Lutherbibel 2017 (LU17)
19

Der zerschmetterte Krug

191So sprach der Herr: Geh hin und kaufe dir einen irdenen Krug vom Töpfer und nimm mit etliche von den Ältesten des Volks und von den Ältesten der Priester 2und geh hinaus ins Tal

19,2
Kap
Ben-Hinnom, das vor dem Scherbentor liegt, und predige dort die Worte, die ich dir sage, 3und sprich:

Höret des Herrn Wort, ihr Könige von Juda und ihr Bürger Jerusalems! So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels:

19,3
2. Kön 21,12
Siehe, ich will ein solches Unheil über diese Stätte bringen, dass jedem, der es hören wird, die Ohren gellen sollen, 4weil sie mich verlassen und diese Stätte missbraucht und dort andern Göttern geopfert haben, die weder sie noch ihre Väter noch die Könige von Juda kannten, und weil sie die Stätte voll unschuldigen Blutes gemacht 5
19,5
Kap
und dem Baal Höhen gebaut haben, um ihre Kinder dem Baal als Brandopfer zu verbrennen, was ich weder geboten noch geredet habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist.

6Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der Herr, dass man diese Stätte nicht mehr »Tofet« und »Tal Ben-Hinnom«, sondern »Würgetal« nennen wird. 7Und ich will das Vorhaben Judas und Jerusalems an diesem Ort zunichtemachen und will sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und will ihre Leichname den Vögeln des Himmels und den Tieren auf dem Felde zum Fraß geben. 8Und ich will diese Stadt zum Entsetzen und zum Spott machen, dass alle, die vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle ihre Plagen.

19,8
Kap
9Ich will sie
19,9
3. Mose 26,29
5. Mose 28,53
ihrer Söhne und Töchter Fleisch essen lassen, und einer soll des andern Fleisch essen in der Not und Angst, mit der ihre Feinde und die, die ihnen nach dem Leben trachten, sie bedrängen werden.

10Und du sollst den Krug zerbrechen vor den Augen der Männer, die mit dir gegangen sind, 11und zu ihnen sagen: So spricht der Herr Zebaoth:

19,11
Jes 30,14
Wie man eines Töpfers Gefäß zerbricht, dass es nicht wieder ganz werden kann, so will ich dies Volk und diese Stadt zerbrechen. Und man wird im
19,11
Kap
Tofet begraben, weil sonst kein Raum dafür da sein wird. 12So will ich’s mit dieser Stätte und ihren Bewohnern machen, spricht der Herr, dass diese Stadt wie das Tofet werden soll. 13Und die Häuser Jerusalems und die Häuser der Könige von Juda sollen ebenso unrein werden wie die Stätte Tofet, alle Häuser, wo sie
19,13
Kap
auf den Dächern dem ganzen Heer des Himmels geopfert und andern Göttern Trankopfer dargebracht haben.

Jeremia wird von Paschhur misshandelt

14Und als Jeremia vom Tofet zurückkam, wohin ihn der Herr gesandt hatte, um zu weissagen, trat er in den Vorhof am Hause des Herrn und sprach zu allem Volk: 15So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über diese Stadt und über alle ihre Ortschaften all das Unheil kommen lassen, das ich gegen sie geredet habe, weil sie halsstarrig sind und meine Worte nicht hören wollen.

20

201Als aber Paschhur, der Sohn Immers, der Priester, der zum Vorsteher im Hause des Herrn bestellt war, hörte, wie Jeremia solche Worte weissagte, 2schlug er den Propheten Jeremia und

20,2
Apg 16,24
schloss ihn in den Block am oberen Benjamintor, das am Hause des Herrn ist. 3Und am andern Morgen ließ Paschhur den Jeremia aus dem Block los. Da sprach Jeremia zu ihm: Der Herr nennt dich nicht Paschhur, sondern
20,3
Kap
»Schrecken um und um«; 4denn so spricht der Herr: Siehe, ich will dich zum Schrecken machen für dich selbst und alle deine Freunde; sie sollen fallen durchs Schwert ihrer Feinde, und du sollst es mit eigenen Augen sehen. Und ich will ganz Juda in die Hand des Königs von Babel geben; der soll sie wegführen nach Babel und mit dem Schwert töten. 5Auch will ich alle Güter dieser Stadt und allen Ertrag ihrer Arbeit und alle Kleinode und alle Schätze der Könige von Juda in die Hand ihrer Feinde geben; die
20,5
Jes 39,6
werden sie rauben, mitnehmen und nach Babel bringen. 6Und du, Paschhur, sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen weggeführt werden und nach Babel kommen. Dort sollst du sterben und begraben werden samt allen deinen Freunden, denen du Lügen gepredigt hast.

