Lutherbibel 2017 (LU17)
20

201Der Wein macht Spötter, und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise.

20,1
Kap

2Das

20,2
Kap
Drohen des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider das eigene Leben.

3Eine Ehre ist es dem Mann, dem Streit fernzubleiben; aber die gerne streiten, sind allzumal Toren.

4Im Herbst

20,4
Kap
will der Faule nicht pflügen; so muss er in der Ernte betteln und kriegt nichts.

5Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie ein tiefes Wasser; aber ein Verständiger kann es schöpfen.

6Viele Menschen rühmen sich ihrer Güte; aber wer findet einen, der zuverlässig ist?

7Ein Gerechter, der unsträflich wandelt,

20,7
Ps 112,1-2
dessen Kindern wird’s wohlgehen.

8Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, sondert aus mit seinem Blick alles Böse.

20,8
Ps 101,3

9Wer kann sagen: »Ich habe mein Herz geläutert und

20,9
Kap
bin rein von meiner Sünde«?

10Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß ist beides dem HERRN ein Gräuel.

11Schon einen Knaben erkennt man an seinem Tun, ob er lauter und redlich werden will.

20,11
Kap

12Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der HERR.

13Liebe den Schlaf nicht, dass du nicht arm wirst; lass deine Augen offen sein, so wirst du Brot genug haben.

14»Schlecht, schlecht!«, spricht man, wenn man kauft; aber wenn man weggeht, so rühmt man sich.

15Es gibt Gold und viel Perlen; aber ein Mund, der Vernünftiges redet, ist ein edles Kleinod.

16Nimm dem sein Kleid, der für einen andern

20,16
Kap
Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden!

17Das

20,17
Kap
gestohlene Brot schmeckt dem Manne gut; aber am Ende hat er den Mund voller Kieselsteine.

18Pläne kommen zum Ziel, wenn man sich recht berät; und

20,18
Kap
Krieg soll man mit Vernunft führen.

19Wer Geheimnisse verrät, ist ein Verleumder, und mit dem, der den Mund nicht halten kann, lass dich nicht ein.

20Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird verlöschen in der Finsternis.

20,20
Kap

21Das Erbe, nach dem man zuerst sehr eilt20,21 Andere Überlieferung: »das zu Anfang verachtet wurde«., wird zuletzt nicht gesegnet sein.

22Sprich nicht:

20,22
Kap
»Ich will Böses vergelten!« Harre des HERRN, der wird dir helfen.

23Zweierlei Gewicht ist dem HERRN ein Gräuel, und eine falsche Waage ist nicht gut.

24Jedermanns Schritte bestimmt der HERR. Welcher Mensch versteht seinen Weg?

25Es ist dem Menschen ein Fallstrick, unbedacht Gelübde zu tun und erst nach dem Geloben zu überlegen.

26Ein weiser König sondert die Frevler aus und lässt das Rad über sie gehen.

27Eine Leuchte des HERRN ist

20,27
1. Kor 2,11
des Menschen Geist; er durchforscht alle Kammern des Innern.

28Gütig und treu sein behütet den König, und

20,28
Kap
sein Thron besteht durch Güte.

29Der Jünglinge Ehre ist ihre Stärke, und

20,29
Kap
graues Haar ist der Alten Schmuck.

30Man muss dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.

21

211Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche;

21,1
Ps 33,15
er lenkt es, wohin er will.

2Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der HERR prüft die Herzen.

3Recht und Gerechtigkeit tun ist dem HERRN lieber als Opfer.

21,3
1. Sam 15,22
Hos 6,6

4Hoffärtige Augen und stolzer Sinn, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.

5Das Planen eines Emsigen bringt Überfluss; wer aber hastet, dem wird’s mangeln.

6Wer Schätze sammelt mit Lügen, der ist ein flüchtiger Hauch unter denen, die den Tod suchen.

7Der Frevler Gewalt rafft sie selber weg; denn sie wollen nicht tun, was recht ist.

8Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, dessen Tun ist gerade.

9Besser im Winkel auf dem Dach wohnen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.

10Die Seele des Frevlers gelüstet nach Bösem und erbarmt sich nicht seines Nächsten.

11Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unverständigen weise, und wenn man einen Weisen belehrt, so nimmt er Erkenntnis an.

21,11
Kap

12Der Gerechte handelt weise an des Frevlers Haus, er stürzt die Frevler ins Verderben.

13Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird einst auch rufen und nicht erhört werden.

