Lutherbibel 2017 (LU17)
24

Die zwei Feigenkörbe

241Siehe, der Herr zeigte mir zwei

24,1
Am 8,1
Feigenkörbe, aufgestellt vor dem Tempel des Herrn,
24,1
Kap
nachdem Nebukadnezar, der König von Babel, den Jechonja24,1 Der Name lautet in 2. Kön 24,6 u.ö. »Jojachin«, in Jer 22,24 u.ö. »Konja«., den Sohn Jojakims, den König von Juda, aus Jerusalem weggeführt hatte samt den Großen Judas und den Zimmerleuten und Schmieden und sie nach Babel gebracht hatte. 2In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen Feigen sind; im andern Korbe waren sehr schlechte Feigen, dass man sie nicht essen konnte, so schlecht waren sie. 3Und der Herr sprach zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Feigen; die guten Feigen sind sehr gut, und die schlechten sind sehr schlecht, dass man sie nicht essen kann, so schlecht sind sie.

4

24,4
Hes 11,14-21
Da geschah des Herrn Wort zu mir: 5So spricht der Herr, der Gott Israels: Wie auf diese guten Feigen, so will ich gnädig blicken auf die Weggeführten aus Juda, die ich von dieser Stätte habe fortziehen lassen in der Chaldäer Land. 6Ich will mein Auge gnädig auf sie richten und sie wieder in dies Land bringen und
24,6
Kap
will sie bauen und nicht niederreißen, ich will sie pflanzen und nicht ausreißen. 7Und ich will ihnen ein Herz geben,
24,7
Kap
dass sie mich erkennen sollen, dass ich der Herr bin. Und
24,7
Kap
sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.

8

24,8
Kap
Aber wie die schlechten Feigen, die so schlecht sind, dass man sie nicht essen kann, spricht der Herr, so will ich dahingeben Zedekia, den König von Juda, samt seinen Großen und allen, die übrig geblieben sind in Jerusalem und in diesem Lande und die in Ägyptenland wohnen. 9Ich will sie zum Bild des Entsetzens, ja des Unglücks machen für alle Königreiche auf Erden,
24,9
Kap
zum Spott und zum Sprichwort, zum Hohn und zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie verstoßen werde, 10und will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken,
24,10
Kap
bis sie ganz vertilgt sind aus dem Lande, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe.

25

Die siebzigjährige Herrschaft Babels

251Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah über das ganze Volk von Juda

25,1
Kap
im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda; das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel.

2Der Prophet Jeremia sprach zu dem ganzen Volk von Juda und zu allen Bürgern Jerusalems: 3

25,3
Kap
Vom
25,3
Kap
dreizehnten Jahr des Josia an, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, ist des Herrn Wort zu mir geschehen bis auf diesen Tag, und ich habe zu euch nun dreiundzwanzig Jahre lang immer wieder gepredigt, aber ihr habt nicht gehört. 4Und der Herr hat zu euch
25,4
Kap
immer wieder alle seine Knechte, die Propheten, gesandt; aber ihr habt nicht gehört noch eure Ohren geneigt, mir zu gehorchen, 5wenn er sprach:
25,5
Kap
Bekehrt euch, ein jeder von seinem bösen Wege und von euren bösen Werken, so sollt ihr in dem Lande, das der Herr euch und euren Vätern gegeben hat, immer und ewiglich bleiben. 6Folgt nicht andern Göttern, ihnen zu dienen und sie anzubeten, und erzürnt mich nicht durch eurer Hände Werk, damit ich euch nicht Unheil zufügen muss. 7Aber ihr wolltet mir nicht gehorchen, spricht der Herr, auf dass ihr mich ja erzürntet durch eurer Hände Werk zu eurem eigenen Unheil.

8Darum, so spricht der Herr Zebaoth: Weil ihr denn meine Worte nicht gehört habt, 9siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle Völker des Nordens, spricht der Herr, auch meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel, und will sie bringen über dies Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum und will an ihnen den Bann vollstrecken und sie zum Entsetzen und zum Spott und zur ewigen Wüste machen 10und

25,10
Kap
will wegnehmen allen fröhlichen Gesang, die Stimme des Bräutigams und der Braut, das Geräusch der Mühle und das Licht der Lampe. 11
25,11
2. Chr 36,20-21
Dies ganze Land soll wüst und zerstört liegen, und
25,11
Kap
diese Völker sollen dem König von Babel dienen siebzig Jahre.

12Wenn aber die siebzig Jahre um sind, will ich heimsuchen den König von Babel und jenes Volk, spricht der Herr, um ihrer Missetat willen, dazu das Land der Chaldäer und will es zur ewigen Wüste machen. 13So will ich über dieses Land bringen alle meine Worte, die ich gegen sie geredet habe, alles, was in diesem Buch geschrieben steht, was Jeremia geweissagt hat über alle Völker. 14

25,14
Kap
Auch sie sollen großen Völkern und großen Königen dienen. So will ich ihnen vergelten nach ihrem Tun und nach den Werken ihrer Hände.