Die Last des Prophetenamts (Jeremias fünfte Klage)

7Herr,

20,7
Kap
du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des Herrn Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht.
20,9
1. Kor 9,16

10Denn ich höre, wie viele heimlich reden:

20,10
»Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!«
20,10
Kap
Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« 11Aber
20,11
Kap
der Herr ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden.

12Und nun, Herr Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust:

20,12
Kap
Lass mich deine Rache an ihnen sehen; denn dir habe ich meine Sache befohlen. 13Singet dem Herrn, rühmet den Herrn, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!

14Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll ungesegnet sein, an dem mich meine Mutter geboren hat!

20,14
Kap
15Verflucht sei, der meinem Vater gute Botschaft brachte und sprach: »Du hast einen Sohn«, sodass er ihn fröhlich machte! 16Der Tag soll sein
20,16
1. Mose 19,24-25
wie die Städte, die der Herr vernichtet hat ohne Erbarmen. Am Morgen soll er Wehklage hören und am Mittag Kriegsgeschrei, 17weil er mich nicht getötet hat im Mutterleibe, sodass meine Mutter mein Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre! 18Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, wenn ich nur Jammer und Herzeleid sehen muss und meine Tage in Schmach zubringe!

21

Jeremia kündigt Zedekia die Zerstörung Jerusalems an

211Dies ist das Wort, das vom Herrn geschah zu Jeremia, als der König Zedekia zu ihm sandte Paschhur, den Sohn Malkijas, und

21,1
Kap
Zefanja, den Sohn Maasejas, den Priester, und ihm sagen ließ: 2Befrage doch den Herrn für uns; denn Nebukadnezar, der König von Babel, führt Krieg gegen uns. Vielleicht wird der Herr doch an uns tun wie bei all seinen früheren Wundern, sodass jener von uns abzieht.

3Jeremia sprach zu ihnen: So sagt zu Zedekia: 4Das spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich will die Waffen gegen euch wenden, die ihr in euren Händen habt, mit denen ihr außen vor der Mauer kämpft gegen den König von Babel und gegen die Chaldäer, die euch belagern, und will sie sammeln mitten in dieser Stadt. 5Und ich selbst will wider euch streiten mit ausgestreckter Hand, mit starkem Arm, mit Zorn und Grimm und ohne Erbarmen 6und will die Bürger dieser Stadt schlagen, Menschen und Tiere, dass sie sterben sollen durch eine große Pest. 7Und danach, spricht der Herr, will ich Zedekia, den König von Juda, samt seinen Großen und dem Volk, das in dieser Stadt von Pest, Schwert und Hunger übrig gelassen wird, in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, geben und in die Hand ihrer Feinde und in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten. Er wird sie mit der Schärfe des Schwerts schlagen schonungslos, ohne Gnade und Erbarmen.

8Und zu diesem Volk sage: So spricht der Herr: Siehe,

21,8
5. Mose 30,15
ich lege euch vor den Weg zum Leben und den Weg zum Tode. 9Wer in dieser Stadt bleibt, der wird sterben müssen durch Schwert, Hunger und Pest; wer sich aber hinausbegibt und überläuft zu den Chaldäern, die euch belagern, der soll am Leben bleiben und soll sein Leben als Beute behalten.
21,9
Kap
10Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zum Unheil und nicht zum Heil, spricht der Herr.
21,10
Kap
Sie soll dem König von Babel übergeben werden, dass er sie mit Feuer verbrenne.

Worte an die Könige von Juda

11Und zum Hause des Königs von Juda sage: Höret des Herrn Wort, 12ihr vom Hause David! So spricht der Herr:

21,12
Kap
Haltet alle Morgen gerechtes Gericht und errettet den Beraubten aus des Frevlers Hand, auf dass nicht
21,12
Kap
mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, ohne dass jemand löschen kann, um eurer bösen Taten willen.

13Siehe, spricht der Herr, ich will an dich, du Stadt, die du wohnst im Talgrund, du Fels in der Ebene. Ihr sprecht: Wer will uns überfallen, und wer will in unsere Feste kommen? 14Ich

21,14
Gal 6,7
will euch heimsuchen, spricht der Herr, nach der Frucht eures Tuns;
21,14
Hes 21,3
ich will ein Feuer in ihrem Wald anzünden, das soll alles umher verzehren.