Lutherbibel 2017 (LU17)
15

151Und der HERR sprach zu mir: Und

15,1
2. Mose 32,11
1. Sam 7,9
Hes 14,14
wenn auch Mose und Samuel vor mir stünden, so hätte ich doch kein Herz für dies Volk. Treibe sie weg von mir, und lass sie weggehen! 2Und wenn sie zu dir sagen: Wo sollen wir hin?, dann antworte ihnen: So spricht der HERR:
15,2
Kap
Wer dem Tod gehört, zum Tod, wer dem Schwert, zum Schwert, wer dem Hunger, zum Hunger, wer der Gefangenschaft, in die Gefangenschaft! 3Denn ich will sie heimsuchen mit
15,3
Hes 14,21
viererlei Plagen, spricht der HERR: mit dem Schwert, dass sie getötet werden; mit Hunden, die sie fortschleifen sollen;
15,3
Kap
mit den Vögeln des Himmels und mit den Tieren des Feldes, dass sie gefressen und vertilgt werden sollen. 4Und ich will sie zu einem Bild des Entsetzens machen für alle Königreiche auf Erden um
15,4
2. Kön 21,11-16
23,26
Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des Königs von Juda, für das, was er in Jerusalem begangen hat.

Kein Mitleid mit Jerusalem

5Wer will sich denn deiner erbarmen, Jerusalem? Wer wird denn Mitleid mit dir haben? Wer wird denn kommen und fragen, ob es dir gut geht? 6Du hast mich verlassen, spricht der HERR, und bist von mir abgefallen; darum habe ich meine Hand gegen dich ausgestreckt, um dich zu verderben; ich bin des Erbarmens müde. 7Ich worfelte sie mit der

15,7
Mt 3,12
Worfschaufel in den Städten des Landes, und mein Volk, das sich nicht bekehren wollte von seinem Wandel, machte ich kinderlos und brachte es um. 8Es wurden mehr Frauen zu Witwen unter ihnen, als Sand am Meer ist. Ich ließ kommen über die Mütter der jungen Mannschaft den Verderber am hellen Mittag und ließ plötzlich über sie fallen Angst und Schrecken. 9Die sieben Kinder hatte, welkte dahin; sie hauchte ihr Leben aus.
15,9
Am 8,9
Ihre Sonne ging unter am hellen Tag; sie fiel in Schande und Schmach. Und was von ihnen übrig ist, will ich dem Schwert hingeben vor ihren Feinden, spricht der HERR.

Die Last des Prophetenamts (Jeremias zweite Klage)

10Weh mir, meine Mutter,

15,10
Kap
dass du mich geboren hast, gegen den jedermann hadert und streitet im ganzen Lande! Ich habe niemandem geliehen, und keiner hat mir geliehen, und doch flucht mir jedermann.

11Der HERR sprach: Wohlan, ich will etliche von euch übrig lassen, denen es wieder wohlgehen soll, und will euch zu Hilfe kommen in der Not und Angst unter den Feinden. 12Kann man Eisen zerbrechen, Eisen und Bronze aus dem Norden? 13

15,13
Kap
Ich will dein Gut und deine Schätze zum Raube geben als Lohn für alle deine Sünden, die du in deinem ganzen Gebiet begangen hast, 14und will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn
15,14
5. Mose 32,22
ein Feuer ist entbrannt durch meinen Zorn, über euch ist es angezündet.

15Ach, HERR, du weißt es! Gedenke an mich und nimm dich meiner an und räche mich an meinen Verfolgern! Raffe mich nicht hinweg, indem du deinen Zorn über sie zurückhältst; erkenne, dass ich um deinetwillen geschmäht werde. 16

15,16
5. Mose 8,3
Ps 119,111
Hes 3,1-3
Offb 10,8
Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth. 17Ich saß nicht im Kreis der Fröhlichen und freute mich, sondern saß einsam, gebeugt von deiner Hand;
15,17
Kap
denn du hast mich erfüllt mit Grimm. 18Warum währt doch mein Leiden so lange und ist meine Wunde so schlimm, dass sie nicht heilen will? Du bist mir geworden wie ein trügerischer Born, der nicht verlässlich Wasser gibt.