Der Becher des Zorns für alle Völker

15Denn so sprach zu mir der Herr, der Gott Israels: Nimm diesen

25,15
Kap
Becher mit dem Wein meines Zorns aus meiner Hand und lass daraus trinken alle Völker, zu denen ich dich sende, 16dass sie trinken, taumeln und toll werden vor dem Schwert, das ich unter sie schicken will.

17Und ich nahm den Becher aus der Hand des Herrn und ließ trinken alle Völker, zu denen mich der Herr sandte, 18nämlich Jerusalem samt seinen Königen und Fürsten und die Städte Judas, dass sie wüst und zerstört liegen und ein Spott und Fluch sein sollten – wie es denn heutigentags steht –, 19auch den Pharao, den König von Ägypten, samt seinen Knechten, seinen Fürsten, seinem ganzen Volk 20und allem fremden Volk, alle Könige im Lande Uz, alle Könige in der Philister Lande samt Aschkelon, Gaza, Ekron und denen, die übrig geblieben sind in Aschdod, 21Edom, Moab und die Ammoniter, 22alle Könige von Tyrus, alle Könige von Sidon, die Könige auf den Inseln jenseits des Meeres, 23Dedan, Tema, Bus und alle, die

25,23
Kap
sich das Haar stutzen, 24alle Könige der Araber und alle Könige Arabiens, die in der Wüste wohnen, 25alle Könige von Simri, alle Könige von Elam, alle Könige von Medien, 26alle Könige des Nordens, die in der Nähe und die in der Ferne, einen wie den andern, alle Königreiche der Welt, die auf Erden sind. Und der König von
25,26
Kap
Scheschach25,26 Deckname für Babel. soll nach ihnen trinken.

27Und sprich zu ihnen: So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Trinkt, dass ihr trunken werdet, und speit, dass ihr niederfallt und nicht aufstehen könnt vor dem Schwert, das ich unter euch schicken will. 28Wenn sie aber den Becher von deiner Hand nicht nehmen und nicht trinken wollen, dann sprich zu ihnen: So spricht der Herr Zebaoth: Ihr müsst trinken! 29Denn siehe,

25,29
Hes 9,6
1. Petr 4,17
bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange ich an mit dem Unheil, und ihr solltet ungestraft bleiben?
25,29
Kap
Ihr sollt nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das Schwert über alle herbei, die auf Erden wohnen, spricht der Herr Zebaoth.

30Du aber sollst ihnen alle diese Worte weissagen und zu ihnen sprechen: Der Herr

25,30
Hos 11,10
Joel 4,16
Am 1,2
wird brüllen aus der Höhe und seinen
25,30
Ps 29,1-11
Donner hören lassen aus seiner heiligen Wohnung. Er wird brüllen über seine Fluren hin; wie einer, der die Kelter tritt, wird er seinen Ruf erschallen lassen über alle Bewohner der Erde hin, 31und sein Schall wird dringen bis an die Enden der Erde. Der Herr hat einen Rechtsstreit mit den Völkern und will mit allem Fleisch Gericht halten; die Schuldigen wird er dem Schwert übergeben, spricht der Herr.

32So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, Unheil geht aus von Volk zu Volk, und ein großes Wetter wird losbrechen von den Enden der Erde. 33Zu der Zeit werden die vom Herrn Erschlagenen liegen von einem Ende der Erde bis ans andere Ende; sie werden nicht beklagt noch aufgehoben noch begraben werden, sondern müssen auf dem Felde liegen und

25,33
Kap
zu Dung werden. 34Heult, ihr
25,34
Kap
Hirten, und schreit, wälzt euch in der Asche, ihr Herren der Herde; denn die Zeit ist erfüllt, dass ihr geschlachtet und zerstreut werdet und zerbrechen müsst wie ein kostbares Gefäß. 35Und die Hirten werden nicht fliehen können, und die Herren der Herde werden nicht entrinnen können. 36Da werden die Hirten schreien, und die Herren der Herde werden heulen, dass der Herr ihre Weide so verwüstet hat 37und ihre friedlichen Auen vernichtet sind von dem grimmigen Zorn des Herrn. 38Er hat sein Versteck verlassen wie ein junger
25,38
Kap
Löwe, und ihr Land ist verheert von seinem gewaltigen Schwert und von seinem grimmigen Zorn.

