Lutherbibel 2017 (LU17)
1

Das Wort

11Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.1,1 Gemeint ist: Von göttlicher Art war das Wort.

1,1
Kap
2Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.1,3 Wörtlich: »Alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist.«
1,3
1. Kor 8,6
Kol 1,16-17
Hebr 1,2
4In ihm war das Leben, und das Leben war das
1,4
Kap
Licht der Menschen. 5Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.
1,5
Kap

6Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß

1,6
Mt 3,1
Johannes. 7Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten.
1,7
Apg 19,4
8Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

9Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen1,9 Andere Übersetzung: »wenn es in die Welt kommt«.. 10Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. 11Er kam

1,11
Ps 24,1
in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht,
1,12
Gal 3,26
Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, 13die nicht
1,13
Weish 7,2
aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern
1,13
Kap
aus Gott geboren sind.

14Und

1,14
1. Tim 3,16
das Wort ward Fleisch1,14 Siehe Sach- und Worterklärungen. und wohnte unter uns, und wir sahen
1,14
2. Mose 33,18
Jes 60,1
2. Petr 1,16-17
seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

15Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.

16Von

1,16
Kap
seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. 17Denn
1,17
Röm 10,4
das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 18
1,18
Kap
Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist,
1,18
Mt 11,27
der hat es verkündigt.

Das Zeugnis des Täufers

(Mt 3,1-17; Mk 1,1-11; Lk 3,1-22)

19Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten aus Jerusalem Priester und Leviten, dass sie ihn fragten: Wer bist du? 20Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus. 21Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du

1,21
Mal 3,23
Mt 17,10-13
Elia? Er sprach: Ich bin’s nicht. Bist du der
1,21
5. Mose 18,15
Prophet? Und er antwortete: Nein. 22Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann?, dass wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? 23Er sprach: »Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat (Jes 40,3).

24Und sie waren abgesandt von den Pharisäern, 25und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist noch Elia noch der Prophet? 26Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist

1,26
Lk 17,21
mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. 27Der wird nach mir kommen, und ich bin nicht wert, dass ich seine Schuhriemen löse. 28Dies geschah in Betanien jenseits des Jordans, wo Johannes taufte.

29Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist

1,29
Jes 53,7
Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! 30Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. 31Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er offenbar werde für Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser.

32Und Johannes bezeugte es und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. 33Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft. 34Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.

Die ersten Jünger

35Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger; 36und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm! 37Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 38Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister1,38 Wörtlich: »Lehrer«. –, wo wirst du bleiben? 39Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.

40Einer von den zweien, die Johannes gehört hatten und Jesus nachgefolgt waren, war

1,40
Mt 4,18-20
Mk 1,16-18
Andreas, der Bruder des Simon Petrus. 41Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte. 42Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst
1,42
Mt 16,18
Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.

43Am nächsten Tag wollte Jesus nach Galiläa ziehen und findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! 44Philippus aber war aus Betsaida, der Stadt des Andreas und des Petrus. 45

1,45
Jes 53,2
Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden,
1,45
5. Mose 18,18
Jer 23,5
Hes 34,23
von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth. 46Und Nathanael sprach zu ihm:
1,46
Kap
Was kann aus Nazareth Gutes kommen! Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh!

47Jesus sah Nathanael kommen und sagt von ihm: Siehe, ein rechter Israelit, in dem kein Falsch ist. 48Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen. 49Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!

1,49
Kap
50Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum. Du wirst noch Größeres sehen als das. 51Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und
1,51
1. Mose 28,12
Mt 4,11
die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn.

2

Die Hochzeit zu Kana

21Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen.

3Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge

2,6
Mk 7,3-4
für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maß2,6 Wiedergabe einer Maßeinheit, die etwa 40 Litern entspricht. Siehe hierzu auch den Anhang »Maße, Gewichte, Geldwerte«..

7Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. 9Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11Das ist das erste

2,11
Kap
Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und
2,11
Kap
er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

12Danach

2,12
Kap
zog er hinab nach Kapernaum, er,
2,12
Mt 13,55
seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nur wenige Tage dort.

Die Tempelreinigung

(Mt 21,12-17; Mk 11,15-19; Lk 19,45-48)

13Und das Passafest der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.

2,13
Kap
14Und er fand im Tempel die Händler, die Rinder, Schafe und Tauben verkauften, und die Wechsler, die da saßen. 15Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern und schüttete den Wechslern das Geld aus und stieß die Tische um 16und sprach zu denen, die die Tauben verkauften: Tragt das weg und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus! 17Seine Jünger aber dachten daran, dass geschrieben steht (Ps 69,10): »Der Eifer um dein Haus wird mich fressen.«

18Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm:

2,18
Mt 21,23
Was zeigst du uns für ein Zeichen, dass du dies tun darfst? 19Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.
2,19
Mt 26,61
27,40
20Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? 21Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
2,21
1. Kor 6,19
22Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, dass er dies gesagt hatte, und glaubten der
2,22
Hos 6,2
Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte.

23Als er aber in Jerusalem war beim Passafest, glaubten viele an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat. 24Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an; denn er kannte sie alle 25und bedurfte nicht, dass jemand Zeugnis gäbe vom Menschen; denn

2,25
Mk 2,8
er wusste, was im Menschen war.