Lutherbibel 2017 (LU17)
18

181Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und widersetzt sich allem, was gut ist.

2Ein Tor hat nicht Gefallen an Einsicht, sondern will kundtun, was in seinem Herzen steckt.

3Wohin ein Frevler kommt, kommt auch Verachtung; und wo Schande ist, da ist Hohn.

4Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein sprudelnder Bach.

5Es ist nicht gut, die Person des Frevlers zu achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.

18,5
5. Mose 1,17

6Die Lippen des Toren bringen Zank, und sein Mund ruft nach Schlägen.

7Der Mund des Toren bringt ihn ins Verderben, und seine Lippen bringen ihn zu Fall.

8Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

18,8
Kap

9Wer

18,9
Kap
lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des Verderbers.

10Der Name des HERRN ist

18,10
Kap
eine feste Burg; der Gerechte läuft dorthin und wird beschirmt.

11

18,11
Kap
Des Reichen Habe ist ihm wie eine feste Stadt und dünkt ihn eine hohe Mauer.

12

18,12
Kap
Vor dem Sturz ist das Herz eines Mannes stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muss man demütig sein.

13Wer antwortet, ehe er hört, dem ist’s Torheit und Schande.

14Wer ein mutiges Herz hat, weiß sich auch im Leiden zu halten; wenn aber der Mut darniederliegt, wer kann’s tragen?

15Ein verständiges Herz erwirbt Einsicht, und das Ohr der Weisen sucht Erkenntnis.

16Das

18,16
1. Mose 43,11
Geschenk des Menschen schafft ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.

17Ein jeder hat zuerst in seiner Sache recht; kommt aber der andere zu Wort, so findet sich’s.

18Das Los schlichtet den Streit und scheidet zwischen den Mächtigen.

19Ein gekränkter Bruder ist abweisender als eine feste Stadt, und Streitigkeiten sind hart wie der Riegel einer Burg.

20Von der

18,20
Kap
Frucht seines Mundes nährt sich der Leib des Mannes, und er wird gesättigt mit dem, was seine Lippen ihm einbringen.

21

18,21
Kap
Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, wird von ihrer Frucht essen.

22Wer

18,22
Kap
eine Frau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt vom HERRN.

23Ein Armer redet mit Flehen, aber ein Reicher antwortet hart.

24Es gibt Allernächste, die bringen ins Verderben, und es gibt Freunde, die hangen fester an als ein Bruder.

18,24
Kap

19

191Ein Armer, der in Unschuld wandelt, ist besser als ein Lügner, der doch ein Narr ist.

19,1
Kap

2Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht es nicht gut zu; und wer hastig läuft, der tritt fehl.

3Des Menschen Torheit führt ihn in die Irre, und doch tobt sein Herz wider den HERRN.

19,3
Klgl 3,39

4

19,4
Kap
Reichtum macht viel Freunde; aber der Arme wird von seinem Freund verlassen.

5Ein

19,5
Kap
falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird nicht entrinnen.

6Viele schmeicheln dem Vornehmen; und wer Geschenke gibt, hat jeden zum Freund.

7Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern!

8Wer Klugheit erwirbt, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.

9Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.

10Dem Toren steht nicht an, gute Tage zu haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.

11Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist ihm eine Ehre, dass er Verfehlung übersehen kann.

19,11
Kap

12Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; aber seine Gnade ist wie Tau auf dem Grase.

19,12
Kap

13Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und

19,13
Kap
eine zänkische Frau wie ein stetig tropfendes Dach.

14Haus und Habe vererben die Eltern; aber

19,14
Kap
eine verständige Frau kommt vom HERRN.

15Faulheit macht schläfrig, und ein Lässiger wird Hunger leiden.

16Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben;

19,16
Kap
wer aber auf seinen Weg nicht achtet, wird sterben.

17Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.

19,17
Kap

18Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist, aber

19,18
5. Mose 21,18-21
lass dich nicht hinreißen, ihn zu töten.

19Großer Grimm muss Strafe leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.

20Höre auf Rat und nimm Zucht an, dass du hernach weise seist.

21In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber zustande kommt der Ratschluss des HERRN.