26

Jeremias Tempelrede und seine Gefangennahme

(vgl. Kap 7,1-15)

261Im Anfang der Herrschaft

26,1
2. Kön 23,34-37
Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dies Wort vom Herrn: 2So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof am Hause des Herrn und predige denen, die aus allen Städten Judas hereinkommen, um anzubeten im Hause des Herrn, alle Worte, die ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen, und tu nichts davon weg, 3ob sie vielleicht hören wollen und
26,3
Kap
sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege, damit mich auch reuen möge das Übel, das ich gedenke, ihnen anzutun um ihrer bösen Taten willen. 4Und sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Werdet ihr mir nicht gehorchen und nicht nach meiner Weisung wandeln, die ich euch vorgelegt habe, 5und nicht hören auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, die ich
26,5
Kap
immer wieder zu euch gesandt habe und auf die ihr doch nicht hören wolltet, 6so
26,6
2. Kön 25,9
will ich’s mit diesem Hause machen wie mit
26,6
Kap
Silo und will diese Stadt zum Fluchwort machen bei allen Völkern auf Erden. 7Und die Priester, Propheten und alles Volk hörten Jeremia, dass er solche Worte redete im Hause des Herrn.

8Da nun Jeremia alles gesagt hatte, was ihm der Herr befohlen hatte, allem Volk zu sagen, ergriffen ihn die Priester, Propheten und das ganze Volk und sprachen: Du musst sterben! 9Warum weissagst du im Namen des Herrn: »Es wird diesem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt soll so wüst werden, dass niemand mehr darin wohnt«? Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des Herrn wider Jeremia.

10Als das die Oberen von Juda hörten, gingen sie aus des Königs Hause hinauf ins Haus des Herrn und setzten sich an den Eingang des

26,10
Kap
neuen Tors am Hause des Herrn. 11Und die Priester und Propheten sprachen vor den Oberen und allem Volk: Dieser Mann ist des Todes schuldig; denn
26,11
Apg 6,13
er hat geweissagt gegen diese Stadt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt. 12Aber Jeremia sprach zu allen Oberen und zu allem Volk: Der Herr hat mich gesandt, dass ich dies alles, was ihr gehört habt, weissagen sollte gegen dies Haus und gegen diese Stadt. 13So
26,13
Kap
bessert nun eure Wege und euer Tun und gehorcht der Stimme des Herrn, eures Gottes, so wird den Herrn auch gereuen das Übel, das er gegen euch geredet hat. 14Ich aber, seht, ich bin in eurer Hand; macht mit mir,
26,14
Jos 9,25
wie es euch gut und recht dünkt. 15Doch sollt ihr wissen: Wenn ihr mich tötet, so
26,15
Kap
werdet ihr unschuldiges Blut auf euch laden, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der Herr hat mich zu euch gesandt, dass ich dies alles vor euren Ohren reden soll.

16Da sprachen die Oberen und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser Mann ist des Todes nicht schuldig; denn er hat zu uns geredet im Namen des Herrn, unseres Gottes. 17Und es standen auf etliche von den Ältesten des Landes und sprachen zu dem versammelten Volk: 18Zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, war ein Prophet, Micha von Moreschet; der sprach zum ganzen Volk Juda: »So spricht der Herr Zebaoth:

26,18
Mi 3,12
Zion wird wie ein Acker gepflügt werden, und
26,18
Kap
Jerusalem wird zu Steinhaufen werden und der Berg des Tempels zu einer Höhe wilden Gestrüpps.« 19Ließ ihn denn Hiskia, der König von Juda, und das ganze Juda deswegen töten? Fürchtete er nicht vielmehr den Herrn und
26,19
2. Mose 32,11
2. Kön 13,4
2. Chr 33,12
flehte zu ihm? Da
26,19
Kap
reute auch den Herrn das Übel, das er gegen sie geredet hatte. Wir aber würden großes Unheil über uns bringen.

Hinrichtung des Propheten Uria

20Da war noch einer, der im Namen des Herrn weissagte, Uria, der Sohn Schemajas, von Kirjat-Jearim. Der weissagte gegen diese Stadt und gegen dies Land ganz wie Jeremia. 21Als aber der König Jojakim und alle seine Gewaltigen und Oberen seine Worte hörten, wollte ihn der König töten lassen. Und Uria erfuhr das, fürchtete sich und floh und kam nach Ägypten. 22Aber der König Jojakim schickte Leute nach Ägypten, Elnatan, den Sohn Achbors, und andere mit ihm. 23Die holten Uria aus Ägypten und brachten ihn zum König Jojakim. Der ließ ihn mit dem Schwert töten und seinen Leichnam zu den Gräbern des niederen Volks werfen. 24Aber mit Jeremia war die Hand

26,24
2. Kön 22,12
Ahikams, des Sohnes Schafans, sodass man ihn nicht dem Volk in die Hände gab, das ihn getötet hätte.