19Darum, so spricht der HERR: Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich zu dir halten, und du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn du recht redest und nicht leichtfertig, so sollst du mein Mund sein. Sie sollen sich zu dir kehren, doch du kehre dich nicht zu ihnen! 20Denn

15,20
Kap
ich mache dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR, 21und ich will dich erretten aus der Hand der Bösen und erlösen aus der Hand der Tyrannen.

16

Jeremias Einsamkeit als Vorzeichen des Gerichts

161Und des HERRN Wort geschah zu mir: 2Du sollst dir keine Frau nehmen und weder Söhne noch Töchter zeugen an diesem Ort. 3Denn so spricht der HERR von den Söhnen und Töchtern, die an diesem Ort geboren werden, und von ihren Müttern, die sie gebären, und von ihren Vätern, die sie zeugen in diesem Lande: 4Sie sollen an bösen Krankheiten sterben und nicht beklagt noch begraben werden, sondern sollen

16,4
Kap
Dung werden auf dem Acker. Durch Schwert und Hunger sollen sie umkommen, und
16,4
Kap
ihre Leichname sollen den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraß werden.

5So spricht der HERR: Du sollst in kein Trauerhaus gehen, weder um zu klagen noch um zu trösten; denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk weggenommen, die Gnade und die Barmherzigkeit, spricht der HERR. 6Große und Kleine sollen sterben in diesem Lande und nicht begraben noch beklagt werden, und

16,6
Kap
niemand wird sich ihretwegen wund ritzen oder kahl scheren. 7Auch wird man keinem das Trauerbrot brechen, um ihn zu trösten wegen eines Toten, und auch nicht den Trostbecher zu trinken geben wegen seines Vaters oder seiner Mutter. 8Du sollst auch in kein Festhaus gehen, um bei ihnen zu sitzen zum Essen und zum Trinken. 9Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe,
16,9
Kap
ich will an diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen dem Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des Bräutigams und der Braut.

Der Grund des Strafgerichts

10

16,10
Kap
Und wenn du das alles diesem Volk gesagt hast und sie zu dir sprechen werden: »Warum kündigt uns der HERR all dies große Unheil an? Was ist die Missetat und Sünde, womit wir wider den HERRN, unsern Gott, gesündigt haben?«, 11so sollst du ihnen sagen: Weil eure Väter mich verlassen haben, spricht der HERR, und andern Göttern nachgelaufen sind, ihnen gedient und sie angebetet, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht gehalten haben, 12ihr aber noch ärger tut als eure Väter; denn siehe,
16,12
Kap
ein jeder wandelt im Starrsinn seines bösen Herzens, sodass er mir nicht gehorcht. 13Darum will ich euch aus diesem Land stoßen in ein Land, das weder ihr gekannt habt noch eure Väter.
16,13
5. Mose 28,64
Dort werdet ihr andern Göttern dienen Tag und Nacht; denn ich will euch keine Gnade erweisen.

Die Heimkehr

14

16,14
Kap
Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man nicht mehr sagen wird: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat«, 15sondern: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten geführt hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte.« Denn ich will sie zurückbringen in ihr Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.

Es gibt kein Entkommen

16Siehe, ich will viele Fischer aussenden, spricht der HERR, die sollen sie fischen; und danach will ich viele Jäger aussenden, die sollen sie fangen auf allen Bergen und auf allen Hügeln und in den Felsklüften. 17Denn

16,17
Hiob 34,21
meine Augen sehen auf alle ihre Wege, dass sie sich nicht vor mir verstecken können, und ihre Missetat ist vor meinen Augen nicht verborgen. 18Aber zuvor will ich ihre Missetat und Sünde
16,18
Jes 40,2
zwiefach vergelten, weil sie mein Land mit ihren toten Götzen unrein gemacht und mein Erbland mit ihren Gräueln angefüllt haben.

Die Völker werden Gott erkennen

19HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Die Völker werden zu dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur Lüge haben unsere Väter gehabt, nichtige Götter, die nicht helfen können. 20Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter!

16,20
Kap
21Darum siehe, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt ihnen kundtun, dass sie erfahren sollen: Ich heiße der HERR.

