Lutherbibel 2017 (LU17)
22

221Ein

22,1
Pred 7,1
guter Ruf ist köstlicher als großer Reichtum und Ansehen besser als Silber und Gold.

2Reiche und Arme begegnen einander; der HERR hat sie alle gemacht.

22,2
Kap

3Der Kluge sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; die Unverständigen laufen weiter und müssen büßen.

22,3
Kap

4Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum, Ehre und Leben.

22,4
Kap

5Stacheln und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.

6Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt wird.

22,6
Kap

7Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht.

8Wer

22,8
Hiob 4,8
Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende haben.

9Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet; denn

22,9
Kap
er gibt von seinem Brot den Armen.

10Treibe den Spötter hinaus, so geht der Zank weg, und Hader und Schmähung hören auf.

22,10
Kap

11Wer ein reines Herz und

22,11
Kol 4,6
liebliche Rede hat, dessen Freund ist der König.
22,11
Ps 101,6

12Die Augen des HERRN behüten die Erkenntnis; aber die Worte des Verächters bringt er zu Fall.

13Der Faule spricht:

22,13
Kap
»Es ist ein Löwe draußen; ich könnte getötet werden auf der Gasse.«

14

22,14
Kap
Der Mund fremder Frauen ist eine tiefe Grube; wem der HERR zürnt, der fällt hinein.

15Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber

22,15
Kap
die Rute der Zucht treibt sie ihm aus.

16

22,16
Kap
Wer dem Armen Unrecht tut, mehrt die Habe; wer dem Reichen gibt, schafft nur Mangel.

Worte der Weisen

17Neige dein Ohr und höre die

22,17
Kap
Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre. 18Denn lieblich ist’s, wenn du sie im Sinne behältst; lass sie miteinander auf deinen Lippen bleiben. 19Damit deine Hoffnung sich gründe auf den HERRN, erinnere ich daran heute gerade dich. 20Hab ich dir nicht dreißig Sprüche22,20 Anspielung auf die ägyptische Weisheitslehre des Amenemope. aufgeschrieben als Rat und Erkenntnis, 21um dir kundzutun zuverlässige Worte der Wahrheit, damit du rechte Antwort bringen kannst denen, die dich senden?

22

22,22
2. Mose 23,6
Beraube den Armen nicht, weil er arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor; 23denn der HERR wird ihre Sache führen und wird denen, die sie berauben, das Leben rauben.

24Geselle dich nicht zum

22,24
Kap
Zornigen und halt dich nicht zu einem wütenden Mann; 25du könntest auf seinen Weg geraten und dich selbst zu Fall bringen.

26Sei nicht einer von denen, die mit Handschlag haften und für Schulden

22,26
Kap
Bürge werden; 27denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.

28

22,28
Kap
Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

29Siehst du einen Mann, behände in seinem Geschäft, der wird Königen dienen; Unedlen wird er nicht dienen.

23

231Wenn du zu Tische sitzt mit einem hohen Herrn, so achte nur auf das, was du vor dir hast, 2und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist; 3wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist trügerisches Brot.

4Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine Klugheit!

23,4
Kap
5Du richtest deine Augen auf Reichtum, und er ist nicht mehr da; denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

6Iss nicht das Brot eines Missgünstigen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts; 7denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu dir: Iss und trink!, und sein Herz ist doch nicht mit dir. 8Den Bissen, den du gegessen hast, musst du ausspeien, und deine freundlichen Worte sind vergeudet.

9Rede nicht vor des Unverständigen Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.

10

23,10
Kap
Verrücke nicht uralte Grenzen und vergreife dich nicht an dem Acker der Waisen, 11denn ihr Helfer ist mächtig; der wird ihre Sache gegen dich führen.

12Wende dein Herz hin zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

13

23,13
Kap
Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er nicht sterben; 14du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode.

15Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz, 16und meine Seele23,16 Wörtlich: »Nieren«; siehe Sach- und Worterklärungen zu »Nieren«. ist froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.

17Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht des HERRN; 18denn das Ende kommt noch und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.

19Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz auf den rechten Weg. 20Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern; 21denn die

23,21
Kap
Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.

22Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

23Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, die Weisheit, die Zucht und die Einsicht.

24

23,24
Kap
Der Vater eines Gerechten freut sich, und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich über ihn. 25Lass deinen Vater und deine Mutter sich freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

26Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen. 27

23,27
Kap
Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau ist ein enger Brunnen. 28Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die Treulosen unter den Menschen.

29

23,29
Kap
Wer hat Weh? Wer hat Leid? Wer hat Zank? Wer hat Klagen? Wer hat Wunden ohne Grund? Wer hat trübe Augen? 30Die bis in die Nacht beim Wein sitzen und kommen, gemischten Wein zu kosten. 31Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein, 32aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. 33Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden, 34und du wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben im Mastkorb. 35»Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich’s wieder so treiben.«

24

241Sei nicht neidisch auf böse Menschen und wünsche nicht, bei ihnen zu sein; 2denn ihr Herz trachtet nach Gewalt, und ihre Lippen raten zum Unglück.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten, 4und

24,4
Kap
durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.

5Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann voller Kraft; 6denn

24,6
Kap
mit Überlegung soll man Krieg führen, und wo
24,6
Kap
viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

7Weisheit ist dem Toren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.

8Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den nennt man einen Erzbösewicht. 9Das Trachten des Toren ist Sünde, und der Spötter ist den Leuten ein Gräuel.

10Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

11Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken.

24,11
Ps 82,4
12Sprichst du: »Siehe, wir haben’s nicht gewusst!«, fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele achthat, weiß es und vergilt dem Menschen nach seinem Tun.

13Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß deinem Gaumen. 14So ist Weisheit gut für deine Seele; wenn du sie findest, wird dir’s am Ende wohlgehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

15Laure nicht als Frevler auf das Haus des Gerechten; zerstöre seine Ruhe nicht, 16denn

24,16
Ps 37,24
ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Frevler versinken im Unglück.

17Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück;

24,17
Hiob 31,29
18der HERR könnte es sehen und Missfallen daran haben und seinen Zorn von ihm wenden.

19Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifre dich nicht über die Frevler;

24,19
Ps 37,1
20denn der Böse hat nichts zu hoffen, und
24,20
Kap
die Leuchte der Frevler wird verlöschen.

21Mein Sohn,

24,21
1. Petr 2,17
fürchte den HERRN und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer; 22denn plötzlich wird sie das Verderben treffen und unversehens von beiden her das Unheil kommen.

23Auch dies sind Worte der Weisen:

24,23
3. Mose 19,15
Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut. 24Wer zum Schuldigen spricht: »Du hast recht«, dem fluchen die Völker, und die Leute verwünschen ihn. 25Die aber gerecht richten, denen geht es gut, und reicher Segen kommt auf sie.

26Eine

24,26
Kap
richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.

27Richte erst draußen deine Arbeit aus und bearbeite deinen Acker; danach gründe dein Haus.

28Sei nicht ein falscher Zeuge wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde. 29Sprich nicht: »Wie einer mir tut, so will ich ihm auch tun und

24,29
Kap
einem jeglichen sein Tun vergelten.«

30Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren, 31und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen. 32Als ich das sah, nahm ich’s zu Herzen, ich schaute und lernte daraus: 33

24,33
Kap
Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, dass du ruhst, 34so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.

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