19,21
Kap

22Der Mensch wünscht sich Güte, und ein Armer ist besser als ein Lügner.

23Die Furcht des HERRN führt zum Leben; man wird satt werden und sicher schlafen, von keinem Übel heimgesucht.

24Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel und bringt sie nicht wieder zum Munde.

19,24
Kap

25Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige vernünftig; weist man den Verständigen zurecht, so gewinnt er an Einsicht.

19,25
Kap

26Wer den Vater misshandelt und die Mutter verjagt, der ist ein schandbarer und verfluchter Sohn.

27Lässt du ab, mein Sohn, auf Mahnung zu hören, so irrst du ab von vernünftiger Lehre.

19,27
Jak 1,22

28Ein nichtswürdiger Zeuge spottet des Rechts, und

19,28
Kap
der Frevler Mund verbreitet Unheil.

29Den Spöttern sind Strafen bereitet und

19,29
Kap
Schläge für den Rücken der Toren.

20

201Der Wein macht Spötter, und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise.

20,1
Kap

2Das

20,2
Kap
Drohen des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider das eigene Leben.

3Eine Ehre ist es dem Mann, dem Streit fernzubleiben; aber die gerne streiten, sind allzumal Toren.

4Im Herbst

20,4
Kap
will der Faule nicht pflügen; so muss er in der Ernte betteln und kriegt nichts.

5Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie ein tiefes Wasser; aber ein Verständiger kann es schöpfen.

6Viele Menschen rühmen sich ihrer Güte; aber wer findet einen, der zuverlässig ist?

7Ein Gerechter, der unsträflich wandelt,

20,7
Ps 112,1-2
dessen Kindern wird’s wohlgehen.

8Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, sondert aus mit seinem Blick alles Böse.

20,8
Ps 101,3

9Wer kann sagen: »Ich habe mein Herz geläutert und

20,9
Kap
bin rein von meiner Sünde«?

10Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß ist beides dem HERRN ein Gräuel.

11Schon einen Knaben erkennt man an seinem Tun, ob er lauter und redlich werden will.

20,11
Kap

12Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der HERR.

13Liebe den Schlaf nicht, dass du nicht arm wirst; lass deine Augen offen sein, so wirst du Brot genug haben.

14»Schlecht, schlecht!«, spricht man, wenn man kauft; aber wenn man weggeht, so rühmt man sich.

15Es gibt Gold und viel Perlen; aber ein Mund, der Vernünftiges redet, ist ein edles Kleinod.

16Nimm dem sein Kleid, der für einen andern

20,16
Kap
Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden!

17Das

20,17
Kap
gestohlene Brot schmeckt dem Manne gut; aber am Ende hat er den Mund voller Kieselsteine.

18Pläne kommen zum Ziel, wenn man sich recht berät; und

20,18
Kap
Krieg soll man mit Vernunft führen.

19Wer Geheimnisse verrät, ist ein Verleumder, und mit dem, der den Mund nicht halten kann, lass dich nicht ein.

20Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird verlöschen in der Finsternis.

20,20
Kap

21Das Erbe, nach dem man zuerst sehr eilt20,21 Andere Überlieferung: »das zu Anfang verachtet wurde«., wird zuletzt nicht gesegnet sein.

22Sprich nicht:

20,22
Kap
»Ich will Böses vergelten!« Harre des HERRN, der wird dir helfen.

23Zweierlei Gewicht ist dem HERRN ein Gräuel, und eine falsche Waage ist nicht gut.

24Jedermanns Schritte bestimmt der HERR. Welcher Mensch versteht seinen Weg?

25Es ist dem Menschen ein Fallstrick, unbedacht Gelübde zu tun und erst nach dem Geloben zu überlegen.

26Ein weiser König sondert die Frevler aus und lässt das Rad über sie gehen.

27Eine Leuchte des HERRN ist

20,27
1. Kor 2,11
des Menschen Geist; er durchforscht alle Kammern des Innern.

28Gütig und treu sein behütet den König, und

20,28
Kap
sein Thron besteht durch Güte.

29Der Jünglinge Ehre ist ihre Stärke, und

20,29
Kap
graues Haar ist der Alten Schmuck.

30Man muss dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.

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