17

Judas Sünde und Strafe

171

17,1
1. Kön 14,22-23
Die Sünde Judas ist geschrieben mit eisernem Griffel und mit diamantener Spitze gegraben
17,1
Kap
auf die Tafel ihres Herzens und auf die Hörner an ihren Altären; 2denn ihre Söhne denken an ihre Altäre und Ascherabilder unter den grünen Bäumen und auf den hohen Hügeln. 3
17,3
Kap
Aber ich will deine Opferhöhen auf Bergen und Feldern samt deiner Habe und allen deinen Schätzen zum Raube geben um der Sünde willen, die in deinem ganzen Gebiet begangen ist. 4Und du musst von deinem Erbe lassen, das ich dir gegeben habe, und ich will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn ihr habt ein Feuer meines Zorns angezündet, das ewiglich brennen wird.

Falsches und wahres Vertrauen

5So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der

17,5
Ps 118,8
146,3
sich auf Menschen verlässt und
17,5
2. Chr 32,8
hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN. 6Der ist wie ein
17,6
Kap
Strauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt. 7Gesegnet ist der Mann,
17,7
Ps 146,5
der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. 8Der ist
17,8
Ps 1,3
wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.

9Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? 10Ich, der HERR,

17,10
1. Sam 16,7
Ps 7,10
Spr 15,11
kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und
17,10
Kap
gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke. 11Wie ein Rebhuhn, das sich über Eier setzt, die es nicht gelegt hat, so ist, wer unrecht Gut sammelt; denn
17,11
Lk 12,20
mitten im Leben muss er davon und zuletzt steht er als Narr da.

12Aber die Stätte unseres Heiligtums ist der

17,12
Kap
Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn. 13Denn du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die dich verlassen, müssen zuschanden werden, und die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN,
17,13
Kap
die Quelle des lebendigen Wassers.

Jeremias Gebet in Anfechtung (Jeremias dritte Klage)

14

17,14
2. Mose 15,26
Ps 6,3
Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen;
17,14
Ps 109,1
denn du bist mein Ruhm. 15Siehe, sie sprechen zu mir: »Wo ist denn des HERRN Wort?
17,15
Jes 5,19
Soll es doch kommen!« 16Aber ich habe dich nie gedrängt, Unheil kommen zu lassen; auch hab ich den bösen Tag nicht herbeigewünscht, das weißt du. Was ich gepredigt habe, das liegt offen vor dir.

17Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not! 18

17,18
Ps 35,4
Lass die zuschanden werden, die mich verfolgen, und nicht mich; lass sie erschrecken, und nicht mich. Lass den Tag des Unheils über sie kommen und zerschlage sie zwiefach!

Die Heiligung des Sabbats

19

17,19
Neh 13,15-22
So sprach der HERR zu mir: Geh hin und tritt ins Tor des Volks, durch das die Könige von Juda aus und ein gehen, und in alle Tore Jerusalems 20und sprich zu ihnen: Höret des HERRN Wort, ihr Könige Judas und ganz Juda und alle Einwohner Jerusalems, die durch diese Tore gehen! 21
17,21
2. Mose 20,8-10
So spricht der HERR: Hütet euch um eures Lebens willen und bringt keine Last am Sabbattag durch die Tore Jerusalems 22und tragt keine Last am Sabbattag aus euren Häusern und tut keine Arbeit, sondern
17,22
Jes 56,2
heiligt den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten habe. 23Aber
17,23
Kap
sie hörten nicht und neigten ihre Ohren nicht, sondern blieben halsstarrig, dass sie ja nicht auf mich hörten noch Zucht annähmen.

24Wenn ihr nun auf mich hören werdet, spricht der HERR, dass ihr am Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt tragt, sondern den Sabbat heiligt, dass ihr an diesem Tage keine Arbeit tut, 25so

17,25
Kap
sollen auch durch die Tore dieser Stadt aus und ein gehen Könige und Fürsten, die auf dem Thron Davids sitzen und die mit Ross und Wagen fahren, sie und ihre Fürsten, die Männer Judas und die Einwohner Jerusalems; und diese Stadt soll für immer bewohnt werden. 26Und sie sollen kommen
17,26
Kap
aus den Städten Judas und aus der Gegend von Jerusalem und aus dem Lande Benjamin, aus dem Hügelland und vom Gebirge und vom Südland, die da bringen Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch und die da Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. 27Werdet ihr aber nicht auf mein Gebot hören,
17,27
Hes 20,12-13
den Sabbattag zu heiligen und keine Last am Sabbattag zu tragen durch die Tore Jerusalems,
17,27
Am 2,5
so will ich ein Feuer in ihren Toren anzünden, das die festen Häuser Jerusalems verzehrt und nicht gelöscht werden kann.

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