14Eine heimliche Gabe stillt den Zorn und ein Geschenk im Verborgenen den heftigen Grimm.

21,14
1. Sam 25,18-35

15Dem Gerechten ist es eine Freude, zu tun, was recht ist, aber den Übeltätern ist es ein Schrecken.

16Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit abirrt, wird weilen in der Schar der Toten.

17Wer gern in Freuden lebt, wird Mangel haben; und

21,17
Kap
wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich.

18Der Frevler wird als Lösegeld gegeben für den Gerechten und der Verächter für die Frommen.

19Besser in der Wüste wohnen als bei einem zänkischen und zornigen Weibe.

20Im Hause des Weisen ist ein kostbarer Schatz an Öl; aber ein Tor vergeudet ihn.

21Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.

22Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, auf die sie sich verlässt.

23Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor Not.

21,23
Kap

24Wer stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter; er treibt frechen Übermut.

25Der

21,25
Kap
Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.

26Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt und versagt nichts.

27

21,27
Kap
Der Frevler Opfer ist ein Gräuel, wie viel mehr, wenn man’s darbringt für eine Schandtat.

28Ein

21,28
Kap
lügenhafter Zeuge wird umkommen; doch wer zu hören versteht, dessen Wort bleibt.

29Der Gottlose macht ein freches Gesicht; aber wer fromm ist, macht seine Wege fest.

30Keine Weisheit, kein Verstand,

21,30
Ps 33,10-11
kein Rat besteht vor dem HERRN.

31

21,31
Ps 33,17
Rosse werden gerüstet zum Tage der Schlacht; aber der Sieg kommt vom HERRN.

22

221Ein

22,1
Pred 7,1
guter Ruf ist köstlicher als großer Reichtum und Ansehen besser als Silber und Gold.

2Reiche und Arme begegnen einander; der HERR hat sie alle gemacht.

22,2
Kap

3Der Kluge sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; die Unverständigen laufen weiter und müssen büßen.

22,3
Kap

4Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum, Ehre und Leben.

22,4
Kap

5Stacheln und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.

6Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt wird.

22,6
Kap

7Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht.

8Wer

22,8
Hiob 4,8
Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende haben.

9Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet; denn

22,9
Kap
er gibt von seinem Brot den Armen.

10Treibe den Spötter hinaus, so geht der Zank weg, und Hader und Schmähung hören auf.

22,10
Kap

11Wer ein reines Herz und

22,11
Kol 4,6
liebliche Rede hat, dessen Freund ist der König.
22,11
Ps 101,6

12Die Augen des HERRN behüten die Erkenntnis; aber die Worte des Verächters bringt er zu Fall.

13Der Faule spricht:

22,13
Kap
»Es ist ein Löwe draußen; ich könnte getötet werden auf der Gasse.«

14

22,14
Kap
Der Mund fremder Frauen ist eine tiefe Grube; wem der HERR zürnt, der fällt hinein.

15Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber

22,15
Kap
die Rute der Zucht treibt sie ihm aus.

16

22,16
Kap
Wer dem Armen Unrecht tut, mehrt die Habe; wer dem Reichen gibt, schafft nur Mangel.

Worte der Weisen

17Neige dein Ohr und höre die

22,17
Kap
Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre. 18Denn lieblich ist’s, wenn du sie im Sinne behältst; lass sie miteinander auf deinen Lippen bleiben. 19Damit deine Hoffnung sich gründe auf den HERRN, erinnere ich daran heute gerade dich. 20Hab ich dir nicht dreißig Sprüche22,20 Anspielung auf die ägyptische Weisheitslehre des Amenemope. aufgeschrieben als Rat und Erkenntnis, 21um dir kundzutun zuverlässige Worte der Wahrheit, damit du rechte Antwort bringen kannst denen, die dich senden?

22

22,22
2. Mose 23,6
Beraube den Armen nicht, weil er arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor; 23denn der HERR wird ihre Sache führen und wird denen, die sie berauben, das Leben rauben.

24Geselle dich nicht zum

22,24
Kap
Zornigen und halt dich nicht zu einem wütenden Mann; 25du könntest auf seinen Weg geraten und dich selbst zu Fall bringen.

26Sei nicht einer von denen, die mit Handschlag haften und für Schulden

22,26
Kap
Bürge werden; 27denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.

28

22,28
Kap
Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

29Siehst du einen Mann, behände in seinem Geschäft, der wird Königen dienen; Unedlen wird er nicht dienen.

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