

24,4
Kap
durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.

5Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann voller Kraft; 6denn

24,6
Kap
mit Überlegung soll man Krieg führen, und wo
24,6
Kap
viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

7Weisheit ist dem Toren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.

8Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den nennt man einen Erzbösewicht. 9Das Trachten des Toren ist Sünde, und der Spötter ist den Leuten ein Gräuel.

10Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

11Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken.

24,11
Ps 82,4
12Sprichst du: »Siehe, wir haben’s nicht gewusst!«, fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele achthat, weiß es und vergilt dem Menschen nach seinem Tun.

13Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß deinem Gaumen. 14So ist Weisheit gut für deine Seele; wenn du sie findest, wird dir’s am Ende wohlgehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

15Laure nicht als Frevler auf das Haus des Gerechten; zerstöre seine Ruhe nicht, 16denn

24,16
Ps 37,24
ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Frevler versinken im Unglück.

17Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück;

24,17
Hiob 31,29
18der HERR könnte es sehen und Missfallen daran haben und seinen Zorn von ihm wenden.

19Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifre dich nicht über die Frevler;

24,19
Ps 37,1
20denn der Böse hat nichts zu hoffen, und
24,20
Kap
die Leuchte der Frevler wird verlöschen.

21Mein Sohn,

24,21
1. Petr 2,17
fürchte den HERRN und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer; 22denn plötzlich wird sie das Verderben treffen und unversehens von beiden her das Unheil kommen.

23Auch dies sind Worte der Weisen:

24,23
3. Mose 19,15
Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut. 24Wer zum Schuldigen spricht: »Du hast recht«, dem fluchen die Völker, und die Leute verwünschen ihn. 25Die aber gerecht richten, denen geht es gut, und reicher Segen kommt auf sie.

26Eine

24,26
Kap
richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.

27Richte erst draußen deine Arbeit aus und bearbeite deinen Acker; danach gründe dein Haus.

28Sei nicht ein falscher Zeuge wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde. 29Sprich nicht: »Wie einer mir tut, so will ich ihm auch tun und

24,29
Kap
einem jeglichen sein Tun vergelten.«

30Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren, 31und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen. 32Als ich das sah, nahm ich’s zu Herzen, ich schaute und lernte daraus: 33

24,33
Kap
Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, dass du ruhst, 34so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.

25

Weitere Sprüche Salomos

251Auch dies sind

25,1
Kap
Sprüche Salomos; die Männer Hiskias, des Königs von Juda, haben sie gesammelt.

2Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel ist hoch und die Erde tief, und der Könige Herz ist unerforschlich.

4Man tue die Schlacken vom Silber, so gelingt dem Goldschmied das Gefäß; 5man tue den Frevler hinweg vom König, so wird

25,5
Kap
sein Thron durch Gerechtigkeit gefestigt.

6Prange nicht vor dem Könige und stelle dich nicht an den Platz der Großen; 7denn

25,7
Lk 14,7-11
es ist besser, dass man zu dir sage: Tritt hier herauf!, als dass du erniedrigt wirst vor einem Edlen, den deine Augen gesehen haben.

8Laufe nicht zu schnell vor Gericht; denn was willst du zuletzt machen, wenn dich dein Nächster beschämt?

9Trage deine Sache mit deinem Nächsten aus, aber

25,9
Kap
verrate nicht eines andern Geheimnis, 10damit von dir nicht übel spricht, wer es hört, und dann das böse Gerede über dich nicht aufhört.

11Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

25,11
Kap
12Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.

13Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquickt seines Herrn Seele.

14Wer Geschenke verspricht und hält’s nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

15Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine

25,15
Kap
linde Zunge zerbricht Knochen.

16Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus. 17Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir gram werden.

18Wer wider seinen Nächsten

25,18
2. Mose 20,16
falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.

19Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

20Wer einem missmutigen Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt an einem kalten Tag, und wie Essig auf Lauge.

21

25,21
Röm 12,20
Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, 22denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir’s vergelten.

23Der Nordwind bringt Regen und heimliche Zunge saure Gesichter.

24Besser im Winkel auf dem Dache sitzen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.

25Eine

25,25
Kap
gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles Wasser für eine durstige Kehle.

26Ein Gerechter, der angesichts eines Frevlers wankt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

27Zu viel Honig essen ist nicht gut; aber wer nach schweren Dingen forscht, dem bringt’s Ehre.

28Ein Mann, der

25,28
Kap
seinen Zorn nicht zurückhalten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.

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